Cowboy Bebop - Asteroid BluesAsteroid Blues

Das Tolle daran, wenn man krank ist, ist die Tatsache, dass man alte Serien am Stück gucken kann, ohne ein schlechtes Gewissen dabei haben zu müssen. Du bist nicht produktiv,…
Cowboy Bebop

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Das Tolle daran, wenn man krank ist, ist die Tatsache, dass man alte Serien am Stück gucken kann, ohne ein schlechtes Gewissen dabei haben zu müssen. Du bist nicht produktiv, sondern pfeifst dir ein Grippostad C nach dem anderen rein, steckst den Pizzaboten mit deinen Viren an, drückst auf Play, es geht los, alles ist gut. Du legst dich hin und tauchst ein in eine ferne Welt.

Auf meinem Trip zwischen Husten, Kopfschmerzen und Müdigkeitsanfällen begleitet mich gerade ein alter Freund. “Cowboy Bebop”. Natürlich auf Japanisch mit deutschen Untertiteln, damit ich auch etwas dabei lerne. Jedenfalls so viel wie möglich. Es erinnert mich an damals, als Anime noch auf MTV und VIVA liefen. Als wir noch MTV und VIVA geguckt haben. Als diese Sender noch eine Rolle in der Jugendkultur spielten.

Die Geschichte muss ich niemandem mehr erzählen, es geht um die Kopfgeldjäger Spike, Jet und Faye in einer nicht allzu fernen Zukunft, in der die Menschheit weitere Planeten des Sonnensystems besiedelt hat, verbunden durch schlecht zusammen gebastelte Portale. Der Mond ist durch einen Unfall zerbrochen und hat weite Teile der Erde unbewohnbar gemacht, alles ist kalt, dreckig, depressiv.

Einen Hoffnungsschimmer gibt es nur selten. Und wenn, dann verblasst er irgendwo hinter den durch den Raum schwebenden Metalltrümmern, den Geschichten vom Krieg, der unerfüllten Liebe, der Habgier der anderen. Die Wirkung der diversen Medikamente trägt nicht unbedingt dazu bei, dass man die Erlebnisse der episodenhaften Abenteuer so kühl erlebt, wie sie womöglich eigentlich gedacht sind.

“Cowboy Bebop” ist ein fast schon vergessener Schatz. Ein Relikt, das durch die wahnsinnig gute Musik von Yoko Kanno, deren gesammelte Werke ich für immer und ewig hören könnte, und einer direkt ins Herz gehenden Truppe an unterschiedlichsten Charakteren zur Legende wird. Ich möchte mit Ed eine Partie Schach spielen, ich möchte mit Ein auf einer grünen Wiese herum tollen, ich möchte Faye unter den Tisch trinken.

Immer wenn “The Real Folk Blues” von den Seatbelts einsetzt und ich durch Apothekenutensilien schon fast in andere Sphären versetzt bin, dann bin ich glücklich und mir läuft eine Träne über die Wange. Weil ich dabei war, als Spike und Vicious die Kirche in Schutt und Asche legten, als Rocco auf der Venus starb, als das Innenleben des Bebop-Kühlschranks Jagd auf Jet und seine Freunde machte.

Das Tolle daran, wenn man krank ist, ist die Tatsache, dass man alte Serien am Stück gucken kann, ohne ein schlechtes Gewissen dabei haben zu müssen. Du bist nicht produktiv, sondern pfeifst dir ein Grippostad C nach dem anderen rein, steckst den Pizzaboten mit deinen Viren an, drückst auf Play, es geht los, alles ist gut. Du legst dich hin und tauchst ein in eine ferne Welt.

The best thing of being ill, is the fact, that you can watch tons of tv shows without having a bad conscience about it. You do nothing at all, but drink hot camomile tea, swallow colorful pills, infect the discourteous pizza delivery boy with your viruses, press play, here we go, everything is alright. Finally. You lay down on your warm bed, close your eyes and dive into a foreign, far far away world.

An old friend of mine is my current companion on my trip trough a world of disgusting coughing, bad headache and permanent tiredness. “Cowboy Bebop”. Of course in Japanese with English subtitles. So I can learn something while watching it. Perhaps. It reminds me of the good old times, when anime like “Bubblegum Crisis”, “Ranma 1/2” and “Serial Experiments Lain” were broadcasted.

There’s not even the touch of a chance that you don’t know the story of “Cowboy Bebop”. It’s all about the bounty hunters Spike, Jet and Faye, who live in a not so far away future, where people reside on the other planets of the solar system, connected trough some kind of warp rings. The moon had been destroyed by an accident, the earth became a cold place to stay. Everything’s kinda depressive.

Only a few glimmers of hope appear on the dark sky from time to time. But if they show up, they fade quickly. Behind the cold metal trash, the sad war stories, the unfulfilled love, the greed of all the others out there. The survivors. The sweet medications have the strange effect, that I feel the emotions of the characters quite different than thought, more intense. I’m a part of this group. That’s what I think at least.

“Cowboy Bebop” is like a forgotten treasure. An old relict, which became a true legend trough the fantastic music by Yoko Kanno, who I really, really love and whose work I can hear forever and ever, and a brilliant group of different characters. I want to play a game of chess with Edward, I want to fool around with Ein on a wide, green field, I want to drink Faye under the table. And laugh and fight and win.

In this strange moment, when “The Real Folk Blues” by the Seatbelts resonates and those drugs already shifted me into other spheres, I’m kinda happy and tears run down my cheek. Because I was there, when Spike and Vicious fought in the church, I was there, when Rocco died on Venus, I was there, when the innards of the Bebop refrigerator started to hunt Jet and his friends.

The best thing of being ill, is the fact, that you can watch tons of tv shows without having a bad conscience about it. You do nothing at all, but drink hot camomile tea, swallow colorful pills, infect the discourteous pizza delivery boy with your viruses, press play, here we go, everything is alright. Finally. You lay down on your warm bed, close your eyes and dive into a foreign, far far away world.

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