Wissenschaftler haben nachgezählt - Ein Drittel aller Stripperinnen sind Schülerinnen und Studentinnen

Dass Studieren jede Menge Geld kostet, muss ich keinem mehr erzählen, das wissen wir schließlich alle. Wohnung, Essen, Partys, Liebschaften, Freunde – und dann noch der ganze Unikram: Höhere Bildung…
Wissenschaftler haben nachgezählt

Ein Drittel aller Stripperinnen sind Schülerinnen und Studentinnen

Dass Studieren jede Menge Geld kostet, muss ich keinem mehr erzählen, das wissen wir schließlich alle. Wohnung, Essen, Partys, Liebschaften, Freunde – und dann noch der ganze Unikram: Höhere Bildung kostet immer mehr und nur die wenigsten von uns können sich das total erfüllende Philosophiestudium ohne ein Nebeneinkommen leisten.

Und auch, wenn ihr in stinkenden Discos kellnern geht, in überteuerten Schickimicki-Boutiquen als Spackos vom Dienst herum steht oder für dubiose Online-Magazine noch viel dubiosere Texte schreibt: Irgendwie hängt euch ein Gedanke ständig nach – und zwar der, ob das nicht irgendwie einfacher ginge. Das mit dem Geld verdienen. Schneller und mehr.

Wissenschaftler haben laut der renommierten Zeitschrift British Journal of Sociology herausgefunden, dass immer mehr Schülerinnen und Studentinnen genau diesen Gedanken verfolgen – und zwar mit freizügigem Erfolg. Knapp ein Drittel der in Großbritannien arbeitenden Stripperinnen befinden sich demnach noch in ihrer Bildungsphase: 29 Prozent.

In der Studie selbst ist folgendes nachzulesen: „Der Hauptgrund, warum Schülerinnen und Studentinnen strippen, sind die enormen Kosten der höheren Bildung, die Knappheit anderer freier Berufe und die Tatsache, dass sich die Arbeitszeiten in den Nachtclubs einfach und flexibel gestalten lassen. Einige Tänzerinnen haben bereits vor ihrer Immatrikulation angefangen, um sich präventiv auf die Kosten vorzubereiten.“

Aber nicht nur Geldnot scheint ein Anreiz dafür zu sein, sich die Nächte in den blinkenden Etablissements um die Ohren zu schlagen. Von den 200 befragten Stripperinnen gab es auch Mädchen, die aus bürgerlichen Familien kommen und sich ihr Studium gut und gerne ohne einen nackten Nebenjob leisten hätten können. Ihnen macht Strippen einfach Spaß.

Studentinnen werden immer mehr zum Hauptlieferant der nächtlichen Unterhaltungsbranche – eine britische Stadt mit zwei Universitäten hatte gleich zwölf Stripclubs. Soziologin Teela Sanders ergänzt: „Sie sind Tänzerinnen, keine Prostituierten. Denn der Striptease wird immer mehr gesellschaftlich anerkannt – und bringt gutes Geld.“

Ich habe zwar keine Ahnung, wie hoch dieser Prozentsatz in Deutschland ist, aber hey: Wenn ihr demnächst mal wieder für einen Hungerlohn euren Arsch durch eine überfüllte Bar schwingt und besoffenen Mittvierzigern um 4 Uhr nachts das nächste stinkende Bier schmackhaft machen müsst, dann könntet ihr das genauso gut mit weniger Klamotten, aber dafür für viel mehr Knete, an gewissen anderen Orten machen. Allein wärt ihr mit dieser Entscheidung sicherlich nicht.

Foto: Merlin Bronques

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