Balkan goes Berlin - Wir haben mit Marla Blumenblatt über Partys, Pornos und Paris geplaudert

Tellerrock, Tolle und Polkadots. Wer Marla Blumenblatt kennt, hat wahrscheinlich diese junge attraktive Dame im Kopf, die von Cornetto Eis als Penis-Synonym im 50ies Style singt. Jetzt meldet sich Marla…
Balkan goes Berlin

Wir haben mit Marla Blumenblatt über Partys, Pornos und Paris geplaudert

Tellerrock, Tolle und Polkadots. Wer Marla Blumenblatt kennt, hat wahrscheinlich diese junge attraktive Dame im Kopf, die von Cornetto Eis als Penis-Synonym im 50ies Style singt. Jetzt meldet sich Marla aber mit einem ganz neuen Sound zurück. „Sag einfach ja“ heißt ihre neue EP, auf der wir unter anderem Eko Fresh als Feature-Gast finden. Die neuen Songs klingen urbaner, aber trotzdem bleibt es poppig – in jeder Hinsicht. Wo Marla ihren trainierten Hintern regelmäßig nackt schüttelte, bevor sie sich für eine Musik-Karriere entschieden hat, und warum sie noch nicht reich ist, verrät sie uns in diesem Interview.

Deine neue EP „Sag einfach ja“ klingt anders als das, was wir von dir kennen. Wie kommt es zu dem Wandel?

Wenn man in meine kleine Diskografie guckt, kann man schnell den Wandeln sehen, von „Immer die Boys“ zur Remix-EP mit Psaiko.Dino, die die Einleitung war zu dem, was ich jetzt mache. Sprich, die ganzen urbanen Beats und Themen. Ich bin ja hier aufgewachsen und nicht in den 50ern. Viele wissen wahrscheinlich nicht, dass ich aus Wien komme. Dort habe ich nicht in den schönen Bilderbuch-Ecken gelebt, sondern im Ghetto bei den ganzen Jugos und Türken. Davon erzähle ich in der EP. Es ist sehr autobiografisch.

Du hast einen Song mit Eko Fresh „Großstadtcowboys“ gemacht. Wieso ausgerechnet er? Du hast doch bestimmt mit ihm geschlafen!

Ja natürlich (lacht). Ich habe ganz sicher mit ihm geschlafen oder musste ihm einen blasen. Schade, dass ich das nicht auf Bildmaterial habe, sonst wäre ich jetzt so eine Berühmtheit wie Kim Kardashian. Nein, Spaß. Die Zusammenarbeit entstand sehr spontan. Wir haben speziell Eko für diesen Song angefragt. Die Freude war umso größer, als dann ein Ja zurück kam. Fünfzehn Minuten später war dann auch schon sein Material da. Ich war völlig überrascht. Er hatte gerade Zeit und war eh im Studio beim Aufnehmen. Danach habe ich zehn mal nachgefragt, ob ich das wirklich verwenden darf. Ich bin, davon abgesehen, auch ein großer Eko-Fresh-Fan und mag seine Musik.

Schon immer gewesen?

Ja.

Also warst du nie Team Savas?

So tief bin ich da nie drin gewesen. Ich bin eher so ein Massenkonsument. Das ist in der kredibilen Szene total verpönt, aber ich nehme oder höre das, was ich gut finde.

Du hast vor Eko, wie vorhin schon angesprochen, mit Psaiko.Dino gemeinsame Sache gemacht. Wie kommt diese Affinität Rappern gegenüber? Weil sie gerade angesagt sind?

Nein, es hat einfach damit zu tun, weil ich Rap privat gerne höre. Ich mag den Vibe auf den Konzerten auch sehr, weil die Fans so outgoing sind. Das ist so schön zu sehen und der beste Support. Natürlich finde ich auch die Texte gut (lacht). Sie sind ehrlich und klatschen dir einfach eine ins Gesicht – verbal. Das ist das komplette Gegenteil von mir. Ich verstecke mich hinter irgendwelchen blumigen Bildern und die klatschen dir einfach eine. Find ich gut.

Weibliche Künstlerinnen arbeiten so selten miteinander zusammen. Mit welcher Sängerin könntest du dir vorstellen mal ein sexy Video à la Shakira und Rihanna zu machen?

Ich würde gerne ein Video mit Balbina machen, weil ich sie liebe und auch meine Freundin ist. Das, was sie macht, ist super. Allerdings glaube ich nicht, dass wir jetzt das Sexpaket auspacken dürften. Ich nehme das Laster der Sex-Bitch dann gerne auf mich. Einer muss es ja sein und ich bin in der Hinsicht eh schon Staatsfeind Nummer 1.

Wirklich?

Ich glaube schon (lacht laut).

[pullquote]„Als kleines Mädchen habe ich oft Dinge gemacht, die ich nicht machen wollte.“[/pullquote]

Wozu sollte man niemals Ja sagen?

Zu Hurensöhnen (lacht). Zu Sachen, die man eigentlich gar nicht machen will. Als kleines Mädchen habe ich oft Dinge gemacht, die ich nicht machen wollte. Da sollte man den Stecker ziehen und es nicht tun.

Du hast mal im „Crazy Horse“ in Paris getanzt. Ich wette, da gab es kein Problem mit dem Ja-Sagen. Wie viele verlockende Angebote hast du da bekommen?

Viele Leute stellen sich vor, dass man im „Crazy Horse“ als Stripperin tanzt und mit Scheinen beworfen wird – das ist aber nicht so. Es ist sehr künstlerisch. Klar, man zieht sich aus… obwohl, man ist eigentlich die ganze Zeit nackt. Ausziehen kann man da nicht viel, wenn man schon nackt auf die Bühne kommt. Man hat hier und da ein paar Glitzersteine auf dem Körper, aber im Grunde taucht man in ein wunderschönes Lichter-Meer. Das Licht ist dein Gewand. Das wirkt sehr ästhetisch wenn sich alle Mädels dazu synchron bewegen.

Das hat schon fast etwas Meditatives. Als Gast gibt man da wahnsinnig viel Geld aus, weil die Tickets unfassbar teuer sind. Das billigste Ticket ganz ganz hinten kostet um die 100 Euro. Die besten Plätze sind ganz vorne. Die „Golden Seats“. Da bist du so nah an den Tänzerinnen, dass du in jede Arschritze gucken kannst (lacht laut).

Und dann kann man sich überlegen, welche Arschritze einem am besten gefallen hat?

Genau. Das Interessante war aber, dass die meisten Typen immer mit ihren Frauen gekommen sind. Für viele erfolgreiche Sängerinnen wie Beyoncé oder Ciara war die Show auch eine Inspiration für ihre eigenen Videos. In vielen Musikvideos findet man Choreos vom „Crazy Horse“.

Und sexuelle Angebote gab es jetzt ab direkt nicht?

Nein. Du unterschreibst direkt am Anfang einen Vertrag, wo drin steht, dass du keinen Kontakt zum Publikum haben darfst. Du wirst nach der Show auch von einem Chauffeur abgeholt und nach Hause gebracht. In der Vergangenheit gab es allerdings schon mal Fälle, wo ganz hohe Tiere wie Grafen oder Politiker gesagt haben, dass sie eine bestimmte Tänzerin an ihrer Seite haben möchten. Alle Frauen, die so ein Angebot bekommen haben, sind jetzt verheiratet und steinreich.

[pullquote]„Mein Vater weiß bis heute zum Beispiel nicht, dass ich dort getanzt habe. Er denkt, dass ich Ballett gemacht habe, aber nicht nackisch.“[/pullquote]

Was hast du falsch gemacht?

(lacht) Ja, das frage ich mich auch. Ich wollte früher immer ein halbnacktes Showgirls in Las Vegas oder Paris werden. Stattdessen bin ich fett geworden und hab mich durch die Berliner Partyszene gesoffen. Wenn ich das alles so höre, habe ich wohl ein sehr glamouröses Leben verpasst. Es ist genau so glamourös wie ich es erzähle. Ich hätte es auch weiterleben können, aber ich wollte nicht mehr. Weil ich nach den Sternen in der Musikszene greifen wollte. Aber ich würde jedem Mädchen mit perfekten Proportionen raten in Paris ihr Glück zu versuchen. Irgendwann kann ich meinen Enkeln erzählen, dass ich mal als Showgirl in Vegas getanzt habe.

Ach, in Vegas warst du auch?

Ja, damals gab es auch ein „Crazy Horse“ in Las Vegas.

So wie man Starbucks an jeder guten Ecke findet?!

(lacht) Ja genau, wie Starbucks.

Verdient man gut?

Ja, man verdient schon wirklich gut.

Entwickelt man lesbische Züge, wenn man ständig von so heißen Miezen umgeben ist?

Nein. Ich bin aber auch durch und durch hetero.

Jetzt zerstörst du gerade die ganzen Männerträume…

(lacht) Sorry.

Gibt es Momente, in denen du es bereust hast deinen Job als Tänzerin für deine Musikkarriere aufgegeben zu haben?

Ich glaube, das denke ich mir ganz oft (lacht).

Aus finanzieller Sicht?

Ja, das ist es definitiv. Mit Musik ist es sehr schwer Geld zu machen. Besonders wenn man nicht so ist, wie die Masse einen gerne haben will. Man braucht einen richtig langen Atem, bis man damit Geld macht. Ich wünsche mir viel Glück (lacht laut). Künstler haben Existenzängste. Das wissen wahrscheinlich viele nicht, weil die meisten nicht drüber reden und somit der Vorhang von den Augen fällt. Ich glaube jede Verkäuferin verdient mehr als wir.

Wieso gibt es solche Läden wie das „Crazy Horse“ oder „Moulin Rouge“ nicht in Berlin? Weil die Leute alles umsonst haben wollen?

Nein, weil es nicht deren Kultur ist. Besonders die Auffassung von Nacktheit. Deutschland hatte das nie.

Ich dachte die Ossis sind da recht entspannt.

Ich glaube nicht. Sonst gäbe es hier so einen Laden. Ich kenne nur den Friedrichstadtpalast und der ist ja nicht oben ohne. In Frankreich hatten die solche Läden schon immer. Die waren immer nackt. Das gehört bei denen zur Kultur dazu. Das sieht man dort auch nicht als etwas Anrüchiges an. Dort ist es ganz normal. Mein Vater weiß bis heute zum Beispiel nicht, dass ich dort getanzt hab. Er denkt, dass ich Ballett gemacht habe, aber nicht nackisch.

Dein schönster Körperteil?

Oh Gott, muss ich das jetzt wirklich sagen?

Ja.

Dann nehme ich meine Hüftknochen.

Berlin oder Paris?

Mit Geld? (lacht laut). Also ich liebe Paris sehr, aber ich lebe jetzt hier. Wenn ich richtig Asche hätte, würde ich wie Gott in Paris leben. Paris ist wirklich die schönste Stadt, in der ich jemals war. Ich liebe auch Berlin. Sagen wir es mal so: Es ist die günstigere Variante (lacht).

Der wichtigste Satz auf Französisch?

Pardon. Ein Wort reicht. Du wirst die ganze Zeit angerempelt auf der Straße. Immer!

[pullquote]„In meiner Kindheit konnten wir uns damals nicht mal Klamotten leisten. Deswegen stehe ich auf Luxus.“[/pullquote]

Stehst du auf Luxus?

Ja klar. Man steht immer auf das, was man nicht haben konnte. In meiner Kindheit konnten wir uns damals nicht mal Klamotten leisten. Deswegen stehe ich auf Luxus. Es ist für mich der Inbegriff von „Ich hab es geschafft“!

Ich würde dir jetzt gerne ein paar Aussagen vorlesen und du entscheidest, ob man diese mit Ja beantworten kann: Homoboys haben größere Schwänze?

Nein!

Deutsche YouTuber machen super Musik?

Nein!

Wodka ist die beste Medizin?

Jooaaaaa!

Ich bin politisch engagiert?

Nein!

Psaiko.Dino ist ein arroganter Spast?

Nein!

Ich lese gerne die Youtube Kommentare unter meinen Musik-Videos?

Nein (lacht laut)!

Wenn du einen Tag ein Mann sein dürftest. Was würdest du machen?

Ich würde Musiker werden. Oder ich würde mich an die Chef-Position von Universal oder einem anderen großen Label setzen und mir selbst einhundert Thumbs nach oben geben.

Was würdest du Beyoncé sagen?

Dass sie eine großartige und tolle Frau ist. Ich bin aber auch schon ewig ein großer Fan von ihr. Damals, als Destiny’s Child mäßig erfolgreich waren, hab ich mich immer gefragt wieso Beyoncé kein Superstar ist. Heute würde ich ihr sagen, dass ich mich freue, dass sie es geschafft hat.

TV oder Internet.

Was ich besser finde?

Ja.

Ich glaube es ist dasselbe mittlerweile. Internet wird allerdings das Fernsehen ablösen. Wir sehen es ja jetzt schon.

Gibst du viel Geld für deine Kleider aus? Oder bekommst du alles gratis in deine schöne Poritze geschoben?

Es kommt drauf an. Alles was ich die letzten zwei Jahre getragen habe, habe ich selbst genäht. Außerdem habe ich eine Kooperation mit Lena Hoschek. Die feiere ich mega. Ihr Stil ist so 50ies und passt perfekt. Von adidas bekomme ich auch regelmäßig schicke Sachen und natürlich kommen hier und da mal Labels auf mich zu. Ich freue mich über alles was ich zugeschickt bekomme.

Du warst die letzten Male auch auf der Fashion Week in Berlin zu sehen. Hat es dir etwas gebracht dort anwesend zu sein oder hätte man sich die Zeit sparen können?

Ich glaube es ist schon wichtig als Künstler dort anwesend zu sein für die Außenwelt. Man wird dort häufig interviewt und das Fernsehen wird auf einen Aufmerksam.

Dein Lieblingsort zu Hause?

Meine kleine Couch mit meinem kleinen Fell im Wohnzimmer.

Beste Pornoseite?

Ich gucke keine Pornos. Wenn ich Bock auf so etwas habe, dann mache ich es einfach.

Verlässt du ungeschminkt das Haus?

Ja, ganz oft sogar. Dann sehe ich aus wie eine Leiche oder als ob ich krank wäre. Mich fragen die Leute dann direkt ob es mir gut geht und ich sage dann einfach nur: „Alter, ich bin einfach nur ungeschminkt. Komm mal klar!“

Dein Lieblingsfilm?

„Der Tod steht ihr gut“

Was macht dich bei Männern an?

Ein großes Herz.

Wo kann man dich am besten stalken?

Facebook und Instagram.

Foto: Marla Blumenblatt

s.Oliver

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