Lernen mit Kyouhei - Mein Tandempartner und ich

Der nette Typ auf diesem Foto heißt Kyouhei Yamamoto. Aber ich nenne ihn ganz liebevoll Kyo. Also manchmal. Er wurde 1988 in der Präfektur Okayama geboren, lebte danach einige Jahre…
Lernen mit Kyouhei

Mein Tandempartner und ich

Der nette Typ auf diesem Foto heißt Kyouhei Yamamoto. Aber ich nenne ihn ganz liebevoll Kyo. Also manchmal. Er wurde 1988 in der Präfektur Okayama geboren, lebte danach einige Jahre in Tokio und zog dieses Jahr, weil es ihm dort langweilig wurde (Gott weiß warum), nach Berlin. Eigentlich fotografiert er. Mädchen. Und Hunde. Und Bäume. Doch zur Zeit arbeitet er in einem Restaurant. Dem Smart Deli.

Warum ich euch das erzähle, fragt ihr mich? Und das zurecht? Weil Kyouhei mein Tandempartner ist. Den Fahrradwitz spare ich mir an dieser Stelle, es geht eher darum, dass er mir Japanisch beibringt. Schließlich möchte ich Anfang nächsten Jahres für unser neues Projekt FRIENDS IN TOKYO ein Jahr ins Land der aufgehenden Sonne ziehen. Und dafür bringe ich ihm Deutsch bei. Ich? Ja, genau.

Das Problem an der Sache ist, dass ich weder ein guter Schüler noch ein guter Lehrer bin. Im Grunde unterbiete ich mich in beiden Rollen abwechselnd und dauerhaft. Und dann sitze ich da. Wie ein sabberndes Floß, das nur noch so im Fluss der Unwissenheit dahin schippert. Ich Poet. Aber da bin ich nicht alleine. Kyouhei hat selbst keine Ahnung, wie dieses Tandem-Ding funktionieren soll. Und das ist schlecht. Für uns beide.

Also treffen wir uns, sprechen auf Englisch über das Berghain, Cheeseburger und den Fujiyama und lernen dabei nur die Dinge, die ganz zufällig aus uns heraus blubbern. „Käse is cheese in German?“ „Yes. And 弁護士 means lawyer in Japanese?“ „That’s right!“ Zusammengefasst darf man sagen, dass wir 99% der Zeit mit Plaudern und 1% mit Lernen verbringen. Was uns im Leben nicht wirklich weiterbringt.

Jetzt sitzt ihr immer noch mit ahnungslosem Blick vor den Bildschirmen und fragt euch: Ja… und was willst du jetzt von uns? Das ist doch klar: Ich suche Leute, die diese Tandem-Lernmethode schon einmal mehr oder minder erfolgreich durchgezogen haben. Mit Enzo aus Italien. Linnéa aus Schweden. Oder Maria aus Spanien. Ihr habt euch verabredet, getroffen und dann…?

Wie zum Teufel habt ihr eure Dates in wahre Festivals der rauchenden Köpfe verabredet? Gibt es geheime Techniken, Tricks oder Arbeitsweisen? Wie habt ihr den Grad zwischen Kommunikation in Englisch und Lernen in den jeweiligen Fremdsprachen gemeistert? Wie oft habt ihr euch getroffen, wann habt ihr euch getroffen, zu wievielt habt ihr euch getroffen? Allein, mit Freunden?

Bitte teilt mit mir eure Tandem-Weisheiten, die ihr aus der Universität oder von der Volkshochschule gelernt habt und ermöglicht dem lustigen Kyouhei und mir, dass wir unsere Nachmittage nicht mehr mit doofen Gelaber (was ja auch mal ganz nett sein kann) und Pommes futtern verschwenden, sondern er bald “Wo geht es zum nächsten Hallenbad” und ich demnächst “私のアヒルは黄色です。” sagen kann. Danke.

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Superdry

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