YouTube gegen GEMA - Gebt uns die Musik zurück!

Fast nichts auf dieser Welt ist mit dem Gefühl vergleichbar, das wir bekommen, wenn wir mal wieder versuchen, ein Musikvideo auf YouTube zu gucken. Um es womöglich mit euch zu…
YouTube gegen GEMA

Gebt uns die Musik zurück!

Fast nichts auf dieser Welt ist mit dem Gefühl vergleichbar, das wir bekommen, wenn wir mal wieder versuchen, ein Musikvideo auf YouTube zu gucken. Um es womöglich mit euch zu teilen. Weil es so großartig gespielt und künstlerisch hochwertig und bombastisch aufgenommen ist. Und dann sehen wir nichts, außer diesen schwarzen Kasten und das bescheuerte rote Gesicht, das uns mal wieder daran erinnert, dass wir in Deutschland sind. Und hier kannste Musik + YouTube bekanntlich sowieso vergessen.

Dieses Gefühl liegt irgendwo zwischen Hass, Unverständnis und Kaninchen aus dem Fenster werfen. Schließlich ist AMY&PINK ein Popkultur-Magazin Und wir versuchen euch neben unsinnigen Alltagsgeschichten, aufbrausenden Manifesten und niedlichen Fotoserien natürlich auch die neuesten und besten Musikvideos direkt auf den Bildschirm zu liefern. So schnell und qualitativ hochwertig wie nur irgendwie möglich.

Wenn ein Künstler dann endlich ein lang erwartetes, frisches visuelles Werk veröffentlicht, werden wir von Pressemitteilungen, ausländischen Blog-Artikeln und Facebook-Meldungen von Freunden und Labels überflutet, die uns dazu nötigen, uns sofort diesen Clip anzugucken. Wo? Natürlich auf YouTube. Dann klicken wir. Und sehen schwarz. Und das seit Jahren. Gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen!

Dann sind wir dazu gezwungen, die Manager anzubetteln, dass sie das Video doch bitte auch auf Vimeo hochladen sollen. In HD. Oft klappt das nicht und wenn doch, dann bekommen die das mit Müh und Not zwei Wochen nach Veröffentlichung hin. Wenn es auch schon zu spät ist. Weil das Teil jeder bereits über irgendwelche seltsamen Umwege gesehen hat. Oder es lief sogar schon auf VIVA. VIVA!

Diese taktischen Blackouts sind also nicht nur ätzend, sie versauen uns deutschen Blogs und Online-Magazinen auch das Geschäft. Und verschaffen uns einen nicht wieder gut zu machenden Wettbewerbsnachteil gegenüber unseren ausländischen Kollegen. Die müssen sich nämlich nicht mit einem Finanzkrieg zwischen mehreren Firmen herum schlagen, unter denen eine ganze Nation zu leiden hat.

Das hat jetzt sogar Edgar Berger, seines Zeichens von Sony Music, gemerkt. Er entgegnet nämlich auf die Frage, warum wir immer noch schwarz sehen: “Es liegt nicht an uns. Wir haben den Marktteilnehmern unsere Inhalte lizenziert. Sie müssen diese Frage an die deutsche Verwertungsgesellschaft GEMA richten, die Urheberrechte sehr restriktiv lizenziert. Uns gehen dadurch Millionenumsätze verloren. Diese Praxis ist übrigens mit einer der Hauptgründe, warum der digitale Musikhandel in Deutschland weniger stark ausgeprägt ist. Ich bin mir aber auch relativ sicher, dass es bei der Gema irgendwann Einsicht zwecks ökonomischer Notwendigkeit geben wird.”

Okay, wir haben es kapiert. YouTube behauptet die GEMA fordere zu hohe Lizenzgebühren beim Abspielen der Musikvideos und sperrt diese vorsorglich. Die Musikindustrie hat Angst vor dem Internet, aber würde es irgendwie ganz knorke finden, wenn sich da mal langsam etwas tut. Und die GEMA sieht sich als Unschuldslamm und will doch nur die Rechte der Urheber schützen. Alles schön und gut.

Aber jetzt mal ganz ehrlich: Uns ist das vollkommen egal. Uns ist es egal, wie oft ihr euch den schwarzen Peter gegenseitig zuschiebt, wer wie wo zu viel Geld verlangt oder die Nutzer gegen die GEMA aufstachelt oder welche Google-Geschäftsmodelle in Deutschland zu wenig abwerfen, als das die Forderungen der Industrie gerechtfertigt wären. Uns und der Rest in diesem Land interessiert nur eins: Dass wir endlich Musikvideos auf YouTube gucken können. Frei. Unzensiert. Und das so schnell wie möglich. Nicht mehr – und nicht weniger.

Werdet euch endlich einig und hört auf, unsere Zeit damit zu verschwenden, ständig neue Wege finden zu müssen, um diese dubiose Ländersperre irgendwie zu umgehen. Lasst uns in Ruhe unsere Arbeit machen und lasst die Leute gucken, was auch immer sie wollen. Denn langsam nervt es nur noch. Und ganz ehrlich: Noch ein Jahr werden wir uns diese Scheiße sicherlich nicht gefallen lassen. Gebt uns die Musik zurück!

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NA-KD

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7 Kommentare

  • Sebastian

    Es gibt Leute, die regen sich über die GEMA auf und andere benutzen einfach ein Add-on wie Stealthy oder Proxytube

  • Jascha

    Sebastian Luther – benutzt du add-on’s logst du dich über eine andere ip, als deine eigene ein.. bist dann sozusagen ungeschütz und jeder kann dich ficken und dein computer hat bald ne geschlechtskrankheit

  • Sebastian

    sieht aber noch ganz gesund aus ;)

  • Manu

    Klar kann man ein Addon oder einen Proxy benutzen, nach ACTA aber nicht mehr! Aber es geht darum, warum kann ich die Musik nicht hören/sehen? Was soll das? Jede CD, jeden Download den ich kaufe bezahle ich doppelt und dreifach und kann ihn dann nicht mal anhören online? Mal ab davon sind die Künstler davon auch abgefuckt ;)

  • Max

    Zeigt Eure Gefühle! facebook.com/dieGEMAnicht :)

  • ede

    das problem liegt doch ganzklar bei youtube . ich meine keine radiostation spielt songs nicht , nur weil sie dafür gebühren zahlen muss . wenn man sich mal anschaut was youtube und co. alles verdient dann sind die gebühren lächerlich . eigentlich wäre youtube ne super plattform um wieder geld mit musik zu verdienen , grade für künstler die sich kein label und vertrieb leisten können oder wollen .
    diese ganze anonymus geschichte mit der abschaffung der gema ist eh lächerlich . die geldverteilung in der gema ist ne katastrophe , das steht nicht zur debatte , da muss sich aufjedenfall was ändern . aber wieso sollten uhrheber kein geld mehr für ihre arbeit bekommen ?

Mister Spex