Im Gespräch mit Theophilus London - Karl Lagerfeld ist ein Cutie

Theophilus London ist in der Musikszene zu einer Modeikone geworden. Mit seinem Stil inspiriert er neben Kanye West eine Jugendkultur, die die neuen Gefühlswelten des elektronischen R’n’Bs mit offenen Armen…
Im Gespräch mit Theophilus London

Karl Lagerfeld ist ein Cutie

Theophilus London ist in der Musikszene zu einer Modeikone geworden. Mit seinem Stil inspiriert er neben Kanye West eine Jugendkultur, die die neuen Gefühlswelten des elektronischen R’n’Bs mit offenen Armen empfängt und zum Genre ihres Lebensstils erwählt hat. Zurzeit ist der amerikanische Rapper aus New York in der Ausstellung “The Little Black Jacket” von Karl Lagerfeld zu sehen und tourt mit Hits wie “Flying Overseas” aus seinem Album durch die Welt. Vergangene Woche lud Fashionation von Peek & Cloppenburg zu seinem einmaligen privaten Konzert ein, bei dem er mit seiner Crew auf der Bühne auch die letzten versteiften Sekt-Trinker auflockerte und zum Tanzen brachte.

Na, wie gefällt dir Berlin? Warst du hier abends schon mal unterwegs?

Ja, ich bin schon hier in Berlin ausgegangen.

Hat es dir gefallen?

Mir hat es echt gut gefallen. Ich mag die Clubszene, die Frauen, die Musik, die in den Clubs zu hören ist, die Lichter, das Essen hier, ich liebe alle Frauen hier.

Scheint dir Weggehen nicht manchmal oberflächlich?

Nein, es ist okay. Ich mag es, auszugehen und einfach eine gute Zeit zu haben.

Also ist es nie oberflächlich?

Manchmal.

Wann?

Wenn Leute um mich sind und zu mir kommen, aber das ist okay.

Wenn du sagst “es ist okay”, denkst du dir, das ist Teil deines Lifestyles ein Star?

Ich denke mal schon.

Also ist das der Preis, den du dafür bezahlst?

Mhm. (nickt)

Was musst du noch bezahlen?

Viele Dinge im Leben gibt es umsonst.

Welche Dinge?

Klamotten, Parties, Drinks…

Frauen?

Yeah. Liebe ist frei, natürlich. Frauen sind frei, Männer sind frei.

Das ist wahr. Also siehst du das gar nicht so, dass du etwas zu zahlen hast?

Was meinst du mit bezahlen? Meinst du, dass ich arbeiten muss?

Genau, die schlechten Seiten eben.

Nein, das ist okay. Ich mag es, zu arbeiten.

Du scheinst sehr glücklich mit deinem Leben zu sein. Das ist echt toll!

Ja, ich bin mit allem glücklich.

Lass uns über deine Musik sprechen. Was denkst du darüber, wenn deine Musik als “Hipster-Musik” kategorisiert wird?

Wenn Menschen etwas hören, das sie nicht gewohnt sind, schieben sie es in eine Schublade, eben weil sie es nicht gewohnt sind, weil es etwas Neues ist. Man kann es nennen, wie auch immer man möchte.

Du hast mal gesagt, dass du heute sowas wie ein Label bist. Die Leute konsumieren alles von dir, deine ganze Persönlichkeit, nicht nur deine Musik. Kannst du das erklären?

Ich denke, das liegt an den Zeiten, in denen wir sind. Es ist heute mehr als Musik.

In was für Zeiten sind wird denn?

Internet-Zeiten.

Die Internet-Zeiten. Also keine Privatsphäre? Man möchte alles vom Menschen. Denkst du, wir sind einsamer als vorher?

Ja.

Ja, das ist hart. Das Komische ist… Warum spreche ich überhaupt und nicht du? Du solltest reden.

(lachen)

Aber das Komische ist, das Facebook vorgibt, zu verbinden, aber am Ende sitzen wir ja doch alle einsam vor dem Monitor und beobachten das Leben der anderen.

Ja.

Möchtest du etwas sagen?

Ich möchte den Leuten sagen: Shut up everybody. I love you! Ich liebe dich! (tatsächlich auf Deutsch)

(lachen)

Das ist gut. Okay, was kann ich dich noch fragen?

Frag mich, was für Mädchen ich mag.

Was für Mädchen magst du?

Ich mag Mädchen mit dunklen Haaren. Ich Mag Mädchen, die schwarze Hosen tragen. Ich mag Mädchen, die braune Boots tragen und ich mag Mädchen, die ein schwarzes Shirt tragen.

(lachen)

Okay, gut zu wissen. Als Kanye West einmal nicht zur Show von Lavin erschienen ist, hat man dir den Platz in der Front Row gegeben und plötzlich warst du der “coole schwarze Junge” wie du selbst sagtest. Denkst du, dass du manchmal von Leuten benutzt wirst, damit diese sich als tolerant darstellen können?

Ja, ich denke schon, dass sie das machen, um zu zeigen, dass sie tolerant sind.

Wie fühlt sich das an?

Es fühlt sich gut an. Es ist ein gutes Gefühl.

Wenn sie dich benutzen, um zu zeigen, dass sie tolerant sind?

Es ist so: Wenn Leute dich nicht benutzen, dann bist du nutzlos. Wenn dich keiner benutzen will, bist du ein Nichtsnutz.

Das ist wahr.

Ich erlaube ihnen, mich zu benutzen.

Du bist in Trinidad geboren. Fühlst du Einflüsse?

Nein, tue ich nicht.

Aber haben dich deine Eltern anders erzogen, als außerhalb?

Ja, das haben sie.

Kannst du das beschreiben?

Sie haben mein Leben verändert. (lachen)

Bist du gerade voll bei dir?

Nein, ich bin einfach cool drauf. Ich finde dich hübsch.

Danke. Denk’ dir was Neues aus. Das habe ich schon ‘mal gehört.

(lachen)

Ich möchte es dir immer und immer wieder sagen.

Du sprichst so wenig. Ich bin diejenige, die gerade spricht.

Ich wünschte, ich wäre deine Freundin.

Du wünschst dir, meine Freundin zu sein. Warum?

Weil du hübsch bist. Ich möchte mehr über dich erfahren. Ich möchte in deinen Kopf gelangen.

Nein, ich denke nicht, dass du das willst.

Warum? Weil du es bist, die es nicht will. Magst du deutsche oder schwarze Typen?

Ich liebe jede Kultur.

Hast du schon einmal einen schwarzen Typen geküsst?

Zurück zur Frage. In deinen Lyrics benutzt du das Wort “Bitch” nicht. Du weißt das Mädchen zu schätzen, du stellst sie anders dar als im Hip Hop.

Ich schätze Frauen.

Wie kommt es, dass Männer im Hip Hop “Bitch” sagen?

Manche Mädels sind Bitches. Bitches sind cool. Ich mag Bitches. Bitches haben etwas Freches, sie haben Geschmack, sie haben Swag.

Meinst du richtige Bitches oder coole Bitches?

Coole Bitches. Was ist für dich eine Bitch?

Naja, heute benutzen sie das Wort anders als damals.

Wenn ich sage, du bist eine sexy Bitch, ist das schlecht?

Ja.

(lachen)

Warum neigen Musiker dazu, zu sagen, dass sie “Gucci und Prada tragen”?

Die Leute wollen es einfach wissen.

Ist es, um Frauen zu beeindrucken?

Nein, es ist um Männer zu beeindrucken. Jeder Mann mag Männer.

Karl Lagerfeld hat dich für die Ausstellung “The Little Black Jacket” fotografiert. Wie war es, mit ihm zusammen zu arbeiten?

Er ist ein guter Mensch. Ich liebe ihn. Ich möchte Babys mit ihm. Ich will. Er ist ein Cutie. Weißt du, ich gebe einen Scheiss auf Hip Hop. Ich gebe einen Scheiss auf Bitches im Hip Hop. Mir ist egal, als was Männer Frauen bezeichnen. Ich interessiere mich für real Shit. Ich habe dreckige Gedanken. Ich mag Mode, ich mag Musik. Das ist es, was mich zurzeit einfach interessiert, und ich habe dreckige Gedanken. Ich denke an Sex.

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4 Kommentare

  • myopinion

    Okay. Der Mann, dessen Vorname eine Geschlechtskrankheit ist, will jetzt die Interviewerin bumsen. Check. Verstanden.
    Um mehr geht es in dem Interview nicht. Schade? Ja.

  • myopinion

    Zitet:
    “Er ist ein guter Mensch. Ich liebe ihn. Ich möchte Babys mit ihm. Ich will. Er ist ein Cutie. Weißt du, ich gebe einen Scheiss auf Hip Hop. Ich gebe einen Scheiss auf Bitches im Hip Hop. Mir ist egal, als was Männer Frauen bezeichnen. Ich interessiere mich für real Shit. Ich habe dreckige Gedanken. Ich mag Mode, ich mag Musik. Das ist es, was mich zurzeit einfach interessiert, und ich habe dreckige Gedanken. Ich denke an Sex.”

    Lest ihr auch mal was da steht?

  • Was für ein Vollpfosten…

  • chesus

    einfach ein lässiges interview! von beiden seiten…