Spring Breakers - Selena Gomez in Berlin

Was machen Berliner Jugendliche, wenn sie mal keine Busfahrer verprügeln oder Hipstern die iPads am Hermannplatz klauen? Genau: Sie stehen in einer klebrigen Masse am Potsdamer Platz und schreien vier…
Spring Breakers

Selena Gomez in Berlin

Was machen Berliner Jugendliche, wenn sie mal keine Busfahrer verprügeln oder Hipstern die iPads am Hermannplatz klauen? Genau: Sie stehen in einer klebrigen Masse am Potsdamer Platz und schreien vier Stunden lang wie am Spieß durch die Gegend. Der Grund: Die Deutschlandpremiere von “Spring Breakers“, dem neuen Wir-machen-jetzt-einen-auf-wasted-Streifen von Selena Gomez, Vanessa Hudgens und zwei anderen.

Obwohl wir uns ein paar dieser pinken VIP-Bändchen geklaut hatten, mit denen wir quasi ein Interview mit Selena Gomez’ Vagina hätten führen dürfen, waren wir zu dumm mit den Dingern wirklich umzugehen und landeten im Käfig der Fotografen, die darauf warteten, dass sich irgendeine Schnapsnase auf dem roten Teppich für wichtig genug hielt, um vor die mit Logos verzierte Wand zu treten und sich im Blitzlichtgewitter zu sonnen.

Tatsächlich sind die Knipser auf solchen Events die besten Gesprächspartner. Mit den Fans kannst du nicht labern, weil sie viel zu sehr damit beschäftigt sind, Liebesgrüße herumzubrüllen und einem Sadisten von ProSieben-Moderator Songs von Britney Spears ins Mikro zu “singen”, den Stars darfst du keine selbstgebastelten Vibratoren schenken, weil du dann gleich von einem Bodyguard weggebumst wirst, und dich selbst anfassen macht auch keinen Spaß, weil es arschkalt ist und du am Ende noch auf der großen Assileinwand auftauchst.

Also standen wir da mit dem Mitarbeiter einer dieser abmahnwütigen Bildagenturen und einem Journalisten von der BILD und guckten brav zu, wer heute alles so auftaucht. Die Liste, die vorher hastig herumgereicht wurde, versprach jedenfalls nichts Gutes: “Germany’s Next Topmodel”, “Gute Zeiten, schlechte Zeiten”, “Ich bin ein Star, holt mich hier raus!”. Hinter manchen Namen stand gar keine Erklärung. Was bedeutete, dass nicht einmal die Verfasser dieses Wisches wussten, was der oder die eigentlich so macht. Vielleicht Pornos? Und los ging’s…

Das Sams.

Die mit den dicken Hupen.

Was das?

Keine Ahnung, aber ich mag ihre Schuhe.

Der mit den nackten Mädels auf’m Shirt.

Öhmmm….

Selenaaaaaaaa!!!! OH GOTT!!! SELENAAAAAAAA!!

DIE ANDERE, DIE DA NOCH MITSPIELT!!!

Alle und die Brüste von Selena Gomez.

Das Mädchen, das uns die ganze Zeit “I love Justin Bieber!!” ins Ohr brüllte.

Obwohl “Spring Breakers” von dem Typen gemacht wurde, der auch schon das Drehbuch für “Kids” geschrieben hat, und zwar Harmony Korine, ist das Urlaubsabenteuer von der Epik des Larry-Clark-Meisterwerks ungefähr soweit entfernt wie deine Geschlechtsteile von Selenas Gesicht. Handlung, Tiefe oder Gefühle hat der Streifen nicht, dafür besteht die 90-minütige Wichsvorlage aus “Girls Gone Wild-“Ausschnitten, Satzwiederholungen und Szenen, in denen Vanessa Hudgens im Bikini auf die Straße pisst.

Die Transformation der süßen High-School-Mädchen in blutrünstige Gangster geht so flach vonstatten, dass nicht einmal James Franco als ausgeflipptes “Alien” die Katastrophe verhindern kann, in die “Spring Breakers” mündet. Selena Gomez wird in der Hälfte des Films vorsichtshalber herausgeschnitten. Was auch gut so ist. Denn bis zu diesem Punkt heulten die Fans von “Die Zauberer vom Waverly Place” schon Rotz und Wasser, warum ihre Heldin in einem Film mitspielt, in dem öfter Ficken, Fotze und Schlampe gesagt wird als in der Grundschulgang deines kleines Bruders.

“Spring Breakers” besteht aus schönen Bildern. Vorausgesetzt du stehst darauf, wenn die Schnittfolgen aus geleckten Titten und roten Sonnenaufgängen bestehen. Unterlegt mit den ständig selben Worten. Als müsste dir Harmony Korine zehnmal erklären, was gerade passiert ist, weil du bei den ersten neun Mal zu sehr damit beschäftigt warst, deine Latte zu verstecken, weil deine Freundin mit ihrem Vater neben dir sitzt.

Wahrscheinlich werde ich mir extra wegen diesem Film einen riesigen HD-Fernseher kaufen und anschließend “Spring Breakers” in Dauerschleife laufen lassen. Natürlich ohne Ton. Schließlich war für mich das Ende der Fahnenstange erreicht, als “Scary Monsters and Nice Sprites” von Skrillex in der Orchesterversion einsetzte, während gerade Gehirnstücke durchs Pimpbad flogen. Spring Break forever! Oder so.

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Tally Weijl

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