Die Filmfetischisten: The Kirishima Thing - Japanische Schulmädchen, verrückte Sportler und apokalyptische Zombies

Manchmal macht es mich tatsächlich etwas traurig, dass sich in Deutschland keine wirkliche Kultur der schulischen Aktivitäten am Nachmittag etabliert hat. Früher hätte ich mich wahrscheinlich aus Trotz und Faulheit…
Die Filmfetischisten: The Kirishima Thing

Japanische Schulmädchen, verrückte Sportler und apokalyptische Zombies

The Kirishima Thing

Manchmal macht es mich tatsächlich etwas traurig, dass sich in Deutschland keine wirkliche Kultur der schulischen Aktivitäten am Nachmittag etabliert hat. Früher hätte ich mich wahrscheinlich aus Trotz und Faulheit mit aller Gewalt dagegen gewehrt, aber heute denke ich, dass es seine Vorteile gehabt hätte, wenn es Schulclubs gegeben hätte.

Klar, ihr könnt nach der Schule mit den Alkoholikern im Park abhängen, euch in Jugendclubs verprügeln lassen oder in miesen Theatergruppen einen Baum spielen, aber so richtige Clubs wie in den Vereinigten Staaten von Amerika oder Japan sucht ihr in diesem Land vergeblich – kein Wunder also, dass aus den meisten von euch nichts wird.

Das bedeutet allerdings leider auch, dass ihr hierzulande keine so großartige Geschichte wie in “The Kirishima Thing” erleben könnt. Dort herrscht nämlich Unruhe unter den verschiedenen Teilnehmern der diversen Sport-, Musik- und Unterhaltungsgruppierungen. Der Starathlet Kirishima ist plötzlich verschwunden – oh weh!

Der Film gibt Einblicke in die Hierarchien einer japanischen High-School-Klasse, die so manchem von uns bekannt sein dürfte. Oben die Sportler, darunter ihre Freundinnen – den Bodensatz bilden die Nerds von der Filmtruppe. Doch in deren Herzen brodelt es gewaltig, das Verschwinden von Kirishima scheint Wunder wahr werden zu lassen.

Das Tolle an “The Kirishima Thing” sind ganz klar die sympathischen Schauspieler und die filmischen Experimente, mit denen der Regisseur Daihachi Yoshida die Schulstunden und alles dazwischen zum Leben erwecket. Mutig mischt er Zeitsprünge, Miniszenen und Blicke auf dieselbe Situation durch verschiedene Protagonisten.

Besonders die mehrmalige Betrachtung ein und desselben Ereignisses verwirrt den Zuschauer anfangs wohl etwas, besonders, weil “The Kirishima Thing” auf jeglichen Vorspann oder eine Einführung verzichtet. Aber wer sich erst einmal mental mit den Jungs und Mädchen angefreundet hat, der wird den 2012 veröffentlichten und oft prämierten Streifen zu lieben lernen.

Am Ende lässt euch die kleine Clique in Emotionen nur so schwimmen, es geht um die erste Liebe und unglaubliche Freundschaft und japanische Schulmädchen und bittersüße Eifersucht und kopfschüttelnden Fanatismus und apokalyptische Zombies – also alles, was einen guten Film so ausmacht. “The Kirishima Thing”. Eine Empfehlung von mir für euch. Hurra.

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