Oliver Polak im Gespräch - Wenn Juden Witze machen

Der jüdischen Kultur mit Humor gegenüber treten, können wir endlich mit dem einzigen jüdischen Comedian, den Deutschland zu bieten hat. Oliver Polak, dessen Vater mehrere Konzentrationslager überlebte, setzt sich heute…
Oliver Polak im Gespräch

Wenn Juden Witze machen

Der jüdischen Kultur mit Humor gegenüber treten, können wir endlich mit dem einzigen jüdischen Comedian, den Deutschland zu bieten hat. Oliver Polak, dessen Vater mehrere Konzentrationslager überlebte, setzt sich heute auf der Bühne kritisch und ironisch mit seiner jüdischen Identität auseinander, weiß es aber, sich an den richtigen Stellen auch über andere Religionen wie das Christentum oder den Islam lustig zu machen.

Der Erfinder des Judenspiels, bei dem es darum geht, prominente jüdische Menschen von nichtjüdischen zu unterscheiden, sagt, dass es in erster Linie um Gags gehe, also darum, dass man lachen kann. Und dennoch ist es nach all den Jahren das, was wir neben der trockenen Comedy-Landschaft, die von überrepräsentierten Türken, Deutschen und deren auf Vorurteile basierenden Witze dominiert wird, endlich für etwas mehr Gelassenheit brauchen, wenn wir mit dem 2. Weltkrieg konfrontiert werden.

Die Auseinandersetzung mit der Geschichte wird niemals zur Vergangenheit, und wie die großen Literaten schon in ihren Werken festhielten: Zur Überwindung ist das Höchste im Leben Humor. Mit dem sympathischen und sehr nachdenklichen Lockenkopf sprachen wir in Frankfurt über Eddie Murphy, die Guggenheims und Geldzahlers, die Beziehung zwischen Juden und Türken, und natürlich, was guten Comedy überhaupt charakterisiert.

Ich möchte vorher kurz sagen, dass ich keine Iranerin bin. Du brauchst also keine Angst haben.

Ich habe es sofort gemerkt (lacht). Ich hatte schon mal eine türkische Freundin. Da spürt man das gleich. Mein bester Freund ist auch Türke.

Willst du jetzt schleimen? Das ist positive Diskriminierung.

Warum? Ich lese die Zitate ja gegen. (lacht) Hast du schon was getrunken? Nee, ne? Darfst du ja eh nicht.

Nee, ich darf wirklich nicht, aber ich mag keinen Alkohol.

Wie ist dein Nachname?

Toprak.

Toprak? Ich kenne nur eine Meltem Kaplan.

Was macht die so?

Sie ist eine türkische Kabarettistin bei uns.

Ich kenne nur Meltem Toprak.

Ben bir yahudiyim. (Türkisch für „Ich bin ein Jude.“)

Güzel. (Türkisch für “Schön.“) Biliyordum onu zaten. („Das wusste ich eh schon.“)

Ich könnte Sachen sagen, da würdest du…

Ich weiß, das können alle Deutsche. Immer die Schimpfwörter…

Ja, aber mein bester Freund hat mir nur die Schimpfwörter beigebracht.

Ich weiß, das ist immer so. Aber eigentlich würde ich ja gar nicht mit dir über das Judentum sprechen, aber da du ja damit Geld machst…

Wie Geld machen?

Ja, du verdienst ja damit dein Geld.

Ja, aber nicht mit dem Judentum.

Mit deiner jüdischen Identität.

Naja, weiß ich nicht. Der Ansatz bei mir ist, dass ich Standup-Comedy machen wollte. Ich finde halt, viele Sachen, die in Deutschland unter Comedy laufen, sind irgendwie nicht mein Ding. Ich ging da eher nach amerikanischem Vorbild wie Eddie Murphy oder Sarah Silverman. Also Eddie Murphy hat natürlich auch thematisiert, dass er schwarze Wurzeln hat, wie Sarah Silverman auch thematisiert, dass sie jüdische Wurzeln hat. Wenn man die Biographie als Basis für die Comedy-Show nimmt, sodass es authentisch sein soll, dann bleibt das halt nicht aus. Ich finde das irgendwie etwas fragwürdig, zu nennen, man macht irgendwie Geld mit seiner Identität.

Das ist ja aber nicht urteilend.

Achso, das hörte sich so an. Aber ich bin auch so paranoid. Aber nur weil ich paranoid bin, heißt es ja nicht, dass sie nicht hinter mir her sind.

Okay.

Du bist heute nicht so schnell, oder?

Das ist ja intelligenter Humor, da muss ich erst nachdenken.

Aber wenn du mich nicht kennen würdest, würdest du auch denken, ich wäre Türke oder?

Ein bisschen…

Während der Taxifahrt: „Sind Sie Türke? Ich so „Nee, ich bin Jude.” „Aaah, dein Deutsch ist aber gar nicht so schlecht, für ‘nen Juden.” Ich so: „Hmm, dankeschön.” (lacht).

Mir hat eine Jüdin, die mit einem Türken verheiratet ist, erzählt…

Gute Kombi, ne? Türkisch und jüdisch. 

Ja, die verstehen sich. Darauf komme ich gleich noch zu sprechen. Jedenfalls hat sie erzählt, dass die Juden, die damals im 19. und 20. Jahrhundert hier lebten, ursprünglich aus dem Kaukasus kommen, und da der Kaukasus hinter der Türkei liegt, sehen die tatsächlich relativ türkisch aus.
 
Das kann sein.
 
Witzig ist auch, dass Kaukasus auf Türkisch Kafkas bedeutet, was so ähnlich wie Kafka klingt. Da ist eine Verbindung mit dem deutschsprachigen Autor.
 
Aaah.
 
Jemand hat mich mal gefragt, ob Kafka mein Vater wäre, als ich ein Bild von ihm für mein Facebook-Profil genutzt hatte.
 
Ach quatsch (lacht). Hättest du ja sagen müssen.
 
Und da habe ich gemeint, wie kommst du darauf? Und da meinte er so „die Augen“. Das war wirklich lustig.
 
Bisschen absurd oder?
 
Aber es hat mir gefallen, ich mag den ja. Aber kommen wir zu meiner zweiten Frage. Jüdische Nachnamen sind ja echt interessant. Du hast in einem Witz mal Micky Treppengeländer benutzt, ein Freund von Andy Warhol, der von ihm übrigens 100 Minuten lang beim Zigarette rauchen gefilmt wurde, heißt Henry Geldzahler. Wie kommen solche Namen zustande? Gibt es da einen kulturellen Zusammenhang?
 
Wir haben lustige Namen. Das kommt daher, dass europäische Juden ursprünglich keine festen Familiennamen hatten und später zur Erlangung der Bürgerrechte gezwungen wurden, welche anzunehmen. Oder sie wurden einfach zugeteilt – wobei weniger Geschmack und Fantasie als Klischees und Verballhornungen eingesetzt wurden. Und so kam es zu den Goldmanns und Silberbergs, den Guggenheims, Katz, den Mandelbaums und Morgenthaus, den Bernsteins und Treppengeländers.
 
Ja, die Deutschen sind ja immer sehr vorsichtig…
 
Du bist auch deutsch, ich bin auch deutsch.

Ja, bis zu einem gewissen Grad und ich bin auch sehr vorsichtig, wenn es darum geht, Witze über Juden zu machen. Anders als bei den Türkenwitzen, die sehr gerne von Deutschen gemacht werden. Ist es nur in Deutschland so, dass man so vorsichtig ist, oder ist man in den USA beispielsweise lockerer?

Der Begriff Judenwitze ist in Deutschland ja auch ein Begriff aus der Nazi-Zeit, was ja eher antisemitische Witze waren, judenfeindliche Witze. Die Frage ist ja: Wo ist die Haltung von Künstlern? In dem Wort Unterhaltung steckt auch das Wort Haltung. In Deutschland ist es oft so, dass Humor ein Ressentiment ist. Es wird erzählt „Frauen können nicht einparken“, „Schwarze haben lange Geschlechtsteile”, „Türken essen alle Döner.” Es wird so als Gag erzählt und das ist gleichzeitig die Pointe, wo die Leute lachen sollen. Aber Fakt ist, es stimmt ja gar nicht. Klar, ich mache auch blöde Witze, aber bei mir geht es eher darum, Ressentiment zu erzählen, vorzuführen und dann zu zerschlagen.

Ich habe zum Beispiel letztens bei „20 Jahre Quatsch Comedy Club“ Folgendes gesehen: Da ist Bülent Ceylan, was ich auch eher als Comedy-Animation sehe als Comedy. Danach ist Oliver Pocher aufgetreten und sagte „Ey Mensch, Berlin, Bülent Ceylan, Berlin auch viele Türken.“ Die Leute klatschen verhalten. Und dann sagt er: „Was wäre Berlin ohne Türken? Sicher, sauber, man würde wieder Deutsch sprechen.” Und das ist für mich eine komplette Form von Rassismus, die da einfach glatt bedient wird. Die Leute klatschen, applaudieren, und das finde ich äußerst fragwürdig. Wie auch in dieser Grass-Debatte, die Frage ist, warum macht man Gags, worauf zielt es ab? Am Ende soll gute Comedy nicht nur zum Lachen bringen, im besten Fall auch zum Nachdenken.
 
Gutes Statement. Aber noch mal zurück zur Frage. Sind die Menschen in den USA beispielsweise lockerer?
 
Wenn du jetzt zum Beispiel New York nimmst – das ist zwar nicht die USA, aber da leben sehr viele Juden – dort weiß man sehr viel über jüdisches Leben, jüdische Neurosen, auch durch Woody Allen, Larry David und so weiter und so fort. Sagen wir so, die Leute wissen in Deutschland hingegen mehr über Türken, auch falsche Sachen (lacht), als über Juden, eben aus der Geschichte resultierend. Natürlich kann ich jetzt sagen, ich thematisiere das Jüdische nicht, aber es ist ja auch ein Teil von mir.

Es ist ja nicht so, dass ich gestern aufgewacht bin, festgestellt habe, „Ach Mensch, da unten ist es aber kalt, da fehlt was, ach Mensch, könnte ich jüdisch sein?“ Ich rede halt drüber. Es ist halt ein Teil von meinem Programm oder Buch, weil es auch ein Teil meiner Identität ist, deswegen spreche ich darüber. Für mich eine Selbstverständlichkeit, doch für viele Leute halt nicht. Deswegen sage ich auch, dass sie trotzdem nur lachen müssen, wenn es ihnen gefällt und dass sie jetzt keine Antisemiten sind, wenn sie jetzt nicht lachen, sondern nur humorlose Arschlöcher.


 
(lachen) Dürfen nicht-jüdische Menschen auch Witze über Juden machen?

Das kann ich nicht sagen, ich bin ja nicht die Comedygestapo.
 
Wärst du gekränkt?
 
Wenn’s ein guter Witz ist, wahrscheinlich nicht. Wenn’s ein rassistischer, antisemitischer, ekliger Witz wäre, fände ich es fragwürdig. Die Frage ist ja manchmal auch, warum will man Witze machen? Ich bin ja nicht die Comedy-Gestapo, dass ich entscheide, wer wie was darf. Ich kann nur sagen, was ich witzig finde und was ich nicht witzig finde. Für mich ist das weniger Loriot, sondern mehr Deichkind, Erobique – also selbstironisch, kaputt.
 
Aber du stimmst mir schon zu, wenn ich sage, dass die Deutschen sehr verkrampft sind. Dass sie ein schlechtes Gewissen haben, sagst du ja selbst.
 
Keine Ahnung, was die haben oder was die nicht haben. Aber auch bei der Grass-Debatte: Es werden oft Sachen verwechselt. Das ist jetzt Israel, Iran, Palästina – Fakt ist, es geht bei mir am Ende um Unterhaltung und Comedy, und nicht  das jüdische und nicht-jüdische Verhältnis zusammen zu führen oder zu verbessern. Es geht um Gags, um lustig sein, vielleicht auch mal die Leute anzustoßen, und wenn es zum Nachdenken bringt, ist auch okay. Aber wie gesagt, es geht um Gags.
 
Hast du das Gefühl, dass während deiner Schulzeit und auch in der Gesellschaft heute insgesamt, das Thema Nationalsozialismus genug thematisiert wurde und ausreichend bewusst ist, was damals während dem 2. Weltkrieg geschehen ist?
 
Ich weiß nicht, irgendwie wurde bei mir in der Schule der Nationalsozialismus kein einziges Mal durchgenommen. Ich frage mich, ob das in Papenburg im Lehrplan so stand, dass es nicht durchgenommen wird. Den Satz hatte ich aber auch in meinem Buch: Wenn man auf der Polizeischule bei Volksverhetzung gefehlt hat, wurde man zur Strafe nach Papenburg versetzt! Ich weiß nicht, ich hatte das irgendwie nie. Also wenn ich nicht meine Eltern gehabt hätte, hätte ich auch nichts über den Nationalsozialismus gewusst.
 
Das finde ich echt verwunderlich. Bei mir auf der Schule wurde das immer wieder thematisiert, zwar immer noch nicht genug, aber…
 
Bist du echt hier geboren?

Ja.
 
Du sprichst bisschen Gangstersprache.
 
Das liegt daran, dass ich aus Hessen bin. Isch spreche ein bisschen Hessisch. Das sagen viele, dass man einen Dialekt raushört.
 
Aber du bist nicht so Hip-Hop-mäßig unterwegs oder?
 
Doch. Ich mag Hip Hop.
 
Du bist Hip Hop.
 
Ich höre alles.
 
Aber du bist keine Rapperin.
 
Nee, das noch nicht. Ich habe momentan noch Geld. Aber wenn ich keins mehr habe…
 
(lachen)
 
Bist du eigentlich sicher, dass du in der ersten Reihe sitzen willst?
 
(lachen) Ja, nee, ich möchte da sitzen, aber nicht wenn…
 
1.Reihe, da kann alles passieren.
 
Egal, da sind eh keine Kameras. Mir hat übrigens letztens ein Jude was ausgegeben. Dass Juden geizig wären, stimmt also nicht oder?
 
Ich glaube eher, dass die Deutschen geizig sind.
 
(lachen) Ja, das glaube ich auch. Aber warum sagt man das über Juden? Das hört man häufiger in Sitcoms.
 

Glaubst Du auch alles, was sie in der Lindenstrasse erzählen oder bei GZSZ (lacht)? Wenn es das Ressentiment gibt, dann dass Juden sparsam sind, was aus der Geschichte resultiert, weil sie immer gejagt und verfolgt wurden, und dass sie dann immer denken: „Ey, ich lege lieber was zur Seite, falls wir morgen wieder irgendwo hinfahren müssen oder gefahren werden. (lacht)
 
Was ist noch so typisch jewish?
 
Beschneidung?
 
Reden wir von Stereotypen.
 
Die dümmsten Fragen, die mir gestellt wurde, war: „Sie sind Jude. Kann man davon leben?” Dann habe ich geantwortet: „Ja, doch, wir können sehr gut davon leben, wir müssen nicht mehr durch so viele teilen.” (lachen) Was auch absurd ist, einmal im Monat empfiehlt mir Amazon “Schindlers Liste“ als Bluray, wo ich auch dachte, was ist das für ein System? Warum kriege ich das empfohlen? Dann dachte ich wirklich so: Was empfehlen sie Monika Lierhaus? “Lola rennt“? Oder Schäuble dann „auf Achse“. Das fand ich dann schon absurd.
 
Das funktioniert nach System, du schaust danach, daher kommt das dann.
 
Nee, wenn dir eBay einen gelben Stern zum Anstecken für 10 positive Bewertungen zuschickt, ich meine, da denkst du dir… oder DJ Ötzi singt „Ein Stern, der deinen Namen trägt“ bei mir sind da natürlich andere Gedanken. Das ist bei dir sicher auch bei manchen Sachen so. Weil du türkische Eltern hast und eine andere Erziehung hast du bestimmte Assoziationen mit manchen Dingen.

Ja, man interpretiert manches anders oder falsch.


 
Wenn du dann von Männern angeschrien und geschlagen wirst, dann fühlst du dich halt wohl. (lachen)
 
Ich verstehe schon was du meinst. Wenn jemand nach Döner riecht, dann gefällt mir das. Ach, wenn man mit dir redet, kommt man unter Druck und will auch witzig sein.
 
Nein ich bin nicht witzig. Ich bin gerade müde.
 
Ich habe deinen Tanz auf Youtube gesehen. Wie schafft man es, so selbstbewusst zu sein.
 
Wie was? Diese These möchte ich noch mal erläutert bekommen…
 
Also du tanzt da, halbnackt.
 
Ich wusste nicht, dass die Kamera läuft.
 
Du weißt ja aber, dass das auf YouTube läuft, du hast ja jetzt nicht gerade sehr schockiert reagiert. Aber nein, wie schafft man das? Ich finde das bewundernswert.
 
Mir ist es egal, ob die Leute denken, dass ich rassistisch bin oder antisemitisch. Mir ist nur wichtig, dass sie denken, dass ich dünn bin. (lachen) Ich habe gehört, dass es Frauen gibt, die auf so bärige Typen stehen. (lacht)
 
Bestimmt. (lachen)
 
Ich habe die nur noch nicht kennen gelernt.
 
Hattest du während deiner Schulzeit aber Probleme mit deiner Identität auf deiner Selbstfindungsphase?
 
Nein das nicht, aber es ist so, dass viele Sachen anders sind. Du hast kein Weihnachten, kein Ostern.
 
Also hast du dich ausgeschlossen gefühlt?
 
Ja, schon so’n bisschen. Heute ist es so sehr anders. Wenn du türkisch bist in einer Großstadt, fühlst du dich ja nicht unbedingt fremd, sage ich jetzt mal so. Es war schon sehr extrem in so einer Kleinstadt die einzige jüdische Familie. Deswegen fühle ich mich mit Alf so verbunden.
 
Ich rede die ganze Zeit über das Judentum. Ich finde das auch so interessant. Siehst du den Judentum eigentlich als Religion, Ethnie oder Kultur?
 
Keine Ahnung, ich denke da nicht so drüber nach. Es ist halt meine Religion, ich war auf einem jüdisch-orthodoxen Internat. Ich würde sagen, mein Judentum wurde durch mein Elternhaus geprägt. Es ist halt da, mal mehr mal weniger. Aber es ist mehr als eine Religion, es ist wie ein Club,  vielleicht ein gut bestückter Swingerclub. Aber alle Frauen sehen aus wie Barbara Streisand, viele.
 
Ja? Also jüdische Frauen sind doch sehr hübsch.
 
Ja, aber wenn’s um Sex geht, ist es immer schwierig. Reden ist okay, aber wenn’s um Sex geht ist es eher so „Oaah, ich fühl mich nicht so gut, ich habe Kopfschmerzen, oaah, nimm das bitte aus meinem Gesicht raus.”

Okay, ich meinte eigentlich nur das Aussehen. Ist es so, dass man sich freut, wenn man als Jude einen Juden sieht?

Früher war das so. Auch unter dem Aspekt, dass meine Mutter immer gesagt hat, du musst ein jüdisches Mädchen heiraten. Ich glaube, dass war ihr so gar nicht das Wichtigste, sie wollte mich nur vor den emsländischen Landschönheiten warnen. Sie sagte immer so: „Oliver, emsländischem Landschönheiten sind drall und fruchtbar wie das Vieh, das sie hüten. Ansonsten sehr schwer von dir zu unterscheiden.“ Sie hat immer gesagt, ich soll ein jüdisches Mädchen heiraten, Ich wollte natürlich auch eine Freundin und wenn ich dann mal einen Juden, ob männlich oder weiblich, getroffen habe, war das so als ob der Messias gekommen ist, oder als ob Geburtstag  und alles zusammen gekommen ist. Wir sind so wie Pandabären.
 
Meine letzte Frage: wie ist der jüdische Humor. Das muss ich wissen, damit ich mich vorbereiten kann.
 
Bitterer als der englische Humor. Selbstironisch, Selbstmitleid, Antisemitismus und ein Hauch Wahrheit steckt drin.
 
Ich finde toll, dass junge Mensch mit jüdischem Hintergrund oft ein politisches Bewusstsein haben, weil sie sich im Elternhaus mit der Geschichte auseinandersetzen. Kann natürlich auch ein Vorurteil sein, aber viele sind auch sehr erfolgreich…
 
Sehe ich erfolgreich aus?
 
Ich glaube schon, dass du erfolgreich bist, sonst würdest du nicht hier sitzen, weil gleich deine Show beginnt..
 
(lacht)
 
Ja, aber woran misst du denn Erfolg? Ich meinte eher Respekt und Ansehen als Geld…

Erfolg ist, wenn man von freundlichen, attraktiven, türkischen Journalistinnen, Pseudo-Journalistinnen interviewt wird.
 
Danke. Ich gehöre zur Jugendpresse.
 
Jugendpresse? Du bist Judenpresse! Du magst doch Juden.
 
Ja, die mag ich wirklich.

Topman

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