BuzzFeed wird verklagt - 1,3 Millionen Dollar für neun Fotos

Wer gedacht hat, dass die letzte Abmahnwelle in der deutschen Blogosphäre überstanden ist, der hat die Rechnung ohne die Bildagentur hgm-press michel OHG und activeLAW gemacht. Gestern ist der nächste…
BuzzFeed wird verklagt

1,3 Millionen Dollar für neun Fotos

Wer gedacht hat, dass die letzte Abmahnwelle in der deutschen Blogosphäre überstanden ist, der hat die Rechnung ohne die Bildagentur hgm-press michel OHG und activeLAW gemacht. Gestern ist der nächste Schwung an Briefen bei hiesigen Bloggern eingegangen. Diesmal geht es um Fotos von Cosplayern, Kunst und einem Spaceshuttle. Und ein Ende ist nicht abzusehen.

Wie die Masche abläuft, erklärt einer unserer Leser: „Sie suchen sich bestimmte Fotos heraus und mahnen dann wahlos mehrere User per Massenabmahnung ab, die diese Fotos verwenden. Falls sofort Geld fließt, ist das denen Recht. Stellt man sich quer und schaltet einen Anwalt ein, kommt der Fall direkt vor Gericht und es wird scheinbar erst nachträglich versucht, eigene Nutzungsrechte vom Urheber für das Bild aufzutreiben, die als Abmahnlegitimation herhalten sollen. Denn Urheber der Fotos ist hgm sogut wie nie. Die kaufen sich meist nur die Nutzungsrechte für den deutschsprachigen Raum – aber haben keine exklusive Rechte, d.h. auch andere Agenturen können Nutzungsrechte für die gleichen Fotos besitzen.“

Und wer wiederum der Meinung war, dass es in den Vereinigten Staaten dank Fair Use besser aussieht, der hat sich geschnitten. Dort wird die bekannte Webseite BuzzFeed gerade auf 1.3 Millionen Dollar verklagt. Weil sie neun Backstagefotos eines Shootings von Katy Perry mit Terry Richardson veröffentlicht hat. Denn das amerikanische Recht sieht 150.000 Dollar für eine Rechteverletzung vor, die nicht von Fair Use gedeckt wird.

Damit dürfte 2012 in das Jahr eingehen, in dem Blogger auf der ganzen Welt auf eine harte Probe gestellt werden und der Copyright-Wahn jetzt auch Menschen betrifft, die einfach nur über ihr Hobby schreiben, Inspiration austauschen und Fundstücke vorstellen wollten. Und obwohl jeder von den zahlreichen Bloggern da draußen profitiert, seien es die Firmen, die Verlage oder die PR-Agenturen, hält euch niemand von ihnen den Rücken frei, wenn euch eine Abmahnung mit Forderungen von mehreren tausend Euro oder mehr ins Haus flattert.

„Solange es keine gesetzliche Regelung gibt, die dieser aktuellen Abmahnpraxis Einhalt gewährt, bleibt also das tägliche Unbehagen beim Gang zum Briefkasten“, schreibt Ronny bei Kraftfuttermischwerk. „Und bis es diese Regelung irgendwann mal geben wird, fliest verdammt viel Wasser die Havel runter. Und eigentlich sollte ein Interesse daran auch die großen Medienhäuser nicht kalt lassen, schließlich sind sie es, die mittlerweile häufig auf die Inhalte von uns Bloggern verlinken. Weil wir den ganz geilen Shice aus den Untiefen des Netzes ziehen, diese ganze Awesomeness, die ohne uns dort gar nicht stattfinden würde, weil wir einfach in einem gänzlich anderem Kontext funktionieren als diese in ihrem medialen Kosmos.“

Was ist also die logische Schlussfolgerung daraus, dass die rechtliche Grundlage in diesem Land niemanden von uns vor Abzockern schützt und euch Konzerne, Verlage und Agenturen im Stich lassen? Entweder ihr atmet tief durch und macht mutig und etwas naiv weiter. Oder ihr entscheidet euch dafür, dass das Risiko zu hoch ist, dass Deutschland nicht bereit für Blogger ist, dass ihr zu wenig Schutz vom Staat und von der Wirtschaft bekommt. Und sucht euch ein anderes Hobby. Ich habe gehört, dass Stricken zu dieser Jahreszeit ziemlich beliebt ist.

ASOS

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