Die Filmfetischisten: Petal Dance - Eine ruhige Geschichte über den Wind und die Protagonisten, die er berührt

Als Miki ins Wasser tritt, hat sie nur einen Gedanken: Sie will sterben. Das Meer ist weit und die Steine am Ufer sind ihr fremd. An diesem Ort möchte sie…
Die Filmfetischisten: Petal Dance

Eine ruhige Geschichte über den Wind und die Protagonisten, die er berührt

Petal Dance

Als Miki ins Wasser tritt, hat sie nur einen Gedanken: Sie will sterben. Das Meer ist weit und die Steine am Ufer sind ihr fremd. An diesem Ort möchte sie ihrem Leben ein jähes Ende bereiten. Ihre Komplizinnen Jinko und Motoko sind ihr dabei egal, die haben schließlich ihre eigenen Probleme. Miki kann sie nicht auch noch auf ihren Schultern tragen, immerhin belasten sie ihre eigenen schon genug. Und wie das ausgegangen ist, das merkt sie in diesem Augenblick. Im Wasser.

Kann Selbstmord ein Anfang sein? Dieser Frage gehen drei japanische Frauen nach, die im ersten Moment nur der Wind verbindet, die aber bei tieferer Betrachtung so viel mehr gemeinsam haben. Nachdem Haraki zuerst ihre beste Freundin und anschließend auch noch ihren Job in einer katzenhassenden Boutique verliert, entfällt ihr der Lebenssinn. In einer nahegelegenen Bibliothek sucht sie Lösungen für ihre Probleme und trifft dort auf die junge Jinko, die immer noch nicht begreifen kann, dass Miki sich beinahe selbst umgebracht hat. Nur ein Wunder hatte sie vor dem drohenden Freitod gerettet.

Gemeinsam mit ihrer neuen Bekannten Jinko und deren Freundin Motoko begibt sich Haraki auf eine Reise. Vordergründig, um Miki zu besuchen, die am Ende der Welt, abgeschottet in einer Klinik, vor sich hin vegetiert. Im Grunde aber sucht Haraki sich selbst und einen Sinn, um verstehen zu können, warum Menschen so einfach verschwinden, ob freiwillig oder gezwungen. Sie braucht neuen Halt, unbekannte Wärme – frischen Wind. Doch was sie am Ende findet, ist so viel mehr wert.

Hiroshi Ishikawa, der auch beeits für “Tokyo.sora” und “Su-ki-da” hinter der Kamera stand, erschuf mit “Petal Dance” den wahrscheinlich ruhigsten Film des bisherigen Jahrzehnts. Aoi Miyazaki, Sakura Ando, Kazue Fukiishi und Shiori Kutsuna verkörpern starke Frauen, die in einer Welt gefangen sind, deren einziger Antrieb der Wind zu sein scheint. Mit seinen gesättigten Farben und langsamen Szenen entschleunigt die Geschichte den Zuschauer, er zerrt ihn zu Boden und hält ihn still.

Statt Monster gibt es in der winterlichen Welt von “Petal Dance” Segelflugzeuge, statt Helden wandeln hier Menschen am Abgrund, statt Explosionen ziehen Wolken vorbei, untermalt von leisen Klaviermelodien von Yoko Kanno. Hiroshi Ishikawa wagt mit seinem Film über einen andersartigen Roadtrip einen Einblick in eine japanische Gesellschaft, die von Selbstmorden geplagt und von eingesperrten Willen auf Kurs gehalten wird. Doch manchmal muss man sich wohl nur einfach dem Wind hingeben…

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Superdry

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