Talkshow: Smile And Burn - Wir haben mit den punkigen Berlinern über Blowjobs, Action und Tokio Hotel geplaudert

Ich treffe zwei von den fünf Mitglieder der Band Smile And Burn Donnerstag Abend in der Bar „An einem Sonntag im August“. Für den Sänger Philipp gibt es heute nur…
Talkshow: Smile And Burn

Wir haben mit den punkigen Berlinern über Blowjobs, Action und Tokio Hotel geplaudert

Smile And Burn

Ich treffe zwei von den fünf Mitglieder der Band Smile And Burn Donnerstag Abend in der Bar „An einem Sonntag im August“. Für den Sänger Philipp gibt es heute nur Wasser mit Sprudel. Er würde sonst schon genug saufen. Wolli und ich bestellen uns ein Bier. Die kommende Stunde wird sehr unterhaltsam und lustig. Seit dem 4. Oktober ist ihr Album „Action Action“ in den Läden. Allein wegen des Covers solltet ihr euch diese Platte ins Regal stellen.

Euer CD-Cover ist ja sehr nackt. Allerdings war ich ein bisschen enttäuscht als ich erfahren habe, dass es der Fotograf selbst ist. Hattet ihr nicht die Eier dafür?

Phil: Wir wollten genau dieses Bild mit der gesamten Band noch mal halbwegs nackt nachstellen. Doch kurz vorher hatte die Freundin des Fotografen dann den Tisch komplett umgestrichen und umgesägt. Das wäre dann nicht mehr dasselbe gewesen. Ich habe übrigens letztens erfahren, dass gar nicht Charlotte den Tisch umdesignt hat, sondern Max selber. Max ist der Fotograf. Er hat es dann nur auf seine Freundin geschoben.

Also hast du erst gelogen…

Phil: Genau, ich habe erst gelogen und überlegt ob ich die Anekdote sofort bringe oder doch einen guten Abschluss mache.

Wie kam es denn zu dieser Cover-Auswahl?

Wolli: Eines schönen Morgens hat mir Max ein Foto von sich nackt vorm Kühlschrank geschickt. Max halt. Wir hatten eh schon überlegt, was wir denn nun als Cover nehmen. Und da wir alle möglichen Möbel schon durch hatten…

Erkenne ich da einen Fetisch?

Phil: Wenn du wüsstest, dass zuerst ein Stuhl geplant war.

Wolli: Also, ich glaube, das mit dem Möbel-Fetisch können wir auch eindeutig verneinen. Wie es dann aber genau zu dem Entschluss kam dieses Foto zu nehmen, muss Phil mal erzählen.

Phil: Wir wollen zuerst einen Stuhl nehmen, der in einem leeren Raum umkippt. Aber dann kam uns beim Rumspinnen die Idee Max nackt auf der Couch zu nehmen. Das fanden dann alle so gut und jetzt ist es das wirklich geworden.

Als ich mir das erste Mal eure Musik angehört habe, dachte ich mir, ihr könntet auch so eine typische Band aus dem alten Magnet sein.

Beide stöhnen. Phil findet es furchtbar und Wolli freut sich.

Phil: Für mich ist Magnet-Band eine Umschreibung für kacke. Aber soundmäßig hast du schon recht. Das passt.

Wir müssen alle lachen.

Phil: Oh Gott, wenn ich ans Magnet denke, habe ich sofort diesen schalen Berliner Geschmack im Mund. Als ich 2006 hingegangen bin, gab es ab elf immer so viel Frei-Bier und Frei-Tequila wie der Vorrat gereicht hat. Das hat er nie lange.

Wolli: Für arme 17-jährige Kinder, die wir damals waren, war es super.

Fünf Männer auf Tour. Wurde da einer schon mal schwach und ist über den anderen rüber gehoppelt?

Phil: Nein. Aber zwischen mir und dem einen Gitarristen gibt es so homoerotische Schwingungen. Wir waren auch schon öfter zusammen duschen.

Guckt man da auch mal auf das Geschlechtsteil des anderen?

Phil: Ja klar. Aber nicht so offensichtlich, sondern nur so verstohlen.

Würdest du sagen, dass er eine Frau sehr glücklich machen könnte?

Phil: Definitiv. Einen anderen Mann auch.

Wolli: Wir wissen aus erster Quelle, dass er es auch macht.

Phil. Ja. Oh Gott. Verdammt.

Smile And Burn

Wie viel Action steckt in eurem Album?

Wolli: Weniger als gedacht.

Phil: Eigentlich sollte es „Action Action Action Action“ heißen. Ist nur noch die Hälfte geworden. Es ist das Album des Jahres.

In diesem Moment fängt ein Amerikaner neben uns mit einem Kollegen an zu skypen und erzählt ihm wie gerne er gerade Weed rauchen wollen würde. Laut. Sehr laut. Wir schauen verlegen hin. Wahrscheinlich so wie Phil auf das Geschlechtsteil seiner homoerotischen Verbindung.

Für solche Situationen sollte ich die Interviews mit einer Videokamera aufzeichnen.

Phil: Du kannst unsere Blicke beschreiben.

Verdutzt.

Wolli: In unserem Album steckt auf jeden Fall sehr viel Action.

„Musikalische Pyrotechnik“?

Phil: So kann man es stehen lassen. Wir hatten aber auch schon die Umschreibung „Musikalische Massenschlägerei“. Ich fand es lustig und prollig.

Wolli: Man merkt, was unser Stil ist. Dazu ist mir letztens aufgefallen, wie toll das Wort vermöbeln ist.

Da kommen wir wieder auf deinen Fetisch zu sprechen.

Wolli: Wahrscheinlich sind Fetische Sachen, die man selber nicht checkt. Genau wie bei den Hipstern. Die sagen sie sind keine, aber jeder weiß, dass sie welche sind.

Phil: Bei uns dreht sich eh alles um Sex in der Band. Wir sind eine Fetisch-Band.

Einer eurer Songs nennt sich „Assholes On Parade“. Wer ist damit gemeint?

Phil: Der Song richtet sich an bestimmte Leute aus der Musik-Szene. Wir halten da viele für einen Affenhaufen, sagen aber nicht, wen wir genau meinen. Es geht um diese ganzen Maulhelden, die damit prahlen im Musik-Business zu arbeiten.

Tokio Hotel war ja bestimmt immer eine große Inspiration für euch. Wie empfindet ihr die Weiterentwicklung der Jungs?

Wolli: Der Bassist sah früher ziemlich scheiße aus und jetzt nicht mehr. Ich glaube der hat sich die Haare machen lassen.

Smile And Burn

Glaubt ihr, die werden die Charts wieder so rocken wie damals?

Phil: Nein. Ich glaube der Markt sucht mittlerweile nach etwas ganz anderem.

Euer heimliches Talent?

Phil: Mit dem Luftgewehr auf der Kirmes schießen.

Wolli: Puuuh, weiß ich gerade nicht. Kann ich da später noch mal drauf zurückkommen? Ich find es übrigens lustig, wie Phil die ganze Zeit das Mikro hält und ich mich wie eine Kassiererin die ganze Zeit runterbücke: „Storno, Kasse 3, Storno, Kasse 3!“

Phil: Hat ein bisschen was vom Blowjob.

Wolli: Fühlt sich jeder, der „Storno, Kasse 3“ sagt, direkt auch wie beim Blowjob?

Das könnte ihr mir mal beantworten!

Wolli: Das Problem ist, dass wir alle noch nicht an der Kasse gearbeitet haben.

Phil: Ich hätte jetzt eher gesagt, dass ich nicht weiß, wie das Gefühl beim Blowjob ist, aber du antwortest genau anders. Das ist dein heimliches Talent. „Ick kann verdammt jut Schwänze lutschen!“

Alle lachen.

Wolli: Scheiße, ich komm hier echt nicht gut weg bei diesem Interview.

Worauf kann man als Deutscher stolz sein?

Phil: Auf das Bier.

Wie seht ihr das Frauenrecht in Deutschland?

Wolli: Ey, das ist eindeutig Sören sein Interview. Man muss sagen, Sören kann heut nicht, weil er bei Howard Carpendale die Bühne abbaut. Der kommt mit 14 Bass-Boxen. Also Howard jetzt.

Phil: Zum Frauenrecht kann man nur sagen: Immer noch zu wenig.

Wie viele Leute könnt ihr nachts um vier anrufen, wenn ihr derbe in der Scheiße steckt?

Wolli: Ich würde mal nachts um vier angerufen, weil jemand in der Scheiße gesteckt hat.

Phil: (lacht laut) Ich hab vor allem verstanden „wenn ihr derbe nach Scheiße stinkt“! „Wolli, Wolli, ich stinke derbe nach Scheiße. Hol mich ab!“

Jetzt lachen wir alle.

Phil: Ich habe eine Menge Leute, die ich anrufen könnte, nur würde keiner rangehen, weil die so schon nicht ans Handy gehen.

Wofür gebt ihr viel Geld aus?

Phil: Für unnötig Essengehen.

Wolli: Videospiele. Ach so, für Möbel gebe ich nicht so viel Geld aus. Ich gehe immer zu Ikea.

Bart oder Schnurrbart?

Wolli: Bart.

Phil: Bart.

Wo kann man euch am besten stalken?

Phil: Instagram und YouTube.

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1 Kommentar

  • Auch wenn die Interviews bei euch nie sonderlich informativ sind, holt ihr durch eure lockere Art immer wieder witzige Momente und Sprüche aus den Leuten hervor. Obwohl ich die Band nicht kenne, war es trotzdem unterhaltsam. Trivial, aber unterhaltsam.