Roche & Böhmermann - Die beste Sendung der Welt

Jetzt noch zu erzählen, dass man “Roche & Böhmermann” für das Beste hält, was dem deutschen Fernsehen momentan passieren konnte, ist so, als würde man seine Mutter anrufen, um ganz…
Roche & Böhmermann

Die beste Sendung der Welt

Jetzt noch zu erzählen, dass man “Roche & Böhmermann” für das Beste hält, was dem deutschen Fernsehen momentan passieren konnte, ist so, als würde man seine Mutter anrufen, um ganz außer Atem in den Hörer zu brüllen, dass sie bei “Wer wird Millionär” eine Million Mark gewinnen kann. Oder dass aus Thomas Gottschalk bestimmt mal ein Star wird. Oder dass es jetzt sogar einen zweiten Fernsehsender gibt. In Farbe!

Nilz Bokelberg hat genauso darüber geschrieben wie Johnny Häusler von Spreeblick oder die bezaubernde Christine Neder. Und das bereits vor Monaten, einer Zeit, in der andere Formate entstehen, gesendet und wieder abgesetzt werden. Und zwar fünfmal. In der der durchschnittliche IQ eines RTL-Zuschauers um 47 Punkte gefallen ist. Und in der MTV sicherlich drei bis vier Musikvideos ausgestrahlt hat. Wenn überhaupt.

Ich habe mit der Folge angefangen, in der Max Herre ziemlich angepisst aus dem Studio gerannt ist, um ein wenig zu weinen, und habe dann systematisch alle vorherigen Ausstrahlungen in der ZDF Mediathek verschlungen. Verschlungen sage ich euch! Ganz verliebt in Charlotte Roche und ihre Art, in das Konzept der Sendung, das genau das Gegenteil von dem ist, wie ich mir eine erfolgreiche Sendung eigentlich vorstelle.

Wahrscheinlich ist genau das der Grund dafür, dass “Roche & Böhmermann” so gut funktioniert. Und ich möchte keine Begriffe wie “erfrischende Kulisse”, “ehrliche Einspieler” oder “lustiger Ansager” in den Mund nehmen, weil ich sonst kotzen muss, aber jede dieser Kleinigkeiten macht diese Show so gut. Weil sie weder total witzige Aktionen noch massengerechte Moderatoren noch ausgeklügelte Konzeptideen braucht.

Natürlich schießen manche Witze von Jan Böhmermann ins Leere und resultieren in einer unangenehmen Stille, die nicht einmal der laute Zensurknopf in der Mitte des Tisches so schnell beenden kann. Natürlich denken sich manche Gäste, was die Scheiße denn eigentlich soll, aber wenn sie fertig gemacht werden, dann zurecht. Und weil sie sich manchmal aufführen wie ein Möchtegernstar, der gerade von seinem PR-Manager noch einmal eine Massage bekommen hat, während er ihm “Du schaffst das, Tiger! Zeig denen, was du drauf hast!” ins Ohr geflüstert hat.

Aber die beiden und ihr Team vollbringen auf ihrem miesen Sendeplatz, den die meisten Bürger dieses Landes noch nicht einmal empfangen können, etwas, dessen Hoffnung darauf ich bereits seit Jahren aufgeben habe. Dass es zwischen all den Reality-Dokus, “Scrubs”-Wiederholungen und Stefan-Raab-Gedächtnismarathons doch noch einige wenige Lichtblicke gibt. Was mich irgendwie glücklich macht.

Und weil ich hier nur veraltete Dinge erzähle, die eh bereits jeder gute Mensch weiß, liegt der Sinn oder Unsinn dieses Artikels einzig und allein darin, noch fünf, sechs Menschen mehr aus dem “Mitten im Leben”-Sumpf zu ziehen und vor ZDFkultur zu setzen, damit sie einmal zu Gesicht bekommen, wie erfrischend, ehrlich und lustig das deutsche Fernsehen wirklich sein kann. Mal gucken wie lange noch.

Puma

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