- Sexting leicht gemacht: So verschickt ihr Nacktfotos richtig

Alte Leute haben einen besonders kreativen Begriff dafür erfunden, wenn ihr euren Klassenkameraden Nacktfotos von euch schickt: Sexting. Und weil sie nicht gerade begeistert davon sind, dass wir uns gegenseitig…

Sexting leicht gemacht: So verschickt ihr Nacktfotos richtig

Alte Leute haben einen besonders kreativen Begriff dafür erfunden, wenn ihr euren Klassenkameraden Nacktfotos von euch schickt: Sexting. Und weil sie nicht gerade begeistert davon sind, dass wir uns gegenseitig unsere primären und sekundären Geschlechtsteile zeigen, startet heute offiziell eine bundesweite Initiative dagegen. Also gegen uns.

„Besorgte Lehrer warnen: Immer mehr Schüler verschicken Sexbilder übers Handy“, schreibt Jessica Binsch in der Saarbrücker Zeitung. Damit stoßen die Pädagogen eine bekannte Debatte neu an. Denn viele Eltern wissen wenig darüber, was ihre Kinder in der digitalen Welt treiben.“ Stimmt. Und dank dieser Initiative wissen jetzt auch Jugendliche, die vorher keine Ahnung hatten, was sie so mit ihren Mobiltelefonen alles anstellen können. Danke, Deutschland!

Da uns allen klar ist, welchen Nutzen solche Initiativen haben, nämlich gar keinen, und dass sich die Lehrer, die sich gerade so empören, wahrscheinlich selbst erst mal einen runterholen, wenn sie Fotos ihrer minderjährigen Schülerinnen entdecken, gibt es an dieser Stelle neun goldene Regeln für digitale Nacktfotos – damit ihr am Ende nicht allzu doof da steht, wenn der halbe Landkreis sie in die Finger bekommt.

Seht verdammt gut aus!

Alle paar Wochen schüttet das Internet Nacktaufnahmen von irgendwelchen Promis vor uns aus, die aussehen, als hätte sie gerade ein Paparazzo durchs Badfenster beim Kacken erschreckt. Mieses Licht, noch miesere Pose, mieseste Auflösung. Wer will denn so in die Geschichte eingehen? Wenn ihr euch schon die Mühe macht, euren unbedeckten Körper zur Schau zu stellen, dann müsst ihr das in einer Art und Weise zelebrieren, die alle anderen umhaut.

Hütet euch also davor, schnell irgendwelche dahin gerotzten Bilder eurer Brüste mitsamt BH-Abdrücken oder der mit Stoppeln, Fusseln und weißem Schmodder bedeckten Muschi zu machen. Schminkt euch, stylet euch, wascht euch und eure Haare. Und rasiert euch, falls ihr nicht zu den Mädchen gehört, die den Busch zelebrieren. Haarpower, Schwestern!

Schließlich wollt ihr nicht denselben dilettantischen Fehler machen wie schon so viele andere Leichtgläubige vor euch und am schlimmsten noch zu hastig zwischen zwei wichtigen Terminen auf die unmenschlichste Art und Weise zu Selfies zwingen lassen, die euch im Nachhinein nur noch leid tun können. Denn Reue ist ein schreckliches Gefühl.

Bleibt natürlich!

Nichts ist peinlicher, als ein Nacktfoto von euch, auf dem ihr ausseht wie ein 80er-Jahre-Pornostar. Werft euch nicht die Schminke und den Lippenstift ins Gesicht, posiert nicht, als würde euch gleich ein Pferd aus einer anderen Dimension von hinten rammeln und leckt euch auch nicht lasziv über den sabbernden Mund. Das will doch niemand sehen!

Je natürlicher ist ausseht umso sexuell attraktiver fühlt ihr euch und seid ihr auch für andere. Stellt oder legt euch ganz normal hin, guckt sexy, aber nicht übertrieben, und seht von bescheuerten Gesten wie dem Duckface, Posen aus Kinofilmen oder dem in die Kamera gestreckten Peace-Zeichen ab.

Wer selbst auf Nacktfotos selbstbewusst und auf eine natürliche Art und Weise sexy rüberkommt, der gewinnt sowohl den Respekt des Betrachters als auch seinen eigenen. Sich ausziehen und davon Bilder machen, kann jeder. Die Magie eures entblößten Körpers rüberbringen, das schaffen wirklich nur wenige.

Räumt auf!

Selbst Mädchen mit dem schönsten Körper, den krassesten Augen und dem heißesten Lächeln sind bereits über eine Sache gestolpert: Ihr ätzendes Zimmer! Denn auf den Fotos, die ihr so in die Welt pustet, seid nicht nur ihr selbst zu sehen, sondern auch euer schonungslos dargestelltes offenes Leben.

Dreckige Unterwäscheberge am Boden, versiffte Fantaflaschen auf dem vollgemüllten Schreibtisch, uralte rosa Teddybären auf dem Schrank, peinliche Kinderfotos aus der Vorschule an der Wand und am besten auch noch euren vibrierenden besten Freund auf dem Bett – mit dem Sexting verratet ihr manchmal mehr als ihr überhaupt wollt.

Versichert euch also entweder, dass ihr eine Stelle in eurem Zimmer findet, die nicht aussieht, als ob gerade der Dritte Weltkrieg ausgebrochen wäre oder flüchtet gleich in einen anderen Raum – am besten das Bad. Und wenn ihr euch dafür entscheidet, euch durch einen Spiegel zu fotografieren, dann putzt ihn vorher! Schlieren und Flecke wurden schon so mancher Schwester zum Verhängnis.

Benutzt eine gute Kamera!

Wer immer noch mit seinem aufklappbaren und fast schon auseinander fallenden Razr von Motorola herum rennt, der weiß, wie beschissen die eingebaute Handykamera ist. Und alles, was ihr damit fotografiert, sieht auch beschissen aus. Was für euch wiederum bedeutet: Euer Körper sieht beschissen aus.

Entweder ihr setzt beim Sexting auf die neueste Technik, also das brandaktuelle iPhone, ein sehr gutes Android-Handy oder am besten gleich eine teure Spiegelreflexkamera, oder auf das genaue Gegenteil: Analog, also zum Beispiel das gute alte Polaroidformat, das euch gleich noch kreativer aussehen lässt. Sexting? Nein: Das ist fuckin’ Kunst!

Pixelige Bilder eurer Fotze mögen zwar so manches Detail verstecken, aber im Grunde bedeutet das nur eins: Am Ende wissen alle, dass ihr Nacktfotos verschickt habt, das Problem ist nur: Ihr seht auf ihnen aus wie im Jahr 2003. Und das wollt ihr euch nun wirklich nicht antun. Besonders nicht euch selbst.

Zeigt so viel ihr wollt!

Wer zum ersten Mal in seinem Leben ein Nudeselfie macht, der dürfte ein wenig mit den Möglichkeiten der Entblößung überfordert sein. Wie viel zeige ich? Was zeige ich? Wie nah zeige ich es? Muss mein Gesicht mit drauf sein? Steht irgendwer da draußen auf meine seltsam geformten Füße?

Gleich vorweg: Fotos eures Körper, auf dem ihr das Gesicht aufgrund einer scheinbaren Anonymität abgeschnitten habt, scheinen zwar am Anfang am logischsten zu sein, aber die wirkliche Erotik entfaltet sich erst, wenn man auch eure Augen sehen kann. Die sind nämlich der Schlüssel zur digitalen Sexualität.

Aber ihr müsst euch nicht gleich breitbeinig eine mutierte Zucchini durch eure gedehnten Schamlippen in den Uterus prügeln, um auch nur irgendeinen Hauch von Aufmerksamkeit zu erregen. Fangt klein an, zeigt erst mal nur einen Nippel – und wenn ihr euch danach noch wohl fühlt, womöglich mehr. Lasst euch auf keinen Fall hetzen!

Finger weg von Photoshop!

Jawohl, die Verlockung ist nicht gerade klein, dass ihr eure ewigen Fettröllchen, die Schwangerschaftsstreifen oder die jetzt schon auftretende Cellulite nach der Aufnahme mit Photoshop wegpinselt, aber das Problem an der Sache ist, dass keiner von euch das wirklich drauf hat. Am Ende verbiegt sich nämlich der Hintergrund – und das ist peinlich.

Arbeitet von vornherein so, dass alle Problemzonen, die ihr womöglich verstecken wollt, nicht unbedingt sichtbar sind. Und sucht euch eine vorteilhafte Pose auf, bei der nicht eure ganze Wampe über dem Stuhl klebt oder beide Hängebrüste, warum auch immer ihr die jetzt schon habt, nach links und rechts schaukeln.

Wenn ihr wollt, könnt ihr entweder einen Instagram-Filter verwenden, um die Kontraste und Farbstufen so hinzudrehen, dass ihr besser ausseht – oder ihr setzt gleich auf Schwarz und Weiß. Wenn euer kleiner Bruder dann eure Bilder im Netz entdeckt, könnt ihr wenigstens zu eurer Verteidigung sagen, dass ihr die Aufnahmen für ein Kunstprojekt erstellt habt. Oder so.

Erst Quantität, dann Qualität!

Macht am besten so viele Fotos von euch wie nur irgendwie möglich, mit verschiedenen Gesichtsausdrücken, Posen, Winkeln. Einmal mit und einmal ohne Selbstauslöser, einmal von nah, einmal von fern. Danach könnt ihr in Ruhe aussuchen, welche Bilder ihr freigeben wollt und welche in die Umlaufbahn geschossen werden.

Seid sehr sorgfältig dabei und achtet bei den ausgewählten Fotos auf jedes nur erdenkliche Detail! Denn ihr müsst bedenken: Jede dieser kleinen Zeitbomben kann theoretisch genau DAS Bild sein, das euch am Ende in den gerade entblößt in die Kamera gehaltenen Arsch beißt – und ihr müsst hundertprozentig dazu stehen können!

Löscht am besten alle Originalaufnahmen, die ihr nicht benötigt, für immer von eurer Kamera, eurem Handy und eurem Computer. Und eurem USB-Stick, eurem CD-Rohling und euer Diskette. Und aus der Cloud. Nicht dass am Ende noch der gesamte Ordner “Meine Pussy 2013” auf den nächsten Schulcomputern auftaucht.

Werdet kreativ

Seid ihr in dem Bereich bereits etwas fortgeschritten, dürft ihr euch gerne kreativer werden. Irgendwann hat man nämlich keine Lust mehr darauf, blöd vor seinem Spiegel zu stehen und ein stumpfes Vollbildfoto von seiner Statur nach dem anderen zu machen. Selfies können schließlich so viel aufregender sein als nur das.

Inszeniert euch! Egal, ob ihr den nahegelegenen Wald fahrt, um dort nur in Socken an einem Baum zu hängen, eine noch nie da gewesene FKK-Reise durch Südostasien veranstaltet oder euch in euer Lieblingsnerdkostüm presst, nur um an den richtigen Stellen freie Sicht aufs Wesentliche zu erlauben: Sexting kann Spaß machen!

Und ihr müsst euch auch nicht alleine mit der Kamera vergnügen – holt eure allerbesten Freunde dazu, euren gerade mal wieder aktuellen Liebhaber oder euer gerade frisch herausgeploppte Katzenbaby, solange ihr nichts Verbotenes mit dem kleinen Bündel anstellt – das kommt dann eher weniger gut bei der breiten Masse da draußen an.

Jawohl, sie landen im Netz!

An wen auch immer ihr die Teile letzten Endes verschickt, ihr könnt euch sicher sein: Früher oder später tauchen sie im Internet auf! Entweder, weil euer Exfreund sauer auf euch ist und in einem notgeilen Moment Rachepornos auf YouPorn hoch lädt, weil durch die ständige Synchronisierung mit euren Geräten jeder kleine Mist automatisch ins Netz gesaugt wird – oder weil ihr einfach das falsche Bild auf Facebook veröffentlicht.

Deswegen sind drei Dinge besonders wichtig: Erstens: Ihr dürft kein Problem damit haben, dass euch andere Menschen nackt sehen – egal ob eure Kollegen, eure Freunde oder eure Familie! Und zweitens: Ihr müsst euch sicher sein, dass ihr nur Fotos verschickt, hinter denen ihr zu 100 Prozent steht! Drittens: Seid mental darauf vorbereitet!

Es ist nicht das Ende der Welt, wenn wildfremde Menschen eure Titten sehen! Schließlich haben 50 Prozent der Weltbevölkerung und nicht gerade wenige fette Typen ebenfalls Brüste (und zwar meistens hässlichere…) – und Muschis sind eigentlich auch nichts besonderes. Lasst euch auch nicht mobben! Die meisten, die euch verarschen, haben selbst am meisten Probleme mit sich selbst. Am besten ignoriert ihr sie knallhart und lebt mit einer neuen Erfahrung im Gepäck ein sexuelles erfüllteres Dasein weiter.

s.Oliver

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15 Kommentare

  • Phileas

    Es fehlt der Hinweis, dass Amy&Pink solche Fotos gerne sammelt und veröffentlicht.

  • Initiative gegen Sexting – Quatsch mit Soße! | Thomas Gigold

    […] was Jugendliche im Netz nicht dürfen. Sondern eines, dass aufklärt – nicht unbedingt so proaktiv, wie es Amy & Pink zum Thema Sexting tun, aber doch auf Augenhöhe zu den Jugendlichen. Das ist schwierig. Aber es ist endlich an der Zeit […]

  • mimimi

    jetzt erklären einem also kinder, wie man erotisch auf fotos wirkt.. hol dir doch einfach ne zucchini – und beiss ab, statt sie dir einzuführen, girl.

  • Michael Schulze

    Hallo Frau Dietz,

    haben Sie schon Post von Polizei oder Staatsanwaltschaft bekommen? Den Artikel kann man leicht als Förderung sexueller Handlungen Minderjähriger verstehen.
    Ihre Regel an die Kinder sollte lauten: Macht keine Nacktfotos! Nutzt die freie Zeit, um zu lernen und/ oder Sport zu treiben.

    Freundliche Grüße
    Michael Schulze

    • Toll, dass Sie sich so für Kinder einsetzen, Herr Schulze! Endlich mal jemand, der nicht diesen weichgespülten Medien nach dem Mund redet, sondern noch zu seiner konservativen Haltung in der Öffentlichkeit steht!

      Schule und Sport füllen das Leben junger Menschen aus, jawohl. Es reicht ja schon, dass die dieses Internetz heutzutage alle nutzen und gar nicht richtig damit umgehen können! Geschweige denn sich an Regeln zu halten, wie sie schon sagen! Wenn wir so weitermachen wird es unserem Land bald sehr, sehr schlecht gehen und überall werden Sex und Gewaltvideospiele und Homosexuelle und freie Menschen unseren strukturierten Alltag säumen! Es ist ein Grauen!!!

      Nice One, Frau Dietz! ;)

      • Michael Schulze

        Hallo,
        ich setze mich auch für ahnungslose Eltern von Kindern ein, die hier zu etwas animiert werden (sollen), das ihnen früher oder später nur leid tun kann.
        Diesem Zitat “Durch eure Abstumpfung erschafft Ihr nur Männer die niemals mehr von euch erwarten werden als das was Ihr von euch gibt. Seid einfach nicht verwundert wieso Ihr dann nur Arschlöscher anzieht.”
        stimme ich voll und ganz zu.

      • Bernhard

        Willst wohl lustig sein, du Kotnascher?
        Trägt mal einer was Hilfreiches bei, ist es dem Herrn Hüpfster nicht schwul genug.
        Soviel zum Thema freier Mensch und freie Meinung.

    • twinklinSamsara

      Die liebe Frau Dietz ist 95er Baujahr. Ich glaube, sie ist der Jugend näher als Sie glauben, Herr Schulze.
      Wenn man bedenkt mit wie viel wunderbarer Ironie der Artikel geschrieben ist, dann kringelt man sich förmlich. Ich habe sehr gelacht.
      Im Übrigen: Ihr lieben Eltern ich glaube, ihr nehmt das Thema um die Kleinen immer viel zu Ernst und die machen sich gehörig drüber lustig. So war’s zu mindest bei uns und ich bin auch noch erst junge 21 Jahre alt. Klar, es gibt ne Menge dumme kleine Mädchen, aber das ist doch nicht die Regel – um Himmels Willen!
      Aber jaaaa, wenn ihr es hören wollt, hier nochmal für euch: Die ARME deutsche Jugend. Diiiie verkommt ja total.

      • twinklinSamsara

        Ich entschuldige mich hiermit, für meine fürchterliche Kommatasetzung und den kleinen Fehler mit dem guten Ernst. Der sollte natürlich klein geschrieben werden …

  • noel

    Hi Daniela. Sehr guter Artikel. Gutes Fotografieren ist eine Kunst. Turn on – Tune in ..
    Take care. N.

  • Die Woche in Links (47/13)

    […] Sexting leicht gemacht: So verschickt ihr Nacktfotos richtig […]

  • Müssen wir öffentliches Posten von privaten Dingen verbieten? | Daniel Bröckerhoff

    […] Die Kampagne wurde von schulesocialmedia.com bereits kritisch auseinander genommen (hier und hier). Das Krawall-und-Titten-Blog “Amy and Pink” schoß erwartbar krawallig gegen derartige Bemühungen: “Sexting leicht gemacht: So verschickt ihr Nacktfotos richtig”. […]

  • Sepp Eier

    Ja Hünchen für alle ohne haut frei zu ver(k)zehr. Is auch Sporcht und Lernen zuglaisch. Danni isch will disch.

Jack & Jones