Marcel in Japan - Planänderung

Wisst ihr noch, damals, als ich schrieb, ich würde Anfang September für einen Monat nach Japan fliegen, um Tokio und alle Sehenswürdigkeiten drumherum unsicher machen? Das könnt ihr schon wieder…
Marcel in Japan

Planänderung

Wisst ihr noch, damals, als ich schrieb, ich würde Anfang September für einen Monat nach Japan fliegen, um Tokio und alle Sehenswürdigkeiten drumherum unsicher machen? Das könnt ihr schon wieder vergessen, die Information ist nämlich von gestern, veraltet, schlichtweg falsch. Die Fluggesellschaft, bei der ich meine Reise buchte, hallo British Airways, war nämlich der Meinung, dass 700 Euro für hin und zurück nicht genug sind – und wollten knapp 200 Euro mehr. Das wollte ich dann aber irgendwie nicht so.

Also suchte ich mir ein neues Angebot heraus. Für 500 Euro mit der russischen Aeroflot. Inklusive sechsstündigem Aufenthalt irgendwo in der sibirischen Eiswüste. Hurra. Und weil ich es nicht mehr erwarten kann, schlage ich jetzt schon Ende Mai im Land der aufgehenden Sonne auf. Für fünf Wochen. Inklusive einem variablen Rückflug. Falls ich mich da drüben in eine pinke Katze in Schuluniform verliebe und nicht wieder weg will. Oder mir schon nach zwei Wochen so langweilig ist, dass ich nur noch nach Hause möchte.

Unsere neue Autorin Sari hat sich vollkommen freiwillig bereit erklärt, als meine persönliche Fremdenführerin zu fungieren. Wir werden Künstler, Konzerte und Fotografen besuchen, Dinge essen, die es gar nicht geben dürfte, und von allem und jedem Fotos und Videos machen. Außer ich liege lieber betrunken in der Gosse. Neben den anderen Geschäftsmännern. Gehört auch zur Kultur, habe ich gehört.

Hannah war 2009 bereits in Tokio, für drei Monate, und sie gibt mir folgende Tipps mit auf den Weg, die ich euch auf keinen Fall vorenthalten möchte. Falls ihr auch mal dorthin wollt. „Geh’ nicht, während du was isst… Das ist anscheinend unhöflich. Pass’ auf, dass du an den Suppenbuden keine kalte Suppe mit ‘nem rohen Ei bekommst. Das ist ekelhaft. Und von den gelben Eierstichteilen auf dem Sushiband bekommst du Durchfall, wenn du zu viel davon isst… Schmeckt aber geil. Esse nie etwas, das aussieht wie schlotzige Erdnusspampe. Du wirst kotzen, also lass’ es einfach. Aber die Limo mit Milch aus den Automaten ist super!

An der Shibuya-Station gibt es ‘nen Bettler, der es auf Ausländer abgesehen hat. Der erzählt dir krasse Storys und kniet sogar vor dir nieder und will Geld… Alles nur Show. Und pass’ auf, Marci, manchmal kannst du Mann und Frau bei den ganzen Manga-Freaks nicht unterscheiden. Die sehen geschminkt alle gleich aus. Und nur’n paar Seitenstraßen in Shibuya und fast überall sonst sind so Wichsschuppen. Oder du kannst dir einen blasen lassen. Das sind so kleine bunte Eingänge, wo man sich draußen schon die Dame aussuchen kann. Wurde da rausgeschmissen… Dürfen nur Männer rein. Obst ist da krass teuer, fällt mir noch ein.

Und immer mit dem linken Fuß als erstes durch die Tempel-Dinger. Sonst bringt es Unglück. Die schnäuzen da drüben auch nicht, sondern ziehen immer alles krass hoch… Widerlich! Hab mir trotzdem die Nase geputzt. Und anfangs beim Essen musste ich immer lachen, weil sie die Suppen da so krass schlürfen. Und kauf’ dir ‘nen Hello-Kitty-Mundschutz! Englisch spricht da drüben übrigens fast niemand. Die schämen sich so krass. Da kannst du ‘nen Typen im Anzug ansprechen und keiner kann dir helfen.

Alle sagen Hai Hai und nicken und antworten nicht und warten ab, bis du sie erlöst. Und sagst: „Okay, ich frag’ ‘nen anderen.“ Die lernen nur das Schreiben, aber sprechen es kaum in der Schule. Einige, die kein Englisch sprechen, sind allerdings krass hilfsbereit und trauen sich auch. Es kommt immer gut, wenn du versuchst, Japanisch zu sprechen. Da sind die immer lieb. Und versuch’ echt nicht schwarz Bahn zu fahren. Oder über die Absperrung zu hüpfen. Das gibt nur Ärger.“

Mit so vielen tollen Tipps kann ja eigentlich fast nichts mehr schief gehen. Also wahrscheinlich. Denn so wie ich mich kenne, laufe ich von einem Fettnäpfchen ins nächste. Vorher geht’s aber noch kurz nach Prag und Mallorca, aber dazu ein anderes Mal mehr. Drückt mir die Daumen, dass mir ein gewisser hipper Wohnungsvermieter und das japanische Fremdenverkehrsamt bei der Wahl meiner Unterkünfte hilfreich unter die Arme greifen. Ansonsten wohne ich halt in einer WG. Aber nur mit lustigen Leuten. Alles andere wäre ja vollkommen öde.

Superdry

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