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New York Post - Die traurige Geschichte des Ki Suk Han

Die New York ist so etwas wie die BILD oder The Sun der Vereinigten Staaten. Sie würde am liebsten von gefährlichen Killer-UFOs und legendären Illuminatitreffen berichten, aber das kauft einem…
New York Post

Die traurige Geschichte des Ki Suk Han

Die New York ist so etwas wie die BILD oder The Sun der Vereinigten Staaten. Sie würde am liebsten von gefährlichen Killer-UFOs und legendären Illuminatitreffen berichten, aber das kauft einem ja heute niemand mehr ab, also drehen sie Geschichten gerne fünfmal herum, bis sie einen skandalösen Sinn ergeben. Print muss sich ja schließlich irgendwie verkaufen.

Unsere Freunde in Amerika haben sich daran gewöhnt, dass unterdurchschnittlich dumme Menschen so etwas lesen, und lassen sich davon nicht beeindrucken, nur diese Story, die die New York Post heute morgen auf der Titelseite hatte, bringt selbst die ruhigsten von ihnen zur Weißglut. Und reißt sie zu verbalen Aussetzern hin. Es geht um den Tod eines unschuldigen Menschen und wie man das am besten ausschlachtet.

Der Herr auf dem Foto heißt Ki Suk Han. Er ist 58 Jahre alt, Vater und Ehemann. Und er wurde gestern Abend von einem noch unbekannten farbigen Mann auf die Gleise der New Yorker U-Bahn geworfen. Der Fotograf R. Umar Abbasi war zufällig vor Ort und bannte die letzten Sekunden des hilflosen Mannes auf seine Speicherkarte. Kurz bevor dieser von dem Zug erfasst wurde und kurz darauf starb.

„Das aktuelle Cover der New York Post fasst perfekt zusammen, zu was für einer Art von Gemeinschaft wir verkommen sind”, schreibt Melanie Collins auf Twitter. „Schande über euch, ihr widerlichen, erbärmlichen Pseudo-Menschen.“ Ryan J. Davis meint: „Liebe Mit-New-Yorker: Es gibt keinen Grund die New York Post zu lesen. Sie ist keine echte Zeitung!“ Und Robert Roman verfasst: „Anscheinend blieb genügend Zeit, um mehrere Fotos zu machen, anstatt zu versuchen, dem Mann zu helfen. Es gibt noch einiges zu tun…“

Und genau hier liegt der springende Punkt: Der Fotograf R. Umar Abbasi, von dem das Bild stammt, behauptet, dass er den Fahrer der U-Bahn mit dem Blitzlicht seiner Kamera warnen und zum Halt zwingen wollte, weil er sich bewusst war, dass er den Mann kaum von den Gleisen hätte ziehen können. Und so schreibt das auch die New York Post. Doch wer kann schon das Gegenteil beweisen?

Tatsächlich zeigt das aber mal wieder eine Sache ganz deutlich: Zu welchen drastischen Mitteln Tageszeitungen heutzutage greifen müssen, um sich gegen das Printsterben überhaupt noch zur Wehr setzen zu können. Wir dürfen also schon mal gespannt sein, welche BILD-Titelseiten uns in den nächsten Jahren wohl noch entgegen schlagen, kurz bevor das Blatt eingestellt wird und sich komplett der digitalen Leserschaft widmet.

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3 Kommentare

  • Max

    und ihr bringt das Bild dann gleich zweimal? Ein bisschen Selbstreflexion würde manchmal auch nicht schaden..

  • Mich macht die Aussage des Fotografen wütend. Er war sich also bewusst, dass er den Mann nicht von den Gleisen ziehen kann … Aber man kann es doch versuchen?! Woher will man sowas vorher mit 100%iger Sicherheit wissen? Hätte er den Zugführer warnen wollen, hätte er einfach den Auslöser drücken können, aber stattdessen war die Kamera perfekt ausgerichtet, um sowohl Ki-Suk-Han als auch die UBahn drauf zu haben. Das glaub ich dem Typen nicht.