- Anna Frost hat mir zehn Fragen gestellt

Foto: Anna Frost Damals, als die deutsche Blogosphäre nur aus zwölf sozial inkompetenten Verlieren bestand, die am Asperger-Syndrom litten und Samstag Abende lieber vor ihrem PC als im Club verbrachten,…

Anna Frost hat mir zehn Fragen gestellt


Foto: Anna Frost

Damals, als die deutsche Blogosphäre nur aus zwölf sozial inkompetenten Verlieren bestand, die am Asperger-Syndrom litten und Samstag Abende lieber vor ihrem PC als im Club verbrachten, gab es eine kleine Tradition, die heute schon fast ausgestorben erscheint: Stöckchen – im Grunde ein schön verpackter Versuch, möglichst viele Links von anderen Blogs abzugreifen, aber immer mit einer kleinen persönlichen Idee dahinter.

Anna Frost, die ihr womöglich aus dem Kinderfernsehen oder der ersten Reihe diverser Modeschauen her kennt, hat Lina, Alex, Heiko, Jenna, Mirjam, Marcel, Wyatt, Felix, Franzi, Nina und mir so ein Stöckchen zugeworfen. Der Hintergedanke: Erst zehn Fragen beantworten, sich dann zehn Fragen ausdenken und diese anschließend an zehn Blogger weiterschicken. Klingt doch eigentlich ganz leicht. Und was wäre ich für ein schlechter Angehöriger der hiesigen Blogszene, wenn ich dieser Bitte nicht nachkommen würde? Na eben! Los geht’s:

Was war bisher die schönste Erfahrung in deiner Zeit als Blogger?

Ich habe durchs Bloggen so viele tolle Menschen auf der ganzen Welt kennengelernt, denen ich sonst niemals begegnet wäre. Das Bloggen hat mich nach Berlin gebracht, nach Tokio, nach New York. Es ermöglicht mir, das zu tun, was ich in meinem Leben am allerliebsten mache – und zwar dämlich vor dem Computer sitzen und mir bescheuerte Zeichentrickfilme anzusehen – mit einer Art Beruf zu verbinden, die mich finanziell versorgt. Und was kann es Schöneres geben, als mit dem, was man liebt, Geld zu verdienen? Eben.

Du kannst nicht ohne…

Mein MacBook Pro. Wenn es legal wäre, würde ich das Teil heiraten und mit ihm viele andere kleine MacBook Pros zeugen. Jedenfalls solange, bis ein jüngeres, schlankeres und cooleres Modell veröffentlicht wird. Wer da jetzt Parallelen zum echten Leben entdeckt, liegt wahrscheinlich gar nicht so sehr daneben…

Auf welchem Blog würdest du gerne mal einen Gastartikel schreiben und warum?

Am liebsten würde ich mir mal mit den Jungs von GameOne einen hinter die Binde kippen, dabei “Super Smash Bros. Melee” auf dem GameCube zocken und das Ganze auf Video aufnehmen. Die Tatsache, dass sie dabei elendig verlieren würden, müssten sie dann für immer auf ihren Blog stellen – und damit leben. Traurig, aber wahr.

Was bedeutet dein Blog für dich?

Ich bin ein großer Fan von Computersimulationen wie “Sim City”, “Civilization” oder “MadTV”. NEUE ELITE ist für mich wie eines dieser Spiele – mit dem Unterschied, dass das hier das echte Leben ist. Sich Themen heraussuchen oder ausdenken und sie möglichst erfolgreich in die weite Welt pusten, mit Lesern kommunizieren, Agenturen und Konzerne dazu bringen, Geld springen zu lassen, immer die aktuellen Zahlen und neuen Trends im Auge behalten: das alles hat etwas von einer Simulation, die süchtig macht und Konsequenzen hat. Das Leben ist ein Spiel.

Wo fängt bei dir das Privatleben an? Was gehört nicht ins Internet?

Als NEUE ELITE noch AMY&PINK und AMY&PINK noch TOKYOPUNK und TOKYOPUNK noch MARCELTV und MARCELTV noch ANIBOY war, gab es so etwas wie Privatsphäre nicht. Ich habe alles in die Öffentlichkeit gepustet, was mich bewegt hat. Mit wem habe ich geschlafen, wie sehr hasse ich meine Lehrer, warum liebt mich Ana nicht. Heute habe ich das aber weitestgehend hinter mir, man wird älter, NEUE ELITE bin nicht mehr nur ich, sondern das sind viele. Ich versuche aber, in jedes Thema, das mich bewegt, Persönlichkeit hineinzustecken, auch wenn es eher subtil geschieht.

Was war bisher deine absurdeste Kooperationsanfrage?

Ich bekomme jeden Tag um die 200 Pressemitteilungen, Kooperationsanfragen und Bettelmails. Über die Jahre hinweg entwickelt man dann die Fähigkeit, innerhalb von Millisekunden zu entscheiden, ob die Mail uns irgendetwas bringt – sei es Geld, ein Artikel oder eine Reise. Absurde Anfragen sind da an der Tagesordnung: Von hölzernen Dildos über Unterwäsche für Rentner bis hin zu Arschlöchern, die uns erst beleidigen, aber im gleichen Satz ihr Hip-Hop-Album vorgestellt haben wollen.

Wenn du noch mal komplett von neuem starten könntest, was würdest du in deinem Blog anders machen?

Mein größtes Problem ist, dass ich zu viel herum experimentiere. Wenn ich irgendwo etwas sehe, was ich toll, schön oder anders finde, dann möchte ich das am liebsten sofort in meinem eigenen Projekt verarbeiten. Das vergrault aber Leser. Ständig von Deutsch ins Englische wechseln und zurück, mal niveauvoll und dann wieder in die Fresse, mal ein Magazindesign und dann wieder ein Blog… Das ist schädlich, Leute wollen Beständigkeit. Aber andererseits sind diese Experimente wichtig, um herauszufinden, was man selbst mag und was gut ankommt. Würde ich heute einen neuen Blog beginnen, würde ich mir wohl erst einmal Investoren suchen, um gleich vom Start an so richtig etwas zu reißen.

Was müsste sich im Internet grundlegend deiner Meinung nach ändern?

Es müssten endlich Menschen an die Macht, die wirklich etwas vom Internet verstehen. Die ein Fair-Use-Gesetz auch in Deutschland einführen, die die Netzneutralität schützen, die jedem kostengünstiges und schnelles Internet zur Verfügung stellen. Auf der anderen Seite müssten besonders deutsche Blogger endlich aufhören, sich gegenseitig immer aus Missgunst und Eifersucht zu zerfleischen und anfangen, sich als eine wichtige und kräftige Einheit zu fühlen, die gemeinsam nur stärker sein kann.

Wenn du unendlich Ressourcen und Geld hättest, Zeit kein Thema wäre, was für eine Smartphone App würdest du entwickeln?

Wenn ich einen notgeilen Tag hätte, würde ich mir eine Röntgenapp wünschen, mit der ich allen durch die Kleider gucken könnte. Wenn ich einen normalen Tag hätte, würde ich mir eine App wünschen, die alle Fragen des Universums schnell und einfach erklären kann. Was ist der Sinn des Lebens? Gibt es einen Gott? Was muss ich machen, damit Kate Upton oben ohne auf einem Pokémon reitend durch unser Büro hüpft?

Du hast einen Wunsch frei und darfst ihn nur einsetzen, um jemand anderem etwas Gutes zu tun. Was würdest du für wen wünschen?

Ich würde mir für René von Nerdcore wünschen, dass er sein Alkoholproblem in den Griff bekommt.

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Hurra, nun bin ich an der Reihe, mir zehn Fragen auszusuchen und sie in einem sexy Stöckchen an zehn weitere Blogger zu werfen. Und ich möchte diese Gelegenheit nutzen, zehn der alten Hasen, mit denen wir schon vor zehn Jahren die Blogosphäre aufgewirbelt haben, einzuspannen. Also Marcel, Sara, Christoph, Jenny, Martin, Ines, Flo, Neslisah, Franzi und Sohiel: beantwortet mir diese Fragen!

– Wann war die Blogosphäre besser: Damals oder heute – und warum?

– Wie wichtig ist dein Blog für dich?

– Wenn das Internet nie erfunden worden wäre, was würdest du dann heute beruflich machen?

– Welcher deutsche Blogger sollte eigentlich der bekannteste sein – und warum?

– Wenn dir Yahoo 50 Millionen Euro in die Hand drücken würde, was würdest du für ein Projekt im Internet realisieren?

– Welcher deiner alten Lieblingsblogs sollte wieder zum Leben erweckt werden – und warum?

– Was macht die deutsche Blogosphäre deiner Meinung nach falsch, was die amerikanische richtig macht?

– Welchen drei Instagram-Accounts sollte jeder folgen?

– Welche Erfahrung der letzten zehn Jahre, die mit dem Internet zu tun hat, hat dein Leben grundlegend verändert?

– Wen aus deinem Twitter-Feed würdest du am allerliebsten einmal nackt sehen?

Superdry

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