Hikari Yamazaki - Hikari Yamazaki – Mädchen mit großen Augen

Hikari Yamazaki macht sich in Japan gerade als Illustrationsneuentdeckung des Jahres unter ihrem Pseudonym Hikacha einen Namen. Ich bin geradezu besessen von ihrem Style. Egal ob die Notizbücher eines High-School-Mädchens,…
Hikari Yamazaki

Hikari Yamazaki – Mädchen mit großen Augen

Hikari Yamazaki macht sich in Japan gerade als Illustrationsneuentdeckung des Jahres unter ihrem Pseudonym Hikacha einen Namen. Ich bin geradezu besessen von ihrem Style. Egal ob die Notizbücher eines High-School-Mädchens, voll mit den verschiedensten Gedanken und Zeichnungen, oder die riesengroßen Bilder. Sie strahlt diese gewisse Art von Kraft aus, die mich an Street-Art-Graffiti erinnert, aber dennoch nicht ausschließlich girly ist. Ich würde Hikaris Arbeiten eher als sexy und verträumt bezeichnen.

Immer, wenn du auf deinem Blog neue Arbeiten oder Texte veröffentlichst, bin ich total aufgeregt. Kannst du uns etwas von diesen Mädchen in deinen Werken erzählen und was hat dich überhaupt motiviert mit dem Zeichnen anzufangen?

Also die Mädchen sind ganz klar ein Ausdruck meiner Minderwertigkeitskomplexe. Ich wünschte zum Beispiel, dass meine Augen viel größer und meine Wimpern viel länger wären. Dass meine Brüste und mein Arsch geiler aussehen würden. Eigentlich sind diese Mädchen einzig und allein mein Idealbild einer Frau. Sexy und verträumt? Super! Und diese lustigen Kreaturen, die um sie herumschwirren, sind meine Vorstellung ihrer Freunde. Die gucken auch meistens zu den Mädchen.

Als ich noch Kunst studiert habe, hat mir ein Professoren, der mein Notizbuch zufällig gesehen hatte, dazu geraten, viel mehr in diesem Stil zu zeichnen. Ich habe hauptsächlich Grafikdesign gelernt, was eigentlich dazu geführt hätte, dass ich nach meinem Abschluss eben Grafikdesignerin werde. Ganz logisch. Aber eines Tages merkte ich, dass ich mich viel mehr für’s Zeichnen begeistern konnte, als für’s Designen. Also bin ich meinem Professor ziemlich dankbar, dass er mich auf diesen Weg gebracht hat.

Vor einigen Jahren, als ich noch auf die Schule ging, habe ich einen Wettbewerb von Digmeout gewonnen. Das ist eine Organisation, die junge japanische Künstler entdeckt und fördert. Ja, so hat eigentlich alles begonnen. Mit dem Zeichnen an sich habe ich eigentlich schon angefangen, als ich alt genug war, um einen Stift zu halten. Wenn die Schule vorbei war, zeichnete ich jeden Nachmittag an meinen Manga herum.

Als ich noch ein Schulmädchen war, war ich unglaublich krass darin vertieft. Und daran hat sich bis heute nichts geändert. Um diese starke Leidenschaft, die ich als Kind hatte, nicht zu vergessen, zeichne ich täglich. Es ist mir eigentlich egal, ob andere Menschen gut oder schlecht finden, was ich mache, aber das Wichtigste war für mich immer schon, dass ich ehrlich zu mir bin. Ich bin wie das kleine Mädchen von damals. Auch wenn ich immer ein wenig älter werde.

Du wurdest 1988 geboren, bist in Tokio aufgewachsen und hast deine Jahre als Teenager in den 2000ern verbracht, richtig? Wie hat’s dir gefallen? Welche Dinge haben deine Illustrationen beeinflusst?

Also ich lebe in Sagamihara. Die Stadt ist eine Art Vorort in der Präfektur Kanagawa und liegt ungefähr 45 Kilometer von Tokio entfernt. Das ist schon ein klein wenig weit von den cooleren Stadtteilen von Tokio wie Shibuya oder Harajuku weg. Ich war schon immer vom Gyaru-Stil fasziniert. Also entschloss ich mich, auf eine High School zu gehen, wo dieser so richtig ausgelebt wurde.

Ich muss zugeben, dass ich damals mehr auf diesen ganzen Mädchenkram stand. Make-up, Jungs, Mode und so. Und nicht so sehr aufs Zeichnen. Nach der Schule fuhren wir immer nach Shibuya und hingen dort mit unseren Freunden ab. Wir kauften das halbe 109 leer, gingen ins Karaoke, zogen beim Purikura Grimassen… Was typische Mädchen in Tokio eben so machen.

Das hat meine Illustrationen sehr stark geprägt, weißt du? Ich liebte die 2000er als Teenager, weil es so viele verschiedene Stile in der Stadt gab. Es war aufregend und hat Spaß gemacht. Ich stehe aber auch auf Street-Art. Graffiti und so. Also lasse ich mich auch davon beeinflussen. Ohne die vorherrschende Popkultur in Tokio würde mein Stil so jedenfalls nicht existieren, da bin ich mir sicher.

Ich folge dir übrigens auch auf Instagram, es scheint ein toller Weg zu sein, dich mit deinen Fans zu verbinden, neben Blogs und Twitter. Wie reagieren die Leute auf diese neuen Medien?

Yeah, ich liebe es! Danke, dass du mir folgst. Ich genieße es wirklich, weil jeder Kommentar und jeder Like von Menschen aus allen möglichen Ländern meinen Tag versüßt. Am Anfang habe ich noch nicht so recht verstanden, warum ich jetzt irgendwo meine Entwürfe hochladen sollte und wie wertvoll das doch sein kann.

Aber irgendwann habe ich einen Like von einem meiner Lieblingskünstler erhalten und das hat mich so unglaublich glücklich gemacht. Von da an wusste ich, dass es wichtig ist, der Welt meine Arbeiten zu zeigen. So kann man übrigens auch leichter an neue Jobs kommen. Es ist toll. Menschen können mir sehr einfach und unkompliziert sagen, was sie fühlen und ob sie meine Sachen mögen. Oder eben nicht. Es ist ein tolles Werkzeug. Momentan lade ich fast alles, was ich zeichne, zu Instagram hoch. Das ist doch großartig, findest du nicht?

Was steht dieses Jahr noch für dich an, irgendwelche Ankündigungen? Warum hast du nicht mal eine Ausstellung in Berlin?

Also im Juli habe ich eine Soloausstellung. Das ist bereits meine zweite, aber die erste in Tokio. Ich kann’s kaum erwarten! Im August nehme ich an einer “Girly”-Kunstveranstaltung in einer Galerie namens DMO ARTS in Osaka teil. Eine Ausstellung in Berlin; oh Mann, das wäre so großartig. Warum fragst du mich so was (lacht)?

Das klingt jetzt vielleicht etwas bekloppt, aber meine Eltern haben sich tatsächlich in einer deutschen Sprachschule in Tokio kennengelernt. Deutschland ist eines der Länder, die ich absolut interessant finde, und ich hoffe, dass ich es irgendwann einmal besuchen kann. Dieses Jahr ist offiziell mein drittes Jahr als Künstlerin. Jeden Tag merke ich mehr, dass es genau das ist, was ich machen möchte. Und insgeheim wünsche ich mir, dass mich viel mehr Menschen kennenlernen. Nicht nur in Japan!

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