Der braune Hass - Wer hilflose Flüchtlinge angreift, ist eine Schande für Deutschland

Stellt euch vor, ihr müsst eure Heimatstadt in einer Nacht-und-Nebel-Aktion verlassen, weil machthungrige Vollidioten sie johlend in Schutt und Asche gelegt haben. Eure halbe Familie ist tot, ihr hört ständig…
Der braune Hass

Wer hilflose Flüchtlinge angreift, ist eine Schande für Deutschland

Stellt euch vor, ihr müsst eure Heimatstadt in einer Nacht-und-Nebel-Aktion verlassen, weil machthungrige Vollidioten sie johlend in Schutt und Asche gelegt haben. Eure halbe Familie ist tot, ihr hört ständig etwas von Vergewaltigungen und Kindersoldaten und Selbstmordattentätern und europäischen Schulabbrechern, die in euer Land strömen, um dort Krieg zu spielen.

Ihr habt alles zurück gelassen, um euer nacktes Überleben und das eurer Kinder zu retten und zumindest eine Chance auf eine dennoch mehr als ungewisse Zukunft zu ergattern. Nach einer abenteuerlichen Reise und Bildern im Kopf, die niemals wirklich verarbeitet werden können, kommt ihr in einer sicheren Umgebung an, bekommt ein Bett, neue Kleidung und endlich ein wenig Ruhe.

Ihr lächelt eurer kleinen Tochter ins Gesicht, atmet tief durch und öffnet das Fenster. Doch anstatt die ersten Stunden eures neuen Lebens genießen zu dürfen, grölen euch ein glattrasierter Mittvierziger und seine arbeitslosen Saufkumpanen „Ausländer raus!“ und „Deutschland den Deutschen!“ entgegen. Und das machen sie tagein tagaus. Denn sie haben ja sonst nichts zu tun.

Allein im Jahr 2015 wurden in Deutschland bislang 130 Straftaten gegen Flüchtlinge begangen. Besorgte Bürger fackeln Heime in Berlin ab, schießen auf wehrlose Menschen in Böhlen oder werfen mit Steinen auf Helfer des Roten Kreuzes in Halberstadt. Pegida, AfD und so mancher brauner Stammtisch machen liebend gern ein bisschen Stimmung gegen den neuen Feind vor der eigenen Haustür.

Die sogenannte “Karte der Schande” zeichnet genau auf, wo und wann Angriffe auf Flüchtlinge stattfanden. Und stattfinden. „Die gemeinsame Chronik von der Amadeu Antonio Stiftung und PRO ASYL dokumentiert Übergriffe und Demonstrationen gegen Flüchtlinge und ihre Unterkünfte des laufenden Kalenderjahres. Die Datengrundlage der Chronik sind öffentlich zugängliche Berichte in Zeitungsartikeln. Ergänzend werden Fälle aufgenommen, die von lokalen Initiativen sowie von Register- und Beratungsstellen für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt gemeldet wurden.“

Bislang gab es in diesem Jahr 101 Angriffe auf Unterkünfte, davon 13 Brandanschläge. 48 Menschen wurden verletzt, auf 28 Flüchtlinge gab es tätliche Übergriffe. Insgesamt 85 flüchtlingsfeindliche Kundgebungen und Demos wurden in ganz Deutschland veranstaltet. Und egal ob Reichertshofen, Prien oder Lübeck: Brandanschläge scheinen das nächste große Ding zu werden.

Damit erreichen die braunen Psychopathen nämlich, dass Flüchtlinge nicht nur tagsüber konsequent vom Zaun aus beleidigt werden, sondern auch nachts kein Auge mehr zubekommen, weil sie ständig Angst davor haben müssen, dass ein paar zukunftsverhinderte Frei.Wild-Hörer das Haus in Flammen aufgehen lassen. Denn wenn Deutsche für eine Sache bekannt sind, dann für ihre Effizienz.

In einigen Städten brauchen besorgte Bürger die Dunkelheit erst gar nicht, um sich gegen die neuen „Parasiten“ zur Wehr zu setzen. Zum Beispiel Anfang Juli. In der Hauptstadt. „In Berlin-Weißensee haben fünf Männer einen rassistisch motivierten Übergriff auf eine vierköpfige geflüchtete Familie verübt. Laut ihren Angaben war die Familie am Mittwochmorgen auf dem Weg in ihre Unterkunft, als sie an einer roten Ampel an der Buschallee Ecke Hansastraße überfallen wurde.“

Und weiter: „Die Männer seien plötzlich aus einem nahe gelegenen Café auf die Familie zugestürmt und hätten dabei rassistische Parolen gebrüllt. Die Angreifer schlugen, den Ermittlungen zufolge, auf den 42jährigen Vater und die 41-jährige Mutter der Kinder ein, von denen auch die 11-jährige Tochter mit der Faust geschlagen wurde.“ Kleine Kinder verprügeln, das macht stolz!

Oder in Dresden, Mitte April. „Am Freitagabend wurde ein 24-jähriger Asylbewerber aus Afghanistan in Dresden Cotta schwer verletzt. Er joggte auf dem Fußweg der Pennricher Straße, als er in Höhe der Haltestelle Rudolf-Renner-Straße einen jungen Mann streifte. Der schlug daraufhin unvermittelt den 24-Jährigen nieder und versetzte ihm mehrere Fußtritte. Als ein Passant eingriff, flüchtete der ca. 20 Jahre alte Täter, der in Begleitung einer jungen Frau war. Der Betroffene musste stationär im Krankenhaus behandelt werden.“

Oder im Juni, im jetzt berühmt-berüchtigten Freital: „Am Abend attackierten drei junge deutsche Männer einen Asylsuchenden. Er war auf dem Weg zur Unterkunft im “Hotel Leonardo”. Sie beschimpften ihn und schlugen den Mann mit einer Flasche und mit Fäusten. Als er zu Boden ging, traten sie ihn. Aufgrund der Verletzungen musste er über Nacht stationär behandelt werden.“ Wow, drei gegen Einen, Respekt!

Flüchtlinge sind nicht nur leichte Opfer, weil sie physisch und psychisch geschwächt sind und sich in ihrer neuen Umgebung noch nicht zurecht finden. Oder weil sie gerade einmal 11 Jahre alt sind. Sondern vielmehr auch, weil die gelangweilten Nationalsozialisten und ihre Brut in der Vertreibung dieser „Untermenschen“ einen neuen Lebenssinn sehen. Endlich können sie mal wieder etwas für ihr Vaterland tun, außer nachts heimlich auf das vergilbte Foto von Adolf Hitler zu onanieren.

Der Feind schwebt jetzt nicht mehr unfassbar in Form der ständig plappernden Lügenpresse, der zwielichtigen Regierung oder der jüdischen Finanzmacht um ihre kahl rasierten Köpfe, der Feind sitzt jetzt zehn Meter weiter in einem Flüchtlingsheim fest. Die schwarze Haut, die dunklen Augen, die seltsame Sprache. Da muss man doch einfach zuschlagen! Immer und immer wieder. Oder etwa nicht?

Bleibt den Hobbydichtern ausländerfeindlicher Parolen nur zu wünschen, dass sie oder ihre Nachkommen in naher Zukunft nicht selbst zu Flüchtlingen werden. Wegen des Klimas zum Beispiel. Oder wegen der Wirtschaftskrise. Oder weil sich aus den Reihen extremer europäischer Parteien ein neuer Führer emporhebt, der genug von den Deutschen hat. Vielleicht zurecht.

Stellt euch vor, ihr müsst eure Heimatstadt in einer Nacht-und-Nebel-Aktion verlassen, weil machthungrige Vollidioten sie johlend in Schutt und Asche gelegt haben. Eure halbe Familie ist tot, ihr hört ständig etwas von Vergewaltigungen und Kindersoldaten und Selbstmordattentätern und europäischen Schulabbrechern, die in euer Land strömen, um dort Krieg zu spielen.

Denn wer hätte es gedacht: Krieg kann überall passieren. Und irgendwann lächelt ihr eurer kleinen Tochter ins Gesicht, atmet tief durch und öffnet das Fenster. Doch anstatt die ersten Stunden eures neuen Lebens genießen zu dürfen, grölen euch ein glattrasierter Mittvierziger und seine arbeitslosen Saufkumpanen „Ausländer raus!“ entgegen. Und euch wird bewusst, dass ihr das alles nicht zum ersten Mal erlebt…

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