Indie Game: The Movie:

Indie Game: The Movie - Kellerkinder mit Träumen

Wenn ihr so wirklich tollen Blogs wie Superlevel oder Destructoid dank diverser Social-Media-Institutionen (oder einfach nur eurem Browser) folgt, dann kennt ihr “Indie Game: The Movie” natürlich. Wie alt ist…
Indie Game: The Movie

Kellerkinder mit Träumen

Wenn ihr so wirklich tollen Blogs wie Superlevel oder Destructoid dank diverser Social-Media-Institutionen (oder einfach nur eurem Browser) folgt, dann kennt ihr “Indie Game: The Movie” natürlich. Wie alt ist das Teil jetzt? Ein, zwei Monate? Alt. Wirklich. Alt. Uralt. Quasi. Warum krame ich das Teil dennoch jetzt hervor? Weil es mein Leben verändert hat. Naja, jedenfalls ein bisschen.

Damit ich beim Coden der internationalen Version von AMY&PINK nicht komplett den Verstand verliere und ich mich von der Trostlosigkeit der Nacht ablenken konnte, betrank ich mich nebenher mit Grapefruit-Zitronen-8-Prozent-Pseudobier und ließ bewegte Bilder mit Ton laufen. Neue Folgen von “Adventure Time”. Ein paar Videos von GameOne. Und am Ende eben auch “Indie Game: The Movie”.

Jaja, es geht um irgendwelche Nerds, die jahrelang irgendwelche Spiele programmieren, um sie dann auf irgendwelchen Plattformen zu veröffentlichen. Aber das ist nicht der springende Punkt. Meine Liebe gilt dem Film, weil er zeigt, wie passioniert Menschen mit einer Vision sein können. Wie viel sie opfern. An Zeit. An Freundschaft. An Liebe. Und ganz besonders an Geld. Das sie woanders viel leichter hätten bekommen können.

Wenn sich Tommy Refenes, einer der Programmierer von “Super Meat Boy“, in einer selbstauferlegten, aber temporären Depression befindet. Wenn Jonathan Blow, der Macher von “Braid“, am Rande des Wahnsinns steht, weil niemand die Tiefe seines Spiels versteht. Wenn Phil Fish, der geistige Vater von “FEZ“, offen zugibt, dass er sich umbringen wird, wenn seine Vision scheitert. Dann kann ich das nachvollziehen.

Natürlich finde ich es inspirierend, wenn mir Leute auf irgendwelchen Bühnen total kreative Sätze zurufen. Mir Mut machen. Uns allen, die an ihr eigenes Projekt glauben, Mut machen. Aber noch viel mehr motivierender ist es für mich, wenn ich Menschen sehe, die wochen-, monate-, jahrelang ihr scheißkleines Zimmer nicht verlassen, weil sie wie unter einem Wahn an etwas arbeiten, das ihrer Meinung nach die Welt verändern wird.

Ich könnte jeden verprügeln, der Tag ein Tag aus nur einer gesellschaftlich akzeptierten Beschäftigung nachgeht, weil er damit Geld verdient. Neun Stunden Gehirn aus, Leben anhalten, ein Werkzeug sein. Feierabend. Fernsehen. Schlafen. Aufstehen. Gehirn aus. Und das 40, 50, 60 Jahre lang. Wie hält man so etwas durch? Wie kann man dadurch wirklich glücklich sein? Habt ihr keine Träume? Man lebt nur einmal, blabla.

Zweifelsohne würde die moderne Zivilisation kurzerhand auseinander brechen, wenn jeder nur Indie-Spiele machen würde. Oder so etwas wie AMY&PINK. Oder eine Reise auf einem mit verbrannter Unterwäsche betriebenen Schiff aus gelben Überraschungseier-Plastikhüllen. Weil das nun mal der Traum von jemandem ist, was weiß denn ich. Aber ihr wisst, auf was ich hinaus will.

Wenn ihr also so ein fast schon pseudoautistisches Kellerkind mit Hang zum Asperger-Syndrom wie ich seid und nur noch dadurch Erlösung finden werdet, indem ihr einfach euer Ding durchzieht und allen anderen ins Gesicht kackt, dann konsumiert alsbald “Indie Game: The Movie”. Den gibt’s momentan dank des Summer Sales für rund 5 Euro auf Steam. Also anschauen. Oder Werkzeug bleiben.

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TALLY WEiJL

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