Die Modeblogger-Krankheit - Hört auf, auf den Boden zu gucken!

Wenn deine Freundin einen Modeblog besitzt, obwohl sie von Fashion ungefähr so viel Ahnung hat, wie Karl Lagerfeld vom Sonnenlicht, dann kennst du das Problem. Sie drückt dir mit den…
Die Modeblogger-Krankheit

Hört auf, auf den Boden zu gucken!

Wenn deine Freundin einen Modeblog besitzt, obwohl sie von Fashion ungefähr so viel Ahnung hat, wie Karl Lagerfeld vom Sonnenlicht, dann kennst du das Problem. Sie drückt dir mit den Worten „Mach mal Fotos von meinem neuen Outfit!“ (was ungefähr so viel heißt wie: „Ich habe die Air Max jetzt auch in grün!“) ihre Digicam in die Hand und ihr watschelt in den Garten. Yeah, endlich mal wieder Shooting-Time, Bitches!

Anstatt jedoch keck, sympathisch oder mit dieser unwiderstehlichen Mischung aus Coolheit, Laszivität und Besonderheit in die Linse zu gucken, starrt sie erst mal zehn Minuten auf den Boden und wundert sich dann, warum du nicht abdrückst. „Hallo, wird das heute noch was?!“, ruft sie dir zu. Du bist verwirrt und etwas überfordert. Wo glotzt sie hin? Auf die Schuhe? Ameisen? „Ähm, Schatz, hast du deine Kontaktlinse verloren?“

Mit diesem Spruch hast du dir gerade eine Nacht auf der Couch gesichert, denn warum Modemädchen lieber direkt in den Erdball stieren, obwohl sie doch so von sich und ihrem Stil überzeugt sind, dass am besten die ganze Welt davon erfahren muss, wissen sie nicht einmal selbst. Schüchtern? Kamerascheu? Würden manche von ihnen womöglich besser damit zurechtkommen, wenn sie ihre Klamottenauswahl nur verbal beschreiben?

„Damit niemand die seelenlosen Augen sieht“, rät David die Gründe für die neue Internetkrankheit. „Weil sie sich doch insgeheim für ihren nachgemachten und einfallslosen Style schämen“ meint Tine. „Sie suchen das Niveau von AMY&PINK“, schreibt Jakob, engagierter Stecher der bekannten Modebloggerin Anna FrOst und selbsternannter Social-Media-Experte. Sehr witzig, Herr Adler!

Fakt ist: Egal, wie geil ihr ausseht – Fotos, auf denen ihr den Boden mit euren Blicken durchstechen wollt, nützen niemandem etwas. Euch nicht, weil ihr dadurch rüberkommt, als hättet ihr immer noch genau so viel Selbstbewusstsein wie früher, bevor ihr das Wundermittel namens Anorexie für euch entdeckt habt und euch die Kinder in der Hauptschule mit angeleckten Milchschnitten beworfen haben. Und zwar gar keins.

Und euren Leserinnen (und Stalkern) auch nicht, weil sie sich garantiert nicht mit jemandem identifizieren wollen, der so wenig Vertrauen in sich und seinen Style hat, dass er nicht einmal für ein paar Sekunden gerade ausschauen kann. Ihr lauft doch auch nicht auf offener Straße so ängstlich, verklemmt und introvertiert herum, oder? „Hey du da, Achtung, Laterne! Ups…“ Na also. Es wird endlich Zeit, das zu ändern!

Werfen wir doch mal einen Blick auf die ganzen schwedischen Modeblogger, die diese Selbstvermarktung irgendwie seit Anbeginn der Zeit im Blut haben und das eh besser können als ihr. Womöglich haben sie zu viel Abba gehört oder sie essen mehr Fisch oder sie wissen einfach, dass alle Schweden gut aussehen. Was macht Kenza? Was macht Filippa? Was macht Shelley? Genau: Alles, außer auf den Boden gucken!

Normalerweise hole ich bei meinen Lebenstipps ja immer sehr weit aus. Um euch ein Verständnis für die Lage zu vermitteln und ein Bewusstsein für euch und eure Wirkung auf andere zu schaffen. Aber dieses Problem ist so einfach aus der Welt zu schaffen, dass allein seine Erwähnung schon fast peinlich ist. Deswegen jetzt und hier die wirklich sehr ausgedehnte Erklärung der Lösung. Okay, seid ihr bereit? Tief durchatmen…

Okay, drei, zwei, eins…: WENN JEMAND EINE SCHEISS KAMERA AUF EUCH HÄLT, DANN GUCKT IHR DA GEFÄLLIGST REIN! Das war’s, das ist das ganze Geheimnis! Ihr guckt weder auf den Boden noch die Vögel an noch auf die Uhr noch dreht ihr euren Kopf um 180 Grad, und wenn ihr auch nur auf den Gedanken kommt, ein Duckface zu machen, dann löscht euren Blog und legt euch zurück zu ins Solarium!

Lächelt ein wenig oder macht einen coolen Gesichtsausdruck, aber fegt euer imaginäres Publikum mit einem so krass durchdringenden Blick weg, dass sie nicht anders können, als euch zum Fashion-Blogger des Jahres zu küren oder was auch immer euer Preis dafür ist, dass ihr tagtäglich eure H&M-Garderobe ins Internet stellt. Es wird höchste Zeit, diese Krankheit zu besiegen – bevor der Boden irgendwann mal zurück guckt!

Forever 21

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