Endlich Verantwortung übernehmen - Das gute Gewissen der Modeblogger

Es ist kaum abzustreiten, dass wir Blogger, vor allem Modeblogger, Verantwortung zu tragen haben. Denn ob mit einem Banner oder einem Outfit, wir machen Werbung. Ständig. Seit langem wird nun…
Endlich Verantwortung übernehmen

Das gute Gewissen der Modeblogger

Es ist kaum abzustreiten, dass wir Blogger, vor allem Modeblogger, Verantwortung zu tragen haben. Denn ob mit einem Banner oder einem Outfit, wir machen Werbung. Ständig. Seit langem wird nun schon darüber diskutiert, was wir tatsächlich gegen ein System tun können, das die Arbeit der Menschen der Dritten Welt auf inhumane Weise ausbeutet, um den Industrienationen möglichst günstige Produkte anbieten zu können. Sei es ein elektronisches Gerät, oder doch nur das neue Shirt zu Weihnachten. Vom Schweden oder Spanier.

Man kann es nur erahnen, aber selbst die Mitarbeiter eines französischen Labels aus Paris leben nicht anders als die des Pakistaners mit den 10-Euro-Schuhen. All diese Produkte werden unter ähnlichen Umständen produziert. Letzte Woche berichteten unzählige Online-Plattformen der Nachrichtendienste über den vermeintlichen Skandal von Zara. Der Süddeutschen zufolge legte die brasilianische Staatsanwaltschaft dar, dass ein Zulieferer des Labels in Sao Paulo seine Arbeiter „unter sklavenähnlichen Bedingungen arbeiten“ ließe. Davon sind auch Inditex-Marken wie Pull&Bear, Massimo Dutti, Bershka, Stradivarius und Oysho betroffen, die ähnlich wie Zara nach einem Konzept arbeiten, in dem Preis und Angebot nicht unter fairen Produktionsbedingungen entstehen. Wie Kritiker immer wieder betonen.

Für uns Käufer ergibt sich in erster Linie nur eine Frage: Wo können wir eigentlich noch etwas kaufen, ohne eine Firmenphilosophie von Unternehmen zu unterstützen, die von Menschenwürde noch nie etwas gehört haben? Wir wünschen uns Aufklärungsarbeit. Zum Beispiel von Christiane Arp, Chefredakteurin der deutschen Vogue. Denn wer suggeriert, sich tiefgründig mit der Mode zu beschäftigen, sollte seinen Lesern nicht nur Werbeartikel bieten. Für uns Konsumenten wird es durch fehlende Informationen immer schwieriger, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Aber dank dem Internet können wir uns auch vorerst eigenständig aufklären.

Offenkundig sind Fair-Trade-Produkte eine gute Alternative. Auf der dazugehörigen Online-Präsenz kann man sich sehr gut darüber informieren, welche Produkte in Deutschland das begehrte Siegel erhalten. Das Unternehmen Fairtrade bietet dem Käufer die „Gewissheit, dass die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Bauern und Beschäftigten durch Fairtrade-Preise und -Prämie verbessert werden. Außerdem sind illegale Kinderarbeit und Zwangsarbeit verboten.“ Von Baumwollprodukten bis Kaffee und Kakao sind alle Marken im Verzeichnis einzusehen.

Doch gibt es auch Design-Kollaborationen seitens großer Textilunternehmen, die soziale Projekte unterstützen und die Produkte unter fairen Arbeitsbedingungen herstellen lassen. Les Mads stellte die Linie „Kore“ vor, die gemeinsam aus der Arbeit zwischen ASOS und der Mode-Designerin Sophia Kokosalaki hervor geht. Unterstützt werden Frauen in Sri Lanka, denen man ein regelmäßiges Einkommen sichern möchte, indem die traditionelle Handwerksarbeit erhalten wird, wie sich die Designerin selbst zur Zusammenarbeit äußert. Die Kollektion besteht aus sehr hochwertigen Materialien wie reiner Baumwolle, gewaschener Seide, Seidenchiffon und handgearbeiteter Spitze, die heutzutage immer seltener angeboten wird.

Obwohl solche Design-Kollaborationen im Grunde genommen zwar implizieren, dass die restlichen Teile bei ASOS möglicherweise unter anderen Umständen hergestellt werden, können wir als Konsument, wenn uns denn ein Teil gefällt, dieses tolle Projekt mit einem Kauf dennoch unterstützen. Wem das nötige Kleingeld für Designerteile fehlt, aber dennoch umweltschonend und fair einkaufen möchte, der tut Gutes, wenn er stets Vintage einkauft. Ob in Oxfam-Shops, bei Epiphany in Frankfurt oder in unzähligen Geschäften in Berlin, Köln, Hamburg, oder anderen Städten. Die meisten Vintage-Läden haben heutzutage modische Kleidung und neueste Trends in hochwertigem Material günstig im Angebot.

Wer dennoch nicht findet, wonach er sucht, aber um jeden (eher günstigen) Preis einzigartige und hochwertige Kleidung tragen möchte, für den bietet sich die Alternative: „Do it yourself“. Stoff kaufen, schneiden, nähen und fertig. Neben etlichen Blogs und Magazinen wie „CUT“ gibt es Nähkurse auf Hochschulen oder, wie The Junction vorstellt, in wunderschönen Cafes. Die Kinkibox in Berlin ist ein Nähcafe mit romantischem Interior, Kaffee und Kuchen im Angebot. Unterrichtet wird man im Kurs von den Diplom-Mode-Designerinnen und Esmod-Dozenten, Rabea und Yvonne, persönlich.

Dies sind nur einige wenige Alternativen, die ich für euch zusammen stellen konnte. In erster Linie müssen wir uns alle eine Frage stellen: Welche Produkte brauchen wir tatsächlich und auf welche können wir verzichten? Bei jedem Kauf müssen wir uns bewusst machen, dass viele Menschen in anderen Ländern nicht einmal auf eine Existenz bestehen können, während uns ständig ein wahres Überangebot an Produkten unterbreitet wird. Daher ist es für uns als Einwohner der reichen Industrienationen und der Informationsgesellschaft sehr wichtig, unsere Umwelt mitzugestalten, indem wir uns gegenseitig aufklären und bewusst einkaufen. Und es geht. Einfacher als man vielleicht denken mag.

Guess

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33 Kommentare

  • Julia Manzke

    Vor dem Shoppen checken: http://www.wegreen.de :)

  • interokular

    Es geht auch noch besser, günstiger und einfacher. Für Bio-Stoffe auf die GOTS-Zertifizierung achten, lebenskleidung.de bietet da z. B. sehr viel. Und dann bei Mode zum Beispiel an Vorreiter wie Sina Trinkwalder von manomama oder viele andere kleine Labels z. B. bei Dawanda.

  • Ich frage mich warum sich die Vogue-Chefin da einbringen soll. Die Probleme gibt es doch immer nur bei Fast-Fashion und so ist die Jugend eben ausgelegt. Man möchte heutzutage keine 30 Euro mehr für ein T-Shirt ausgeben. Viele wollen heute immer das neuste Produkt haben oder den neusten Trend präsentieren und dadurch wechseln die Fast-Fashion Anbieter ihr Sortiment ja 6 mal im Jahr. Das soll dann am besten so günstig wie möglich angeboten werden. Einige Labels geben sich auch als fair-trade oder whatever aus da sie unter guten und fairen Bedingungen ihre Ware produzieren lassen aber dabei fällt unter den Teppich, dass der Zulieferer, bei dem die Ware produziert wurde, seine Rohmaterial aus Usbekistan oder Kasachstan eingekauft hat weil es dort am billigsten ist. In diesen Ländern werden in der Erntezeit die Schule geschlossen damit die Kinder dann helfen können bzw. sollen! Und das Label kann behaupten, es wüsste nichts davon wenn irgendwas rauskommt. Man lässt ja nur bei Zulieferern produzieren. Wie du schon sagest, man sollte sich eben überlegen ob man alle 6 Wochen das neue T-Shirt in der Trendfarbe brauch oder mal abwartet.

    • sara

      Finde ich ist ein guter Punkt. Es geht eben vor allem nicht mehr darum, was gekauft wird, sondern WIE: hauptsache so schnell wie möglich das neueste und beste. Wer dann T-Shirts für Kik-Preise erwartet verliert die Relation zu den eigentlichen Werten der Produkte. Ein Designerprodukt, wie etwa in der Vogue gerne beworben, hat womöglich gar nichts mit den Produktionsverhältnissen von Ketten wie Zara zu tun, sondern ist deshalb so teuer, weil eben keine kleinen kambodschanischen Kinderhände daran herumgewerkelt haben. Im Gegenteil: die Lebenshaltungskosten eines Schneiders werden in Berlin, New York oder Mailand wohl eher so hoch sein, dass plötzlich 50 Euro für ein T-Shirt (Arbeit + Materialkosten) nicht wirklich teuer erscheinen.

      Die Einstellung sollte sich allerdings nicht nur auf die Modeindustrie anwenden lassen, sondern auf alles, was massenproduziert wird. Diese Massenproduktion macht es ja auch erst so einfach, sie zu konsumieren.

    • Heinz

      Das ist jetzt aber sehr kurz geschossen. Von Fashion und Fast-Fashion mal ganz abgesehen steht ganz klar fest: Die die den größten Reibach mit unmenschlichen Arbeitsbedingungen machen sind die großen Marken. Man denke nur an das klassische Beispiel Schuhe: Ein Paar neue Nikes gibt es selten für unter 90€ und hergestellt werden diese Schuhe von Kindern in Sweat-Shops. Und es gibt genügend andere Beispiele.
      Das ein 2 Euro Shirt unmöglich unter fairen Bedingungen hergestellt werden kann sollte jedem klar sein, das funktioniert rein rechnerisch nicht: Würden die Leute fair bezahlt werden, die die her stellen fair bezahlt, könnte man keinen Gewinn mehr damit machen. Wer das nicht sieht ist ein Idiot. Ich muss schlicht annehmen, das es diesen Leuten sowieso egal ist.

      Aber wenn ich für etwas 80€ bezahle sieht das etwas anders aus. Und die Listen der Marken die das machen sind endlos. Von Burberry über Tommy Hilfiger bis Ralph Lauren.
      Es ist schwierig noch welche zu finden, die unter fairen Bedingungen herstellen lassen, zumindest wenn es um internationale Marken geht. Es gibt diese Probleme eben nicht immer nur bei “Fast-Fashion”.

      • sara

        Nein, da hast du natürlich recht, so kurz schließen wollte ich damit gar nicht – ich redete jetzt auch nicht unbedingt von Burberry und Nike, sondern tatsächlich kleinen Boutique-Designern an der Ecke in Berlin Friedrichshain. Im übrigen finde ich aber auch durchaus, dass etwa Nike zu “Fast Fashion” gehört, bei Burberry wäre ich mir nur teils sicher (die sind doch auch nur eine kleine Brand innerhalb eines großen Konglomerat, oder?).

        • Heinz

          Meine Antwort gehörte auch eigentlich nicht zu deinem Kommentar sondern zu dem davor (von Niklas) , du bist nur irgendwie dazwischen gerutscht.

          Ich wollte ja auch von Fast-Fashion mal absehen, ich weiß nicht genau wie dieser Begriff definiert ist, ich bezog mich primär auf die Aussage, das diese Dinge Probleme von Leuten wären, die “heutzutage keine 30 Euro mehr für ein T-Shirt ausgeben”, aber eigentlich sind es eben Probleme aller Leute die nicht gerade bei der Boutique an der Ecke, wie du das so schön gesagt hast, kaufen. (Oder bei den 5, ich sag jetzt mal salopp “Öko-Marken” die es da draußen gibt, aber diese “No Sweat Apparel”-Shirts finde ich zum Beispiel extrem hässlich.)

          (Ob Nike nun zu “Fast-Fashion” gehört oder nicht steht auf ‘nem anderen Blatt, zum Teil schon, weil das natürlich eine krasse Trend- und Imagemarke ist, zum Teil aber auch nicht, das hängt ja mehr oder weniger vom Käufer ab.)

          Mein Hauptpunkt war jedenfalls: Die Logik: “Wenn ich genug dafür bezahle, wird das schon passen” funktioniert eben absolut nicht, wenn ich bei den großen Modemarken der Zeit 130€ für ‘nen Sweater hinlege kriegen die Arbeiter 5 Cent dafür, 30 € kriegt der Einzelhändler, mit 50 € wird der Designer finanziert und die restlichen 49,95€ gehören der Firma und werden zu 90% in Marketing investiert.

          Und welcher Durchschnittsmensch geht noch an die Boutique an der Ecke? Da bezahlt man ja genauso viel, aber das is’ ja gar kein Logo auf meinen Pulli gestickt, damit auch jeder sieht das es teuer war.
          Und das ist denk ich das Hauptproblem: Das es bei Kleidung oft garnicht mehr drum geht, wie man aussehen will, sondern wie viel man dafür bezahlt hat und das das auch jeder sieht.

      • 1. Das ist doch ein riesiges Klischee. Nur weil Marken im Ausland produzieren heißt das nicht das dort zu unmenschlichen Bedingungen gearbeitet wird. Das Kinder in einer Blechhütte sitzen und Schuhe oder Fussbälle für Sportartikelhersteller zusammennähen ist ein Klischee aus den 90er! Die Marken wissen selbst das Nachhaltigkeit und faire Arbeitsbedingungen gut fürs Geschäft sind, es ist eine Marketingtool. Die chinesische Regierung achtet sehr darauf, dass zu vernünftigen Konditionen gearbeitet wird!
        2. Das Guangzhou die Fakehochburg sein soll ist doch Spekulation da überall in der Welt Mode und andere Produkte gefälscht hergestellt werden.. Die halbe Welt lässt in Guangdong seine Ware produzieren und dann über Hong Kong verschiffen, da gibt es dann auch einige schwarze Schafe aus der Produktmafia.
        3. Und das es extremgünstig für alle Marken sein soll in China oder im Ausland zu produzieren ist auch wieder ein Klischee. Die Produktion ist zwar güngstiger aber es kommt auch auf die Bestellgrößen an! Die Kosten sind in den letzten Jahren merklich gestiegen und in den nächsten 5 bis 10 Jahren werden die Kosten so steigen, dass es für das Modelabel sogar genauso teuer ist im Ursprungsland zu produzieren als in China etc. Es wird passieren, dass einiges wieder in die westliche Welt verlagert wird.
        4. Ich denke Fast-Fashion wird in diesem Jahrzehnt auf den Höhepunkt kommen und sich dann selbst zerfressen. Ein Beispiel aus einer anderen Branche wäre “Geiz ist geil” – den Elektronikartikel so billig wie möglich zu kaufen. Darauf springt der Kunde heute nicht mehr an.

        • Heinz

          Ich kann dich nur drum bitten dich besser zu informieren. Das Internet ist voll von seriösen Portalen, die sehr aktuelle Fälle solcher Situationen zeigen.
          Klar sind die Gehälter der Schuhfrickler-Kinder gestiegen: Von umgerechnet 1,45€ auf 1.95€ – am Tag – und das ist nichtmal inflationsbereinigt.

          http://www.guardian.co.uk/global-development/poverty-matters/2011/apr/28/sweatshops-supplying-high-street-brands

          Wenn eine Situation besser wird, wird sie noch lange nicht gut.
          Und zu sagen: Mit der Zeit erledigt sich das von selbst, ist auch nicht Sinn der Sache.

          Und das Marketingtool “faire Arbeitsbedingungen” ist irrelevant. Wenn das viel ausmachen würde, würde New Balance nicht seit Jahren hinter Nike und Adidas im Schuhgeschäft hinterherdümpeln.

          • Wie die Situation in Sri Lanka, Indonesien oder auf den Philippinen ist, kann ich nicht beurteilen. Ich bezog nur auf China bzw. Gunagdong.

          • Nun, ich habe mir die Studie der ITGLWF durchgelesen und es wirklich nicht schön, dass es immer noch solche Missständer bei der Produktion gibt. Ich frage mich bei dem Bericht wieso man nicht die Marken genau zu den Fabriken zu ordnet und damit “den Finger draufzeigt”. Bei einigen Ländern liegt es auch an der Regierung, die das tolerien. In Bangaladesh sind Gewerkschaften so gut wie verboten.
            Zum Thema Marketingtool “Faire Arbeitsbedingungen”: Natürlich ist das kein sehr großes Gebiet und hat auch nicht soviel Einfluss auf den Kunden wie die normale Werbung und das Sponsoring aber es ist heutzutage für Großmarken schon wichtig. Es geht eben um ihr Image.
            Wie schon oben gesagt, ich kenne mich nur mit der Textilproduktion in China aus.
            Und bei deinen Berechnung des Sweaters ist meiner Meinung nach was falsch. Das meiste Geld daran verdient der Einzelhandel da der das Risiko trägt. Bei einem Sweater mit Reißverschluss für 85 Euro beträgt der Einkaufspreis 35 Euro. Davon musst du dann nochmal 20 bis 22 Euro für Produktion und Restkosten abziehen. Dem Unternehmen bleiben also 13 – 15 Euro vor Steuern. Die ganze Rechnung gilt für Ware aus China.
            Langsam finde ich kommen wir immer mehr von Thema ab. Jedenfalls meine Meinung ist, dass man darauf achtet WAS UND WIE OFT man etwas kauft bzw. braucht!

          • Heinz

            Ich gebe zu: Die Rechnung für den Sweater war Bullshit. Ich kenn mich mit dem Kleidungsgewerbe nicht aus, obwohl ich diese Einzahlhandelsmarge für erstaunlich hoch halte. Das war eben plakativ, aber es ging mir eben ums Prinzip (und es gibt eben Ware, die unter fairen Bedingungen hergestellt wird, die genauso teuer ist und die selbe Qualität hat, also scheffeln da eben Leute einfach Geld).
            Mir ging es eben überhaupt nicht um China, China ist als Produktionsland so weit ich weiß weitestgehend uninteressant geworden, seit die Leute dort angefangen haben, gegen solche Arbeitsbedingungen zu rebellieren.
            Es ging mir schlicht drum: Auch teure Klamotten müssen nicht fair hergestellt worden sein.
            Der Punkt ist etwas in den Hintergrund geraten und wir sind tatsächlich weit abgeschweift. Grundsätzlich ist es natürlich richtig: Man sollte Kleidung nicht ständig kaufen, vielleicht auch mal etwas Gebrauchtes, bzw. wenn man etwas neues kauft, darauf achten woher es kommt. (Und nicht knausern.) Da sind wir uns ja einig.

  • Florina

    Am nachhaltigsten ist es doch, wenn man sich statt einer Öko-Jeans eine gebrauchte Jeans holt! Durchwühlt die Schränke eurer Freunde, geht mehr auf Flohmärkte und in 2nd-Hand-Shops oder schaut mal was beim Kleiderkreisel so geht!

  • Wahrscheinlich wäre der erste, kleine Schritt die betroffenen Modelabel nicht erst zu verlinken und ihnen somit besuchen zu bescheren, sondern auf kritische Artikel statt Onlineshops zu verweisen.

  • Isi

    “Ein Designerprodukt, wie etwa in der Vogue gerne beworben, hat womöglich gar nichts mit den Produktionsverhältnissen von Ketten wie Zara zu tun, sondern ist deshalb so teuer, weil eben keine kleinen kambodschanischen Kinderhände daran herumgewerkelt haben.”

    Schön, wenn es so wäre – dann könnte man gut und böse ja leicht in teuer und billig einteilen. Die Nobelmarke Burberry produziert beispielsweise in Gouanghzou, China – eine DER Fake-Hochburgen weltweit. Ich vermute in der Fabrik gibt es keinen Betriebsrat….

    • sara

      Wie schon oben gesagt – ich wollte damit nicht von billig auf teuer schließen, nur darauf hinweisen, dass man als Konsument dank der Massenproduktion oft die Verhältnisse nicht mehr richtig im Auge hat.

  • Mir fällt gerade auf das Punkt 3 an Isi gerichtet ist. Das “Antworten auf ein Kommentar”-Funktion sollte man hier besser lösen. Vielleicht die Antwort ungefähr 10 Pixel nach innen verschieben. Guck euch das mal bei Vimeo an. Sonst blickt man da fast nie richtig durch.

  • Ellen

    ihr habt meiner meinung nach den avocado store vergessen!
    http://www.avocadostore.de/

  • Frl_Emma

    Leider bedeutet eine EU-Produktion nicht unbedingt, dass Produkte fair hergestellt wurden – und auch nicht, nur weil da China drin steht, dass etwas unter menschenunwürdigen Verhältnissen hergestellt wurde. Tatsache ist leider auch, dass das Fairtrade-Siegel nicht alle Materialien u auch nicht die gesamte textile Herstellungskette abdeckt. Dazu kommt, dass es schon viele tolle kleinere saubere u besondere Marken gibt, die sich aber leider ein Fairtrade-Siegel nicht leisten können – denn, das kostet schließlich Geld! Also wo fangen wir an? Ist es nicht so, dass ein fair produziertes Teil doch bitte auch von Beginn an fair hergestellt sein sollte? Und nur, weil etwas Bio ist (wobei 100% schon problematisch wird – aber hier gibt es ja auch keine Abgrenzung) ist es auch noch lange nicht fair!! Es ist verzwickt, wenn man fair u möglichst ökologisch korrekte Produkte tragen u dennoch auch modisch aussehen möchte. Und teuer ist auch definitiv KEIN Indiz für eine faire Produktion! Tja – also: informieren -> weniger bzw. bewusster konsumieren -> besser kombinieren (z.B. mit Second Hand). Und es gibt schon eine Menge Blogger/Modeblogger die sich bewusst diesem Thema annehmen u sogar schon ein wenig länger. Dazu gehört z.B. Sebastian Backhaus, ModeafFair, unsere Wenigkeit, going-Eco, ich lebe Grün und und und – aber, so lange man sich nicht bewusst wird, wie aufwendig etwas hergestellt wird u dass das auch dementsprechend kostet ( man sollte nur an sich selbst denken u was man verdienen wollen würde) wird sich auch nichts ändern. Aber das ist ja auch so eine Definitionssache ;)

  • jana

    Das Fair Trade-Siegel ist ist in der Modebranche eigentlich nicht relevant. Wichtiger ist z.B. GOTS.
    Onlineshops gibt es mittlerweile so einige: http://www.glore.de, goodtruebeautiful.de, wertvoll-berlin.de, weare-aware.com,
    zu den relevanten Labels gehören Kuyichi, Nudie, People Tree, Bibico, Bleed, Caro e.,KnowledgeCotton Apparel usw, einfach mal googlen. Und noch ein Buchtipp: Kirsten Brodde: Saubere Sachen – Wie man grüne Mode findet und sich vor Öko-Etikettenschwindel schützt.

  • Diese Konsumgesellschaft ist ja in allen Bereichen ein Problem – ist ja nicht nur bei den Klamotten so. Ich bin wirklich keine, die sehr oft neue Klamotten kauft – eben auch aus solchen Gründen. Nur hilft das den Kindern, oder Erwachsenen in diesen Ländern wirklich wenig, genauso wie es nichts bringt, dass ein paar Menschen Vegetarier sind. Die Masse ist eben immer noch anders, und in gewissen Maße gehören wir alle dazu… Ich denke, man kann gar nicht gut genug aufpassen, dass man wirklich auf alles achtet – Bio-Produkte sind nicht immer Bio, teure Marken produzieren genauso in solchen Ländern, und unser Obst/Gemüse kommt im Winter eben leider von irgendwelchen warmen Ländern…

    Ich achte wirklich auf solche Dinge, aber es ist einfach wahnsinnig schwer. Man müsste wirklich die ganze Gesellschaft umdrehen, bei örtlichen Bauern kaufen, in Schneidereien einkaufen – vieles wieder selbst machen. (und ich würd’ wirklich gern nähen können – bin da aber irgendwie aber wirklich zu blöd dafür :D)

    Aber danke für die Links in den Kommentaren, die Shops guck ich mal an, vll wandert etwas in meinen Kleiderschrank ;)

  • Masch

    Das Problem beginnt doch schon allein beim Modebloggen: wenn man nur dadurch, dass man ständig die tollsten, neusten Trends präsentiert, eine Masse an Lesern bekommt, würde doch kein Bloggermädchen daran denken, sich qualitative, aber sauteure Sachen zu kaufen – schließlich verliert man an Lesern und das ganze Modeblogkonzept ist hinüber.

    Deswegen sehe ich es als schwer an, gerade die Modeblogger, die du ansprichst, davon zu überzeugen, dass sie nicht so Billigzeug kaufen sollen

    Und es ist auch so für alle ziemlich schwer, der Mensch ist faul, keiner hat Lust jedes Mal zu schauen, was vertrauenswürdig ist und was nicht… und Geld ausgeben will auch keiner. Man kann natürlich anfangen, aber genau wie mit dem Fleisch wird das Problem leider nicht zu beheben sein (seh ich schon an mir selbst, muss ich ehrlich gestehen).

  • Jana

    Vielleicht sollte man das ganze mal von einem anderen Standpunkt aus betrachten. Ich meine die billige Auslagerung der Produktion von z.B. Kleidung von H&M.
    Die Menschen in diesen Ländern sind sehr arm und dieses – FÜR UNS – winzige Einkommen ist meistens ihre einzige Einnahmequelle. Glaubt ihr, sie würden sich freuen, wenn wir, wie in den Kommentaren mehrmals vorgeschlagen, in Second Hand Läden einkaufen würden? Ganz zu schweigen vom wirtschaftlichen Nachteil. Ich möchte nicht wie ein kapitalistisches A******** rüberkommen. Ja, natürlich gehts denen scheiße im Vergleich zu uns. Aber da sicher niemand von uns alles Geld, was er grade so über hat, in diese benachteiligten Länder schicken wird (denn im Grunde sind wir doch alle kleine Kapitalisten)….. ;)
    Der Artikel ist gut geschrieben, lässt aber das aus, was ich gerade beschrieben habe. Es ist ein Thema, über das man ewig diskutieren könnte. Unser kapitalistischer Egoismus. Fair Trade ist echt ne gute Sache, wird sich aber meiner Meinung nach nicht durchsetzen.

  • Izzl

    Vielen Dank für diesen Artikel. Er spricht mir aus der Seele. Ich bin so überfordert zu entscheiden, was (und wo) ok ist zum einkaufen, dass ich jetzt einfach mal faste und dem Konsum entsage. Die Rechnung, ich kaufe nicht mehr 10 billige Shirts bei H&M dafür ein hochwertiges (hochwertig somit auch fairtrade) geht ja leider nicht auf. Aber mittlerweile versuche ich bewusst einzukaufen und die Designer in Deutschland (eigentlich nur Berlin) zu unterstützen. Das Label C.Neeon zum Beispiel druckt die Stoffe noch selbst (in Deutschland) und die Produkte werden alle in Europa gefertigt (dafür sind die Teile halt auch echt teuer).

  • jana

    @ jana: du findest es also ok, wenn Levis mit Hilfe des US Außenministeriums höhere Mindestlöhne auf Haiti verhindert?
    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/wikileaks-us-regierung-drueckt-mindestlohn-in-haiti-zwei-dollar-am-tag-1.1105782

    Es geht nicht darum zu spenden, es geht um weniger Marche und mehr menschenwürdige Bedingungen.

    Boykott hilft immer. Sieht man z.b. bei Schlecker. Bei denen ist nach den ganzen Skandalen innerhalb von 3 Monaten der Umsatz um fast 20% eingebrochen. Und auf einmal gabs bessere Arbeitsbedingungen und Weihnachtsgeld für die Mitarbeiter.
    Die Textilkonzerne würden auch bessere Arbeitsbedingungen einführen, wenn sie sonst nichts verkaufen.

  • Vier Bemerkungen:
    1. Die naive Forderung nach dem Abbau menschenrechtswidriger Arbeit greift zu kurz, weil sie die örtlichen Arbeitsmarktsverhältnisse außer Acht lässt und Alternativen vorschlägt, die in aller Regel von den betroffenen Nationen volkswirtschaftlich nicht aufzubringen ist.
    2. Eine allgemeine Teuerung all dieser Waren kann sich die industrialisierte Welt nicht wünschen, wenn sie ihren Wohlstand auch nur in Teilen retten will. Wir leben auf dem Rücken der Dritten Welt. Wer ihr die Hand reichen will, muss sich zunächst darüber im Klaren sein, welche weitreichenden Konsequenzen das hätte.
    3. Ich kaufe bei keinen dieser Ketten ein; durchaus auch weil Qualität für mich zählt und ich kambodschanischen Kinderhänden nicht zutraue, ordentliche Nähte fertigen zu können. Außerdem sieht das m.E. alles scheußlich aus, aber das ist eine persönliche Meinung.
    4. Der Aufruf an die sog. “Modeblogger” ist ja ganz putzig, aber wirklich: Ist das ernst gemeint? Siehe 2., siehe 3. Sehen wir doch bitte endlich ein, daß die prekären Verhältnisse des Typus Modeblogger keine derartige Reaktion erwarten lassen (jedenfalls wenn wir diejenigen Blogs außer Acht lassen, die eine gewisse Klasse haben). Was sollen denn die 16jährigen Mädchen tragen, wenn kein Zara oder H&M? Etwa Alexander McQueen? Alexander Wang? Damir Doma? Das ist doch lachhaft.

  • sandra

    ich komm aus berlin und bin total begeistert von dem modeladen -Wertvoll- , die haben dort die beste fairtrade auswahl, die ich kenne!! http://www.wertvoll-berlin.com
    es gibt auch einen onlineshop!

  • Oliver

    Ich finde euch ModeBlogger Klasse allerings habe ich nur ein Problem es gibt viel zu wenige männliche Blogger von denen man sich als Mann Inspirationen holen kann. Ich meine die weibliche Mode Bloggerwelt ist sowas von ausgebaut und super vernetzt, warum schaffen es dann nicht die Männer :(

  • Viele Infos für Abendkleider große Größen findet man auf himmlische-abendkleider.de.

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