Kostenpflichtige Kommentare - Zahl’ für deine Meinung!

Trolle sind eine Sache, die jedem öffentlichen Medium früher oder später zum Problem werden. Umso größer euer Blog oder eure Webseite wird desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Leute auf…
Kostenpflichtige Kommentare

Zahl’ für deine Meinung!

Trolle sind eine Sache, die jedem öffentlichen Medium früher oder später zum Problem werden. Umso größer euer Blog oder eure Webseite wird desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Leute auf das Medium aufmerksam werden und euch das Leben in den Kommentaren zur Hölle machen. Sie diskutieren nicht, sie mobben. Sie wägen nicht ab, sie hauen drauf. Sie sympathisieren nicht, sie hassen.

Bislang gab es nur wenige Möglichkeiten, um dieser digitalen Krankheit Herr zu werden. Die Kommentare abschalten? Klar, wer hat eigentlich mit dem Unsinn angefangen, dass jeder in diesem Internet zu allem seine Meinung kundtun dürfte? Früher gab’s das auch nicht. Aber geschlossene Kommentare heißt auch: Kein Austausch, kein Wachstum, keine Zukunft. Wir diskutierten hier schon einmal darüber.

Die zweite Möglichkeit liegt darin, das Blog-Kommentarfeld mit Fremdangeboten von Facebook oder Disqus auszutauschen. Oder eine kostenlose Anmeldung anzubieten. Der Vorteil liegt auf der Hand: Besucher müssen sich nun erst verifizieren, ein Account-Name wird sichtbar. Dadurch sollten Trollkommentare theoretisch minimiert werden. Dem ist aber nicht so, denn Fake-Accounts sind schnell angelegt. Außerdem schließt es andere Besucher kategorisch von der Diskussion aus und diese Methode mindert auch zwangsläufig die Seitenaufrufe. Was also tun?

Die amerikanische Indie-Game-Seite Venus Patrol stieß das Tor für einen weiteren Weg auf. Auf ihr können ausschließlich Besucher kommentieren, die dafür bezahlen. Für $3 im Monat. Das ist nicht viel, aber es erhöht doch die Hürde für Leute, die einfach mal schnell ihren mentalen Dreck in den Textfeldern abladen wollen. Und auch Christian Gürnth von GameOne sagte in einem Podcast, dass die Diskussionen in Beiträgen, die ausschließlich über die kostenpflichtige Version ihrer App zugänglich sind, um einiges konstruktiver und niveauvoller ausfallen würden.

„Ich muss ja wirklich sagen, dass die Kommentare in bezahlbaren Bereichen, zum Beispiel im News-Podcast, qualitativ hochwertiger sind als an den Stellen, in denen jeder kommentieren kann. Denn dort gibt es auch viele Menschen, die einfach nur stumpf hassen. Im Gegenzug dazu geht es in den geschlossenen Sektionen weitaus kultivierter zu. Kein Wunder, dass ich diese Meinungen lieber lese.“

Nun sitze ich da und denke darüber nach und komme zu keiner Lösung. Wie das wohl aussehen würde. Eine Blogosphäre, in der man seine Meinung nur kundtun kann, wenn man dafür bezahlt. Ob es Menschen gäbe, die tatsächlich dafür Geld ausgeben würden. Wie stark das Trolle abschrecken würde. Wie viel man verlangen könnte. Und was passiert, wenn es plötzlich tausend verschiedene Seiten mit verschiedenen Angeboten gibt.

Sollte sich dieses System durchsetzen, würde es eine Klassengesellschaft, eine neue Elite erschaffen, die zuerst das Ableben des Web 2.0 einleitet, die Stimmen erlöschen lässt, die das Internet zerreisst, aber gleichzeitig auch für einen mehrwertigen Austausch sorgen würde. Sind bezahlte Kommentare der ultimative Weg, um das Problem der Trolle nicht nur in den Griff zu bekommen, sondern sogar auszulöschen? Endgültig?

Forever 21

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11 Kommentare

  • ich wer sonst

    scheiße scheiße scheiße ;)

  • Bezahlte Kommentare machen endlich Schluss mit der unsäglichen Kostenloskultur im Diskurs! Meinung muss sich wieder lohnen!

    Für diesen Kommentar verlange ich 25 EUR von Dir, lieber Marcel. Bankverbindung kommt per kostenpflichtiger E-Mail.

  • Oh waj aber wozu blogge ich denn?! Um meine Meinung zu äußern und auch darüber zu diskutieren. Klar gibt es immer so ein paar Pappnasen die nicht gerade niveauvoll argumentieren können aber who cares. Dafür ist das Internet doch da und dafür sind wir Blogger da. Wir schaffen ein ehrliche und offene Welt und die soll auch so bleiben. Wenn ich politisch korrekte Kommentare und vor allem Pseudo-Spezialisten suche, dann such im Netz nach Foren. Da gibts die tollen Moderatoren die einen ermahnen wenn man das Wort “Arschloch” schreibt.

  • Troll Nr. 1

    Ihr versucht aber auch mit allem Kohle zu machen – oder?

    Ein Kommentar, der einfach mal etwas kritisch betrachtet oder hinterfragt, wird heutzutage gleich als Trollig abgestempelt und passt dann nicht mehr so ganz in die Ponyhofvorstellung der Blogbetreiber.

    OOOOOOHhhhhhhh- Tachentuch gefällig?

  • Julian

    Wie wäre es mit 0,50 € pro nackter Titte und Marcel kann sich in 2 Wochen zur Ruhe setzen?

    • Troll Nr. 1

      Nun ja- da müsste man aber erstmal den Urheber entlohnen und der ist irgendwie nie AP.
      Julian sei bitte etwas konstruktiver in deinem Kommentar bevor du verlangst, dass für geklauten Content noch Geld genommen wird.

      • Julian

        Konstruktiv oder nicht: Das hängt letzten Endes vom Betrachter ab, lieber Toll. Immerhin macht er (Marcel) sich die Mühe Content zu klauen. Und für diesen Aufwand kann er sich doch auch königlich entlohnen lassen, denn immerhin bringt er mit den Bilder als Kontrastprogramm zu den Texten anschaulichen und halbwegs unterhaltsamen Content auf die Seite.

  • Sogrit

    Widerspricht das nicht dem Geist freiers Meinungsäußerung?
    Sprich jener Mentalität die Blogger fröhnen und die Shitstorms auslösen kann sobald Blogger abgemahnt werden, weil einem Unternehmen die Meinung nicht passt?
    Und kann ein Trollkommentar je nach Art der Formulierung als üble Nachrede ausgelegt werden wodurch der Blogger seine Blogbesucher abmahnen kann?

    Potenzial für eine spannende Diksussion, ich spar ich in der Zwischenzeit schonmal um 2013 auf meinen favoriten Websites und Blogs meine Meinung abgeben zu dürfen. Je nach Preis, sollte der Tarif auch das Recht zum trollen beinhalten. Dafür hab ich ja schließlich bezahlt.

  • Natürlich würde das funktionieren, aber dann würde man ein Wischiwaschiweb bekommen, nur mit Kommentaren die einen lieben und so oder so bei jedem Thema zustimmen. Trolle sind zwar lästig, aber sie sind auch nützlich, denn sie verbreiten ein Thema schneller im Netz als ein RSS Bot. Ich persönlich würde z.B. keine 3€ im Monat für Amy&Pink bezahlen. Ich lese euch erst seit einigen Wochen und das kann wieder abflauen, zudem hast Du recht das drei Euronen nicht viel sind, aber wenn jeder Blog/Mag/Usw. auf die Idee kommt deinem Bsp. zu folgen müsste ich zusammengerechnet für meine Stammblogs (wirklich nur diese die ich jeden Tag lese) zusammen an die 45€ zahlen und das kann ich mir als Student nicht leisten. Ergo ich würde nur noch konsumieren und nicht mehr kommentieren. Da für mich aber Konsum nicht von Interesse ist, könnte ich auch gleich darauf verzichten die Artikel zu lesen.

    Zudem könnte es passieren das die Diskussion sich z.B. nach Facebook o. Google+ verlagern. Da kann ich locker ein Thema anschneiden und muss keine Angst vor Trollen haben. Da hättet ihr aber nichts von.

  • Dann hättet ihr aber keine Kommentare mehr ;-)

  • “Nun sitze ich da und denke darüber nach und komme zu keiner Lösung. Wie das wohl aussehen würde. Eine Blogosphäre, in der man seine Meinung nur kundtun kann, wenn man dafür bezahlt.”

    Das kannste knicken. Dann kommentieren die Leute halt auf Twitter, Facebook, Google+ oder myspace. Fuck yeah myspace! Äh…

    Schlimmstenfalls verliert man dadurch auch noch Stammleser, weil sie genervt sind, nicht kommentieren zu können. Ich für meinen Teil würde auf jeden Fall nicht dafür bezahlen. Ich kommentiere ja schon oft nicht mehr, wenn man mir so einen Mist wie Disqus vorsetzt.

    Von daher: Arschbacken zusammenkneifen und Trolle / Seo-Huren einfach wegmoderieren.

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