Die Facebook-Zensur - Jürgen Domian und der Papst

Die Geschichte wäre eigentlich gar nicht so schlimm. Der bekannte Radiomoderator Jürgen Domian, der schon unzähligen Hackfleischfickern das Leben gerettet hat, hat auf Facebook einen kritischen Post über den neuen…
Die Facebook-Zensur

Jürgen Domian und der Papst

Die Geschichte wäre eigentlich gar nicht so schlimm. Der bekannte Radiomoderator Jürgen Domian, der schon unzähligen Hackfleischfickern das Leben gerettet hat, hat auf Facebook einen kritischen Post über den neuen Papst Franziskus geschrieben. Wortlaut: „„Manche Menschen wachsen mit und in ihrem Amt. Und so werden wir uns vielleicht noch über Franziskus wundern. Hoffen wir es! Geben wir ihm eine Chance! In einem halben, spätestens einem Jahr wissen wir mehr.“ So weit, so gut. Ich meine: Voll krass, Blasphemie!! Oder so.

Das hätte auch niemanden gejuckt, außer die paar Fans, die das geliked haben, hätte, ja hätte Facebook die Statusmeldung nicht plötzlich gelöscht. Anscheinend haben sich so viele Jesus-Liebhaber beschwert und auf einen kleinen Button geklickt, der einen Algorithmus auf dem größten sozialen Netzwerk der Welt ausgelöst und die Gotteslästerung ins digitale Jenseits befördert hat. Für immer.

Das hat den sonst so verständnisvollen und ruhigen Domian natürlich zur Weißglut gebracht. In einem neuen Post beschwerte sich der 55-Jährige deswegen direkt bei Herrn Zuckerberg, was das bitteschön soll, wer denen das Recht gibt, einfach Meinungen zu zensieren, so etwas halt. Fast 20.000 Menschen haben auf Like gedrückt, Facebook entschuldigte sich kleinlaut.

Das Bemerkenswerte an diesem Vorfall ist das Bewusstsein, dass so langsam bei den Nutzern von Facebook durchdringt. Und nicht nur dort. Überall, wo feste Hausregeln gelten. Menschen dürfen Facebook, Google+ und Instagram gerne konsumieren, aber bitte nur so, wie es sich ihre Macher vorstellen. Wird es kritisch, wird zensiert, gelöscht, gebannt. Meinungen, Titten, Konkurrenzprodukte? Ne ne, so nicht! Hier, spiel’ brav dein FarmVille oder du verlierst alle deine seit Jahren gesammelten Freunde, Fotos und Videos! Viele kuschen da lieber, anstatt zu rebellieren.

Und das unterstützt nur wieder meine Meinung, die ich schon hatte, nachdem ich meinen ersten Internetanschluss bekommen habe: Ich möchte über alles, was ich mache, mein eigener Herr sein. Wenn ich Brüste posten will, dann mache ich das auch, wenn ich den Papst dissen will, dann mach ich das auch, wenn ich mehr als 140 Zeichen am Stück schreiben möchte, dann mach ich das auch! Voll der Aufständische.

Ich nutze Facebook, Twitter und die anderen sozialen Netzwerke lediglich als Repeater für AMY&PINK. Ich würde niemals komplett auf eines dieser Angebote setzen, weil ich nie wüsste, wer wann was und wie mit dem Zeug macht, dass ich dort hoch lade. „Nippel präsentieren, Hakenkreuze verunstalten und andere Blogger verarschen, das geht hier aber nicht, Herr Winatschek. Hier ist alles Disney!“

Wenn wir nicht Geld damit verdienen würden, dass wir unsere Artikel auch noch durch Facebook, Twitter und Pinterest jagen, dann würde ich aber so dermaßen einen riesigen Bogen um diese ganze Social-Media-Scheiße machen, das könnt ihr mir aber glauben. Weil, außer vielleicht Tumblr, keine dieser Webseiten auch nur annähernd so transparent, kommunikativ und benutzernah ist, wie ich mir das wünschen würde.

Deswegen kann ich jedem, der im Internet auch nur länger als ein paar Sekunden unterwegs ist, nur raten: Mietet euch für ein paar Euro im Monat einen Webserver, haut ein Open-Source-Content-Managementsystem drauf und geht mit eurem eigenen Blog an den Start! Nicht Blogspot, nicht WordPress.com! Denn nur so könnt ihr ganz allein entscheiden, was ihr veröffentlicht und für wen und sowieso.

Ich bete den Tag herbei, an dem Social Media nicht mehr bedeutet, dass man auch ja einen Account auf ein paar monopolistischen Angeboten besitzt, sondern seine komplett eigenen Projekte und Ideen auslebt, fern von irgendwelchen idealistischen und fremden Rahmenbedingungen, Zwängen und Zensuren. Das Internet könnte (wieder) so viel mehr sein als nur Facebook, Twitter & Co. Wir müssen es nur wollen!

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