Im Gespräch mit Sizarr - Im Gespräch mit Sizarr – Die netten Jungs aus Landau

„Melt! – Ihr seht alle so gut aus!“ ruft Fabian Altstötter gekonnt flirtend in die Menge. Bei gefühlten 40 Grad Celsius stehen wir im halbnackten Festivalpublikum, umringt von Biene-Maja-Schirmen und…
Im Gespräch mit Sizarr

Im Gespräch mit Sizarr – Die netten Jungs aus Landau

„Melt! – Ihr seht alle so gut aus!“ ruft Fabian Altstötter gekonnt flirtend in die Menge. Bei gefühlten 40 Grad Celsius stehen wir im halbnackten Festivalpublikum, umringt von Biene-Maja-Schirmen und Spritzpistolen. „Hier ist es verdammt heiß – das muss an euch liegen!“ Eine freiwillige Festivalhelferin füllt die Wasserbecher der eifrigsten Fans in der ersten Reihe nach. Mit wummerndem Bass kündigt sich mein Lieblingslied „Tagedieb“ an, das mit seinen schnellen Rhythmen, Kastagnetten und flirrendem Gitarrensound den Sommertag in Perfektion gipfeln lässt.

Ihr könntet sie kennen. Fabian a.k.a. Deaf Sty, Philipp a.k.a. P-Money und Marc a.k.a. Gora Sou – die drei jungen Männer die Musik aus Deutschland als Sizarr gemeinsam neu definieren. Deren rauer Gesang und Textzeilen so erwachsen sind, dass sie noch ohne Abitur in der Tasche 2010 das Melt! Festival, Hamburgs Dockville und das Berlin Festival bespielt haben. Sie sind mehr als Indie, vermischen Genres nach Laune und klingen anders als alles bisher Dagewesene. Und das mit großer Freude und Enthusiasmus.

Seit der Veröffentlichung ihres ersten Album “Psycho Boy Happy” interessiert sich auch das Ausland für die drei Ausnahmetalente; vom German Haus auf dem SXSW-Festival in Texas bis zum britischen Qualitätsblatt The Guardian – alle sind sich einig: You guys rock! Auf dem diesjährigen Melt! Festival hatte ich das große Glück, die Helden aus meiner Heimatstadt einmal persönlich zu treffen, und nach ihrem pfälzischen Lieblingsgericht, ihren Surfbrettern und Bruce Springsteen zu fragen.

Gab es ein persönliches Highlight für euch, seit der Veröffentlichung eures ersten Albums im Herbst 2012?

Philipp: Ich glaube nicht, dass man das an einem speziellen Moment fest machen kann. Die ganze Zeit ist einfach aufregend.

Fabian: Das Krasseste war am Anfang unsere Songs fertig und am Stück anzuhören, als sie vom Mastering zurück kamen. Und dann auch die CD und vor allem auch die Vinyl in der Hand zu halten. Das ist einfach geil. Man kauft sich ständig Musik, plötzlich hat man etwas Eigenes in der Hand, was nicht selbstgemacht aussieht, sondern wirklich hochwertig ist. Und dann gab es natürlich einige Festivals und Shows, die richtig geil waren.

Ihr habt das wunderschöne Liebeslied “Hast du auch so viel Spaß“ von dem Schweizer Elektro-Schlager Sänger Dagobert gecovert. Wie kam es dazu?

Fabian: Dagobert ist mittlerweile ein guter Freund von uns. Markus Ganter, der auch unser Album produziert hat, hat auch Dagoberts Album gemacht. Damals hat er fünf Wochen bei uns gewohnt, deshalb haben wir ihn kennengelernt. Unsere Mitbewohnerin Kiki macht sein Management, so war das alles sehr familiär. Dann kam die Idee mit den Covern und Remixen für die Promowoche. Wir wurden gefragt und haben das gerne gemacht.

Habt ihr einen speziellen Bezug zu Berlin, weil ihr euer Video zu „Run Dry“ im Spreepark gedreht habt?

Philipp: Das hatte mit Berlin eigentlich nichts zu tun, es gibt Leute aus Berlin die wissen nicht einmal, dass dieser verlassene Vergnügungspark existiert.

Fabian: Die Idee kam von der Produktionsfirma, wir fanden das gut.

Wie seid ihr zu Four Music gekommen?

Fabian: Wir hatten das Angebot einfach auf dem Tisch. Wir hatten das Glück, dass wir verschiedene Angebote von Labels hatten, wir mussten nicht an Türen klopfen. Four Musik kamen relativ früh auf uns zu und sagten, dass sie unsere Sachen gut finden und gerne mit uns arbeiten würden. Dann ging das Ganze weiter.

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Nervt euch das Image der Landauer Band?

Philipp: Es gibt keinen Grund dafür, dass es uns nerven sollte. Wären wir aus Berlin, würde sich an der ganzen Sache auch nichts ändern.

Fabian: Es stört uns eigentlich nicht…

Habt ihr ein typisches Pfälzer Lieblingsgericht?

Marc: Dampfnudeln.

Fabian: Ja Dampfnudeln sind schon geil. Saumagen.

Marc: Saumagen mag ich nicht.

Speckfackeln?

Philipp: Da gibt es so einiges…

Fabian: Generell Hüttenessen.

Philipp: Erbsensupp' mit Wienerle.

Hat in der Band jeder bestimmte Aufgaben, sind die Rollen verteilt?

Fabian: Nein, eigentlich nicht. Teilweise ist derjenige, der sich mit einer Sache einmal befasst hat, auch weiterhin dafür zuständig. Aber das betrifft eher den buchhalterischen Bereich. Im Proberaum ist alles gerecht verteilt.

Könntet ihr euch selbst in einem Satz beschreiben?

Fabian: Einfach total nett.

Philipp: Sau nett.

Habt ihr Groupies?

Fabian: Ja, alle schreiben immer, dass auf unseren Konzerten so viel Frauenanteil wäre.

Philipp: Kommt drauf an, welche Stadt, denke ich. Aber das ist normal, wir sind eine Boyband.

Wenn es mit der Band nichts geworden wäre, hattet ihr einen Plan B?

Philipp: Zum Glück mussten wir uns darüber keine Gedanken machen. Wir wollten seit unserer frühen Jugend immer Musik machen. Daraus hat sich eine Perspektive eröffnet.

Fabian: Wir hatten Glück, dass alles parallel lief und das Ganze schon während der Schule angefangen hat, so mussten wir uns keine Gedanken über das Danach machen.

Philipp: Wir waren froh eine Ausrede zu haben.

Habt ihr eine Traumstadt wo ihr gerne leben würdet?

Phillip: Auf jeden Fall Los Angeles. Das wäre eine Traumstadt für mich. Aber es gibt einige Städte, die toll sind.

Marc: Es kommt drauf an, was man dort macht, dann ist es ziemlich egal.

Fabian: Ich hätte gerne ein Haus auf jedem Kontinent der Erde.

Philipp: Ich würde auf jeden Fall irgendwann gerne am Meer leben.

Du surfst?

Philipp: Ich habe angefangen zu surfen. Aber ich kann es noch nicht.

Marc: Ich habe ein Surfbrett.

Philipp: Ja, ich habe auch noch ein Surfbrett!

Fabian: Wir waren mal alle zusammen im Surf Camp.

Auf welcher Bühne würdet ihr gerne mal stehen?

Philipp: Letztens habe ich eine tolle auf Facebook gesehen. Auf dem EDC Festival in Las Vegas. Das wäre auch eine Traumstadt.

Irgendwelche musikalischen Guilty Pleasures euerseits?

Philipp: Ich höre nichts wofür ich mich schäme…

Fabian: Schämen muss man sich für nichts. Ich höre viele Sachen, die viele Leute sehr cheesy finden. Momentan habe ich meine Classic-Rock-Phase.

Bruce Springsteen?

Fabian: Ja, “Dancing in the Dark” zum Beispiel finde ich sehr gut. Auch Meat Loaf.

Haben eure Eltern euch bei eurer Musik immer unterstützt?

Fabian: Ja schon. Philipps Vater hat eine Band. Hatte oder hat? Marc spielt schon ewig Drums. Meine Eltern waren auch immer cool mit allem, was wir gemacht haben.

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Wart ihr im Chor?

Philipp: Im Bläserensemble.

Fabian, du magst keine Bars. Geht ihr allgemein gerne aus?

Philipp: Also ich mag Bars.

Fabian: Ich finde Bars nicht so gut. Clubs finde ich manchmal ganz gut.

Marc: Ich kenne keine Leute, da wo ich wohne, deswegen gehe ich höchstens einmal im Monat aus. Ich wohne in Heidelberg. Ich kenne nur meinen Mitbewohner und ein paar andere.

Fabian: Ich und Philipp wohnen zusammen in Mannheim.

Philipp: Wir mögen Goa-Partys.

Fabian: Undergroundzeugs.

Philipp: Wir gehen genau so aus wie andere Leute auch.

Fabian: In Mannheim gibt es nicht viel Auswahl, das ist das Problem. Da gibt es einmal im Jahr eine Party, auf die es sich lohnt zu gehen.

Marc: Ich gehe lieber auf Konzerte.

Fabian: Oder auf Festivals, wo wir spielen und gleichzeitig Shows sehen können.

Philipp: Das ist unser Luxus, wir können viele Konzerte umsonst sehen.

Welcher Künstler läuft bei euch zuhause rauf und runter?

Marc: Ich höre immer hundert Sachen auf einmal.

Fabian: Das neue Kanye-West-Album finden wir sau geil. “Yeezus!”

Wie haltet ihr von Künstlern wie Jay-Z, die ihr neues Album mit einer Marke wie Samsung rausbringen?

Fabian: Das ist eben die Kommerzschiene.

Marc: In der Beziehung schlägt Kanye Jay-Z um Längen. Er macht einfach genau, was er will, und setzt seine Ideen um. Er ist mutig.

Fabian: Das Kanye-Album ist ein Statement, viel mehr als das Jay-Z-Album.

Was haltet ihr von Industry Events wie dem SXSW?

Marc: Das ist schwierig.

Philipp: Es war ein geiler Trip dorthin und wir hatten eine arschgeile Zeit.

Auf das Event an sich hätte ich als Businessperson keinen Bock. Auch als Privatperson nicht. Es ist so unglaublich viel los.

Marc: Der Event ist extrem zugesponsort. Es verfehlt seinen Sinn. Trotzdem ist es eine große Party.

Welches Event lohnt sich als Privatperson?

Philipp: Das Sonar Festival.

Marc: Das war super. Aber man muss die Musik auch mögen. Das Iceland Airwaves in Reykjavik war sehr nice. Aber auch arschkalt.

Was steht jetzt für euch an?

Fabian: Wir spielen jetzt auf vielen Festivals im Sommer. Den Rest des Jahres widmen wir unserem neuen Album.

Gibt es noch eine Frage, die ich euch stellen soll?

Fabian: Ja, zum Beispiel wie ich das immer mit meinem Bizeps mache. Der ist einfach so stark und sieht so gut aus. (lacht)

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