One For The Road - Im italienischen Friuli Venezia Guilia ist mehr los als ihr denkt

Während sich unsereins noch im stickigen Büro Filterkaffee schlürfend und die Tage bis zum nächsten Pauschalurlaub zählend kleine Striche ins Post-It-bepackte Filofax malt, hat Pia Hellenthal – ihres Zeichens Filmemacherin…
One For The Road

Im italienischen Friuli Venezia Guilia ist mehr los als ihr denkt

Während sich unsereins noch im stickigen Büro Filterkaffee schlürfend und die Tage bis zum nächsten Pauschalurlaub zählend kleine Striche ins Post-It-bepackte Filofax malt, hat Pia Hellenthal – ihres Zeichens Filmemacherin und Vice-Host – ihren Rucksack gepackt und ist nach Italien abgehauen. Genauer gesagt in die Region Friuli Venezia Guilia, wo es allem Anschein nach so schön ist, dass es Stoff genug gab, um daraus ein paar illustre Folgen „One for the Road“ für VICE zu drehen. Klingt nach Spaß, oder?

Mit ihrer Kameracrew im Schlepptau und festem Schuhwerk im Gepäck erkundet Pia die italienische Region und lässt sich mithilfe der Einheimischen in die Geheimnisse der idyllischen Region einweihen. Und die Reise lohnt sich: Statt sich im Touri-Restaurant mit „nationalen Gerichten“ abspeisen zu lassen, die ungefähr so traditionell sind wie eine Hangover-Hochzeit in Las Vegas, stattet Pia lieber Witige – einem Fischer, der auf seiner eigenen winzigen Insel inmitten einer Lagune haust – einen Besuch ab.

Der ist zwar „kein sehr guter Koch“, wie er selbst zugibt, aber keine Michelin-Sterne können es mit selbstgekochten Muschelgerichten und der Atmosphäre seiner kleinen Hütte aufnehmen, die immer noch so steht, wie sie vor rund 100 Jahren gebaut wurde. Das für viele obligatorische Wellness-Naturheil-Programm im Hotel wird von Pia ignoriert – lieber lässt sie sich in die Geheimnisse der Hexen von Cividale einweihen.

Überflüssig zu erwähnen, dass sie nach einer feierlichen Zeremonie selbst zu einer wird. Und Anstelle von standardisierten Sightseeing-Touren, die man gefühlt nur durch den Kauf aller angebotenen Souvenirs und Schlüsselanhänger überlebt, lässt sich die Protagonistin der Travelshow von einer Biker-Gang in die Berge mitnehmen und trägt nun stolz ein Tattoo am Handgelenk, das sie für immer an die unvergessliche Reise erinnern wird.

Friuli Venezia Guilia: fünf Mal wurde die Grenze der norditalienischen Region innerhalb der letzten 20 Jahre geändert. Während die unglaubliche Landschaft, die entlang der Adria und der Alpen verläuft, unverändert blieb, verschmolzen die italienischen, slawischen und österreichischen Einflüsse zu dem, was heute die dortige Mentalität ausmacht.

„Wenn ich sage, dass ich aus Friuli komme, zeigen mir alle die Daumen. Sie sagen, dort gibt es nette Menschen“, erklärt Witige – der traditionelle Fischer, der eigentlich ein Aktfotograf war. Auch Enrico Molteni, Mitbegründer von „La Tempesta“, einem Indie-Label, kann davon ein Lied singen: „Viele schreiben Fruili einen eher rauen Ton zu. Wir aber nicht, schließlich sind wir hier aufgewachsen und „fühlen“ diesen Ort. Viele unserer Entscheidungen sind von der Beziehung zu unserer Heimat bestimmt, alles kann unsere Projekte oder unsere Wahrnehmung beeinflussen – aber letztendlich kommt es nicht wirklich darauf an. Wir versuchen, die Welt frei von Vorurteilen zu betrachten“ , sagt der Mann, dessen im Jahr 2000 gegründetes Label dafür bekannt ist, die italienische Untergrundszene aufzumischen.

Wenn er nicht gerade mit seiner Punkrock-Band „Tre Allegri Ragazzi Morti“ spielt, kümmert er sich um die Organisation von “La Tempesta, l’Emilia, la Luna“ – einem Festival, das sein Label veranstaltet. „Unser Hauptziel ist es, der neuen – populären – italienischen Musik eine Bühne zu bieten, die so ganz anders ist als das, was allgemein unter „Popmusik“ verstanden wird. Das Festival gibt den Bands die Chance, live aufzutreten. So stärken wir unsere Bindung zu den Musikern und auch sie lernen das Publikum kennen.“ Zusammenhalt und Vertrauen werden hier also großgeschrieben – und Plattenverträge nicht durch Unterschriften, sondern durch Handschlag und Gespräche mit den Bands besiegelt.

In Friuli Venezia Guilia ist eben alles etwas anders – und vielleicht ist das der Grund, den nächsten Malle-Urlaub zu stornieren und es Pia gleichzutun. Im Gegensatz zur Pauschalreise hat man danach nämlich wirklich etwas zu erzählen. Und kehrt eventuell als Hexe, Fischer oder zumindest tätowiert zurück. Klingt nach Spaß, nur irgendwie besser.

Foto: Carlo Spaliviero. Mit freundlicher Unterstützung von Friuli Venezia Guilia. Auch hier werben?

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