Spice Girls und Mädchenfreundschaften - Kein Song der Welt beschrieb das Girl-Power-Gefühl besser als Wannabe

Wir waren 9, zu dritt und alle zusammen keine zwei Meter groß. Die bunten Barbies stapelten sich noch in den Kisten, spielten aber schon längst nicht mehr die Hauptrollen in…
Spice Girls und Mädchenfreundschaften

Kein Song der Welt beschrieb das Girl-Power-Gefühl besser als Wannabe

Wir waren 9, zu dritt und alle zusammen keine zwei Meter groß. Die bunten Barbies stapelten sich noch in den Kisten, spielten aber schon längst nicht mehr die Hauptrollen in unserer kleinen Fantasiewelt – denn 1996 wurden sie von fünf lebensgroßen Puppen abgelöst, die auf einen Schlag nicht nur die Wände unserer Kinderzimmer, sondern auch unsere Teenieherzen eroberten: die Spice Girls waren plötzlich da und „Wannabe“ wurde zur Hymne meiner kleinen Mädchencrew.

Während die anderen Girlies noch die extra eingerichteten Hotlines vollheulten, weil Take That sich aufgelöst haben und somit ihre pubertären Groupieträume zunichte machten, zuckten wir nur gelangweilt mit den Schultern – was hätten wir mit diesen steinalten Männern auch anfangen können – und losten lieber alle Paar Tage neu aus, wer welches Spice Girl sein durfte.

Und obwohl wir nie verstanden haben, was „zigazig ah“ denn nun genau heißen sollte, und warum der arme Kerl meine Vergangenheit vergessen sollte, wenn er meine Zukunft will (ich war 9!), hätte kein Song der Welt dieses Girl-Power-Gefühl besser beschreiben können, als Wannabe es tat. If you wanna be my lover, you gotta get with my friends.

Selbst dann, als es Jahre später schon peinlich wurde und wir lieber so taten, als würden wir nur noch Gangsterrap hören. Auch, als wir drei uns in total unterschiedliche Richtungen entwickelten und unsere Musikgeschmäcker genauso wenig miteinander zu tun hatten, wie unsere Lebensstile. Und auch heute, fast zwanzig Jahre später, wo eine von uns bereits Mutter ist – und die andere längst auf einem anderen Kontinent lebt. Kein Treffen vergeht, an dem wir nicht die alten Fotos und Postkarten rauskramen und über alte Zeiten schmunzeln – auch, wenn der Kassettenrekorder von damals längst durch Spotify abgelöst wurde und wir immer noch keinen blassen Schimmer davon haben, was „zigazig ah“ eigentlich bedeutet.

Foto: Paul Hart (Attribution 2.0 Generic (CC BY 2.0), Kontrast erhöht). Mit freundlicher Unterstützung von Spotify. Auch hier werben?
Tally Weijl

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