Attack On Titan - Attack On Titan – Die Riesen kommen!

Es geht alles ganz schnell, ein Knall, ein Blitz, und plötzlich berstet die riesige Mauer, die sich wie eine schützende Hand um die kleine Stadt Shiganshina legt, unter dem Druck…
Attack On Titan

Attack On Titan – Die Riesen kommen!

進撃の巨人

Es geht alles ganz schnell, ein Knall, ein Blitz, und plötzlich berstet die riesige Mauer, die sich wie eine schützende Hand um die kleine Stadt Shiganshina legt, unter dem Druck von gigantischen Fäusten. Nur wenige Sekunden später stürmen sie herein, nackte, grinsende, riesige Monster in Menschengestalt, unter einer Fontäne aus Blut, Gliedmaßen und Schreien fällt Erens Heimatort, während er von einem herbei eilenden Retter in die vermeintliche Sicherheit gezogen wird, muss er mitansehen, wie einer der meterhohen Schatten seine verschüttete Mutter in zwei bricht und dann genüsslich verschlingt, dieses Grinsen, diese Augen. Der kleine Junge mit den schwarzen Haaren schwört an diesem Tag Rache – und er wird sie bekommen.

Während meine Freundin fünf Folgen “Verbotene Liebe” nachholen muss, versinke ich in “Shingeki no Kyojin – Attack on Titan“, einem grausamen Märchen über eine fast ausgelöschte Menschheit, die sich in ein letztes Königreich irgendwo in Deutschland zurückziehen musste. Der Feind: Riesen, nackte Riesen. Sich selbst regenerierende, mysteriöse Wesen, die so grausam wie gleichgültig agieren und einen Spaß daran gefunden haben, ihre wehrlosen Opfer auf möglichst bestialische Art und Weise zu vernichten. Wer auf einen trifft, der wart nicht mehr gesehen.

Schutz bieten nur die scheinbar bis in den Himmel ragenden Mauern, die sich um die mittelalterlich anmutenden Rückzugsorte schlängeln. Wer sie gebaut hat, das weiß niemand, um ihre wahre Bedeutung ranken sich angsterfüllte und hoffnungslose Legenden. An Gott glaubt hier schon lange niemand mehr, die Steinbauten haben sich für manche zur Religion gewandelt, Maria, Rose und Sina heißen sie, ihre Namen kennt jeder.

進撃の巨人

Um für den Kampf gegen diese terroristischen Kreaturen gewappnet zu sein, tritt Eren gemeinsam mit seinen Freunden der Armee bei. Schwachstellen haben Riesen fast keine, nur ein tiefer Schnitt im Nacken setzt sie außer Gefecht. Darauf hat sich das Militär spezialisiert und bildet seine Soldaten im Umgang mit der sogenannten 3D-Manöver-Ausrüstung aus, einer Mischung aus Enterhaken, Drähten und Schwertern – die einzige Chance.

Wer nur einen kurzen Blick in die Serie wirft, der wird Zeuge einer schnell hintereinander gereihten Folge von animierten Gemetzeln, der sieht Körper an Bäumen und Hauswänden zerbersten, der sieht Blutfontänen und blitzende Zähne, der sieht Menschen, die wie Insekten zertreten werden, während ein Orchester sich dem explodierenden Bombast hingibt. Und das in einer abartigen Frequenz, die beispiellos ist.

Doch jeder dieser Tode schmerzt umso mehr, wenn man sich der Geschichte hingibt, die sich an den Jungen ohne Mutter schmiegt, an Mikasa, die letzte, von Menschenhändlern entführte, Orientalin, an den zögerlichen und feigen Armin, der schon bald seine wahre Stärke unter Beweis stellen wird. Viele dieser am Holz geplatzten Körper ist einem über die wie im Flug vergangenen Jahre ans Herz gewachsen, nur die wenigsten werden mit einem monumentalen Ableben belohnt, oft geschehen ihre letzten Atemzüge am Bildschirmrand, während die wahren Helden in Musik, Rufen und Effekten versinken.

進撃の巨人

Wer “Game of Thrones” gesehen hat, der weiß längst um den Trend der willkürlichen und kontinuierlichen Tode, “Shingeki no Kyojin” steht dem in nichts nach und setzt oft sogar noch einen drauf. Hier sterben selbst die scheinbar zentralsten Figuren, manchmal mitten in der exorbitantesten Ansprache, um der zitternden Gefolgschaft doch noch Mut zuzusprechen. Sterben ist Ehre, Überleben eine Schande. Was zählt, das ist die Existenz der Rasse. Und um die sieht es alles andere als gut aus. Selbst mit der neu entdeckten Wunderwaffe, die der Schlüssel gegen die Ausrottung sein könnte…

Sowohl der Manga als auch der darauf aufbauende Anime waren nicht nur in Japan, sondern auch im Rest der Welt ein überraschender Erfolg. Nach “Sword Art Online” hat mich kein animiertes Produkt mehr so begeistert – und das geht vielen so. “Shingeki no Kyojin” wartet mit einer Tonne aus Geheimnissen, “What the Fuck”-Momenten und purer Verzweiflung auf. Manchmal habe ich in einem Rutsch fünf bis sechs Folgen hintereinander geguckt, weil mich jedes Ende lediglich wütender und ratloser gemacht hatte. Hinter jedem gelösten Rätsel taten sich nur neue auf, wer auf eine baldige Freiheit gehofft hatte, der wird womöglich enttäuscht. Schlüssel, Väter, Gesichter, sie alle scheinen den Protagonisten entgegen zu schreien, aber gut meinen sie’s nicht.

Wer “Neon Genesis Evangelion” mochte, der wird sich auch in Maria, Rose und Sina zu Hause fühlen. Deutsche Begriffe werden hier auf typisch japanische Art und Weise etwas verquer wiedergegeben, wenn Stimmen einem in einem Sturm aus Geigen, Trommeln und Trompeten “Jäger”, “Zerstörer” und “Schöpfer” nuscheln, dann können wir nur lächeln – jedenfalls so lange, bis der nächste junge Mensch an die um die Ecke liegende Hausfassade gedrückt und in einem Schwall aus Blut, Haut und Fleisch explodiert. Es geht alles ganz schnell.

Puma

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