Goodbye, Google Reader! - Tod eines Standards

Wenn ihr nicht gerade Hardcore-Blogger seid, die schon bei der ersten Tasse Kaffee am Morgen zombiehaft das Internet nach dem neuesten Shit durchforsten (und das gerne mal bis in die…
Goodbye, Google Reader!

Tod eines Standards

Wenn ihr nicht gerade Hardcore-Blogger seid, die schon bei der ersten Tasse Kaffee am Morgen zombiehaft das Internet nach dem neuesten Shit durchforsten (und das gerne mal bis in die späte Nacht oder noch weiter durchziehen), dann habt ihr wahrscheinlich keine Ahnung davon, wer oder was RSS ist. Dabei ist das quasi das Beste, was das Netz je hervor gebracht hat. Neben diesem Gif. Natürlich.

Mit Hilfe von Rich Site Summary – oder eben kurz RSS – lassen sich Informationen aus Webseiten und Blogs, ja sogar aus YouTube-Channels, Facebook-Pages und Tumblr-Posts herauslesen und gebündelt in einem sogenannten Feedreader zusammenfassen, ohne, dass ihr die jeweiligen Seiten immer wieder einzeln und ohne zu wissen, ob überhaupt etwas Neues veröffentlicht wurde, aufrufen müsst.

Der Feedreader aktualisiert sich alle paar Minuten von selbst, so dass ihr euch eigentlich nur noch gemütlich davor setzen müsst und euch mit freudiger Erwartung durch die Fülle an neuen Artikeln aus der ganzen Welt klickt, bis euch etwas gefällt. Die Erfindung und Durchsetzung von RSS hat das Leben der seltsamen Menschen, die sich jeden Tag aufs Neue im Netz herum treiben, enorm vereinfacht.

Gab es früher mehrere Programme, mit denen man das machen konnte, hatte sich irgendwann der Google Reader als Standard durchgesetzt. Er war schnell, einfach zu handhaben und – naja, eben von Google. Marktherrschaft vorprogrammiert. Er wird von quasi allen Bloggern, die ihr auch nur irgendwie geil findet, verwendet. Mehr noch: Sie sind auf das Teil angewiesen. Mich kurz genommen eingeschlossen.

Deswegen war der Aufschrei in der Blogosphäre auch groß, als Google heute Nacht nicht ganz so überraschend angekündigt hat, den Google Reader nach knapp acht Jahren einzustellen. Die Nutzerzahl sei immer mehr zurück gegangen, heißt es. Twitter und Facebook hätten das Programm als Neuigkeitenschleuder überflüssig gemacht. Am 1. Juli ist Schluss. Und jetzt herrscht hier die pure Panik.

Tatsächlich habe ich momentan um die 1.200 Feeds abonniert. Nicht alle davon stammen von Blogs, sondern da sind auch ‘ne Menge Video- und Tumblr-Accounts dabei. Das sind meine Quellen, um euch tagtäglich den neuesten Scheiß hier auf AMY&PINK zu präsentieren. Ich stehe morgens auf, mach mir ‘ne Schüssel voller matschiger Cornflakes und fange an, den von oben nach unten durchzublättern.

So machen das alle von uns, das ist unser Job – neben süße Katzenbabys auf Reddit angucken. Und jetzt haben wir bis zum 1. Juli Zeit, unsere Daten zu exportieren und ihnen ein neues Zuhause zu suchen. Aber wo? Alternativen gibt es viele, doch das ist ungefähr so, wie wenn dich Facebook oder Twitter plötzlich rauswerfen und dir hinterher schreien: „Und lass’ dich hier nie wieder blicken, du Vollidiot!“

Also stehen wir jetzt hier im Regen, mit unseren Feeds in den Armen, und wissen nicht wohin. Lifehacker stellt ein paar Alternativen vor, um euch schnell wieder in Ruhe schlafen zu lassen. NetVibes soll gar nicht so schlecht sein, Feedly hat mit Normandy gleich ein Projekt gestartet, um gestrandete Google-Reader-Nutzer aufzunehmen, und NewsBlur gibt es auch noch. Noch nie gehört, aber gibt’s auch noch.

Obwohl der vorhersehbare Schock über die Einstellung des Standardprogramms groß ist, so haben viele amerikanische Blogs schon in der Nacht erklärt, dass die Einstellung des Google Readers gar nicht so schlecht ist. Sowohl für uns als auch für RSS an sich. So schreibt zum Beispiel Marco Arment, der Erfinder von Instapaper, auf seinem Blog, dass der Google Reader quasi den Markt für RSS-Produkte mit seiner Dominanz zerstört hat und es jetzt Zeit wird, das Loch, das der Google Reader zurück lässt, durch Innovationen und Neuerungen wieder zu füllen.

Und jetzt sitzen wir hier und überlegen uns, welchen Weg wir einschlagen. Und wir haben keine Ahnung. Was macht ihr denn? Sucht ihr euch mit NetVibes, Feedly oder NewsBlur eine Alternative aus? Gebt ihr euch mit Webangeboten wie Bloglovin’ zufrieden? Verlasst ihr euch ab jetzt vollends auf eure Newsstreams auf Facebook und Twitter? Oder surft ihr eure Lieblingsblogs einfach wie gewohnt manuell und nacheinander an? Wir sagen auf jeden Fall mal: Goodbye, Google Reader! Wir werden dich in Zusammenarbeit mit der App Reeder vermissen! Echt jetzt…

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