- Ja, auch wir Mädchen stehen auf schnellen, einfachen Sex!

Foto: Merlin Bronques Es ist ja die eine Sache, den Namen des Typen, neben dem man am frühen Sonntagmorgen, mitsamt Kopfschmerzen, Mundgeruch und zerrissener Unterwäsche, aufwacht, nicht zu kennen. Aber…

Ja, auch wir Mädchen stehen auf schnellen, einfachen Sex!


Foto: Merlin Bronques

Es ist ja die eine Sache, den Namen des Typen, neben dem man am frühen Sonntagmorgen, mitsamt Kopfschmerzen, Mundgeruch und zerrissener Unterwäsche, aufwacht, nicht zu kennen. Aber es ist erst eine wirklich überaus tragische Sache, hunderte von Typen zu kennen und neben keinem von ihnen aufzuwachen. Egal wann. Und wie.

Was ich damit versuche, möglicherweise etwas umständlich, auszudrücken, ist folgendes: Was zur Hölle ist verdammt noch mal mit euch Männern los? Oder besser gesagt: Seit wann muss ich mich als Frau für eine unverbindliche Nacht so reinhängen? Was ist denn aus den Zeiten geworden, in denen High Heels und Push-Up Garant für eine siegreiche Nacht waren?

Ganz ehrlich, es wird langsam deprimierend. Da hübscht man sich stundenlang auf, pflastert die ganzen Füße zu, glüht ordentlich vor und trinkt Runde um Runde auf die grandiose Nacht, in der man sich von Sitte und geltender Moral verabschieden wird und einfach hemmungslos sein will. Um dann letztendlich nur wieder eine weitere missglückte und fruchtlose Odyssee zu erleben, in der man zu viel Geld für Drinks, Zigaretten, das Taxi ins eigene Zuhause und Brazilian Waxing ausgegeben hat.

Das kann doch nicht sein! Es darf nicht wahr sein. Ist es doch wohl eine evolutionsbiologische Tatsache, dass sich Männer und Frauen anziehen müssen. So schreibt es die Natur vor! Warum also setzt dieser Urinstinkt mit Einbruch der Dunkelheit bei euch Männern aus? An uns liegt es schon mal nicht, so viel ist klar. Denn die Frauen dieser Welt sind bereit!

Wir haben endlich aufgehört, von irgendwelchen Duftkerzenprinzen auf daher gerittenen weißen Schimmeln zu träumen. Wir wollen Abenteuer. Unverbindliche Abenteuer. Nicht reden, keinen Nummernaustausch, kein Frühstück. Wir wollen es auch mal dreckig, wollen schreien. Das einzige, was unserer wilden Nacht wirklich im Wege steht, seid schlichtweg ihr!

Passt doch mal auf, liebe Männer, es ist gar nicht so schwer. Vertraut eurem ersten Eindruck! Sehe ich aus, als wäre ich ziemlich willig und furchtbar leicht zu haben, dann bin ich es vermutlich auch. Denn absolut keine Frau geht abends aus dem Haus, ohne sich nicht ausgiebig mit ihrem Kleiderschrank und der Wirkung seines Inhalts beschäftigen zu haben.

Sehe ich billig aus, will ich es, bin ich es. Trefft ihr auf so eine Frau, dann macht euch doch ran und fackelt nicht großartig rum. Und wenn ich euch dann auch noch zeigen will, wie schnell mein Herz schlägt, eure Hand aber direkt auf meine Brüste lege, frag doch bitte nicht nach meiner letzten Bionote. Deutet die Signale, benutzt eure Männlichkeit und schleppt mich ab!

Aber: Moment mal. Männlichkeit? Ja, wo ist die denn eigentlich geblieben? Statt den unbändigen Drang zu verspüren, uns am besten gleich hier und jetzt so dermaßen durchzuknallen, dass die Klowände wackeln, stellt ihr euch an wie ein katholischer Knabenchor beim Klosterbesuch und wollt uns erst einmal in Ruhe kennen lernen. Warum denn?

Wenn ich Samstag Nacht mit einem Typen schlafen will, brauche ich davor weder Sternzeichen zu vergleichen noch die Story aus dem letzten Nordseeurlaub. Das wäre ja fast so, als würde ich den Verkäufer bei Edeka nach seiner Meinung über Stehlampen fragen, bevor ich bezahle. Wer braucht so was? Alles, was ich in diesem Moment von einem Mann will, ist Sex. Punkt.

Und jetzt tut nicht so schockiert. Während wir Frauen immer unabhängig und freier werden. Werdet ihr femininer. Eure Hosen immer enger, die Haare länger. Dazu kommt, dass ihr seit Neuestem ständig über eure Gefühle quatschen wollt und problemlos zwei Stunden mit Fünft-Klass-Fummeln verbringen könnt. Klar, ein Mann der mit seinen Händen umgehen kann, ist ein Gott. Aber Fünft-Klass-Fummeln macht euch sicherlich zu keinem.

Ihr müsst ja kein wilder Hengst sein, der es von der WG-Küche über die Dusche bis in euer Schlafzimmer schafft. Aber ein bissen Action solltet ihr uns schon bieten können. Entschuldigt euch auch nicht andauernd, wenn es bei nicht aufgeräumt ist. Seid ihr gut in dem, was ihr tut, werde ich es nicht mal merken. Traut euch einfach was, werft uns aufs nicht gemachte Bett, auf den Schreibtisch, auf den Boden – ganz egal! Aber um Gotteswillen: fangt nicht das Diskutieren darüber an!

Wir sind doch alle jung, geil und frei, nach Jahrhunderten, Jahrtausenden der Unterdrückung. Wir sollten feiern, trinken und Sex haben! Wieso sich zurückhalten? Sex ist schließlich kein Verbrechen. Jedenfalls bei uns nicht. Endlich sind wir in einer Zeit angekommen, in der auch die Frauen zu ihrer Sexualität, ihren Bedürfnissen und Phantasien stehen dürfen.

Wir sollten uns darüber freuen, dass die Geschlechter beginnen, sich einander anzunähern und diesen Schnittpunkt so gut und so oft wie möglich nutzen. Findet also euren Testosteronknopf und sucht nicht nach irgendeinem Haken, wenn sich eine Frau offensichtlich interessiert an euch zeigt. Wir leben im 21. Jahrhundert, da kann das passieren.

Wenn ich euch also das nächste Mal in meinem Lieblingsclub erzähle, dass ich, oh nein, meinen Haustürschlüssel vergessen habe, mir es aber gerade nicht wirklich gut geht und ich mich dringend irgendwo hinlegen muss, dann will ich natürlich NICHT, dass ihr mich so schnell wie möglich in die Notaufnahme karrt! Ist denn das wirklich so schwer zu verstehen?

Tally Weijl

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22 Kommentare

  • Rawday

    Ihr Frauen wisst aber schon, dass es auf Männer unheimlich unattraktiv wirkt, wenn ihr beim Schnipsen der Finger direkt die Beine breit macht!? Da wird so komplett der Jägertrieb umgangen und das ist langweilig. Wenn ich wirklich einfach schnellen Sex haben wollen würde, könnte ich auch zur Professionellen um die Ecke gehen. Da spar ich mir Club, Drinks, Anstehen,etc. .

  • Mia

    Wir leben also im 21. Jahrhundert und können endlich dazu stehen? Wozu dann diese alberne Geschichte mit Schlüssel vergessen? Sags doch einfach und steh tatsächlich dazu. Wenn es Geschichten bedarf, damit die im Notfall als Alibi herhalten, sind wir noch lange nicht in diesem Jahrhundert angekommen. Schade, aber netter Versuch.

    • zoë

      Danke Mia! Wer vögeln will, sollte einfach mal sein Maul aufbekommen. Gilt im Übrigen für beide Geschlechter.
      Zu lesen, dass Frauen sich beim Weggehen angeblich nur aufhübschen, weil sie Sex wollen, ist einfach nur traurig. Und dann ein paar Abschnitte später davon reden, dass wir uns aus der Unterdrückung befreit hätten…. nachdem der ganze Text eigentlich nur davon handelt, dass Frauen von Männern GENOMMEN WERDEN wollen, dass sie GEFICKT WERDEN wollen, dass sie ABGESCHLEPPT WERDEN wollen.
      Nein, wenn ich einen kurzen Rock und weiten Ausschnitt trage (und von mir aus noch High Heels), möchte ich damit keine Männer animieren, mich direkt auf dem Kneipen-/Disco-/Club-Klo zu vögeln. Und wenn ich angesprochen werde und “nein” sage, möchte ich garantiert nicht hören “Aber du bist doch so aufreizend angezogen! Du willst das doch!”
      Und noch weniger möchte ich am nächsten Tag in der Zeitung lesen, dass wieder eine Frau vergewaltigt wurde…. weil sie die “falsche” Kleidung trug.

      • K

        d
        D-

        Warum versucht eigentlich jeder Autor hier, so zu schreiben wie die Autoren bei VICE? Die Kunst beim Schreiben besteht darin, eine eigene Sprache zu entwickeln und nicht den Stil anderer zu kopieren. Aber egal. Das Frauen- und Männerbild, welches hier gezeichnet wird, ist sehr schwarz-weiß. Nicht jede Frau, die mit Highheels und kurzem Rock rumläuft, will “genommen” werden und nicht jeder Mann, der Gefühle zeigt, ist schlecht im Bett. Eine differenzierte Herangehensweise wäre wünschenswert. Aber wahrscheinlich bin ich hier an der falschen Adresse.

      • waslos

        Ich finde das so erstaunlich, dass einige hier meinen in Ausdrücken wie “genommen werden” usw. Sexismus/Unterdrückung zu erkennen. Wenn ein Kerl ne Frau für eine Nacht sucht, will er doch auch als Sexobjekt gesehen werden. Was ist da denn auch so schlimm dran? Und was ist respektlos daran mit jemandem zu vögeln? Und JA, Promiskuität IST mit Freiheit zu verbinden! Für beide Geschlechter, aber vor allem für Frauen! Monogamie hat keinen natürlichen Sinn, sie ist eine vom Menschen geschaffene Moralklausel, die jeder für sich selbst anzuwenden hat.

        Ich glaube das größte Problem an der Gesellschaft und Ursache für Artikel wie diesen ist, dass Gleichberechtigung der Frau mit “aufs Podest stellen” der Frau verwechselt wird. Der Mann hat zu kriechen und seine Bedürfnisse hinten an zu stellen, da dem Sex nur die Zustimmung der Frau im Wege steht. Wenns anders läuft gilt sie schnell mal als “Schlampe” – die Verwendung dieses Wortes sollte genau so geächtet werden wie der Hitlergruß, da es die gleiche Unterdrückende Wirkung hat.

        Und zu der “Forderung danach als reines Sexobjekt behandelt zu werden”: Sie will doch nur, dass Frauen vögeln können wenn sie wollen, und das ohne ewiges Drumherum. Manchmal braucht man halt Sex und will dafür nicht ewig rumlabern und schmachten. Und daran ist nichts, aber auch gar nichts, schlecht.

        Artikel wie dieser fördern den wahren Feminismus und bringen die Frau ihrer Gleichberechtigung viel näher als irgendwelche vertrockneten Emanzen mit ihren no-porno-Kampagnen.

  • Trendsocke

    Ich wundere mich immer wieder darüber, warum manche Leute Promiskuität mit Freiheit verbinden. Während der Aufklärung wurde für den Einsatz des Verstandes gekämpft, heute aber will man das Animalische im Menschen zurück. Und heute, in einer Zeit in der Frauen erstmals zumindest eine Chance auf reelle Gleichberechtigung haben, fordert jemand von Männern wieder respektlos und als reines Sexobjekt behandelt zu werden. Ganz großes Kino.

  • kitkat

    @rawday: was ein müll. findest du sie heiß – würdest du sie nehmen ohne auch nur ein wort mit ihr zu wechseln. findest du sie ok und hast bis zum restef***** noch nichts besseres gefunden, gehst du trotzdem mit ihr heim.

    und bekanntlich werden sie alle mit jedem schluck bier hübscher.

  • Paul

    Franziska Kuhn vom süßen Mädchengymnasium, dreh doch Pornos. Bekommste sogar noch Geld von deinem Deckhengst. Heidenei, was hier aber auch für Groschenroman Klischees bedient werden für nen Fuffi Schreiberlohn“¦

  • Frau Hempel

    Ach Leute, pure Provokation.

    Ich glaube, dass es tatsächlich auch im Rausch oft von der Chemie zwischen zwei Menschen bestimmt wird, ob man zu dem kommt, was man will.
    Und da ist es egal, wie man sich verhält oder wie man aussieht.

    Und ja, offensiv sein ist toll, aber meistens nicht unbedingt spannend. Das Spiel ist das, was jeden von uns anturnt.

    Dich doch auch?

    :)

  • G. Natz

    Gut geschriebener Artikel. An der Realität vorbei, aber da bin ich mir ganz sicher, dass weiss auch die Autorin. Polarisiert halt und lesen deshalb viele. Ziel erreicht. Punkt.

  • kchihi

    Ich hab “Urin stinkt” gelesen. kchihihi

  • Spätestens bei der Geschichte mit dem vergessenen Haustürschlüssel wird die Autorin dann komplett unglaubwürdig. Wenn sie von Männern Direktheit statt Zaudern erwartet, sollte sie nicht ihrerseits so bescheuerte Spielchen mit ihnen spielen. Die wirkenn nämlich nicht sexy, sondern bestenfalls unbeholfen und schlimmstenfalls manipulativ (was sie ja auch sind). Meine Meinung, nach 44 Jahren auf diesem Planeten.

    Ach ja, und herzlichen Dank für den Unfug mit dem “Wenn ich billig und willig aussehe, dann fackel nicht lange rum.” Wer entscheidet, wer billig und willig aussieht? Der Mann? Welcher Mann genau bitte? Aha. Aber dann auch nicht wundern oder gar heulen, wenn am Ende der Falsche über einen her fällt, ja?

  • Johnson

    Naja, also um ehrlich zu sein, liebe Autorin, wenn eine Frau Sex will, kriegt sie denn. Ich kenne solche Mädels (ich habe aktuell was mit einer davon :)) und sie macht wenn wir im Club sind mit anderen Typen rum. Sie fällt dann zufällig auf die, in ihre Arme etc… sodass selbst der bescheuertste/unerfahrenste Kerl es versteht, was sie will.

    Dein Jammern liegt also an deinen fehlenden Skills das ganze zu initieren. :)

    Ansonsten kannst du einfach in nen Club gehen, wo ich mich rumtreibe, da ich sehr aggressiv Mädels anmache, mit vollem Körperkontakt… :) Da bekommt man manchmal die härtesten Abfucks, aber wenn nicht, dann lohnt es sich wenigstens… :)

  • faysul

    Ihr ehrenlosen euch kann man(n) nicht einmal huren nennen weil die wenigstens geld dafür nehmen.. was das fernsehen mit euren dummen koepfen angestellt hat

  • Sandro

    An die Autorin: mal darüber nachgedacht, dass needy evtl nicht sonderlich anziehend ist und Männer es auch nicht unbedingt nötig haben jeden Tag zu ficken? Man muss sich ja nicht gleich aus der 6. Klasse Stories erzählen, man kann durchaus auch erotische Gespräche führen, aber ein wenig Spielen hat noch keinem geschadet und gerade wo du darauf eingehst “wo geblieben” sprichst du also von der Vergangenheit in der lange Spielchen ja wohl mal locker auf der Tagesordnung waren. Ich glaube du verträumst dir nur ein Bild von Männern, dass es so, wie du es haben willst nie gegeben hat. (Von Einzelfällen abgesehen)

  • Beim Titel des Artikels dachte ich noch: “Na klar gibts das!” Manche MENSCHEN wollen manchmal schnellen und einfachen Sex – egal welchen Geschlechts etc.

    Das kann man dann aber auch einfach sagen, so schwer ist das doch nicht!?

    DIE Frauen oder DIE Männer gibt es eh nicht. Mal ganz abgesehen von den ca. 10% Homosexuellen die es weltweit gibt und auf die deine “evolutionsbiologische Tatsache”, dass Männer und Frauen sich nunmal anziehen, schonmal so gar nicht zutrifft.

    Dann aber sich selbst als “billig” (ist dein Wert davon abhängig, ob und wie du Sex hast?) zu bezeichnen oder vom Gegenüber zu erwarten, dass es “sich ranmacht”?

    Wenn du unverbindlichen Sex willst, egal welchen Geschlechts du bist, dann sag es doch einfach! Aber nimm auch Rücksicht auf alle, die das vielleicht nicht wollen (und auch nicht wollen, dass jemand sie angrabscht, weil sie “billig” aussehen “und es auch sind”).

  • Wenn ick die hühner mia so ankieke, die da so rumflattern, denk ick ma imma, die solln erst mal loofn lern, bevor se fliegn wolln. Eene richtje muß nicht krähn, die schnappt sich wat se will und kriegt es ooch, weil se beobachtn kann. Da hatse noch viel zu lern Möädel. Een Schneefluch kriegste an jeda Ecke.

  • Hier die Ursache und Lösung des oben angeführten Problems: http://upvs.wordpress.com/

    Siegelbruch

Mister Spex