- So stark kämpft die Ukraine gerade für ihre Freiheit

In Kiew protestieren zur Stunde hunderttausend Menschen gegen Staatschef Viktor Janukowitsch. Sie zogen zum Unabhängigkeitsplatz, um dort ihre Zelte aufzuschlagen. Selbst ein Demonstrationsverbot hielt sie nicht ab. Unter ihnen tummeln…

So stark kämpft die Ukraine gerade für ihre Freiheit

So stark kämpft die Ukraine gerade für ihre Freiheit

In Kiew protestieren zur Stunde hunderttausend Menschen gegen Staatschef Viktor Janukowitsch. Sie zogen zum Unabhängigkeitsplatz, um dort ihre Zelte aufzuschlagen. Selbst ein Demonstrationsverbot hielt sie nicht ab. Unter ihnen tummeln sich auch viele Studenten – sie sind das Rückgrat der Bewegung. Denn vor allem sie sind sauer auf den Präsidenten.

Zwei große Kiewer Universitäten, die Mohyla Akademie und die Taras-Schewtschenko-Universität, bleiben wegen der andauernden Demonstrationen geschlossen. Auf Facebook und Twitter verbreiten sich Protestaufrufe wie ein Lauffeuer. Koordiniert werden die Aktionen unter dem Hashtag #EuroMaidan, dem Slogan der Pro-Europa-Bewegung.

Am Mittwochabend hatte Guido Westerwelle gemeinsam mit dem Oppositionspolitiker Vitali Klitschko diesen jetzt bereits historischen Platz besucht, wo sich die Opposition gegen die das Staatsoberhaupt versammelt hat. Unter dem Druck von Russland hatte das Land vor knapp zwei Wochen ein geplantes Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union gestoppt. Seitdem gibt es anhaltende Proteste gegen die Staatsführung von Präsident Viktor Janukowitsch und Ministerpräsident Mykola Asarow.

Die Stimmung auf dem Maidan erinnert an die Orange Revolution 2004, bei der hunderttausend Menschen in Kiew gegen Wahlfälschung auf die Straße gingen. Der Druck war so groß, dass das Verfassungsgericht Neuwahlen befahl und der pro-europäische Wiktor Juschtschenko zum Präsidenten gewählt wurde.

“Normalerweise interessieren sich die Ukrainer nicht für Politik”, sagt die Studentin Alina Rudenko, die in den vergangenen fünf Nächten auf dem Maidan war. Die meisten seien mit dem materiellen Überleben beschäftigt, misstrauten Politikern, egal ob von Regierung oder Opposition. Meist seien es alte Mütterchen, die auf die Straße gingen – entweder für die Vaterlandspartei der inhaftierten Oppositionspolitikerin Julija Timoschenko oder für die Partei der Regionen von Präsident Viktor Janukowitsch.

“Die Leute bekommen von den Parteien normalerweise einen Euro pro Stunde, wenn sie bei Demos mitmachen”, erklärt die 23-Jährige. „Ich möchte später genug Geld verdienen, um meine Kinder zu ernähren.” Die Regierungsgegner setzten ihre Proteste in Kiew indes zur Stunde fort. Etwa 1500 Demonstranten versuchten, die Zugänge zum schwer bewachten Regierungssitz zu blockieren. Zudem belagerten pro-europäische Anhänger der Opposition weiterhin den Unabhängigkeitsplatz.

Der Designer Ivan Bandura hat sich unter die jungen und alten Demonstranten gemischt und dokumentiert das Geschehen auf seiner Flickr-Seite. Er ist vor Ort, wenn Menschen unter Tränen plötzlich zur Nationalhymne anstimmen, wenn große Steine die Schaufenster der Stadt zum Zerbersten bringen, wenn Kinder schreien, wenn Studenten rufen, wenn Rentner stumm ihre Fotos in die Luft strecken. Die Ukraine steckt mitten im Umbruch. Und womöglich rückt sie der Europäischen Union nach dieser Revolution ein bisschen näher.

Jack & Jones

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