Mutige Frauen in der Ukraine - Ich habe Panik und Angst, will nicht verschleppt werden

Foto: Ilya Varlamov Heute morgen telefonierte ich mit meiner guten Freundin, die im Westen der Ukraine lebt, die Revolution dort hautnah miterlebt und Angst hat, ihren echten Namen zu nennen.…
Mutige Frauen in der Ukraine

Ich habe Panik und Angst, will nicht verschleppt werden


Foto: Ilya Varlamov

Heute morgen telefonierte ich mit meiner guten Freundin, die im Westen der Ukraine lebt, die Revolution dort hautnah miterlebt und Angst hat, ihren echten Namen zu nennen. Sie ist in meinem Alter, gerade einmal 28 Jahre alt, arbeitet in einer Marketingagentur und traut sich mittlerweile kaum noch auf die Straße. Sie sprach, ich schrieb.

„Drei Freunde von uns sind verhaftet worden – sie sind pure Pazifisten. Sie waren nicht mal in der Nähe der Gruschewskij Straße, als der Sturm los ging. Staatstreue Gewalttätige und Polizisten haben sie verprügelt und anschließend für zwei Monate in den Knast gesteckt. Nach der Verurteilung hatten wir alle Angst, aus dem Haus zu gehen.

Doch dann haben wir unseren ganzen Mut zusammen gefasst und sind los, um Barrikaden zu errichten. Alle helfen hier allen, wo und wie es nur geht. In der nahegelegenen U-Bahn-Passage sind überall Menschen. Sie schleppen Decken, Teppiche und warmen Tee mit sich herum und man weiß sofort, wo sie alle hinwollen.

Ich war auf dem Majdan von Rivne, und mittlerweile gibt es in jeder größeren Stadt im Land einen Majdan. Die Menschen haben sich dort versammelt, um für die Opfer in Kiew zu trauern und ihnen Mut zuzusprechen. Ich habe mit allen unsere Hymne gesungen, geweint und gebetet und doch hat mich die Wut gepackt.

Wir wollen doch nur mit den Stellvertretenden reden, aber man lässt uns nicht zu ihnen, nicht rein, die Sprecher des Volkes wollen nicht mit dem Volk reden, also tun wir das einzig Logische, stürmen das Administrations-Gebäude und nehmen uns dieses Recht auf ein Gespräch mit den von uns ernannten Volksdienern.

Die Bewohner von Rivne und ihre Leidensgenossen haben versucht, die bewaffneten Spezialeinheiten aus dem naheliegenden Luzk zu blockieren und nicht nach Kiew zu lassen. Menschen gehen zu Parteiangehörigen und versuchen mit ihnen zu reden, aber nur einer von vielen hat es gewagt sein Mandat abzulegen und aus der Partei auszutreten.

Morgen will man die Spezialeinheit um das Zehnfache verdoppeln und die Tituschky, die angeheuerten Hooligans, sollen legalisiert werden – erzählt man uns auf dem Majdan. Ich habe Panik und Angst. Ich will nicht verschleppt werden. Ich weiß beim bloßen Willen nicht, was uns erwartet. Nur eins ist klar: Es wird nie mehr so sein, wie früher!

Die Ukraine kann nicht weiterhin gespalten bleiben und in unterschiedlichen Welten und Staaten leben. Wie können wir nur das Regime brechen, wenn die Ostukraine mit uns nicht eins ist? Wir müssen das Regime brechen, sonst steckt man uns für langer Zeit in den Knast, und Weißrussland wird uns als demokratisches und freies Land erscheinen.“

NA-KD

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1 Kommentar

  • goran

    Eine Frage: Wieso tragen diese so friedlichen Demonstranten Hackenkreuze? Wieso fackeln diese eure guten “demonstranten” Polizisten ab.
    … ihr mit eueren guten Freunden, die nicht genannt werden wollen. Später wird es heisen, ihr habt nichts gewusst, aber ich denke mal das Internet vergisst nichts und wird sich an euch erinnern. Für die Wahrheit nenne ich hier sogar meinen Namen und Ihr???