Tokyo City Guide - Japans gigantischer Kulturschock

Egal, was ihr gehört habt und was ihr euch vorstellt, Tokio wird eure Erwartungen nicht enttäuschen. Die Hauptstadt von Japan ist ein riesiger, zähflüssiger Brei von Kultur, der ständig weiter…
Tokyo City Guide

Japans gigantischer Kulturschock

Egal, was ihr gehört habt und was ihr euch vorstellt, Tokio wird eure Erwartungen nicht enttäuschen. Die Hauptstadt von Japan ist ein riesiger, zähflüssiger Brei von Kultur, der ständig weiter wächst und sich mehr ausdehnt. Eine bizarre Mischung aus Tradition und extremer Moderne an einem Ort, in dem das Leben rund um die Uhr am Toben ist und euch mit einem Haps verschlingen wird.

Obwohl das Stadtgebiet so weitläufig ist, dass man sich, besonders als Tourist, kaum zurecht finden kann, ist das System der U-Bahn überraschen logisch und wenn man es einmal verstanden hat, wird der Untergrund zum Schlüssel zu dieser Stadt. Macht euch auf Essen, Kultur, Nachtleben, Anblicke und Geräusche gefasst, die euch so noch nie begegnet sind. Füllt eure Geldbeutel, ladet eure Akkus und macht euch auf eine Entdeckungsreise durch eine der überwältigendsten Städte der Welt.

Essen ist in der japanischen Kultur so wichtig und lecker, dass man wortwörtlich nur dafür alleine herkommen könnte. Die besten japanische Gerichte gibt es in sogenannten Izakayas, einfache Lokale die von Sashimi bis Tempura und Kartoffelsalat fast alles servieren. Jeder hat hier seinen eigenen Geheimtipp, unserer ist das Touhachi in Nakamegruo, mit dem Expresszug eine Haltestelle von Shibuya entfernt.

Ein weiterer Geheimtip ist auch der Fischmarkt an der Okachimachi Station um fünf Uhr Nachmittags, wo die Einheimischen um die Reste des Tagesfangs feilschen viel besser als sich in aller Herrgottsfrühe für die berühmte Thunfisch-Auktion zwischen die anderen Touristen auf dem Tsukiji Fischmarkt zu drängeln. In den kleinen Lokalen rund um den Markt kann man von Kugelfisch bis ethisch fragwürdigem Wal außerdem alles probieren, was das Meer so zu bieten hat.

Wenn euch das alles ein wenig zu viel wird, dann könnt ihr euch ja im Gonpachi in Nishi Azabu ablenken, in dem sie die Kampfszenen für den ersten Teil von Kill Bill gedreht haben. Andere Touri-freundliche, aber trotzdem traditionelle Restaurants sind das Ohashi und Daibutsu Kororo in Shibuya, das Neats in Yutenji ist sogar organisch geführt und bietet die leckersten Speisen an.

Auch wenn die Japaner nicht unbedingt für ihre Trinkfestigkeit bekannt sind, hält sie das nicht vom Weggehen ab. Im Golden-Gai-Viertel in Shinjuku könnt ihr direkt ins kalte Wasser springen: hier befinden sich auf kleinstem Raum 150 winzige Bars neben-, unter und übereinander, die durch sechs klaustrophobisch anmutende Gässchen verbunden sind.

Eine etwas vertrautere, aber trotzdem sehr typische Atmosphäre herrscht im Kinfolk in Nakameguro. In dieser von einer japanischen Fixed Gear Firma betriebenen Bar verbünden sich Locals mit Auswanderern über köstlichen aber tödlichen Cocktails. Was vor allem zu späterer Stunde auf keinen Fall fehlen darf, ist natürlich die unvermeidliche Karaoke-Session. Mit den “All You Can Drink“ Angeboten, die in vielen Bars von Mitternacht bis in die Morgenstunden gelten, ist auch die Stimme schnell gut geölt. Wen selbst das nicht vor das Mikrofon lockt, taucht im Dommune in die Clubszene Tokios ein. Obwohl gerade Mal 50 Leute in diesen winzigen Club passen, erreicht er über seinen Webcast Tausende von Leute, die Live Acts wie DJ Fourtet oder Jamie xx online verfolgen.

In Tokio kann man nicht nicht Shoppen. Selbst wenn ihr absolut blank seid, ist es ein Erlebnis, einfach nur herum zu schlendern und sich im Konsumwahnsinn zu verlieren. Vor allem in Sachen Mode ist alles vertreten, von teuren Boutiquen in Ginza über japanische Modehäuser in Aoyama und Dainkayama, bis zu Street Fashion und in Shinjuku oder Shibuya. Das ultimative japanische Modeerlebnis gibt es jedoch am Sonntag Nachmittag in Harajuku, wenn sich Tausende von Jugendlichen in Lolitakleidchen und Fantasiekostümen treffen.

Weitere Tipps sind das La Foret für Street Style, Big Love für Schallplatten und Kiddy Land für alles, was mit Hello Kitty zu tun hat. Und auch Pass the Baton im Untergeschoss des Omotesando Hills Gebäude ist einen Abstecher wert. Früher oder später solltet ihr euch auch mit der Leidenschaft für Videospiele, Comics und Spielzeug auseinandersetzen. Am besten im Technik-Mekka Akihabara (Electric Town), wo auch der achtstöckige Mandarake Complex sowie das berüchtigte Maid Café stehen.

Weniger touristisch, aber vergleichbar abgefahren, geht es ein paar Stationen weiter am Nakano Broadway zu, wo die echten Technik-Freaks, Figuren-Sammler und Fanatiker zu Hause sind. Nachdem ihr gegessen, getrunken, getanzt und geshoppt habt, müsst ihr euch irgendwann auch irgendwo zur Ruhe legen. Wie bei allem anderen gibt es in Tokio auch da endlose Möglichkeiten. Das Shibuya XL ist trotz seiner Lage relativ bezahlbar, aber nichts Besonderes. Das Claska Hotel in Meguro ist dagegen um einiges trendiger und hat in der Lobby sogar eine Galerie.

Eine beliebte, preiswerte Alternative zu klassischen Hotels in unserem Sinne sind sogenannte Kapselhotels, in denen statt ganzen Zimmern nur Schlafkabinen vermietet werden. Das Central Inn Gotanda ist besonders günstig und hat auch gemischten Schlafkojen für Männer und Frauen. Die Nacht in einem Manga Café zu verbringen ist sogar noch billiger und auch gar nicht so unwahrscheinlich wie man denken mag, da in Tokio eine halbe Stunde nach Mitternacht keine U-Bahnen oder Busse mehr fahren.

Bestellt euch etwas zu trinken in eure Kabine, lest ein paar Mangas und wartet auf die erste Bahn um fünf Uhr früh. Nicht zu verachten sind natürlich auch die Love Hotels, in denen man stundenweise Zimmer mieten kann – und die nicht unbedingt etwas mit Prostitution, sondern eher der konservativen japanischen Gesellschaft zu tun haben. Nicht ganz billig, dafür zum Teil extremst dekoriert.

Wenn ihr schon mal in Japan seid, müsst ihr euch natürlich auch ein paar Tempel ansehen. Nach dem dritten könnt ihr es aber gut sein lassen, ohne Expertise erkennt man nämlich kaum Unterschiede. Besonders schön ist der Meiji Jingu Schrein in Kyoto, der früheren Hauptstadt Japans. Er ist ab sechs Uhr morgens geöffnet und früh aufzustehen lohnt sich hier wirklich, wenn ihr den schier endlosen Besuchermassen entgehen wollt.

Aber auch für Architektur Fans hat Tokio von historisch bis modern einiges zu bieten. Den besten Blick hat man vom Dach des Tokyo Metropolitan Government Buildings in Shinjuku (der sogar umsonst ist), ihr könnt aber auch 20 Euro hinblättern und bei Nacht vom romantischen Sky Deck des Roppongi Hill Hotels die hellen Lichter der Stadt bestaunen. Der Eintritt ins Mori Art Museum mit wechselnden Ausstellungen zeitgenössischer Kunst im 53. Stock ist inklusive.

Tolle Kulturerfahrungen für lau gibt es außerdem im weltweit einzigen Parasitenmuseum in Meguro sowie dem Ikebukuro Erdbebenmuseum, wo ihr euch selbst mal mit Stufe 7 der Richterskala durchschütteln lassen könnt. Krönender Abschluss der Absurditäten ist schließlich ein Besuch in in einem Cats Café, wo ihr zu eurem Kaffee mit pelzigen Vierbeinern schmusen könnt. Wie gesagt: Tokio wird eure Erwartungen nicht enttäuschen.

Dieser Artikel ist zuerst im Cooler Magazine erschienen. Ihr könnt es unter diesem Link abonnieren.
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