Beste Freunde - Die wahre Liebe deines Lebens

Manchmal, wenn wir im Rauch und Nebel unseres Versagens stehen und vor lauter Erinnerungsqualm keine Luft mehr bekommen, vergessen wir sehr schnell, wer wir sind, was wir hier eigentlich machen…
Beste Freunde

Die wahre Liebe deines Lebens

Manchmal, wenn wir im Rauch und Nebel unseres Versagens stehen und vor lauter Erinnerungsqualm keine Luft mehr bekommen, vergessen wir sehr schnell, wer wir sind, was wir hier eigentlich machen und warum zur Hölle wir plötzlich so scheisse alleine mit unserem Paket an üblen Problemen da sitzen. Es gibt unzählige Gründe dafür, warum es dir und mir beschissen gehen kann, und ich meine richtig beschissen, und wenn wir uns so anstrengen, wie wir Pechvögel, dann fällt alles auch noch zur selben Zeit zusammen.

Die beste Freundin wird schwer krank, deine Mutter hat einen Autounfall, du bist endlos pleite und hast keinen Job mehr, vielleicht bist du Opfer einer Gewalttat geworden oder musstest hilflos dabei zusehen, wie jemand erschossen wird. Keine Ahnung, wieso unsere Existenz manchmal bröckelt, aber es ist sinnlos, über Gerechtigkeit und Schicksal zu philosophieren. Es ist, wie es ist. Und wir müssen jetzt stark sein. Wir müssen unser Lebenspuzzle zusammenfügen und wir müssen ans uns glauben.

Nur: Eine Sache vergessen wir dabei gerne, weil wir zu sehr damit beschäftigt sind, unsere kleinen Katastrophen aufzuarbeiten und um dieses Trauma zu trauern. Ja, das Leben ist schwer, und nein, es gibt keine Anleitung. Es gibt kein Richtig und kein Falsch, und es gibt niemanden, aber auch niemanden auf der ganzen Welt, der die Antworten auf all diese Fragen liefern kann, die plötzlich aufgeworfen werden.

Aber wir sind nicht alleine. Das sind die Hausaufgaben, die wir machen müssen, um auf das Leben vorbereitet zu sein, und das ist etwas, für das wir uns glücklich schätzen sollten. Denn Step by Step, Day by Day, wird die Last auf den Schultern schwerer. Wir können uns vergraben, wir können unseren Schmerz in die Welt brüllen und wir können irgendwelchen religiösen Ritualen nachgehen, aber wer fleißig war, hat Punkte in Form von Freunden gesammelt. Und die stehen dann da, wenn wir sie brauchen.

Ein Freund in harten Zeiten sein – das ist keine einfache Bürde. Was müssen sie sich nicht alles anhören. Immer die gleichen Parolen, die selben Gedanken, aufgenommen und abgespult. Das ewige Selbstmitleid, die ständigen Ausraster, die vielen Tränen. Aber sie sind da, und sie lassen uns sieben Stunden lang nicht los. Sie bekochen dich, wenn du nicht essen kannst, und sie drücken dich so lange und so fest, bis aus deinen Tränen kleine Regenbogen werden.

Die wahre Liebe des Lebens liegt nicht in der Liebe zu uns selbst, sondern in der Liebe zu unseren Freunden. Und die wahre Stärke, die wir dadurch beweisen, liegt in der Entledigung unserer Verantwortung. Dein Leben wird ab jetzt von anderen Menschen gelenkt, so lange, bis du wieder selbst das Ruder übernehmen kannst. Und das ist völlig okay so, denn du glaubst an sie, und du vertraust ihnen – und selbst wenn nicht: Du hast keine andere Wahl.

Das alles wird uns nicht geschenkt, aber es ist eine Lehre, die wir ziehen. Das Leben ist nie fair, und die Fragen werden nicht beantwortet. Aber Wärme und Zuneigung sind essentiell, um wieder Fuß zu fassen. Wer schon mal – tatsächlich – alleine durch so eine Phase steigen musste, der wird sich für das nächste Mal vielleicht überlegen, ob er nicht wieder in soziale Kontakte investiert.

Egal, was es kostet: Zeit, Aufmerksamkeit, viel intensive Beschäftigung, ein gutes Ohr. Ein guter Freund, nein, der wird uns nicht geschenkt, den müssen wir uns hart erarbeiten. Aber wenn wir es richtig machen, ist er für immer da, und im Zweifelsfall ersetzt er deine Augen und deine Ohren und deine Hände und deine Füße und schon bald wirst du wieder eigenständig durch's Leben schreiten.

Und dann gucken wir eines Tages auf diese Zeit zurück und erinnern uns an nichts mehr als an die Liebe, die uns gegeben wurde. Daran, dass sie den ganzen Tag deinen Lieblingssong spielten, obwohl sie ihn nicht mehr hören konnten. Daran, dass sie sich immer wieder auf die gleichen, dämlichen Unterhaltungen einließen, obwohl es nichts mehr zu machen gab. Daran, dass sie deine Möbel geschleppt, deine Papiere erledigt und dein Essen zubereitet haben. Daran, dass sie dir Komplimente machten, obwohl du wirklich keine verdient hast. Daran, dass sie dir ein Stück von dir selbst gegeben haben, denn jemand, der solche Freunde hat, der kann so viel im Leben nicht falsch gemacht haben.

Letztendlich erinnern wir uns vor allem daran, dass das Wort “Danke“ nichts bedeutet, wenn es um solche Dimensionen der Aufopferung geht. Wir haben nichts als uns, und wir halten uns so lange fest, wie wir können. Wir haben unsere Familien weit zurück gelassen und uns in der kalten Großstadt verloren und gefunden. Wir müssen uns gegenseitig stützen und aufeinander aufpassen, denn ansonsten gibt es nicht viel, was das Leben lebenswert macht. Und dafür reicht kein einziges Wort auf der Welt als Gegenleistung. Und auch das ist ein wunderschöner Teil dieser wertvollen Erkenntnis… denn bei seinen Freunden kann man sich nicht verschulden.

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