- Diese Mädels bringen euch heil durchs Wochenende

Falls ihr an diesem kalten Wochenende noch nichts vor habt und auch schon gemerkt habt, dass es draussen eher ungemütlicher Natur ist: Mummelt euch doch einfach auf dem Sofa in…

Diese Mädels bringen euch heil durchs Wochenende

Greta Gerwig und Mickey Sumner

Falls ihr an diesem kalten Wochenende noch nichts vor habt und auch schon gemerkt habt, dass es draussen eher ungemütlicher Natur ist: Mummelt euch doch einfach auf dem Sofa in eure Lieblingsdecke ein, habt Popcorn, Tee oder was euch sonst so gefällt, griffbereit, und zieht euch diese drei aufregenden Mädchenfilme rein!

“¨“¨”Tiny Furniture” von und mit Lena Dunham“¨“¨

Worum geht's? Die 22-jährige Aura (Lena Dunham) zieht nach dem Abschluss ihrer Filmschule – der, wie sie leider selber zugeben muss, im richtigen Leben leider sehr nutzlos ist – wieder heim zu ihrer Mutter, einer erfolgreichen Fotografin (Laurie Simmons) und ihrer jüngeren Schwester Nadine (Grace Dunham), die vor der Frage nach dem richtigen College steht.

Ohne richtige Perspektiven stolpert Aura in das Leben ihrer Familie und stellt dabei fest, dass die nicht wirklich auf sie gewartet haben. Sie freundet sich schließlich mit Jed (Alex Karpovsky) an, der durch seine surrealen YouTube-Videos zu einer kleinen Berühmtheit geworden ist. Jed nistet sich in Auras Bett ein, jedoch ohne auch nur einmal mit ihr zu schlafen oder Interesse in diese Richtung anzumelden.

Das findet Aura so langweilig, dass sie in einem Restaurant einen Job als Kellnerin annimmt, wo sie Koch Keith (David Call) kennenlernt. Der findet Aura gut, Aura findet ihn gut, nur leider hat Keith eine Freundin und hält daran fest, bis die beiden sich eines Nachts völlig zukiffen. Lena, die übrigens ihre richtige Mama und Schwester im Film mitspielen ließ, hat mit „Tiny Furniture“ ein süßes, fragiles Abbild der Zeit geschaffen, die einen oft am meisten verwirrt. Zu Recht wurde der Film 2010 mit „Best Narrative Feature“ beim South by Southwest Film Festival ausgezeichnet.

Das Zitat: „Du siehst hübsch aus!“ „Oh wirklich, dieses Outfit schreit geradezu “šHi, ich habe die letzten vier Jahre in Ohio gelebt, bitte nimm mich mit in deine eklige Wohnung und hab Sex mit mir!“

“¨Warum anschauen? Weil es lustig ist, Lena Dunham mal nicht als Hannah Horvath aus „Girls“ zu sehen und wegen dem tollen Soundtrack. Strikte Dunham-Anhänger/-innen mögen hier allerdings etwas desillusioniert werden – falls sie den Film tatsächlich noch nicht gesehen haben – denn ihr Idol spielt eigentlich in ihren Filmrollen immer nur sich selbst und kann mit ihrer Jammerstimme auf Dauer ganz schön nerven. „Tiny Furniture“ schlägt aber in die gleiche Kerbe wie „Girls“, nämlich in die, die endlich nach authentischen Frauenbildern im Kino schreit. Und das ist gut so, denn sie kommen, offensichtlich.“¨“¨

„Frances Ha“ von Noah Baumbach“¨“¨

Worum geht's? Baumbachs neues Werk “Frances Ha” kam diesen Sommer in die Kinos. Die Geschichte ist rasch erzählt: Frances (Greta Garwig) lebt in New York und will Tanzlehrerin werden. Mit 27 arbeitet sie allerdings immer noch als Praktikantin ohne Aussicht auf Festanstellung in der Dance Academy.

Aber das ist total egal, weil sie sich mit ihrer besten Freundin Sophie die Welt macht, wie-de-wie-de-wie sie ihnen gefällt. Das Ganze ist in Schwarz-Weiss aufgenommen, mit wunderbarem Soundtrack unterlegt und luftig locker leicht. Bis Sophie heiratet, Frances aus der gemeinsamen Wohnung schmeißt und zu einem völlig anderen Menschen wird. Frances stürzt in eine mittelgrosse Identitätskrise, so gross, wie man sie als gesunde 27-Jährige in New York mit einem Dach über dem Kopf haben kann. Am Schluss wird natürlich alles gut und man geht mit einem beschwingten Gefühl aus dem Kinosaal.

Das Zitat: „Oh, er ist Künstler? Dann muss er echt reich sein, hier in New York kann sich ja niemand mehr leisten, Künstler zu sein!“

“¨Warum anschauen? Man findet sich in dem Film sehr oft selber wieder und bekommt viele liebevolle Referenzen auf unsere Generation zu sehen. Greta Garwig, die wundervolle 29-jährige Hoffnung der Indie-Produktionen, spielt die Rolle von Frances dermaßen authentisch, dass man sich erst recht verstanden fühlt.

Die Haare so natürlich zerzaust wie wenn man zu lange vor dem Fernseher gelegen hat, ein klares Ziel vor Augen aber nur zu gewillt, sich auf dem Weg dorthin ablenken zu lassen und als alle Stricke reißen, wird kurzerhand eine Kreditkarte bestellt und ein Flug nach Paris gebucht. Obwohl das Konto immer leer ist und Frances sich in Paris ein bisschen in selbst verliert – und die Schulden danach mit einem Sommerjob in der Heimat abarbeiten muss.

Aber wie bereits verraten – am Schluss wird alles wirklich gut. “Frances Ha” sieht man sich mit der besten Freundin an, geht danach ein bisschen zu viel trinken und stößt etwa vierzehn Mal darauf an, dass wir jung sind, dass wir (füreinander) da sind und dass wir – wirklich – tun können, was wir wollen. Danke, Noah Baumann, für dieses erfrischende, wunderbare Zugeständnis an die aktuelle Lost Generation!

“¨“¨“¨„Fast Food, Fast Women“ von Amos Kollek“¨

Kellnerin Bella (Anna Thomson) lebt in New York, wird bald 35 und datet schon seit Jahren den viel älteren, verheirateten Regisseur George (Austin Pendleton). Bellas Mutter (Judith Roberts) gefällt das gar nicht und so versucht sie ständig, Bella mit anderen Männern zu verkuppeln. An einem von ihrer Mam arrangierten Blind Date lernt Bella den angehenden Schriftsteller Bruno (Jamie Harris) kennen und verliebt sich prompt in ihn.

Ab hier nimmt das Chaos seinen Lauf, denn „Fast Food, Fast Women“ kommt zwar in “Sex And The City”-Ästhetik daher (Bella sieht sogar fast so aus wie Carrie Bradshaw), ist aber vielschichtiger und unruhiger. Ein paar Handlungsstränge weniger hätten dem Film vielleicht gut getan. Schlussendlich kommt es jedenfalls dazu, dass Bruno und Bella doch zusammen finden und somit haben wir hier ein modernes Indie-Märchen, mit Darstellern, die ihre „Roaring Twenties“ schon lange überlebt, aber noch nicht ganz überstanden haben.

“¨Das Zitat: „Warum liegen Sie hier auf der Strasse?“ “Keine Ahnung, vielleicht um mir den Sonntagmorgen ein bisschen spannender gestalten.”“¨

Warum anschauen? Der Film ist ein weiteres Grossstadtmärchen über einsame Stadtmenschen ist und darüber, wie sich diese einsamen Menschen ineinander verlieben, während sie, oh Wunder, nebenbei auch noch mit ihren Alltagssorgen zu kämpfen haben. Der schräge Soundtrack kommt überwiegend von Tangomusiker David Carbonara und gibt dem Film diesen eigenen, eben New York'schen Rhythmus.

Wer auf skinny Bitches mit guten Brüsten steht, wird zudem mit der Hauptdarstellerin ganz gut bedient sein, auch Liebhaber von 90er-Jahre Ästhetik wird der Film gefallen. Hochstehende Dialoge bietet der Film zwar nicht, aber für einen faulen Sonntag auf der Couch reicht er allemal – und darum geht's uns ja hier schließlich!

Farfetch

Abonniert unseren Newsletter!

Drückt hier, um weitere tolle Neuigkeiten über Filme & Serien zu lesen und drückt hier, um eigene Artikel und Fotos einzureichen. Oder folgt uns auf Facebook, Twitter, Instagram, Tumblr und Pinterest, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Superdry

Was ist deine Meinung?

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Füge deinem Kommentar ein Bild hinzu: