Friends - Katy Perry ist eine Marke

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Katy Perry ist eine Marke

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New York, die Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten, lässt die Träume unzähliger Menschen wahr werden. Wer den American Dream nicht selbst erlebt hat, hörte von Legenden, versank in romantische Sehnsucht vor der Leinwand in kitschiger Hollywoodästhetik, oder lernte sich dank “Death of a Salesman” des Dramatikers Arthur Miller kritisch mit den Schattenseiten auseinanderzusetzen.

Die amerikanische Band Friends aus Brooklyn lebt zurzeit den Traum jeder Band. Mindestens genauso zum Träumen sind die Hits “I’m his Girl” und “Friend Crush”, in denen Front-Frau Samantha Urbani zu funkigpoppigem Bubblegum über die optimale Beziehung zwischen Mann und Frau und Freundschaftsanfragen jenseits von Facebook singt. Seit einigen Tagen ist das neue Video zur dritten Single “Mind Control” aus dem im Sommer erscheinenden Album “Manifest” zu bewundern. Im Rahmen ihrer Tour sprachen wir mit Samantha, Lesley und Nikki des Quintetts in Frankfurt über den Big Apple, Katy Perry und offene Beziehungen.

Wo seid ihr aufeinander getroffen?

Samantha: Ich habe Leslie auf dem Spielplatz des Schulhofes getroffen.
Nikki: Und ich traf Samantha im Restaurant, wo wir beide gearbeitet haben.

In Brookyln?

Nikki: In Manhattan.
Samantha: The Big Apple. NYC, Baby!

Wo habt ihr Matthew und Oliver getroffen?

Samantha: Ich traf Matthew bei einer Show. Er spielte in einer Band mit meinem Exfreund, vor ein paar Jahren. Lesley traf Oliver in einem Musikladen, indem er gearbeitet hat. Lesley hat dort gechillt, so lernte ich Oliver durch Lesley kennen. Sie hat ihn zu ein paar meiner Hausparties mitgebracht.

Welche Rolle spielt Freundschaft in eurem Leben?

Samantha: In Bezug zu dieser Band hätte ich nicht mit der Musik begonnen, wenn meine Freunde mich nicht so unterstützt hätten. Ich fand es schon immer sehr wichtig, Mitgefühl für andere Menschen zu haben und ein Freund zu sein. Aber es ist auch eine einsame Welt, eine kalte, dunkle einsame Welt. So müssen wir wenigstens so tun, als würden wir uns mögen. (lacht)

Wie gefällt euch der Film „Ziemlich beste Freunde“ (auf Englisch “die intouchables”)?

Nikki: Der mit Kevin Costner? Gosh, das ist eine großartige Frage. Ich liebe den Film. Es ist einer meiner Lieblingsfilme. Mit 16 habe ich eine Version des Soundtracks aufgenommen.

Der Film ist neu.

Samantha: Sie haben wahrscheinlich ein Remake gemacht.

Nein, der französische Film über die Freundschaft zwischen den unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergrund.

Samantha: Es ist für mich auf ganz natürliche Art wichtig, nicht wertend zu sein und keine Vorurteile Menschen gegenüber zu haben. Und in der Lage zu sein, stets einen Sinn für Humor zu haben, ist sehr notwendig. Aber in der Realität habe ich dann doch strikte Prinzipien und Ausnahmen, wenn es um Mitgefühl und Empathie geht.

Sind die Menschen in den USA etwas lockerer, wenn es um ihren kulturellen Hintergrund geht?

Samantha: Es ist lustig. Wir waren neulich mit einigen Leuten aus England unterwegs, als ich in London war. Einer der Jungs sagte: „Weißt du, ich kannte nicht einen einzigen schwarzen Menschen, als ich aufwuchs. In meiner Stadt war absolut nicht eine einzige schwarze Familie.” Ich weiß nicht, wie sich das auf Menschen auswirkt, oder ob es Menschen anfälliger macht, sich davor zu fürchten, andere Kulturen zu werten, oder es einfach nie ein Thema beim Heranwachsen ist. Aber ich kann mir nicht vorstellen, an einem Ort aufzuwachsen, der kulturell und ethnisch nicht so vielfältig ist. Es ist extrem vielfältig. Aus diesem Grund bin ich nach New York gezogen. Ich weiß nicht, ob es noch so viel Spannung und Probleme und Vorurteile in Amerika gibt. Aber es ist alles auf dem Weg. Es liegt an dem Einzelnen. Du kannst selbst entscheiden, es ist deine eigene Kreativität und zwischenmenschlichen Politik.

Das heißt, ihr seid nicht aus New York. Woher kommt ihr?

Samantha: Ich bin aus Connecticut, was einen Ruf als ziemlich homogen, wohlhabend, weiß hat, aber das ist sie absolut nicht. Die Klassen meiner High School waren sehr vielfältig, ob sozial und wirtschaftlich, oder mit Religionen, Kulturen, und der Herkunft. Ich war schon immer der Typ Mensch, der ein wenig mit jedermann befreundet ist. Es geht nicht darum, ob sie cool sind oder zu einer bestimmten Clique passen. Ich habe nur einen bestimmten Geschmack von der Art des Menschen, die ich mag. Ich habe mich immer wie jemand gefühlt, der andere zusammen bringt und abhängt.

Wie mit deiner Band?

Samantha: Ich denke, diese Guys würden wahrscheinlich miteinander rumhängen, unabhängig davon, ob ich da bin, wenn sie die Gelegenheit dazu hätten. Jeder hat unterschiedliche Lebensgeschichten und im Hintergrund viel Unterschiede, aber jeder ist auch ziemlich ähnlich in vielerlei Hinsicht. Extreme Spinner und dann extreme normale Menschen, die von Spinnern fasziniert sind.

Wie kam es, dass ihr alle in New York gelandet seid?

Samantha: Ich bin dorthin gezogen, um dort weiterzuziehen und auch aufs College gehen. Ich zog mit der Absicht, in New York zu sein und sämtliche Möglichkeiten, die damit einhergehen, zu nutzen. Aber College fühlte sich fast wie eine Entschuldigung für New York. Ich hatte immer die Absicht nach New York umzuziehen. Lesley ging es genauso, denke ich. Nikki ist in Brookyln geboren, lebte in anderen Orten, kam aber zurück nach New York. Viele Künstler, Musiker, kreative Menschen, die ansteuern, in einer vielfältigen Stadt zu sein, wollen offensichtlich nach New York ziehen. Es ist einfach ein wirklich toller Ort für uns alle.

Lesley: Conneticut ist wirklich sehr nah an New York, so fühlten wir uns auf jeden Fall vertraut mit der Stadt. Während der High School haben wir viel Zeit dort verbracht. Wir hatten die Chance, uns daran zu gewöhnen.

Empfindet ihr New York immer noch als die Stadt, in der man vom Tellerwäscher zum Millionär werden kann?

Nikki: Definitiv. Das ist die Sache mit New York: Du kannst alles machen, was du möchtest. Alles ist möglich.

Samantha: Wenn du von Natur aus so etwas wie eine magnetische Ausstrahlung hast, die eine Menge Leute haben, ob sie es wahrhaben wollen oder nicht, oder du offen für Chancen bist, werden die Chancen von dir angezogen. Sie werden sich am Ende dir nähern. Als ich nach New York zog, geschah dies. Einige Leute arbeiten wirklich hart, um das, was sie wollen oder wovon sie träumen, zu erreichen. Aber ich fühle, dass es eine Menge Möglichkeiten gibt, das habe ich erlebt.

Nikki: Es kann überall sein, es muss nicht New York zu sein, aber die Stadt erleichtert es dir, die Menschen dort machen es möglich.

Lesley: Die Sache ist die, wir sind definitiv keine Millionäre. (lacht) Samantha traf Nikki in einem Restaurant, indem sie arbeiteten. In deinem Alltagsleben in New York, wenn du ausgehst und dein Ding machst, hast du viele Möglichkeiten, um mit einem Haufen verrückter Situationen, verrückten Menschen zu interagieren. In New York fallen viele Möglichkeiten tagtäglich die ganze Zeit in deinen Schoß. Da ist einfach so viel los.

Samantha: Meine Erfolgsziele waren nie materiell, nie unbedingt Geld. Millionär zu werden wäre eine Metapher für wahr werdende Träume. Mein persönlicher Geschmack ist nicht ein Leben in einer Villa mit einem Jacuzzi. Okay, ich möchte definitiv einen Jacuzzi, oder eher ein Spa. (lachen) Aber als das mit der Band anfing, war ich in Berlin für ein paar Monate, und zog zurück nach New York. Und Tonnen von Sachen fügten sich, wie besonders der Ort, in den ich zog. Zehn Menschen lebten dort, es war eine alte Bank, die von einer Horde Kids wieder aufgebaut wurde, die mit dem Ganzen gestartet hatten. Es wurde ein Veranstaltungsort, und dann wieder ein großer Wohnraum.

Das war eine wirklich tolle inspirierende Umgebung zum Leben, wo Tonnen von anderen Menschen und Bands waren. Und ich hatte nie eine Band vorher und es ist wirklich wichtig, Unterstützung einer Gemeinschaft zu haben. Und für mich ist genau das von einem Tellerwäscher zu eine Millionär zu werden. In New York auftauchen und einer sein, der zu Shows geht, niemanden kennt, aber dann sehr einfach in eine Community von Leuten sehr tief gestrickt sein. Das ist eine Sache, für die New York ideal ist. Es gibt immer Gemeinschaften von Kids, die ihre Sachen eigenständig machen, Venues aufbauen, Shows organisieren, Bands gründen oder was mit bildender Kunst und Film machen.

Ihre Träume lebend.

Ja, total. Unabhängig davon, ob da jemand, der zu einem High-Fashion-Model mit Tonnen von Geld wird, oder wenn du davon träumst, einen riesigen Raum für dich und deine Freunde zu haben, den ihr anmalen werdet, wann immer ihr wollt und jamed und laute verrückte Musik machen wollt. Es scheint immer, das könnte so in New York nicht passieren, weil alles angeblich so teuer ist oder zur richtigen Zeit sein muss. Aber da gibt es immer noch Ecken in New York, die man dazu finden kann.

Backstreet Boys, Spice Girls, S Club Seven, Destiny’s Child sind sehr populäre Bands der Vergangenheit. Heute ist der Sternenhimmel durch einzelne Personen wie Rihanna, Katy Perry, Lady Gaga gefüllt. Was ist der Grund für deren Erfolg?

Samantha: Ich habe darüber nachgedacht, als wir die Band gegründet haben. Nicht nur diese zusammengefügten, extrem gemanagten, gefälschten Gruppen wie Boybands, in den 80ern gab es auch Tonnen von Popbands und nun gibt es nur noch Popkünstlern und Rockbands. Das ist das Traurige, finde ich. Es ist um einiges einfacher Solokünstler kommerziell zu vermarkten, denn du hast nur eine Identität und du kannst sie anfertigen wie du willst. Eine Person kümmert sich um Twitter, die andere macht Bilder. Es macht die Sache einfacher mit nur einer Identität, mit der sich die Leute identifizieren können oder Erwartungen stellen können. Es ist eine ganze Mainstream-Kultur, die mehr und mehr systematisch wird.

Lesley: Eine Sache, die wirklich cool mit Bands ist, dass sie beliebt sind, wie Pop, was den Leuten eine gewisse Möglichkeit gibt, auf sie zu blicken und sich mit jemandem oder verschiedenen Teilen der Gruppe aus verschiedenen Gründen zu identifizieren, den Sound der Band zu fühlen, die Musik, und die Bewegung, die Liveshows. Es ist nicht so, dass man sich entweder mit ihnen identifiziert oder nicht. Es ist multi-möglich.

Samantha: Anstelle des Popstar-Seins, ist die ganze Herstellung der Musik ein geheimnisvoller Worttext. Menschen, die im Radio Katy Perry hören, beachten nicht, wer ihre Songs schreibt und wer ihre Tracks macht. Es ist einfach nur ein Spektakel um Katy Perry. Sie präsentiert nicht eine Person, sondern ein ganzes Image und einen Sound. Es ist nicht alles ihres. Der Name ist eine Marke. Um mehr eine Popband zu sein, wäre das eine großartige Sache. Leute, die keine Indierock-Band sind, entsprechen viel mehr King Kong Pop-Bands.

The Guardian vergleicht euch mit Neneh Cherry.

Samantha: Neneh Cherry, Ich mag sie wirklich. Ein Freund von mir stellte mich ihr vor. Er war schockiert, weil ich noch nie etwas von ihr gehört hatte. Sie hatte vor vier oder fünf Jahren einen großen Hit. Ich kannte sie nicht, bevor ich nach New York ging. Und dann passierte es, dass ich eines Tages auf der Straße ihre Kassette fand und mir „Raw Like Sushi“ mehrere Male anhörte. Ich mochte schon immer diese frechen, rappy Rnb typischen funkigen Girls und Guys von den späten 80ern und 90ern. Sogar De La Soul , Queen Latifah, TLC und ne Menge funkiger RnB Jazz und Soul. Sie hatten auch eine politische Agenda. Sie hatten eine Aussage, ob nun zu Sexismus oder Rassismus. Nicht auf eine kitschige, moralisierende Art. Sie taten es auf eine Art, die stark ist und Spaß macht. Aufrichtig ohne das Ganze zu ernst zu nehmen.

Du singst über Freunde. Friends with benefits oder ohne?

Samantha: Was meinst du? Solltest du es mit deinen Freunden tun?

Nein, ich frage dich!

Samantha: Du und ich? (lachen)

Nein! Wir sind auch gar keine Freunde.

Samantha: Und ob wir das sind!

Ich mag dich, aber..

Samantha: Ich mag dich auch! (lachen) Danke, ich mag dich auch! (lachen) Ich habe darauf gewartet, dass du etwas sagst. Endlich! Willst du hier raus? (lachen)

Vielen Dank, aber ich bin hetero.

Samantha: Du bist so langweilig.

Ja, ich bin langweiig.

Samantha: Nein, das bist du nicht! Ich sehe tiefen Glanz durch diese Augen funkeln. (lachen)

Nikki: Versuch’ es!

Nein! (lachen) Also was nun, friends with benefits: Ja oder Nein? Manchmal?

Samantha: Manchmal ja. Solange es nicht verwirrt. Ich mag es, dass alle meine Lover gleichzeitig auch meine Freunde sind. Ich möchte es bloß mit Menschen tun, die ich eigentlich respektiere. Außer Frauen. (lachen) Ich mach’ nur Spaß. Freunde mit Vorzügen kann funktionieren. Aber wenn man sich verliebt, wird es verwirrend.

Lesley: Wir würden jeden dazu ermutigen, die Beziehung zu führen, die für sie selbst am besten funktioniert. Was für eine Art Beziehung dich glücklich macht, ob das Freunde mit Vorzügen oder sonst was ist.

Samantha: Ich war mit einem Kerl in einer offenen Beziehung und mochte es, auch mit anderen etwas zu haben.

“I’m His Girl” ist über eine offene Beziehung.

Samantha: Ja, es ist genau darüber, über ihn. Wir haben uns lange on und off gedatet und manchmal waren wir wirklich gute Freunde und es war platonisch und zu anderen Zeiten waren wir unsterblich ineinander verliebt. Durch die ganze Beziehung mussten wir eine gute Kommunikation pflegen, weil uns für eine offene Beziehung entschieden haben, aber natürlich ändern sich die Dinge, und du willst einfach unterschiedliche Erfahrungen zu unterschiedlichen Zeiten, und man hat Erwartungen voneinander, die auf Umständen basieren.

Offene Beziehungen sind nicht der Weg, der es zu sein hat, auch wenn ich selbst so darüber denke, ist es nicht die einzige Möglichkeit. Es ist Zeit für Menschen, damit aufzuhören, Beziehungen als eine Schwarz-Weiß-Sache zu sehen. Es ist nicht so: Du bist mit jemandem oder nicht. Es ist ein Gefühl der Offenheit… Man muss es alles schätzen. Aber jeder sollte die Möglichkeit haben, jederzeit ganz oben für jemanden zu stehen. Ich denke, man sollte nicht besitzergreifend sein. Es fühlt sich gut an, wie in einem Team mit jemandem zu sein, in einer Weise, in der du nicht zueinander, sondern miteinander gehörst. Es sollte nicht verzweifelt sauber aneinander, sondern natürlich verbündet sein. Die Menschen haben oft Angst in einer Beziehung vor Veränderung oder verlassen zu werden.

Nikki: Hat es Sting nicht am besten gesagt?

Samantha: „Everywhere you go, I will be watching you?“ (lachen)

Nikki: „It’s hip to be square. If you love someone, let them be free.“

Tally Weijl

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