Guild Wars 2 - Im Herzen bin ich ein Kacknerd

Ich bin der festen Überzeugung, dass wahre Freundschaft nicht auf den Schickimickipartys der vermeintlichen Oberschicht zu finden ist, sondern in den vermieften Kellern und vibrierenden Netzwerken von Menschen, die sich…
Guild Wars 2

Im Herzen bin ich ein Kacknerd

Ich bin der festen Überzeugung, dass wahre Freundschaft nicht auf den Schickimickipartys der vermeintlichen Oberschicht zu finden ist, sondern in den vermieften Kellern und vibrierenden Netzwerken von Menschen, die sich mit endloser Leidenschaft einer einzigen Sache verschreiben: Dem Zocken. Und die auf der Suche sind nach Verbündeten, nach Feinden, nach der ultimativen Möglichkeit sind mit anderen zu messen.

Nachdem ich die letzten Jahre eher passiv an der ständig wachsenden Spielewelt teilgenommen habe, weil ich aus der Nintendo-Ecke kam und so ziemlich alles, was nach dem Nintendo 64 nach meiner Zeit gierte, enttäuschend fand, taste ich mich jetzt langsam wieder vor. Ich habe “Mass Effect” nachgeholt. Und es geliebt. Ich habe “Skyrim” gespielt. Und fand es monumental. Ich habe “Fallout 3” angefangen. Und verbeuge mich.

Aber dennoch merke ich, dass es mich nicht mehr so ganz erfüllt, wenn ich mich in einem Spiel ohne Verbindung zur Außenwelt verliere. Weil egal wie viele Menschen ich dort rette, wie viele Monster ich dort abschlachte, wie viele Gegenstände ich finde – es hat keinen Einfluss. Auf niemanden. Und ehrlich gesagt finde ich das ernüchternd, wenn nicht gar langweilig.

Meine Erinnerung gilt hierbei “World of Warcraft”, das ich im Jahr 2006 in Angriff nahm. Obwohl ich mit meinem blauhaarigen Nachtelf gerade einmal die 40. Stufe erreichte, erfüllt es mich doch mit einer unendlichen Freude, wenn ich an die ersten Tage und Wochen zurück denke, in denen ich nach und nach die große Welt für mich entdeckte, mit Fremden sprach, auf die Jagd nach dem Sieg ging.

In wenigen Tagen geht “Guild Wars 2” an den Start und es ist für mich, nach einem enttäuschenden “EVE Online” und einem hohlen “Diablo 3”, so etwas wie die letzte Hoffnung, diese Freude nicht nur zu wiederholen, sondern auf eine neue Ebene zu hieven. Ich will weder eine fliegende Excel-Tabelle noch ein hirnloser Klicksklave sein, sondern ganz in eine magische Welt eintauchen und mich dort behaupten.

Ich möchte als kleiner unwichtiger Niemand irgendwo in einer riesigen Welt beginnen und mich dann zum wichtigsten Kriegshelden aller Zeiten hocharbeiten. Ich möchte meine eigenen epischen Geschichten schreiben, in einer verrauchten Taverne oder verwunschenen Höhle Alliierte treffen, mir Rivalen machen, die auch noch an mich denken, wenn sie sich nach einer verlorenen Schlacht zu Hause ins Bett legen.

Schwerter, Rüstungen, Elfen, Kobolde, verwunschene Wälder, feurige Vulkane, belebte mittelalterliche Städte, Marktplätze, in der Ferne auf mich lauernde Gefahren, an meiner Seite edle Gefolgsleute, die zwar in Wahrheit Justin-Tarzan heißen, 13 Jahre alt sind und gerade die Schule schwänzen, aber mir dennoch ein Gefühl des Zusammenhalts vermitteln, genau das ist meine Welt. Meine andere Welt.

ArenaNet und NCsoft versprechen, mit “Guild Wars 2” nicht nur eines der schönsten MMORPGs zu veröffentlichen, sondern gleichzeitig auch alles zu streichen, was bei anderen Genrevertretern längst zur nervigen Pflicht geworden ist. Quests gehen leichter von der Hand, dank des Sidekick-Systems könnt ihr besser mit Freunden spielen, Events sind dynamisch, wöchentliche Raids fallen flach.

Ob ich als mutiger Mensch oder starker Norn beginnen und auf welchem der fünf deutschen Server ich aufschlagen werde, muss ich mir noch überlegen. Alles was ich weiß: Ein Krieger muss es sein. Für alles andere bin ich eindeutig zu dumm. Also aufgepasst, Einwohner von Tyria. Ab dem 25. August mache ich euch das Leben zur Hölle. Vorausgesetzt ich lerne bis dahin, was Nerfs, Stuns und Zergs sind…

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7 Kommentare

  • Guild Wars 2 hat definitiv Potential. Nach einigen Beta Tests die ich mtigespielt habe, kann ich zwar sagen, dass die Welt wirklich atemberaubend ist und mit viel Liebe zum Detail. Man sollte jedoch nicht erwarten, dass ALLES was das MMORPG Genre ausmacht, hier auf dem Kopf gestellt wurde. Auch wenn es im tollen Guild Wars 2 Manifesto so dargestellt wird. Es wurde vieles vorhandene aufgeschnappt. Viele Puzzleteile aus anderen Spielen wurden hier zusammengesetzt. Und das ein oder andere ist wirklich neu. Im großen und ganzen ist Guild Wars 2 jedoch ein Patchwork aus vielen verschiedenen Spielen.

    Was aber nichts schlechtes ist. Nimm die besten Teile/Eigenschaften/Mechaniken aus anderen Spielen und setzte sie in einem Eigenen Spiel um. Hat bei World of Warcraf auch gut funktioniert.

  • Roman

    Sehr schönes und vorallem wahres intro ;)

  • Christian

    Also wenn dieser Artikel mal nicht Lust macht mal wieder in ein MMORPG zu versinken, dann weiß ich ja auch nicht :) Echt gut geschrieben.. jetzt hab ich Lust zu zocken.

  • DIE GAMMELGILDE » Im Herzen bin ich ein Kacknerd

    […] sehr ich mich auf “Guild Wars 2″ freue, könnt ihr übrigens an dieser Stelle ganz unverbindlich nachlesen. Dort schrieb ich nämlich: „Ich möchte als kleiner unwichtiger […]

  • blonxx

    “In wenigen Tagen geht “Guild Wars 2“ an den Start und es ist für mich, nach einem enttäuschenden “EVE Online“ und einem hohlen “Diablo 3“³, so etwas wie die letzte Hoffnung, diese Freude nicht nur zu wiederholen, sondern auf eine neue Ebene zu hieven.”

    Die Enttäuschung war nicht ‘EVE Online’, sondern ‘Starwars: The Old Republic’.

  • Deutscher Server, sagst du… na ich weiß nicht. Hab mich letztens schon mit meinen Gildenkollegen unterhalten, die wollen nämlich unbedingt auf Riverside [DE], weil das fürs deutsche (S)PvP das Non-Plus-Ultra sein soll. Ich werde mich davon distanzieren und stattdesssen auf einem nicht sprachgebundenen Server PvE spielen. (Außer bei WvW sind die Server ja sowieso weitestgehend irrelevant.)
    Ich hab das Gefühl, dass es auf internationalen Servern viel freundlicher zugeht: Wenn man Menschen mit der selben Muttersprache auf einen Server lockt, dann ist davon auszugehen, dass 100% nicht nur die selbe Sprache sprechen können, sondern all ihre Konventionen internalisiert haben: Slang, Jargon, Hochsprache, Höflichkeit, und, was mich von Muttersprachservern letztendlich abschreckt, Beleidigungen, Unhöflichkeit, etc. — der ganze negative Kram: Leute, die “dissen”, die jeden, der ihnen nicht passt, “Kacknoob” nennen. Ich persönlich hasse sowas.
    Auf nicht dedizierten Sprachservern wird global wahrscheinlich auf Englisch kommuniziert, was für die meisten Spieler auf dem Server vermutlich nicht die Erstsprache ist. Das hat zum Vorteil, dass die meisten Konventionen, für die es wirklich lange Zeit im entsprechenden Sprachraum braucht, um sie zu erlernen, wegfallen — allen voran Slang und Beleidgungen, denn Höflichkeit und Alltagssprache lernt man einerseits in der Schule, andererseits wird man damit in den Medien bombardiert.
    Klar fallen dadurch auch viele positive Aspekte weg. Wenn man z.B. auf traditionelle Rollenspiele steht und seinem Charakter eine Story außerhalb des Spielrahmens geben will, um dann mit Gleichgesinnten auf Mittelhochdeutsch D&D-würdige Dialoge zu führen, dann ist ein lokalisierter Server unausweichbar (außer, man ist mit englischsprachigem role playing vertraut).
    Dann fehlt natürlich auch die Verbundenheit zu den anderen Spielern auf dem Server, die durch eben diese Konventionen entsteht — der gemeinsame kulturelle Hintergrund. Die Wahrscheinlichkeit, dass man zufällig Leute aus seiner Gegend trifft, ist viel niedriger (“Oh, hey, du kommst aus B.? Ich auch, lass uns mal auf ein Bier treffen!”).
    Dass man auch auf internationalen Servern auf Unsympathen trifft, ist klar. Komplett eliminieren kann man sie nicht, aber zumindest auf ein Minimum reduzieren. Doch selbst dann empfindet man Beleidigungen und Unfreundlichkeiten in einer anderen Sprache als weniger beleidigend, als in der eigenen.
    Die Quintessenz meiner überraschend langen und vermutlich und von mir stark überschätzten Ausführung über den winzigen Abschnitt “auf wel­chem der fünf deut­schen Ser­ver ich auf­schla­gen werde” ist, dass man sich nicht sofort auf einen lokalisierten Server festlegen sollt. Der grundlegende Unterschied zwischen den beiden Arten ist, dass die menschliche Bevölkerung der lokalen Server von 1 (full retard) bis 10 (<3<3<3) geht, und die der internationalen, auf selber Skala, vielleicht von 3 (meh) bis 8 (cool), oder um meine Erwartung zu visualisieren: \/\/\/\/\/ vs ~~~~~. Weniger Hochs, weniger Tiefs, dafür aber ein runderes Spielerlebnis.

    • Zac

      Interessanter Kommentar Eugen. Ich kann nur aus Erfahrung mit zB League of Legends sagen, dass der offensive Sprachgebrauch auch im internationalen Spiel gefühlt nicht weniger ist. Es fängt bei “noob” an und geht über etwaige (irgendwas mit deiner mutter)-Sprüche hin zu nationalen Beleidigungen.
      Spieler werden sich auch nicht unbedingt nur auf ihr Schul-Englisch beschränken, sondern auch viel auf “Internet-Englisch” zurückgreifen. Somit wäre man auch im Spiel vor Slang nicht sicher.
      Trotzdem ein interessanter Gedanke den du anstößt.

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