Space Dandy - So sieht der Weltall, den wir uns schon immer gewünscht haben, aus

Wer sich heute durch die schieren Massen an neuen Anime-Serien wühlt, der wird mit alten Klischees, ausgelutschten Ideen und lieblosem Stil nur so zugeworfen, hinfort ist die Magie, die Hingabe,…
Space Dandy

So sieht der Weltall, den wir uns schon immer gewünscht haben, aus

Space Dandy

Wer sich heute durch die schieren Massen an neuen Anime-Serien wühlt, der wird mit alten Klischees, ausgelutschten Ideen und lieblosem Stil nur so zugeworfen, hinfort ist die Magie, die Hingabe, die Seele, überall werden langweilige Kids in Parallelwelten gesogen, kleine Schwestern lassen ihre Unterhosen blitzen und nervige Typen denken, sie müssten Randale machen.

Aber es gibt sie doch, die glänzenden Perlen, die reinen Meisterwerke, die sich versteckt als animierte Zeichentrickfilme auf gewissen Webseiten dieser Welt verstecken. “Space Dandy” ist eines von ihnen, ein auf vielerlei Ebenen funktionierendes Werkzeug, um so viele Emotionen wie möglich abzurufen, und das gekonnt und nie erzwungen.

Im Grunde reisen ein selbstverliebtes Arschloch, eine notgeile Katze und ein depressiver Staubsauger durch die Zukunft, um seltene Aliens zu fangen und sie zu Geld zu machen. Ja, es geht um wippende Brüste und dämliche Oneliner und machthungrige Endgegner, aber im Kern ist “Space Dandy”, „a dandy guy in space“, gezeichnete Hingabe, an alles, was toll ist.

Fast jede Folge ist eine WTF-Explosion. Und nicht etwa im lustig verrückten Japan-Style, mit Tentakeln und Schulmädchen und LOL-Kawaii-Hä-Momenten. Die Episode „Plants Are Living Things, Too, Baby“ zum Beispiel ist ein Fiebertraum aus Farben, Formen und Geräuschen, „There’s Always Tomorrow, Baby“ beweist sich als sympathische Hommage an “Täglich grüßt das Murmeltier” und „A Merry Companion Is a Wagon in Space, Baby“ hat noch heute einen Platz tief in meinem Herzen, als gefühlvolle Achterbahnfahrt zwischen aufkeimender Hoffnung, überwältigender Trauer und endloser Einsamkeit.

Auch wenn dem Zuschauer vordergründig die kunterbunten Planeten, die gekochten Nudelsuppen und die intelligenzlosen Zombies nur so um die Ohren fliegen und so manche Geschichte mit dem Ableben der Protagonisten endet, spielt sich im Kopf des Publikums ein Theaterstück der Wenns und Abers ab, die auch unsere heutige Realität beeinflussen könnten.

Was wäre denn passiert, wenn auf unserer Erde ein Komet eingeschlagen wäre, der den Pflanzen ein Bewusstsein, den Wunsch nach Wissen, verschafft hätte. Wie würde eine Umgebung aussehen, in der purer Hass und ewig währender Krieg die letzte Option ist. Und was passiert, wenn alltägliche Maschinen plötzlich Leidenschaft entwickeln und Begierde empfinden?

“Space Dandy” ist das Prunkstück eines Genres, das jahrzehntelang von generischen Franchises zerfleischt und vom einfältigen Westen verniedlicht wurde. Wunderschön, klug und ideenreich, ohne jedoch überheblich wirken zu wollen, und dabei doch oft so flach, peinlich und witzig, dass man nichts außer purer Liebe empfinden kann. A melty, milky kiss.

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