Fick dich, Berlin - Wann ist eigentlich der richtige Zeitpunkt, um wieder nach Hause zu ziehen?

Vorhin saß ich mit Christine, der liebenswerten Reisebloggerin, die ich hier schon öfter erwähnt hatte, in einem Café in Friedrichshain und wir sprachen darüber, dass wir uns nicht sicher seien,…
Fick dich, Berlin

Wann ist eigentlich der richtige Zeitpunkt, um wieder nach Hause zu ziehen?

Vorhin saß ich mit Christine, der liebenswerten Reisebloggerin, die ich hier schon öfter erwähnt hatte, in einem Café in Friedrichshain und wir sprachen darüber, dass wir uns nicht sicher seien, ob wir für immer in Berlin bleiben wollen würden und dass uns hier nichts wirklich halten würde. Und damit traf sie einen Nerv bei mir.

Seit acht Jahren lebe ich nun in der deutschen Hauptstadt, bin von Charlottenburg in den Wedding gezogen, von dort, über Tokio, nach Neukölln, von dort nach Kreuzberg, von dort in den Prenzlauer Berg, von dort, wieder über Tokio, nach Friedrichshain. Und immer öfter habe ich das Gefühl, die größte Stadt Deutschlands langsam durchgespielt zu haben.

Ich habe mit Mädchen aus dem Westen und dem Osten der Stadt geschlafen, bin so sehr abgestürzt, dass ich mich die Sonne irgendwo kurz vor Potsdam wach gekitzelt hat und habe Drogen ausprobiert, von denen selbst der Apotheker-Azubi Steffen noch nie etwas gehört hat. Vielleicht war’s aber auch einfach nur MDMA mit Pisse. Wer weiß.

Die Frage ist doch: Durch wie viele Open-Airs und Afterhours und Betten kann man stolpern, bis man irgendwann dankend ablehnt? Mein Alltag sieht so aus, dass ich meinen Arsch nur noch hoch bekomme, wenn irgendwelche Agenturen zum Freisaufen rufen – und wenn ich auf der Gästeliste stehe. Street-Food-Markets? Überfüllt und teuer! Hipster-Flohmärkte? Behaltet euren Scheiß! Berghain? Wenn ich Hepatitis C haben will, fahr ich auf den Strich!

Ich bin nicht in Berlin geboren, Überraschung, sondern in einer Kleinstadt in Bayern. Die heißt Buchloe und liegt zwischen Augsburg, Landsberg am Lech und Kaufbeuren. Diese Lage, zwischen drei viel schöneren, erfolgreicheren und größeren Städten, ist auch der Grund dafür, warum dort seit Jahrzehnten nichts geht.

Kein Kino, kein McDonald’s, kein Späti. Der einzig coole Videospielladen namens MGM hat irgendwann dicht gemacht, weil kleine Arschlöcher mehr klauten als kauften. Damals wollte ich nur noch weg von dort, hinaus in die weite Welt, ja, nach Berlin oder London oder Tokio. Je größer und je entfernter und je exotischer, desto besser.

Seit einigen Wochen tauchen immer wieder Fotos von der bayerischen Idylle in den sozialen Netzwerken auf. Von Freunden und Bekannten, die irgendwann in die große Stadt und jetzt wieder zurück gezogen sind. Sie fahren mit dem Rad durch blühende Blumenwiesen und picknicken an blauen Seen und trinken gutes Bier.

Natürlich hasst die ganze Nation Bayern. Vielleicht zu Recht, keine Ahnung. Aber wisst ihr was? Bayern ist großartig! Wenn ich jemals Kinder haben sollte, dann werde ich alles dafür tun, dass sie irgendwie auf eine bayerische Schule kommen. Zwar bin ich grandios an eben diesem Schulsystem gescheitert, aber bevor Gerlinde, Wolfgang und Ophelia eine Waldorfschule in Prenzlberg besuchen, fackle ich den ganzen Laden lieber präventiv ab.

In meiner Heimatstadt gibt es einen Spruch, der mich bis heute verfolgt: Jeder kommt zurück. Als ich wegzog, um in Berlin eine Ausbildung zum Mediengestalter zu machen, lachte ich noch dumm, niemals würde ich zurück kommen, niemals, tschüss, ihr Idioten, auf Nimmerwiedersehen! Nach mir die Sintflut, so ungefähr.

Und jetzt sitze ich hier und scrolle durch die digitalen Fotos meiner Medienwelt-Freunde, die aus Köln und Hamburg und Berlin zurück nach Bayern gezogen sind, um dort ihre Zukunft zu gestalten. Der blaue Himmel. Die grünen Berge. Die gelben Blumen. Und in mir wächst eine Frage: Was mache ich eigentlich noch hier?

Als ich hergezogen bin, war die Antwort klar: Weil hier meine neue Arbeitsstelle ist. Seit fünf Jahren aber rede ich mir ein, dass ich hier sein muss, weil Berlin das Zentrum der digitalen Bohème ist, der Agenturen und Startups, der MacBook-Jünger und Pixelschupser. Das mag zwar sein, aber wie sehr ich von dieser Wahrheit abhängig bin, das weiß ich nicht.

Ich habe so viele Menschen kennengelernt, die irgendwo am Arsch von Deutschlands sitzen, einmal im Jahr zur re:publica fahren und trotzdem genügend Kohle verdienen. Weil sie etwas nutzen, das unsere Vorväter bereits kannten und schätzten: Emails! Ist Berlin etwa nur so relevant wie alle Zugezogenen es gerne hätten?

Vielleicht vermisse ich den Dialekt. Und vielleicht vermisse ich die Landschaft. Und vielleicht vermisse ich das Essen. Vielleicht rede ich mir das aber auch alles ein. Vielleicht ist das alles nur ein Hirngespinst, eine Phase, ein Reflex, entstanden aus Langeweile. Wollte ich eigentlich nicht wieder nach Tokio? Ist es ein Rückschritt, wieder nach Hause zu ziehen? Eine Art Kapitulation? Würde mich mein jüngeres Ich nicht verprügeln?

Dass ich meine Familie vermisse, das dürfte jedem klar sein. Dass Erinnerungen trügen können, aber auch. Natürlich hatte ich eine tolle Kindheit, mit tollen Freunden und tollen Emotionen. Aber objektiv betrachtet ist meine Heimatstadt kein Ort, an dem man kreativ wachsen kann. Vielleicht nach München?

Das kann sich kein normaler Mensch leisten. Und wer will schon nach München? Versnobbte Mercedes-Leaser kann ich noch weniger leiden als hirnlose Hipster-Blogger, die mich wiederum hassen, weil ich im Gegenzug zu ihnen relevant bin und was zu sagen habe. Verschluckt euch nicht an eurem überteuerten Soja-Latte-Macchiato, ihr Fixieficker!

Jeder kommt zurück. Ich auch? Die Welt steht mir offen und ich grüble darüber nach, wieder zu der geographischen Lage zurück zu kehren, an der ich geboren wurde. Ist das dumm? Ist mein Traum nicht ein ganz anderer? War Berlin nicht als eine Art Zwischenstation gedacht? Wo wird man glücklicher: Näher oder ferner? Oder doch hier?

In solchen Momenten beneide ich fast Menschen, die einem normalen Beruf nachgehen und eben dort wohnen (müssen), wo sie arbeiten. Engt mich meine Freiheit wirklich ein oder kommt gleich jemand vorbei, der tatsächliche Probleme hat, und wirft mich aus dem Fenster? Werde ich es bereuen, nicht mehr in Berlin zu leben, weil hier eben doch der Nerv der Zeit ist? Jede neue Frage paralysiert mich nur noch mehr.

Christine und ich sitzen also in diesem Billigcafé an der Frankfurter Allee, während jemand die tote Taube wegräumt, die unter dem Tisch neben uns liegt. Und wir sprechen über die Vor- und Nachteile von Berlin und die Entscheidung, sich womöglich von der Hauptstadt zu verabschieden. Zurück in das Land der Biere, Burgen und Braten. Und mir geht eine Frage nicht aus dem Kopf: Wann ist eigentlich der richtige Zeitpunkt, um wieder nach Hause zu ziehen?

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35 Kommentare

  • Dennis

    bei uns 2011

  • Stefanie

    Die Weltmetropole Buchloe 😃

  • Martina

    Mimimi…

  • Marlene

    Alena S. Reichert !!!!!!!!

  • Justin

    Jetzt. Wirklich. Zieht bitte alle wieder weg!

  • Saskia Baumgardt

    Ich kann zwar diese Früher-war-alles-besser-Posts auch nicht sonderlich leiden, aber an der Stelle muss das mal sein. Ich, als Berliner, hab da auch einfach eine gewisse Hauptstadtarroganz und muss wirklich sagen, Berlin wird eh von Tag zu Tag schlimmer und das liegt eben auch an den ganzen Zugezogenen. Glaubst du ich oder Freunde von mir finden noch ne günstige Wohnung? Natürlich entscheidet der Vermieter sich nun mal lieber für die Neuankömmlinge mit den bonzigen Eltern aus dem Schwabenland, die ‘nen ordentliches festes Gehalt im Monat aufweisen können. Wir stehen dann mit unseren “Ja mal gucken, vielleicht mach ich demnächst erstmal nen Praktikum so im Bereich Medien,bisschen was kreatives” oder “Ich will erstmal bisschen jobben, dann reisen.”-Aussagen ganz schön blöd da. Also bloß weg mit euch Zugezogenen, ihr vertreibt die wahren Berliner aus ihrer eigenen Stadt! Und übrig wird irgendwann nur ein versnobtes, überteuertes Berlin voller Yuppies bleiben. Die ganzen abgefuckten Ecken und Undergroundpartys sind dann nur noch melancholische Erinnerungen an das wahre Berlin wie es mal war.

    • Lennart

      Aber was ist mit den Zugezogenen, die einfach nach Berlin ziehen, weil es für sie die einzigste Stadt ist, die ihnen zustimmt? Man muss man nicht immer aus einem reichen Elternhaus kommen etc. Und wenn doch, solche Leute gibt es auch in Berlin.

    • David Ricardo

      Man stelle sich einfach mal vor, jemand würde in dieser Art und Weise über Ausländer reden, da könnte man den NPD-Mitgliedsantrag aber auch gleich mitschicken.

      “Natürlich entscheidet der Vermieter sich nun mal lieber für die Neuankömmlinge mit den bonzigen Eltern aus dem Schwabenland, die “˜nen ordentliches festes Gehalt im Monat aufweisen können.” Nunja, jeder vernünftige Mensch würde sich für jemanden mit gutem Gehalt entscheiden als für nen Totalversager, der mit 30 immernoch Reisen will und Praktikas macht und auch der Meinung ist er müsse alle 18 Monate in den neuen Stadtteil ziehen, der gerade Hipp ist.
      Ich weiss auch nicht ob man in dem Zusammenhang auch von “echten Berlinern” sprechen kann. Auch in Berlin wird es Alteingesessene geben, die keine absoluten Vollhonks sind und sich mit 45 Fragen warum ihr Leben so scheiße ist, weil sie sich noch nichtein einziges mal in ihrem Lebe grade gemacht haben.

  • Poli

    Ja bitte sofort :)

  • Janine

    Ich denke a. es ist der Frühling/Sommer. Ich komme selber aus Augsburg und wohne derzeit im Wedding und naja … hier isses halt ned so sche grün wie in Bayern. Das machen die Gefühle mit einem. Frühling bedeutet für mich immer Neuanfang, Frisch, endlich Sonne also raus in die Natur
    oder es ist b. ich beneide manchmal Menschen die nicht selbstständig sind. Die einfach wie eine Maschine funktionieren und dann am Ende des Monats auf ihrem Konto ihren Lohn haben. Die können auch dort wohnen weil sie nicht mehr brauchen als den Bäcker um die Ecke und den Kirchensonntag. Ich selber glaube aber das dein Gefühl nur eine Phase ist und du vielleicht einfach mal was andres probieren solltest. Menschen wie wir, die mutig sind neues auszuprobieren und unaufhaltbar machen was sie wollen – hinterfragen öfters ihren Lebensstil weil es halt immer etwas unsichereres ist und nichts festes. Vielleicht bist du einfach auch wieder viel zu lange im Prenzlauer Berg :D

    lg

  • Hänni

    Die eigentliche Frage ist doch warum muss man in Berlin wohnen. Ist es wirklich der Job der es notwendig macht oder weil Berlin das Mekka der Medienfuzzis ist oder aber ist es einfach so dass es uns zu peinlich ist zu sagen wir wohnen wieder “zu Hause”? Als weltreisender Heimkehrer war man vielleicht früher noch cool als man mit einem Koffer voller Aufkleber zurückkehrte und den Dahrimgebliebenen von der großen eeiten Welt erzählte. Heute aber war jeder dank Facebookchronik doch soweiso schon gefühlt selbst mindestens hundertmal in Australien Thailand und Co unterwegs .Es ist vielleicht doch eher so dass es mir ein besseres Gefühl gibt Tina der Oberschlampe aus der zehnten Klasse die man eh nie leiden konnte beim alljährlichen Heimatbesuch trifft zu erzählen dass man klar nach wie vor in Berlin wohnt und total glücklich ist mit den vielen Menschen den bunten Wänden den Nutten und dem Koks. Es ist das Schaufensterleben dass wir alle versuchen aufrecht zu erhalten um jederzeit jedem spiegeln zu können “ich habe alle Freiheit genutzt und hab was gewagt ich bin cool”. Ich finde wir sollten eben jene Freiheit nutzen und den Mut finden auch wieder heim zu finden.

  • Vera

    Fixieficker <3

  • Teresa

    Irgendwann wird es so weit kommen :D :D

  • Caro

    Diese Frage habe ich mir nach Abschluss meiner Mediengestalter-Ausbildung auch gestellt lieber Marcel :) Und siehe da, bei mir hat es ein wenig früher “klick” gemacht. Ich hatte keinen Bock mein mickriges Gehalt (da Grafiker/Mediengestalter-Überschuss-Zustand in der Stadt) einfach mal nur für Miete und ein wenig zu Essen zu verpulvern. Was bringt’s denn schon wenn man in der selbst ernannten “Kreativen-Medien-Hochburg” Berlin sitzt, in seiner 24qm Wohnung, und sich fragt wie wohl die Partys sind. Man selbst ist ja viel zu kaputt von der 60 Std. Woche und hat eh keine Kohle um sich mal ordentlich die Kante zu geben. Eintrittsgeld für Ausstellungen und Museen? Ja, aber nur wenn ich dann das Abendessen streiche. Darauf hatte ich keinen Bock mehr und bin in eine schöne Heimat zurück gekehrt. Nach ca. 6 Jahren. Und von allen seiten wird man ungläubig gefragt: “Wieso zieht man bitte schön aus Berlin… HIER hin?!”. Das können auch nur Leute fragen die Berlin nur als Touristen kennen. Der richtige Zeitpunkt ist übrigens immer genau: jetzt.

  • Angela

    ernsthaft gruselig ist allein, dass anscheinend in berlin zur zeit überall TOTE TAUBEN RUMLIEGEN!
    :S

  • Hallöchen.
    Das Thema passt perfekt in meine aktuelle Lebenssituation und mit deinen Worten sprichst du mir aus der Seele!
    Ich wohne seit etwas mehr als 2 Jahren hier in Berlin. Seit etwas mehr als 2 Jahren denke ich also darüber nach, zurück ins schöne Bonn zu gehen. Mal abgesehen davon, dass ein Umzug über mehrere hundert Kilometer scheißeteuer ist und man alleine des Geldes wegen schon von der Entscheidung, zurück in die Heimat zu gehen, gut und gerne zurückschreckt (Sparen in Berlin? HAHA). Irgendwann kommt einfach der Punkt, an dem der Schalter umgelegt wird und du sagst: Fick dich Berlin, ich hau ab! Bei mir haben Freunde den Schalter umgelegt. Und da war es plötzlich egal, wieviel Planungsaufwand das wird, wie stressig das wird, oder was das kostet.
    Ich für meinen Teil kam hier her, weil ich dachte ich hätte die größte Liebe meines Lebens gefunden….. wie unfassbar dumm man sein kann, stellt man leider erst immer im Nachhinein fest. Ich wollte also seit dem ersten Tag, den ich hier wohne, wieder weg. Und ich konnte nicht, weil ich kein Geld, keine Freunde und ne scheiß Angst hatte. Berlin hat mich fertig gemacht. Und nein, damit meine ich nicht Drogen, Alkohol, oder so.
    Mein Schalter ist umgelegt und ich bin sehr bald wieder weg. Ich werde Berlin jedenfalls nicht vermissen. Ich bin für diese Stadt nicht gemacht.

    Was ich eigentlich sagen will ist, dass man nie weiß, wann der richtige Zeitpunkt ist, sich vom Acker zu machen. Er kommt einfach. Von jetzt auf Gleich. Egal, wer maßgeblich daran beteiligt war.

    cheers!
    jessman5

  • Joachim

    die einen sagen so, die anderen so, aber die die nur hier waren um sich die Alm Hörner abzustoßen und eigentlich gern zurück wollen, sollten gehn, so lange sie es noch können, bevor sie sich eine Eigentumswohnung, eine Etage oder was auch immer Ehefrau und Kinder zugelegt haben, denn dann kann man die Entscheidung nicht mehr so alleine / einfach fällen…

  • Chrissi

    Dieses elitäre “Yuppie” und “echte Berliner” und “verpisst euch doch alle” Gelaber geht mir dermaßen auf den Sack, in jeder Großstadt wohnen Unmengen Zugezogene und doch ist es in keiner so schlimm wie in Berlin mit solchem Quatsch. So nervig, als ob eure Eltern oder Großeltern alle Berliner wären und gerade ohne diese riesige Vielfalt in Berlin und den vielen Ausländern, Touris etc wäre die Stadt eine komplett andere und nicht das selbe. Und gerade von einer Hauptstadt kann man doch ein bisschen mehr Weltoffenheit erwarten…

  • Tanja Aman

    Hey Marci ;)
    genug in Nostalgie geschwelgt? Du kannst zurück kommen, aber Buchloe wird nie wieder das Selbe sein….
    Mit einem hast Du Recht, Bayern ist großartig ;) und das wird es immer sein!

  • ailine

    immer wieder dieses rumgeheule…zieh doch weg und gut ist. wie lange willst du noch rumjammern, wie hässlich und scheiße berlin doch ist und dass dich die ganzen menschen hier abfucken. in wahrheit bist du eben genau das, was du so verabscheust, marcel: oberflächlich, nix relevantes zu sagen und von der gesinnung ein hipster vor dem herren und der ersten stunde. es gibt kein back to the roots mehr, die normalität, die du dir vielleicht wünscht, kriegst du überhaupt nicht mehr hin.

  • Für dich: jetzt! sofort! Die Berlinerinnen kommen bestimmt auch gut ohne dich aus!

  • Antje

    Annika Pracht

  • frau dunst

    Ja. Bitte, Motten kehrt in die Heimat zurück damit Menschen wie ich, die vor Jahren ihre Heimat zwecks Jobmangel verlassen müssten endlich wieder nach Hause können ohne gleich an der ersten Monatsmiete zu sterben.
    Ich will zurück nach Berlin. Denn zu Hause ist zu Hause.

  • Lieber Marcel,
    Ich habe zwar nicht in Berlin gewohnt, aber in Moskau, dann Brüssel. Und mich packte es auch irgendwann so plötzlich und beängstigend wie dich: das Gefühl, zu Hause (in meinem Fall am Rhein) wäre es vielleicht auch mal ganz schön? Nach eeeewigem Überlegen, habe ich mich dazu entschieden, es mal für ein Jahr auszuprobieren. Das Jahr ist jetzt fast rum, und nach Startschwierigkeiten bin ich jetzt überglücklich, es gemacht zu haben. Ich werde erst mal bleiben. Es wäre aber auch völlig in Ordnung gewesen, nach dem Jahr wieder zu gehen, nach dem Motto: hab’s probiert, ist nix für mich.
    Viel Erfolg noch mit deiner Entscheidung! Du wirst es schon richtig machen, weil es eh nicht nur ein einziges “richtig” gibt.
    Liebe Grüße,
    Christina

  • zille96

    Genau das kommt dann irgendwann, nachdem man 1000 mal im Club war, 700 mal in den Hausflur gepisst hat, 100 mal gepisst und gekozt hat, 400 mal Leute die arbeiten müssen um 5 Uhr Morgens aus dem Bett gebrüllt hat. Alles was man damals nicht durfte in seiner kleinen Stadt und wenn man dannn Älter wird möchte man das auch selbst nicht erleben- und vor allen Dingen möchte man seine Kinder vor solchen Leuten schützen. Genau das kommt dann irgendwann, die Einsicht das dieses Leben endlich ist und alles irgendwann Wiederholung. Guten Morgen! Aber schön das du mich als Ur-Kreuzberger der die 70er,80er,90er und dich überlebt hat so genervt hat. Hast dich halt schön ausgetobt was dir im Internat verwehrt wurde- ganz große Klasse.
    Hoffe wenn Du in deinem Örtchen angekommen bist das du dich an Berlin erinnerst und mal deinen Nacharn in den Briefkasten pisst. Dann kannst du Freiheit schreien und dann dauert es ca. 2min dann bekommst Du Besuch und bist Dorfgespräch für die nächsten Jahre. Aber nein das wäre ja total unnnnnnnnnnnnnnncooooooooooooooooool

  • Kay

    könntest Du bitte direkt Deine Sachen packen und abhauen, wir brauchen solche Menschen wie Dich, hier nicht in Berlin!

  • Du merkst echt garnix, du dumme Sau. Sieh zu das du Land gewinnst und einfach in Bayern scheiße bist.

  • Chrischi

    laaaaaangweilig…!!!

    toll, Marcel, was du in deinen Berliner jahren und in Tokyo für tolle schimpfwörter gelernt hast. besonders für menschen, die nicht schlechter sind als du selbst.
    DU sitzt mit Christine natürlich in einem billigcafé. wie hätte es anders sein können?
    obwohl auch DU dir das ticket für die re:publica plus übernachtung und flug und verdienstausfall locker mal leisten würdest.
    nein, DU sitzt nicht etwa auf der Revaler oder am Spreeufer… natürlich nicht. alles viel zu hipp.
    du gibst dir lieber mühe noch mehr hippster zu sein.
    dieses arme billigcafé! bald finden es deine nachahmer und es wird schnell zum geheimtipp. für dich zum glück einen grund mehr hier abzuhauen….

    wann der beste zeitpunkt ist?
    jetzt, lieber Marcel. jetzt! und ich helfe dir, sollte es nicht zu hipp sein, persönlich das umzugsauto vollzuladen!

    es wäre noch besser gewesen, du wärst nie hergekommen!
    besser, du wärst mit den anderen zugezogenen (und das ist auch auf deinen von dir natürlich belächelten, aber eigentlich ziemlich traurigen, drogenkonsum bezogen) zuhause geblieben. erst die stadt kaputt feiern und dann zu mama zurückwollen… ach ja…

    mist…!!! jetzt hab ich mich auf dein armseliges niveau begeben…. das wollte ich gar nicht.
    denn nichts hasse ich mehr, als wenn gruppierungen erfunden werden, die für alles schuld sein sollen.
    ich mag keine schwaben-sprüche im Prenzlauer Berg und keine touri-parolen in Friedrichshain. ich versteh aber auch nicht, dass Berlin plötzlich langweiliger und schlechter geworden sein soll… wenn das so ist, dann weil du es dir langweilig gelebt hast und weil du nichts dagegen tust. (aber da können wir uns wohl alle ein wenig an die faule nase fassen…)
    und aus welcher position schreibst du? wie viel arroganz musst du besitzen, deine kinder bekämen in Bayern eine bessere bildung als in Berlin? widerlich…!

    meinst du, alles hier schon gesehen zu haben? oder langweilt dich eher deine faulheit. kommst du aus Friedrichshain nicht raus, weil du kein visum für Kreuzberg hast?
    langweilst du dich vielleicht eher selbst?
    ist es tatsächlich die stadt?
    stadt? du? stadt? du?

    merkst du was? ist schon mal passiert, oder?
    du machst es dir einfach.
    schon wie beim ersten umzug: anstatt nen club oder ne kneipe in deiner öden kleinstadt aufzumachen und was gegen die tristheit und für deine freunde zu unternehmen, ziehst du lieber dahin, wo keine langeweile aufkommt. weil es cool war. und hipp. was damals noch kein schimpfwort war, sondern wahrscheinlich dein bevorzugter modestil…
    nun willst du zurück. weil der kleingarten bessere unterhaltung verspricht, als die zigste espresso-bar in deiner strasse, der x-te burgerladen in deinem block oder die immer wieder gleich aussehenden clubs auf der Revaler – gesehen hast du ja eh alles schon….

    merkst du was? es scheint analogien zu geben… dir ist es zu langweilig geworden. du hast hier alles erlebt. kennst alle und alles… bist der tolle hengst vom kiez…
    dann hau ab… schnell!
    in deiner bayerischen provinzstadt wirst du ein gefeierter held…

    Berlin wird dich nicht vermissen…

  • Tim

    Berlin suckt. Die Frage stelle ich mir jeden Tag – nur Berlin ist mein “nach Hause”, da ich hier geboren wurde und die knapp 40 Jahre auch, bis auf einige Jahre Studium in Hannover, hier lebe.

    Der Unterschied zu Buchloe aber auch anderen “Zu Hause Städten” ist, dass dort nur wenige Menschen hinziehen, und nicht wissen ob sie überhaupt 2 Jahre aushalten, oder nach 2 Jahren überlegen, wo es nun hingeht. Das führt zu einer sozialen Verwahrlosung der Stadt. Niemand kümmert sich um die “Neighborhood”, oder engagiert sich für die nachhaltige Entwicklung Berlins oder bestimmter Kieze, wenn die Perspektive nur kurz ist und man im Zweifel eher umzieht, als aktiv was zu verändern.

    Die normale Reaktion auf das Posting wäre: “Dann geh doch in die Provinz statt rumzuheulen”. Dann machst du aber nur Platz für den Nächsten aus Spanen, Italien, Frankeich, USA oder sonstwo, der sein Leben, dass er zuhause schon nicht auf die Reihe bekommen hat, nun in Berlin versucht hinzukriegen. Und gnadenlos scheitert, angesichts der vielen Ablankungen. Also: Bleib hier, änder was und mache die Stadt besser für Dich und für alle.

  • Destroyevsky

    Verpiss dich doch einfach, du verschissenes Hipster-Yuppie-Arschloch. Menschen wie dich braucht in Berlin niemand. Geh nach München zu deinen P1-Kollegen.

  • Jens von Rothschild

    Vielleicht ist es aber auch nur die Berliner Oberflächlichkeit die uns zurück gehen lässt.

  • André

    Ganz ehrlich, es war eine gute Entscheidung, dass du damals aus Buchloe wegzogen bist. Wie du es schon selber sagst, weder in deinem Tor zum Allgäu noch in Kaufbeuren, Landsberg oder Epfenhausen hättest du das erlebt und dich so entwickelt wie es in den letzten Jahren passiert ist.

    Dasselbe gilt für mich. Ich bin froh jetzt in dem beschaulichen Studentenstädtchen Jena zu leben. Es ist auf halbem Weg zwischen der alten Heimat und der Großstadt. Immer wieder genug neue Menschen und doch immer wieder bekannte Gesichter. Und es ist viel Grün in unmittelbarer Nähe.

    Zurück zu dir. Bayern – ja – Buchloe/München – nein. Probier eine neue Stadt. Würzburg ist wunderschön, Nürnberg auch. Probier eine dieser schönen Studentenstädchen und erfreu dich an den süßen Studentinnen, gutem Bier und wunderschöner Landschaft.

    Servus.

  • André

    PS: Wie alt ist das Bild jetzt? Von 2006?

Mister Spex