In Time - Zeit ist Geld

Wie würde eine Welt aussehen, in der die Menschheit mit 25 Jahren aufhört, zu altern und einen Kaffee mit vier Minuten bezahlen muss? Seit Donnerstag läuft in den deutschen Kinos…
In Time

Zeit ist Geld

Wie würde eine Welt aussehen, in der die Menschheit mit 25 Jahren aufhört, zu altern und einen Kaffee mit vier Minuten bezahlen muss? Seit Donnerstag läuft in den deutschen Kinos der Hollywood-Streifen „In Time“ des Drehbuchautoren und Regisseurs Andrew Niccol, in dem Justin Timberlake in der Hauptrolle als proletarischer Robin Hood mit der schönen Millionärstochter, gespielt von Amanda Seyfried, für die Beendigung des Klassenkampfs verantwortlich ist. Indem er revolutionär das Geld der Welt gerecht aufteilt. Doch dieser Film bleibt nicht bei einer heldenhaften Handlung, die als romantische Hollywood-Inszenierung zu einem stupidem, klischeehaftem Happy End hinführt. In der Skizze der Zukunft ist nicht nur Zeit gleich Geld, sondern die Jugend eine Ewigkeit, so fern man denn genug Zeit hat.

Als der Arbeiter Will Salas eines Tages von einem Millionär Zeit erbt, wird er den sogenannten „Time Keepern“, die als Polizisten unserer Welt zu verstehen sind, gejagt. Mit seinem Reichtum an Zeit gelangt er von der Zeitzone des Ghettos in die der obersten Schicht. Dort trifft er im Casino auf einen der mächtigsten Bankiers, dessen Tochter er entführt, um all das gemeinsam beschlagnahmte Geld des Vaters an die Armen zu verteilen. Obwohl die Dystopie als Sience-Fiction zu verstehen ist, stellt sich die Frage, inwiefern der Film überhaupt fiktional ist.

Der Mensch wird in der Zukunft eine eingeblendete Uhr auf dem Arm tragen, die mit Zeit als Währungsmittel aufgeladen und abgeladen wird. Aufgrund einer Genmanipulation erhält der Körper ab dem 25. Lebensjahr sein biologische Alter. Nur ein weiteres Jahr wird ihm geschenkt, um eine Überbevölkerung zu vermeiden.

Doch während die Armen ihre Zeit damit verbringen, diese in Arbeit umzuwandeln, verwalten die Reichen die Lebensdauern, die in Gewahrsam genommen wird und vermehrt werden muss. All die Zeit liegt in den größten Banken, die von dem Arbeiter und der Millionärstochter geplündert werden, wie auch heute all das Geld in den Banken liegt. Die verschiedenen Zonen, deren Überschreitung vom Armen zum Reichen kaum möglich erscheint, bestehen als Schichten in unserer heutigen Gesellschaft. Damals wie heute.

In einem Dialog fällt der Begriff „Darwinscher Kapitalismus“. Es ist der Kampf, in dem der Stärkere gewinnt. In diesem Fall ist es der Reichere, der in den Stand geboren ist. Doch die Tochter spricht selbst in der Welt, in der die Zeit der kostbarste Erwerb ist, davon, dass der Arme stirbt und der Reiche nie gelebt hat.

Sie empfinden ihren Diebstahl, den sie gemeinsam begehen, nicht als solches. „Denn ist es gestohlen, wenn es bereits gestohlen ist?“ Ganz nach der Klassik, entsteht die Liebe zwischen dem Armen und der Reichen, doch nicht klischeehaft, sondern raffiniert. Sie bewegen sich mit dem Gedanken, dass die Armen nicht für die Unvergänglichkeit der Reichen sterben dürfen. Doch der Film liefert nicht nur eine Aufforderung zum Aufstand der Proletarier als Lösung im Klassenkampf der Menschheitsgeschichte, sondern er entlarvt den Willen nach ewiger Jugend. Der Mensch sei nicht dazu bestimmt, unsterblich zu sein.

Es ist die Szene, in der drei junge, wunderschöne Frauen neben dem „Millionärszeitbänker“ zu sehen sind. Wer ist die Frau? Wer die Schwester? Und wer die Tochter? Der Millionär kommentiert die Irritation, die mit der Veränderung der Zukunft einhergeht, als eine Schwierigkeit, die früher nicht existiert habe. Aus dem Film, wie auch aus dem realen Leben, geht die Moral hervor, dass die Weisheit des Menschen eben doch an den Falten zu erkennen ist und Zeit zwar kein Geld, jedoch das Kostbarste, das wir uns vorstellen können.

Kritik, Kritik, Kritik. Und ein Haufen von Inspiration. In einem Hollywood-Film. Leider geht mit der Besetzung der beiden Hauptdarsteller die Kritik zugrunde. Man fragt sich, ob die Masse den Film so versteht, wie er gemeint ist. Oder ob nur nach Justins Oberkörper und Amandas Brüsten gelechzt wird. Doch ist der Film selbst ein Teil des Systems. 40 Millionen hat die Produktion gekostet, über hunderte Millionen hat er bereits eingespielt. Da anzunehmen ist, dass der Erlös nicht an die benachteiligten Armen verteilt wird, skizziert der Regisseur ein Ideal, das als solches bestehen bleiben wird. Denn auch er selbst würde sicherlich die Rolle des Protagonisten übernehmen und verwirklichen.

Die Hollywood-Produktion bedient sich trotz all der Kritik an dem, was sie zu kritisieren versucht. Und dadurch wird sie immer ein Ideal bleiben. Es sind die unaufbrechbaren Strukten der Kapitalismus. In jedem Fall weiß man nach diesem Film seine Dauer auf dieser Welt wieder mehr zu schätzen. Denn Zeit ist eben nicht nur Geld, sondern eben genau das Mittel, das wir brauchen, um unseren Zielen näher zu kommen.

Strellson

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6 Kommentare

  • Alexander

    seit wann so extrem politisch ernst Herr Amy und Frau Pink?

  • Carstn de Fischr

    die story ist gut, der film gut umgesetzt aber timberlake ist eine fehlbesetzung…… er sollte doch lieber wieder zur musik zurück !

  • Eric

    carstn hats aufn punkt jebracht.

  • Benjamin

    Wir sollten aufhören uns naiven Wunschvorstellungen hinzugeben.
    Der Film bedient was er soll(eine Prise Action, Erotik und Ungerechtigkeit), ist darüber hinaus 90 Minuten recht unterhaltsam, ohne dabei die Welt oder Hollywood aus den Fugen zu heben.
    Produktionen mit mehr inhaltlicher Tiefe besitzen leider nie das Budget um nicht nur inhaltlich und schaffen es somit selten auch visuell zu überzeugen.
    Mit mehr Ehrlichkeit zu Hollywood, Kinofilmen und sich selbst kann man dann auch den Plot und die Vorzeigekörper der Protagonisten im Zusammenhang sehen.

  • Ich hab den Film gesehen und finde dass mal viel Potenzial verschenkt hat.
    Diese Story hätte der Film des Jahres werden können.

  • LaTex

    Aus der Idee bzw. auch schon aus diesem Film hätte man wirklich viel mehr machen können. Wenn der Film alleine auf seine gezeigten Situationen näher und ausführlicher eingegangen wäre, hätte man einen super 180 min langen Film zaubern können. So war der Film wohl nicht langweilig aber auch nicht wirklich spannend.

Guess