- Hose runter, Geld verdienen: Nackte Mädchen im Internet

Dass man durch das Netz eine Menge Geld verdienen kann, das bewiesen schon Größen wie Mark Zuckerberg, David Karp oder Marissa Mayer. Allerdings gibt es auch neben Startups, Onlineshops und…

Hose runter, Geld verdienen: Nackte Mädchen im Internet

Dass man durch das Netz eine Menge Geld verdienen kann, das bewiesen schon Größen wie Mark Zuckerberg, David Karp oder Marissa Mayer. Allerdings gibt es auch neben Startups, Onlineshops und Blogs die Möglichkeit, nicht vollkommen umsonst vor dem Bildschirm abzuhängen. Besonders weibliche Nutzer haben längst entdeckt, mit welcher Art von digitaler Beschäftigung sie den ein oder anderen Groschen abgreifen können.

Rund 40 Millionen Menschen besuchen tagtäglich Webseiten mit Cybersex-Angeboten. 70 Prozent davon gerne auch während der Arbeitszeit. Kein Wunder also, dass zehntausende Frauen rund um die Uhr auf Portalen wie Livejasmin, MyGirlFund oder Chaturbate auf der Lauer liegen, um die größtenteils männlichen Zuschauer mit nackter Haut zu stimulieren und sie so ganz sympathisch um den ein oder anderen Euro zu bringen.

Wir haben mit vier jungen Frauen, die eigentlich ein ganz normales Leben führen, aber sich mit der Zurschaustellung ihrer weiblichen Körperteile ein mehr oder minder gutes Taschengeld dazu verdienen, nicht nur über notgeile Jungs, eklige Wünsche und reale Zukunftsängste gesprochen, sondern auch darüber, welche einmaligen Erfahrungen dieses Hobby mit sich bringen kann. Und wir erfuhren, dass auch immer mehr deutsche Camgirls den größtenteils amerikanischen Markt ordentlich aufmischen.

Naomi

Jasmin aus Berlin, 18 Jahre alt

Was machst du so?

Eigentlich studiere ich Informatik und arbeite nebenher als Kellnerin.

Hast du ‘nen Freund?

Ne, jetzt nicht mehr. Als ich damit angefangen habe, mich im Internet auszuziehen, hatte ich noch einen. Das ist aber schon ein paar Monate her. Ich hab ihm niemals was davon erzählt, aber einmal erwähnte ich mal so nebenher, dass ich eine Webseite gefunden hätte, auf der Mädchen Geld verdienen konnten, indem sie Nacktfotos und -videos von sich verschickten. Ich wollte eigentlich nur seine Reaktion darauf sehen, aber er war richtig angewidert davon, also habe ich mich dazu entschlossen, ihm lieber nichts davon zu erzählen.

Wie bist du so drauf?

Hm, ich würde sagen, ich bin kontaktfreudig und quirlig. Ich mag die kleinen Dinge im Leben und will die Welt sehen.

War es schwer, Seiten zu finden, auf der man ohne Klamotten Geld verdienen kann?

Nicht wirklich. Eine fand ich über einen Blog. Ich war total fasziniert davon, dass es wirklich Typen gibt, die einem dafür Geld geben, dass man sich für sie auszieht. Ich meine, Pornos gibt es doch in Hülle und Fülle im Netz. Aber ich war schon immer ziemlich selbstbewusst, was meinen Körper betrifft, also habe ich es als guten Weg angesehen, auf diese Art und Weise ein wenig Geld nebenher zu verdienen.

Wird man davon reich?

Mit Videos vielleicht. Aber bislang habe ich noch keins gemacht. Ein paar Männern habe ich Nacktfotos geschickt. Einer hat mir mal 20 Dollar geschenkt, also hab ich ihm ein paar Nacktfotos als kleines Dankeschön geschickt. Das meiste Geld verdient man eher mit Chatten. Einfach nur hin- und herschreiben.

Sind das nette Männer?

Also bisher waren die meisten total nett. Wirklich, wirklich nett. Bei den meisten dachte ich gar nicht, dass solche Männer so etwas machen. Die meisten von ihnen arbeiten den ganzen Tag lang und wollen wohl einfach nur nebenher ein wenig Spaß haben, glaube ich. Flirten, sexy Dinge machen, zum Zeitvertreib.

Ist das nicht gefährlich?

Ein paar von denen haben mich tatsächlich schon davor gewarnt, dass es eine Menge Arschlöcher gibt. Aber davon habe ich persönlich noch nichts gemerkt. Klar, es gab schon seltsame Anfragen, aber ich finde das eher lustig anstatt gefährlich.

Was wollten die denn?

Naja, einer wollte zum Beispiel, dass ich in die Kamera rülpse. Ein anderer wollte mich in Yogahosen sehen. Einer wollte meine Bremsspuren sehen. Oder wie ich pinkle. Oder wie ich mir ‘nen Tampon reinschiebe. Aber ich steh’ nicht so auf Fetische, also hab ich das auch nicht gemacht.

Wissen denn deine Freunde oder deine Familie, was so in deiner Freizeit machst?

Ne, das weiß keiner. Ich glaube nicht mal, dass die wissen, dass solche Seiten existieren. Ich hätte auf jeden Fall davor Angst, dass meine Mutter herausfindet, was ich so mache. Sie ist ziemlich altmodisch drauf, aber meine Freunde sind sexuell offener. Vielleicht würden die das sogar verstehen…

Hast du Angst davor, dass dir solche Seiten die Zukunft versauen können?

Ich will nicht, dass mein zukünftiger Chef oder meine Kollegen diese Fotos zu sehen bekommen, denn ich habe keine Ahnung, wie die darauf reagieren würden. Ich komm’ immer ziemlich schüchtern und lieb rüber, also glaube ich, dass sie schockiert wären, mich nackt im Internet zu sehen.

Sophie

Sophie aus Würzburg, 18 Jahre alt

Was sollten die Leute so über dich wissen?

Ich bin bis vor kurzem noch bei Lidl an der Kasse gesessen, aber jetzt mache ich gerade eine Ausbildung zur Altenpflegerin. Außerdem bin ich pansexuell.

Panwas?

Pansexuell. Das ist, wenn man auf Leute aufgrund ihrer Persönlichkeit und Intelligenz steht – und nicht weil sie das richtige Geschlecht haben. Ich bin zwar momentan Single, aber ich hab’s total auf jemanden abgesehen. Um ehrlich zu sein, bin ich ein ziemlich seltsamer Mensch, keine Ahnung. Manchmal fahre ich in den Wald und male Baumstümpfe und Steine an. Und ich kann singen. Und ich spiele mehrere Instrumente. Manchmal mache ich Klamotten für andere und ich besitze eine großartige Kollektion diverser Kakteen. Ich liebe Bücher. Ich gebe viel zu viel Geld für Bücher aus… Und, ja, ich versuche gerade eine Trapezkünstlerin zu werden. Man könnte also sagen, dass ich jede Menge zu tun habe.

Woher nimmst du dann die Zeit, dich nackt ins Internet zu stellen?

Zuerst einmal natürlich wegen dem Geld. Aber es stellte sich heraus, dass es auch jede Menge Spaß macht – und ich fühle mich immer wohler dabei. Ich bin dadurch auch meiner eigenen Sexualität viel näher gekommen. Natürlich geht’s mir in erster Linie immer noch ums Geld. Ich muss meine ganzen Hobbys bezahlen, meine Abende mit Freunden, Kleidung, Musik, Filme… Und außerdem möchte ich bald umziehen. Vielleicht ziehe ich sogar aus Deutschland weg, wer weiß.

Was bietest du so an?

Fotos und Videos. Davon aber ‘ne ganze Menge. Für ein paar Fotos verlange ich 5 bis 15 Euro, für ein Video 20 bis 30 Euro. Ich mag es, mit dem Menschen, der mein Zeug kaufen will, zu sprechen. Wie sind sie so drauf, auf was stehen sie. Und wenn sie nett sind, bekommen sie auch was. Das geht dann von Oben-ohne-Fotos bis hin zu Videos, auf denen ich masturbiere. Es kommt immer darauf an, was sie wollen, aber die meisten sind ziemlich leicht zufrieden zu stellen.

Erzähl’ mal was über die Männer, die deine Sachen kaufen!

Also ich habe viele Typen aus der ganzen Welt kennengelernt. Frauen leider noch nicht, aber ich hoffe, das wird noch. Manche Männer schreiben ganz direkt, was sie wollen, aber die meisten von ihnen stellen viele Fragen über mich, meine Hobbys und so. Sie wollen mich wirklich kennenlernen und manche von ihnen wollen nicht mal Nacktfotos von mir. Die möchten dann einfach nur reden und ich höre ihnen zu. Normalerweise sind alle sehr höflich und erzählen mir, was sie die Woche über so erlebt haben. Probleme und Sorgen und so etwas.

Probleme und Sorgen?

Ja! Ich meine, die müssen ja dafür zahlen, dass sie mit mir sprechen können. Aber manchen scheint das überhaupt nichts auszumachen. Also ist es mir recht. Ich finde es irgendwie schön und fühle mich dann so… willkommen!

Gab’s denn da nie Ärger?

Naja, manche haben schon sehr seltsame Wünsche. Einer wollte zum Beispiel, dass ich ein Video davon mache, wie ich mir einen Finger ins Arschloch schiebe und mit der anderen Hand in die Kamera winke. Aber das ist mir dann doch etwas zu seltsam. Manche wollten mir auch beim Pissen zugucken. Aber wenn’s zu hart ist, sage ich einfach nein. Normalerweise verstehen die das und suchen sich einfach das nächste Mädchen, das damit keine Probleme hat.

Wer weiß aus deinem näheren Umfeld, dass du das machst?

Meine Freunde wissen es. Meine Eltern sind nicht mehr Teil meines Lebens, also bleibt mir diese Sorge schon mal erspart. Meine Freunde waren anfangs schon ein wenig überrascht, aber sie haben es schnell akzeptiert, als ich ihnen das alles gezeigt habe. Ein paar von ihnen haben selbst damit angefangen.

Was würdest du sagen, wenn dein Chef plötzlich Masturbationsvideos von dir im Netz findet?

Anfangs hatte ich total Angst davor, dass irgendwer aus meiner Arbeit das sehen könnte. Aber ganz ehrlich: Ich schäme mich für gar nichts. Wir leben in einem sexuell unterdrücktem Land. Es ist also klar, dass es Firmen gibt, die das nicht akzeptieren und so etwas als unprofessionell ansehen. Aber ich lerne hier aus erster Hand, was es heißt, ein Gewerbe zu betreiben und wie Arbeit funktioniert. Ich habe die Kunst der Überredung erlernt – und das nur durch diese Webseiten! Durch diesen Zeitvertreib besitze ich nun betriebswirtschaftliche Fähigkeiten, die ich so niemals gelernt hätte, wenn ich weiter bei Lidl an der Kasse sitzen würde. Es ist mir egal, ob Leute sehen, was ich hier mache. Ich bin stolz darauf, ich fasse mich selbst gerne an und ich kann mit meinem Körper tun und lassen, was auch immer ich möchte.

Julia

Julia aus Bielefeld, 19 Jahre alt

Was studierst du?

Betriebswirtschaftslehre.

Langweilig…

Geht so. Daneben arbeite ich in einem Café.

Ist das aufregender?

Ein bisschen. Zumindest habe ich dort erfahren, dass ich entweder bisexuell oder lesbisch bin. Da habe ich mich noch nicht ganz festgelegt.

Das heißt du hast ‘ne Freundin?

Leider nicht. Aber ich treffe mich ab und zu mit einem Mädchen.

Wie würdest du dich selbst beschreiben?

Ich bin ‘ne ziemlich fröhliche Person. Ich passe mich gern an andere an, manchmal womöglich zu sehr. Aber die meisten mögen mich und ich bin außerdem ein wenig faul.

Warum zeigst du dich nackt im Internet?

Wegen dem Geld. Und der Macht. Es ist ziemlich geil, wenn es Leute gibt, die Geld dafür zahlen, um dich nackt zu sehen. Das ist schon sehr cool.

Wie sind diese Leute so drauf?

Eigentlich sind die ganz nett. Die meisten Männer sind sehr höflich, selbst wenn ich eine Anfrage ablehne. Wirklich verrückte Geschichten habe ich allerdings noch nicht erlebt.

Was zeigst du?

Eigentlich alles. Die meisten wollen einfach nur Nacktfotos oder Videos, auf denen ich mich bis zum Höhepunkt fingere. Es reicht, wenn man ein paar davon macht und sie immer an mehrere schickt, das spart Zeit. Wenn sie ausgefallenere Wünsche haben, kostet das natürlich umso mehr.

Stört dich denn gar nichts an der Sache?

Was mich wirklich nervt, sind die Typen, die einem ständig ungefragt Penisfotos von sich selbst schicken. Da steh ich gar nicht drauf, keinen Plan, was die damit bezwecken wollen…

Und was passiert, wenn deine Freunde oder Eltern das rausbekommen?

Also das Mädchen, mit dem ich mich treffe, weiß, was ich mache. Und meine Mitbewohner auch. Eigentlich war es sogar meine Mitbewohnerin, die mich zu all dem gebracht hat. Und meine anderen Mitbewohner finden das ganz cool, dass ich für so etwas bezahlt werde.

Und was ist mit deinen anderen Freunden? Oder Kommilitonen?

Ne, die haben keine Ahnung. Und ich hoffe, dass das auch so bleibt. Das wäre echt scheiße, wenn die das rausfinden…

Sadie

Sadie aus Portland, 18 Jahre alt (links)

Wer ist Barbara?

Barbara ist meine Mitbewohnerin. Sie lebt polyamorös. Wir cammen gemeinsam, um genug Geld zu sparen, damit wir bald nach New York City ziehen können, um dort unser eigenes Streetwear-Label zu gründen.

Lebst du auch polyamorös?

Ich mag es lieber, mit einer festen Partnerin zusammen zu sein.

Du bist also lesbisch?

Ja.

Warum zieht ihr euch nackt im Internet aus?

Mir geht es einzig und allein darum, Geld zu verdienen. Am besten so viel wie möglich. Aber die lustigen Geschichten, die man dabei erlebt, sind so etwas wie ein Bonus.

Was hast du so im Angebot?

Ich biete jedem alles an, solange es nicht allzu eklig ist. Also zum Beispiel mit Fäkalien oder Blut… Meine Preise variieren immer ein wenig, es kommt immer ganz drauf an, wie faul ich gerade so bin und ob die Leute, die etwas von mir wollen, nett sind oder nicht.

Was wollen die von dir?

Alles mögliche. Aber Barbara und ich haben uns darauf spezialisiert, Jungs zu demütigen. Erst letztens haben wir 40 Dollar damit verdient, dass sich dieser eine Typ Rosinen in die Nase geschoben und sie anschließend gegessen hat, während wir mit unseren Freunden im Wohnzimmer saßen und ihn ausgelacht haben. Das war bislang mein Lieblingserlebnis.

Männer stehen darauf, wenn man sie erniedrigt?

Auf jeden Fall. Viele stehen darauf, wenn man ihnen sagt, dass sie einen kleinen Penis oder einen ekligen Körper haben. Für mich ist Cammen eine Art Wunderwaffe. Im echten Leben könnte ich widerlichen Typen, die mich anmachen, niemals ins Gesicht sagen, dass sie sich gefälligst verpissen sollen. Aber im Internet kann ich ihnen das nicht nur sagen – ich werde auch noch dafür bezahlt!

Und was wollen die Typen noch so?

Viele wollen dich einfach nur kennenlernen. Umso mehr sie über dich zu wissen glauben umso geiler finden sie dann die Nacktfotos. Eigentlich kann ich erzählen, was auch immer ich will. Meistens erfinde ich nur irgendwas, das macht ziemlichen Spaß. Im Gegenzug erzählen sie dir aber auch von ihrem Leben. Dann tue ich immer so, als würde ich mich dafür interessieren, aber eigentlich ist es mir scheißegal.

Gibt’s auch Frauen, die für Nacktfotos bezahlen?

Bis jetzt habe ich auf solchen Seiten nur Männer kennengelernt. Aber die Camgirls an sich sind eine wahnsinnig tolle Community, die so dermaßen unterstützend und hilfreich ist. So gut aufgehoben habe ich mich noch nirgends gefühlt. Wir tauschen untereinander hilfreiche Tipps und Tricks aus und erzählen uns gegenseitig, von welchen Typen man sich warum auch immer lieber fern halten sollte. Außerdem, wenn ich neue Menschen im echten Leben treffe, und herauskommt, das sie auch Camgirls sind, dann fühlen wir gleich eine ganz besondere Art von Verbindung zwischen uns. Camgirls halten immer zusammen – egal wo man herkommt.

Wissen deine Freunde, dass man dich nackt im Netz bewundern kann?

In meinem Freundeskreis weiß das jeder, ja. Meine Eltern wissen es nicht. Und ich hoffe, das bleibt noch eine Weile so. Als ich meiner Mutter erzählt habe, dass meine Freundinnen cammen, hat sie angefangen zu weinen und ich habe ihr versprochen, dass ich das niemals machen würde. Also muss ich es stattdessen heimlich tun… Wenn sie es wüssten, wären sie nur traurig und würden sich umsonst Sorgen machen. Ich glaube nicht, dass sie wissen, was cammen überhaupt bedeutet und was für eine besondere Art von Macht es mir gibt. Ganz abgesehen von der Kohle, die ich damit mache…

Und was passiert, wenn dein zukünftiger Chef davon erfährt?

Das ist mir egal. Ich habe kein Problem damit. Wenn meine Kollegen oder Chefs oder sonst wer eins hat, dann ist das doch nur heuchlerisch – und mit solchen Leuten möchte ich nichts zu tun haben. Außerdem fragt die Männer, die auf solchen Seiten unterwegs sind, auch niemand, ob sie sich schämen. Also warum sollte ich es dann also tun?

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