Gegengedanken - Brust oder Hintern: Was ist bei einem Mädchen wirklich das Wichtigste?

Jede Woche diskutieren unsere beiden Spaßvögel Marcel und Leni über ein ihnen überaus wichtiges Thema. Die Regel: Per Schnick, Schnack, Schnuck losen sie am Tisch in ihrer Modeblogger WG aus,…
Gegengedanken

Brust oder Hintern: Was ist bei einem Mädchen wirklich das Wichtigste?

Jede Woche diskutieren unsere beiden Spaßvögel Marcel und Leni über ein ihnen überaus wichtiges Thema. Die Regel: Per Schnick, Schnack, Schnuck losen sie am Tisch in ihrer Modeblogger WG aus, wer mit einem kleinen Text über seine ausgewählte Präferenz beginnt – und darauf folgt dann prompt die niederschmetternde Antwort des Gegenübers. Heute lautet die Frage aller Fragen: Welcher Körperteil ist bei einer Frau wichtiger: Po oder Busen? Marcel beginnt, Leni antwortet. Und los!

Marcel: “Nennt mich Brustmessias!”

Wenn ich einmal sterbe, dann möchte ich in einem Paradies aus Brüsten wieder erwachen, aus großen und kleinen, aus runden und flachen, aus weißen und schwarzen. Wie Hügel reichen sie aus dem Boden, wie Berge am Horizont erstrecken sie sich, wie Äste hängen sie an den Bäumen, wie Steine liegen sie da. Sie sind Wolken. Ein Fluss aus Milch ergießt sich vor mir, brodelnd stürzt er einen Hang herab. Ich streife durch die in den Himmel wachsenden Härchen, vorbei an haushohen Warzen, manche dunkelbraun, manche hellrot. Ihre Höfe laden die vorbei ziehenden Passanten zu einer baldigen Übernachtung ein.

Selbstverständlich sind Pos wichtig. Sie dürfen weder zu eben noch zu wuchtig sein, fest und doch elastisch. Wie Pfirsiche. Wie Äpfel. Niemals wie Fallobst. Aber sie können meinen Blick nicht lange auf sich ziehen, egal wie wohlgeformt sie auch sein mögen. Die Magie, sie liegt an einem anderen Ort, dieser hier ist nur der Weg dorthin, ein zweigeteilter Kontinent, der lediglich zur Durchreise dient. „Bitte, dreh’ dich um!“, flehe ich sie an und finde mich wieder in meinem eigenen Himmel.

Mit kleinen Flügeln bestückt, flattern sie über den Boden, ich werfe mich auf sie und drücke meinen Kopf in sie hinein, bis ich keine Luft mehr bekomme, sie kichern, sie lieben mich. Ihr nennt sie Titten, Möpse oder Hupen, nichts davon wird ihnen gerecht, ich schmettere euren peinlichen Versuche, ihnen eine angemessene Bezeichnung zu verleihen, höhnisch ab, tituliere sie selbst als Gott, war in allen Belangen ein Blasphemiker, bis ich die Erlösung durch ihr schöpferisches Dasein erblickte. Nennt mich Brustmessias! Ich baue ihnen einen Schrein, eine Kirche, einen Tempel. Kommt herein! Diese Sekte ist die einzig wahre.

Wissenschaftler sind Scharlatane, wenn es um meinen Erlöser geht. Sie reduzieren seine Wunder und Zauber, bezeichnen ihn als ennuyanten Matsch aus Haut und Fett und Nerven. Vergänglich, mehr nicht. Ärzte hacken sich gegen ein wenig Sold laut lachend durch sein Bindegewebe, durch Drüsenläppchen und Achsellymphknoten. Medizinische Notwendigkeit kann ich noch verstehen, tücksiche Schönheitsideale nicht. Ich möchte weinen. Hört doch endlich auf damit, schändet ihn nicht, lasst Gott in Ruhe! Sie hören mich nicht, die Menschenmetzger, ihr Glaube ist längst vergangen. Nichts und niemand kann sie mehr wahren.

Wer mich von meiner Religion abbringen möchte, der hat schlechte Karten. Mein Eldorado existiert wirklich, ich habe es mit meinen eigenen Augen gesehen, warum sollte ich ihm abtrünnig werden? Nichts spricht dafür, so viel dagegen. All die Prediger von Hintern, von Scheiden, von Füßen, ihr betet zur falschen Rettung, merkt ihr das denn nicht? Guckt sie euch doch an, die Kates und Palinas und Emilys dieser Welt – habt ihr denn gar nichts von ihnen gelernt? Lasst mich euch missionieren, ihr törichten Atheisten, blickt empor und öffnet eure Münder, sonst werdet ihr eures kurzen Lebens nicht mehr froh!

Meine Hände wandern, meine Blicke sind starr, mein Puls rast. Die Nacht ist herein gebrochen, die Stimmen sind erloschen, die Hüllen fallen. Da, ich fühle sie. Ihre Wärme, ihre Weichheit, ihre Geschichte. Sie sind das feminine Synonym für intelligente Stärke, ihre Nachgiebigkeit kommt nicht ohne Forderung. Keine Kraft dieses Planeten kann mich nun mehr davon abbringen, mich ihnen für alle Ewigkeit zu widmen. Nimm mein Leben, du ebenmäßiger, aus der Pubertät erwachter Gott, wie kann ich nicht an ihm hängen, darf ich doch im Gegenzug für immer an deiner Seite weilen. Wenn ich einmal sterbe, dann möchte ich in einem Paradies aus Brüsten wieder erwachen, aus großen und kleinen, aus runden und flachen, aus weißen und schwarzen.

Leni: “Echte Männer wissen den Wert schöner Hintern zu schätzen!”

Sehr geehrter Herr Dr. Prof. von und zu Boobatschek, während ich verstört und angewidert mein Gesicht verziehe, muss ich dir doch meine Anerkennung zollen, dass du es in deiner Tittentrance immer noch geschafft hast, all die Fremdwörter zu googeln, um das Banalste am Körper einer Frau zu beschreiben: ihre Brüste.

Da ich zum Team X-Chromosom gehöre, sehe ich die Sache relativ pragmatisch. Für uns Frauen sind Brüste selten mehr als Fettgewebe, umschlossen von Haut und nur dazu dienend, Primaten wie dich außer Gefecht zu setzen. Auch wenn wir uns, noch grün hinter den Ohren, bereits mit allen Formen von Push-Ups und Wonderbras beschäftigten, unsere Brüste heimlich mit denen der anderen Mädchen in der Umkleidekabine verglichen, bis heute daran herumdrücken, sie in Szene setzen und pflegen, sind sie im Grunde nur etwas, das wir nun einmal haben – und was seltsamerweise immer im Weg steht, wenn Männer uns wirklich, ehrlich und aufrichtig in die Augen schauen wollen.

Ich persönlich lege wesentlich mehr Wert auf die Hinteransicht. Die Empirie spricht für sich und bringt all die wunderbaren Frauen auf einen Booty-Nenner: Beyoncé, Nicki Minaj, selbst Michelle Obama oder meinetwegen auch Iggy Azalea – Talent und Hintern. Willst du mir jetzt etwas von Zufällen erzählen? Und fange ja nicht mit Kim Kardashian an, die hat von allem zu viel – und ist eh ein Alien.

Brüste sind zwar schön, keine Frage, aber “Synonym für intelligente Stärke“? Wohl kaum. Ich meine, was können sie schon, als vor sich hinzuhängen und beim Sport zu stören? Schon mal versucht, damit zu twerken? Sie lasziv zu bewegen? Oder wenigstens darauf zu sitzen? Klar, die ein oder andere Dame kann mit ihrem Vorbau sogar Melonen zerschlagen oder zu guter Letzt ein Kind füttern, was mich zu der Theorie führt, die deine Vorliebe zumindest im Ansatz erklären würde: das Kind im Manne sehnt sich nach Boobies, damals in der Schule konnten die Jungs schließlich (zumindest theoretisch) auch nicht genug von davon bekommen – vielleicht auch deshalb, weil in der Bravo niemand von hinten abgelichtet wurde.

Echte Männer dagegen wissen den Wert schöner Hintern zu schätzen, und das nicht erst, seitdem J.Lo ihr Prachtstück salonfähig machte. Könnte auch daran liegen, dass man erst zum Mann wird, nachdem man etwas mehr Lebenserfahrung vorzuweisen hat, als auf der gamescom gewesen zu sein, aber da sich reife Männer – abgesehen von Til Schweiger – vorwiegend mit Frauen und nicht jungen Mädchen paaren, erledigt sich die Tittenfrage oft von allein: das Bindegewebe macht ab Ende 20 nur noch selten mit und wer in der Pubertät deinen persönlichen Kate Upton-Traum vor sich hintrug, weint spätestens jetzt den Zeiten hinterher, als man den Begriff „Straff“ noch ungeniert mit dem Begriff „Brüste“ in einem Satz aussprechen konnte.

Es tut mir wirklich leid, deinen Doppel-D-Traum zu zerstören, aber diejenigen von uns, die nicht gerade mit Riesenhupen gesegnet wurden, sind auf lange Sicht einfach besser dran – wo nicht viel ist, kann auch nicht viel hängen! Einen straffen Hintern dagegen kann man sich auch noch mit über 50 erarbeiten. Also, wenn die Sache mit der Käsepizza nicht gerade im Weg stehen würde.

Doch wo wir gerade bei Illusionen wären: um dich nicht zu brutal von deinem Euphorietrip zu holen, rede ich ganz sanft und beruhigend auf dich ein, gebe zu, dass Brüste selbstverständlich wunderschön sind und sowohl große als auch kleine ihren Charme haben und jede Frau einzigartig machen – aber reiß dich verdammt nochmal zusammen und sieh ein, dass selbst die Kates, Palinas und Emilys dieser Welt früher oder später zum Stütz-BH greifen müssen – während wir von der Bootylicious-Fraktion noch auf Squats vertrauen können. Und auf enge Pencilskirts, die verstrahlte Hupenprediger wie dich der natürlichen Selektion überlassen und echte Männer anerkennend nicken lassen.

Doch bevor das Ganze wieder der politischen Korrektheit entgleist, jeder noch schnell anmerken muss, dass Frauen ja gar nicht dazu da sind, um es euch Männern rechtzumachen und Fräulein Lühmann von der FAZ an ihrem Schreibtisch zusammenbricht, muss ich der Vollständigkeit halber erwähnen, dass das Heißeste an einer Frau sowieso ihr Köpfchen ist – und damit meine ich nicht die Frisur. Aber das würdest du in deinem Titties-Paradies je eh nicht verstehen…

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