Die Königin der Modeblogger - Hey Susie Bubble, was sagst du eigentlich zum Nahostkonflikt?

Am Wochenende traf ich Susie Bubble in Triest, zum International Talent Support, wo sie als Jurymitglied geladen war. Seit acht Jahren bloggt die heute 30-jährige Susanna Lau, wie sie in…
Die Königin der Modeblogger

Hey Susie Bubble, was sagst du eigentlich zum Nahostkonflikt?

Susie Bubble

Am Wochenende traf ich Susie Bubble in Triest, zum International Talent Support, wo sie als Jurymitglied geladen war. Seit acht Jahren bloggt die heute 30-jährige Susanna Lau, wie sie in echt heißt, bereits auf ihrem Blog Style Bubble über Mode, Leben und mehr, seit einem Artikel ihrer Namensvetterin Suzie Menkes in der New York Times kennt sie die ganze Welt. Susie wirkt wie ein Nerd, so beschreibt sie sich selbst auch in einem Artikel auf Dazed & Confused. Als Nerd, der berühmt geworden ist – in kürzester Zeit. Die Londonerin, mit chinesischen Wurzeln, hat Geschichte studiert. Die Königin der Fashionblogger ist unsicher – und arrogant. Und trotzdem hat sie mir spontan ein paar Fragen beantwortet, als wir vom Hotel zum ehemaligen Fischergebäude gelaufen sind, über den aktuellen Nahostkonflikt, Berliner Designer und jugendliche Trends.

Du kommst gerade aus Paris, wie war dort die Atmosphäre?

Ich liebe es einfach, Modeschauen zu besuchen. Dort herrscht immer eine relaxte Stimmung, die Shows und Events sind toll, man kann jede Menge Erfahrung mitnehmen. Ich habe brillante Dinge gesehen. Dior war unglaublich, Chanel war wirklich sehr schön, und Margiela lieferte auch eine großartige Show an. Es ist wahnsinnig befriedigend, das alles aufzusaugen.

Franziska Michael

Hast du dort etwas vom aktuellen Nahostkonflikt gespürt?

Nein, das war nicht wirklich etwas, das man während der Shows spürte. Nicht wirklich.

Keine Gesprächsfetzen darüber?

Niemand hat darüber gesprochen.

Würdest du diese Welt als Blase bezeichnen?

Nein, das hat nichts damit zu tun, dass es eine Blase ist. Es passieren sehr viele andere Dinge wie diese auf der Welt. Die politischen Unruhen in Europa, die Verhaftungen in China. Zu jedem Zeitpunkt. Immer. Es ist nicht so, dass es ignoriert wird. Die Fashion Week in Paris war schon immer ein Ort, an dem man sich auf etwas anderes konzentriert.

Julian Zigerli

Das ist in Berlin ähnlich. Wie gefallen dir die deutschen Shows?

Ich war schon lange nicht mehr dort. Ich denke, da tut sich etwas Interessantes, ich habe mir einige Fotos der aktuellen Shows im Internet angesehen. An eine Designerin erinnere ich mich besonders, ihre Werke sahen ziemlich cool aus. Franziska Michael? Ja, ihre Designs waren ziemlich cool. Ich denke, Berlin arbeitet sich stetig nach oben. Sie müssen dort nur sicher stellen, dass die Designer und ihre Arbeiten auf einem qualitativ hochwertigen Level sind.

Gibt es noch andere Designer neben Franziska Michael, deren Arbeit du verfolgst?

Vielleicht Julian Zigerli. Er ist Schweizer, aber er hat schon vorher etwas in Berlin gemacht. Ich denke, er ist auch sehr vielversprechend.

In einem Interview las ich, dass du London im Vergleich zu Berlin im Street-Style trendorienter wahrimmst.

Was ich meinte war, dass wir in London mehr Optionen haben, wenn es ums Einkaufen geht. Wir haben eine größere Auswahl an High-Street. Der Street-Style tendiert dazu, trendorientier zu sein. In Berlin geht es mehr um die Bequemlichkeit.

Normcore

Was denkst du über den neuen Trend Normcore? Denkst du, dass es wirklich gerade passiert?

Ich hasse das Wort. Es ist ziemlich prätentiös. Leute ziehen sich in dieser „normalen Art“ schon immer an. Es ist kein neues Ding, es ist nichts Revolutionäres. Dass jeder plötzlich mit diesem Begriff um sich wirft, das ist doch wirklich bescheuert.

Gibt es deiner Meinung nach gerade einen Trend, der eine Generation beschreibt? Hast du etwas beobachtet?

Ich glaube eigentlich gar nicht an Trends, um ehrlich zu sein. Es gibt so eine große Auswahl in der Mode, in die eigene Richtung gehen zu können. Es gibt Millionen Stile, die gerade da sind, zur gleichen Zeit. Dass sich alle Menschen gleich anziehen, so etwas gibt es nicht. Letztlich bestätigt das doch, dass es keine Trends gibt.

Es gibt Jugendkulturen, die einen Code haben, um sich zu verbinden.

Ja, klar, aber das sind keine Trends. Das sind Jugendkulturen. Das sind zwei verschiedene Dinge.

Franziska Michael

Um zu meiner letzten Frage zu kommen. Welchen Effekt hat Instagram deiner Meinung nach auf die Mode und Ästhetik, auch im Hinblick auf Marketing?

Instagram ist ganz klar ein großartiges Mittel, um Einblicke von draußen zu bekommen. Ich weiß nicht, wie es die Strategie von Marken beeinflusst. Aus der Sicht einer Marke denke ich, dass sie gerne auf Instagram schauen, um ihre Message zu versenden. Aber es ist wie jedes andere soziale Medium.

Und wie wichtig ist Instagram für Blogger?

Es ist nur eine andere Art. Instagram ist eine selbst kuratierte Version ihres Lebens.

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