Karl Who? - Gott ohne Glauben

Die Welt hat schon lange einen neuen sterblichen Gott. Er steht in einer Gesellschaft, die Persönlichkeitsentfaltung zu ihren Freiheiten zählen darf, zur Auswahl einer monotheistischen Religion. Er trägt die Haare…
Karl Who?

Gott ohne Glauben

Die Welt hat schon lange einen neuen sterblichen Gott. Er steht in einer Gesellschaft, die Persönlichkeitsentfaltung zu ihren Freiheiten zählen darf, zur Auswahl einer monotheistischen Religion. Er trägt die Haare weiß, die Augen mit einer schwarzen Sonnenbrille bedeckt, wie den ganzen Körper mit vorzugsweise schwarzer formaler Kleidung. Er ist unverwechselbar. Karl Lagerfeld.

Das heilige Licht um ihn, das dutzende Menschen in seiner Gegenwart um ihn leuchten lassen, bestätigt die Anwesenheit des Gottes auf Erden immer, wenn er den Olymp verlässt. Inspirieren lässt er sich von Körper ohne Inhalt. Die Herkunft ist ihm genauso egal, wie die Seele. Claudia Schiffer, Baptiste Giabiconi, Alice Dellal. Wir wissen nicht, wer diese Menschen sind, wir wissen nur, wie sie aussehen.

Obwohl er im deutschen Territorium zur Welt kam, wird Frankreich zur Krönung, dem Land aus dem eines seiner Musen stammt. Die Gemeinsamkeiten derer sind zwar nicht ersichtlich, doch er gibt seinen Zuhörern das Gefühl, er kreiere eine Verbindung zu ihnen, indem die Auswahl einer Muse vom Ansehen des dummen Volkes abhängig gemacht wird.

Zwischen seinen Anhängern und ihm selbst herrscht jedoch ein sehr komplexes Verhältnis. Obwohl er da ist, scheint es niemandem möglich, in die eigentümliche Nähe des Sterblichen zu treten. Doch um seine Dogmen zu verbreiten, nutzt er die Produkte des einstigen Gegenwartsschöpfer Steve Jobs, ein Gleichgesinnter Bruder für ihn. Er passt sich der Zeit, in der er lebt, an. Stetig, jede Sekunde. Die Aktualität ist eines der wichtigsten Glaubenssätze.

Doch wie es sich für einen Allwissenden gehört, der jede Epoche nicht durch die Anwesenheit, sondern Belesenheit erlebt, verspürt der Intellektuelle einen Drang nach der Klassik: dem Papier. Publiziert wird eine Ikonologie als heilige Schrift der Modewelt: der Vogue. Ein Buch, das vorwiegend aus bunten Farben statt schwarzen Linien auf weißem Papier besteht. Zu seinen Lehrsätzen, die in Form von Bildern wiedergegeben werden, zählen nichts als Tugenden wie Arroganz, Selbstdarstellung, Luxus, Schönheit, Einsamkeit und Intellekt. Ja, er ist der Gott der Modewelt unter dem einfachen Credo „Sei schön und konsumiere“. Für die Anhänger entsteht ein großer Druck.

Jeder Anbeter hat das Mekka in korrekter Glaubensbekleidung mehrere Male im Jahr in Paris und anderen Pilgerstädten wie New York, London und Mailand zu besuchen. Geächtet wird jeder, der sich nicht an die Anweisungen hält, indem er nicht die aktuellen Produkte am Leibe trägt. Aber wäre das allein das Werk eines Schöpfers? Er muss die Zeit neu entwerfen, alle sechs Monate. Sein Ästhetikverständnis ist eine Zusammensetzung aus Kitsch, dem verzweifelten Versuch die französische Eleganz neu zu definieren und Chanel mit Pelzstiefeln gerecht zu werden. Coco Chanel dreht sich wohl noch immer im Grab um.

Das größte Manko seiner Anhänger, wie das jedes Anhängers einer Religion? Die Unfähigkeit zur Kritik. Neben dem sich selbst vergessen, die Definition über den Körper mit dem Ziel, Aufmerksamkeit zu ernten, lebt der Modist dazu, mit seiner Kleidung, auf Kosten anderer. Das Unternehmen H&M kollaboriert in der kapitalistischen Religion mit dem Mode-Designer zusammen. Er ist Teil eines selbstsüchtigen menschenverachtenden Systems. Lasst euch nicht beirren. Nicht nur sein Aussehen ist ein Zitat, vielmehr eine Kopie des bekanntesten Künstlers aller Zeiten, sondern auch seine Worte ohne Sinn. „Das Meer ist modern“, sagte er kürzlich. Wie kann das Meer modern sein, wenn es zeitlos ist? Sein Aussehen ist nur ein Zeichen von Unsicherheit und Mangel an Selbstbewusstsein, und Künstlichkeit.

Kein Mensch ist mit Sonnenbrille geboren. Pure Inszenierung, die für echt angenommen wird. Und man glaubt ihr. Aber der coolste Mensch, den Deutschland zu bieten hat, ist leider nicht dieser kleine Mann, der nur mit den Schönen der Welt verkehrt und abgelichtet wird und dabei glaubt, das Leben verstanden zu haben. Lasst euch nicht blenden, das Leben war noch nie nur schön.

Er heißt Goethe und schuf den Faust. Und er war sehr einsam, dieser Herr Goethe. Doch mit der Schreibkunst analysierte er den Menschen wie kaum ein anderer. Sein Lebenswerk legte er dar, sodass wir uns heute noch damit beschäftigen und identifizieren können. Karl Lagerfeld ist zwar weder Schriftsteller noch Künstler doch ein erfolgreicher Mensch, der sicherlich nicht nur sagt, dass er liest, sondern es tut.

Doch seine Aussagen und Erkenntnisse sind nichts Neues, weder eine neue Philosophie noch eine Kunst. Wer sich mit der äußeren Form der Schönheit beschäftigt und dem hingibt, ist nicht bewegend. Es ist bloß eine Zeitverschwendung. Sein Hobby, aber der Lebenssinn unzähliger Menschen. Er versucht Neues zu produzieren, Produkte zu produzieren. Doch, ob seine Anhänger genau so belesen sind wie er, das mag ich zu bezweifeln.

Die Definition der Mode seitens der Masse ist frivol. Die wenigsten, dazu gehört auch leider nicht Karl „der Große“ setzen sich mit der Mode, ein Dokument des Zeitgeschehen, auseinander und beschäftigen sich mit der Lebensweise in soziologischer, psychologischer und philosophischer Sicht. Die Ironie an der Geschichte? Karl Lagerfelds Arroganz würde ihn dazu veranlassen, nicht mit einem Menschen, der seine Kleidung trägt oder tragen würde, oder ihn gar zitiert, einen Dialog entstehen zu lassen.

Es ist die Religion des Kapitalismus, die aber den Versuch unternimmt, intellektuell zu sein. Er belächelt die Welt hinter dem Rücken der Menschen, während diese ihr Geld ausgeben, um etwas so abstrus Oberflächliches zu sein. Die Zahlen auf seinem Konto steigen genauso sehr wie der Hype steigt. Er ist derjenige, den die dumme Modemasse gerne zitiert, weil er der Einzige ist, der mal etwas Kluges sagt, dessen Anhänger sich aber anscheinend von keiner anderen Kultperson als Karl inspirieren und belehren lassen möchten. In der Wissenschaft der Politik, Kunst und Religion kennt man jedenfalls keinen Karl.

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13 Kommentare

  • Hannah

    nice “Es ist die Religion des Kapitalismus, die aber den Versuch unternimmt, intellektuell zu sein”

  • Mr. Pink

    Liebe Meltem, ein toller Text. Allerdings frage ich mich woher du zu wissen glaubst, dass Karl “der Große” sich nicht mit “der Mode, ein Dokument des Zeitgeschehen, auseinander setzt” und sich ebenso wenig “mit der Lebensweise in soziologischer, psychologischer und philosophischer Sicht'” beschäftigt? Weil er Druck seitens der Investoren bekommt und deshalb mit H&M kooperiert? In Interviews und Dokumentationen erscheint er meist reflektiert, schlagfertig, intelligent und belesen.

    Dann Frage ich mich, ob sein Aussehen tatsächlich “nur ein Zeichen von Unsicherheit und Mangel an Selbstbewusstsein, und Künstlichkeit” ist?! Wenn Menschen so im Rampenlicht stehen, könnte ich verstehen, dass sie sich schützen wollen, um der Öffentlichkeit keinen zusätzlichen Grund zur Kritik an seinem alternden Äußerem zu geben. Gerade in der oberflächlichen Welt der Mode.

    Außerdem kann ich mich nicht vorstellen, dass Herr Lagerfeld sich anmaßen würde einen Vergleich mit Goethe zuzulassen. Hat er jemals gesagt, er sei der Größte? Oder ist diese Adelung nicht ein Produkt der Medien?

    Viele Grüße
    Mr. Pink

    • Meltem

      Hallo Mr. Pink,

      danke für dein Interesse, gerne beantworte ich deine Fragen.
      Herr Lagerfeld setzt sich insofern nicht soziologisch, psychologisch und philosophisch mit der Mode auseinander, indem er keine kritischen Texte zur Mode publiziert. Das ist auch nicht sein Werk. Da er ein Designer und kein Kritiker ist, darf man aber auch nicht diese Erwartung aufstellen. Kritisiert wird hier somit, wie du selbst ganz richtig erkannt hast, das Urteil der Modemasse über den Designer.

      Der Umgang mit dem Aussehen in der “oberflächlichen Welt der Mode” ist immer Spiegel und zugleich eine Bestätigung. Daher kann dies mit der Kritik der Öffentlichkeit so nicht gerechtfertigt werden.
      Kritisiert wird hier also nicht an erster Stelle Herr Lagerfeld, sondern kritisiert werden seine Anhänger, die in ihrem Wertesystem nicht Goethe zu loben verstehen.

  • Diana

    wenn ihr beiden euch schon die mühe macht, die groß- und kleinschreibung zu beachten, dann merkt euch was ganz einfaches… verben und adjektive werden klein geschrieben. substantive und substantivierungen groß. die artikelprobe hilft meistens weiter.

  • Bitte?

    karl sowie auch seine anhängerschaft sind sehr wohl modegewand und haben ahnung vom fach. mit deinem text stellst du dich nicht minder auf die seite des wahrlich dümmsten exports deutschlands: heidi klum. da du diese wahrscheinlich vergötterst und fingernägelknabbernd auf die neue topmodel staffel wartest ist dieses verhalten nicht verwunderlich.

    who’s karl?

    “Ihre einzige Therapie zur Heilung ist das Schreiben. Über die Kunst. Und die Mode. Und die Literatur.”

    in zukunft bitte nicht mehr über die mode. lass es dir von 9 semestern modedesign gesagt sein. danke. tschüss.

  • Eve

    Zitate könntest du in Zukunft auch belegen, sodass deine Leser den Zusammenhang nachvollziehen können. Denn nur weil du ein Zitat nicht verstehst, müssen es noch lange keine “Worte ohne Sinn” sein.

    Deine Antworten auf MR. PINKS fragen sind leider auch vollkommen unzureichend. Zuallererst zitierst du dich selbst falsch: “Herr Lagerfeld setzt sich insofern nicht soziologisch, psychologisch und philosophisch mit der Mode auseinander…”. In deinem Text behauptest du er setze sich nicht Mode auseinander und beschäftige sich nicht mit “der Lebensweise in soziologischer, psychologischer und philosophischer Sicht”. In beiden Punkten bin ich mir sicher, das tut er (bis du mir das Gegenteil beweist). Ohne Auseinandersetzung mit Mode und Zeitgeist wäre er kaum der geniale Künstler, der er nunmal ist.

    Auf die Frage, warum sein Aussehen ein Zeichen von Unsicherheit sein soll gibst du auch überhaupt keine Antwort.

    Auch sonst steht in deinem Artikel viel Unsinn und schließe mich deshalb “Bitte?” an.

    P.S.: Versteh mich nicht falsch, ich bin kein Fan der Person Lagerfeld. Ich würde mir nur nicht anmaßen aufgrund von Präsenz im Boulevard hobbypsychologische Ferndiagnosen zu stellen. In einem Punkt hast du aber natürlcih Recht. Die Götzenverehrung seitens Modevölkchen nervt.

  • Jen

    Die “Götzenverehrung” kritisierst du zurecht, und ich empfinde die mediale Darstellung Lagerfelds oft auch als sehr einseitig (der schrille Sonderling, der unfehlbar ist). Nichtsdestotrotz lehnst du dich arg weit aus dem Fenster, wenn du sagst, dass sich Coco Chanel im Grabe umdreht - ich denke, Lagerfeld steht ihr in nichts nach, was Extravaganz, innovatives Design und Persönlichkeit betrifft. Ob mir seine Person, sein Werk oder seine Darstellung gefällt, steht auf einem anderen Blatt. Ihm jedoch jegliche Relevanz abzusprechen, indem du auf Goethe den Großen verweist – sagen wir mal, der Vergleich hinkt. Zumal einige deiner (Negativ-)Beispiele nicht stimmen: Lagerfeld ist z.B. unfassbar belesen (was er nicht nur vorgibt, zu sein, sondern durch echtes Wissen beweisen kann, nachhörbar in zahlreichen Interviews wie kürzlich ausführlich bei Markus Lanz) und bei weitem nicht so ignorant und verurteilend gegenüber “Unperfekten”, wie du sagst. Er selbst ist genau das eben auch, nicht perfekt – aber ein interessiertes, neugieriges, hoch kreatives Arbeitstier (und da sehe ich tatsächlich Parallelen zu Goethe!).
    Ich denke, das Phänomen Lagerfeld wird zu 80% von den Medien gemacht, er selbst trägt schon lange nur noch wenig Neues dazu bei. Und Medien erzählen bekanntlich immer nur das, was irgendwie Grund zur Diskussion liefert. Im guten wie im schlechten Sinne.

  • CocoLoco

    Liebe Meltem,

    ich habe deinen Text ausführlich gelesen und finde ihn gut. Gut, weil du Dinge anzweifelst und nicht alles hinnimmst, was man Uns/ Dir vorsetzt. Weiter so…Generell muss ich sagen, dass Karl Lagerfeld schon ein Genie ist.Da besteht kein Zweifel.Wer weiß, sich in dieser verrückten und schnell lebenden Welt durchzusetzen und sich immer wieder neu zu erfinden, dem gilt ein “Daumen hoch”.Klar steckt hinter einem Kostüm,einer Fassade ein gebrechlicher Mensch.Vergleich:Lady Gaga. Aber das ist menschlich und nichts Falsches. Jeder möchte sich in dieser konsumorientierten und mächtigen Welt schützen. Keiner möchte sein inneres Ich nach außen kehren. Wenn man selbst einmal in die Welt der Mode eingetaucht ist und diesen Wahnsinn versteht, dann versteht man auch, warum bestimmte Dinge so laufen, wie sie eben laufen. Es ist eine ganz andere Welt, nicht zu vergleichen mit der normalen Welt. Alles hat einen anderen Rhythmus dort, die Menschen denken anders, kleiden sich anders, drücken sich anders aus. Zu den Kommentaren, die dir gelten, muss ich sagen, dass sie teilweise so unqualifiziert sind, wie sie auch nur im Internet sein können. Darüber würde ich mir keine Gedanken machen. Es ist gut, denn anscheinend polarisierst du mit deiner Art zu schreiben. Keep on going :D
    Eine 9-semestrige Ausbildung in der Mode zu machen, qualifiziert einen noch lange nicht dazu, so einen Unsinn zu schreiben. Nur weil Meltem kritisiert, heißt das noch lange nicht, dass sie GNTM schaut o.ä. Es ist vielmehr traurig, dass eine Kritik an den Modegott mit Mainstream gleichgesetzt wird, was ein Widerspruch in sich ist. Wer kritisiert, hebt sich von der Masse ab und versucht distanziert durch den Dschungel der Konsumwelt zu blicken. Das gilt auch für talentierte Menschen, wie Suzy Menkes, die keine Angst haben zu kritisieren. Meltem, du bist also auf dem besten Weg.
    Studiere Mode nicht, weil es ein Trend ist, sondern weil du dafür geboren wurdest!
    Liebe Grüße
    CocoLoco

  • Sehr interessanter Artikel. Ich als bekennender Sympathisant von Karl (nicht Fan oder Gläubiger) hatte bei ihm immer den Eindruck eines sich selbst und die Branche in der er arbeitet nicht allzu ernst nehmenden Menschen, was ihn wie ich finde von vielen Menschen im grellen Modezirkus unterscheidet und sehr sympathisch macht.

    Karl wird denke ich in erster Linie nicht so sehr wegen seiner beruflichen Leistung “verehrt” sondern einfach weil er in den Medien eine ganz besondere Stellung einnimmt – das sah man besonders deutlich in einem Interview mit Kerner vor einiger Zeit bei dem er eben genannten Mann sehr dumm dastehen ließ.
    Die Medienwelt ist übervölkert von Menschen, die doppelt soviel reden wie sie wissen, Karl wirkt (ob er es wirklich ist oder nicht sei dahin gestellt) extrem belesen und ehrlich und sich wohl dessen bewusst, was für ein hohler Wahnsinn die Welt in der er arbeitet eigentlich ist. Das lässt ihn in gewisser Weise völlig unantastbar wirken, Kritik perlt an diesem Mann völlig ab, er “ruht” scheinbar tatsächlich in sich (gut in seinem Alter sollte man auch langsam mal mit sich im Reinen sein). Für mich eine absolute Ausnahmeerscheinung und deswegen sehr sympathisch. Die mediale “Verehrung” dieses Mannes kann ich insofern schon verstehen. Und mei, mir ist ein Karl-Anhänger tausend mal lieber als ein Gottschalk-Fan.

  • Gephard

    “Sein Aussehen ist nur ein Zeichen von Unsicherheit und Mangel an Selbstbewusstsein, und Künstlichkeit.”

    Diese Aussage habe ich mir lange durch den Kopf gehen lassen. Spontan könnte man in's gleiche hobbypsychologische Horn blasen: Wer in anderen eine Schwäche erkennt, hat wohl viel Erfahrung damit und sieht im Grunde seine eigene Schwäche gespiegelt. Genährt wird das natürlich durch eine bloggende Tätigkeit, welche ja auch immer ein bisschen mit sicherheitsschaffendem Sendungsbewusstsein gewürzt ist, genährt von kommentatorischer Anerkennung.

    Die Begründung der Aussage mit …

    “Kein Mensch ist mit Sonnenbrille geboren. Pure Inszenierung, die für echt angenommen wird.”

    … erscheint mir äußerst zwiespältig, denn Menschen werden auch nicht mit Sprache oder ihrer späteren Frisur geboren. So gesehen wäre das ganze Leben eine Inszenierung, welche wohl mit dem Brechen des eigenen Willens durch die Eltern/Gesellschaft seinen Lauf nahm. Stellt sich natürlich die Frage, ob eine Inszenierung was verwerfliches ist und vor allem warum und für wen und warum ein Inszenierung eines anderen einen selbst beschäftigen sollte? Die Begründung verleitet auch zum Umkehrschluss, dass es auch echte uninszenierte Menschen geben müsste. Doch wodurch unterscheidet sich Ausdruck und Leben der eigenen Persönlichkeit von einer Inszenierung? Kann man das wirklich von außen erkennen? Im Zeitalter des Burnout zeichnet sich ja ab, dass nicht mal die betroffenen ihre Inszenierung erkennen.

    Man könnte hingehen und jedes Gehorsam als Inszenierung und Entfernung vom echten Kern ansehen, egal ob Gehorsam gegenüber den Eltern, dem Partner, der Masse oder seinen selbst geformten Fans.

    Das Fazit klingt mir sehr neidgeladen und vor allem sehr schwarz-weiß gefärbt. Gibt es diese Modemasse wirklich, die nur King Karl folgt und niemand anderen an sich ran lässt. Menschen mit gleichen Interessen zu einer gleichgeschalteten Masse zu verklumpen und diese als Einheit zu betrachten oder zu verachten ist in meinen Augen abscheulich wie menschlich zugleich, denn unser Hirn neigt ja dazu. Aber es ist ja Gott (oder Karl?) sei Dank zu mehr fähig, was der angesprochene Göthe ja bewiesen hat.

    Demzu kenne ich grundverschiedene Menschen, die mit Karlchen sympathisieren und ich würde nicht im Traume daran denken das wäre ein Indiz für eine verborgene und verachtenswerte Wesensart, die alle Fans eint und vor allem alle anderen Wesenszüge in Nichtigkeit auflöst.

  • nenn mich Ölscheich meine Schönheit

    Ich kennn mich mit Mode nicht aus, aber Karl Lagerfeld scheint seine arbeit gut zumachen. Ich glaub nicht das Coco Chanel sich im grab umdreht. Wie kommst man auf sowas? Die Kleider sehen doch immer chic und anständig aus.

    Dir ist aber wohl nicht klar das Karl Lagerfeld nur für 300 Leuten weltweit Mode macht oder? Und mehr nicht. Du regst dich über Sachen auf die überhaupt nicht exestieren. Von dem her fehlt dem Artikel jederweilige Grundlage. Als wärst du in der Lage dir aktuellen Produkte am Leibe zu tragen. hahah hast du 400Millionen auf dem Konto??. Nicht mal Karl Lagerfeld trägt CHANEL. hahah. Ehrlich informier dich erstmal bevor du was schreibst. Das klingt alles ziemlich lächerlich, blasphemisch und sehr sehr dumm. FAIL.