- Femen stürmt Fashion Week – Die redundante Entblößung

Ich liebe Brüste, genauso sehr wie jeder andere Mensch auch. Womöglich sogar ein wenig mehr. Aber das sehe ich mehr als einen persönlichen Vorteil als eine charakteristische Schwäche. Klein, groß,…

Femen stürmt Fashion Week – Die redundante Entblößung

Ich liebe Brüste, genauso sehr wie jeder andere Mensch auch. Womöglich sogar ein wenig mehr. Aber das sehe ich mehr als einen persönlichen Vorteil als eine charakteristische Schwäche. Klein, groß, straff, weich, verdeckt, entblößt. Über die Größen, Formen und Farben von Hof und Warze möchte ich erst gar nicht anfangen. Damit würde ich ein Fass aufmachen, über das Biologen und Liebhaber ganze Bücher veröffentlichen könnten. Und getan haben.

Es gibt nur wenige Sorten von sekundären weiblichen Geschlechtsorganen, die mich nicht in Ekstase versetzen, die mich kalt lassen, unberührt, ich winke ab, jaja, ist gut jetzt. FEMEN. Fast schon mitleidserregend halten mir die Aktivistinnen der ukrainischen Bewegung vereinigter Feministinnen, oder zumindest Frauen, die sich unter dem Deckmantel eben dieser verstecken, ihre Brust entgegen. Als Protest. Für eine bessere Welt. Scheinbar.

Auf der gestrigen Fashion Week in Paris stürmten sie den Laufsteg des Modelabels Nina Ricci und demonstrierten vor den Augen der Anwesenden oben ohne gegen die inhumane Kleidungsindustrie. Gegen Ausbeutung, gegen die Unterdrückung. Und ich sitze da und fühle nichts. Keinen Geist der Rebellion, kein “Ja, ihr habt Recht!” FEMEN hat sich in eine Karikatur verwandelt. In eine sich ständig wiederholende Unterbrechung, die nichts zu bewegen scheint, aber ein gern gesehener Skandal ist. Die auftauchen, gezerrt und geknipst werden, verschwinden. Der Busen als moderne Waffe.

FEMEN, das sind die neuen Tierschützer, die früher schon niemand ernst nahm, als diese mit schnell verschmierten Plakaten, zerrissenen Fellmänteln und abgestandenem Schweineblut bewaffnet die Laufstege enterten, nur leichter bekleidet. Sie fordern, sie schreien, sie gestikulieren. Doch das Ergebnis, das bleibt gleich, die Industrie, sie bleibt gleich, die Maschinerie, die bleibt gleich. Können Brüste die Welt ändern, frage ich mich dann. Und ich kenne die Antwort. Jeder kennt sie. Denn das tun sie bereits seit Jahrtausenden. Aber eben nicht so, nicht mit dieser ignoranten Redundanz. Trotz meiner Liebe.

Superdry

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5 Kommentare

  • Max

    immernoch besser als die strunzdoofen Models und mit ihren vorwürfen haben sie doch recht und solche auftritte bringen nunmal mehr als ne fuckin mahnwache. So what?

  • “FEMEN hat sich in eine Karikatur verwandelt.” so true!

  • Eva D.

    “Doch das Ergebnis, das bleibt gleich, die Industrie, sie bleibt gleich, die Maschinerie, die bleibt gleich.”
    Und wieso? Stell dir nicht dauernd Fragen, fang an sie zu beantworten. Aber ich helf dir mal: Weil pseudo alternative Schnösel wie du lieber mit dem Strom schwimmen als sich dagegen zu stellen. Weil dir dein hipper Blogeintrag wichtiger ist als Emanzipation. Weil du dich als “Elite” siehst. Ich hab so die Schnauze voll von euch!

  • chSchlesinger

    Die Kleidungsindustrie ist es, die Menschen überhaupt erst zu etwas macht. Das Pärchen aus der Hochhausbutze, das sich durch Markenklamotten einen Stadtbummel weit fühlen darf wie Prinzessin Kate und Prinz William.
    Gerade die doch ziemlich gewöhnlichen Brüste der Aktivistinnen da auf dem Laufsteg bedürfen dringend eines BHs, der sie formt und erhebt. Darüber dann eine Bluse von Nina Ricci, welche ihnen Farbe verleiht und Glanz.
    BHs und Blusen verändern unsere Welt, nicht das Gammelfleisch darunter.

  • Foto als Karikatur

    Jawoll, das nenne ich doch mal eine gelinge Aktion. In Russland würden die Damen aber dafür im Knast landen…obwohl nee, eher im Arbeitslager.
    Wieso diese Damen aber immer Ihre Brüste zeigen müssen, dass weiß auch keiner. geht denn nicht auch normaler Protest oder bekommt man dadurch nur die Aufmerksamkeit?

Superdry