Soundcheck - Die Alben der Woche

Jede Woche wieder. Mixtapes, Alben, Mixe. Alt, neu, fresh, whack. Und wieder durchfiltern, und wieder aus sinnlos viel Datenmüll das finden, was sich gut anhört, und was man teilen will.…
Soundcheck

Die Alben der Woche

Jede Woche wieder. Mixtapes, Alben, Mixe. Alt, neu, fresh, whack. Und wieder durchfiltern, und wieder aus sinnlos viel Datenmüll das finden, was sich gut anhört, und was man teilen will. Kinder, ich sage es euch, wie es ist. Die Künstler geben sich keine Mühe mehr für ein ganzes Album gut zu sein. Nur in Ausnahmefällen sind Alben, Mixtapes verzeihe ich an dieser Stelle, nicht zu 80% mit Füllern versehen.

Daher seht diese wöchentliche Zusammenstellung als meine Opfergabe für euch. Hier sind nämlich nur die Teile, die konsequent gut sind. Okay, das ist gelogen. Manchmal sind hier auch welche, die nicht gut sind. Aber davor werdet ihr wenigstens gewarnt.



Florence + The Machine – Ceremonials

Florence. Mit ihrem letzten Album “Lungs” hat sie bereits die Herzen aller Fantasten erobert, die in schöneren Welten leben. Sie hat uns verzaubert. Mit ihrer machtvollen, erdbebenartigen Stimme. Mit ihrer tragischen, wortgewandten Lyrik. Poesie der Musik. Bei Florence + The Machine denke ich nicht an Popmusik. Ich denke an eine schwere, goldene, geschmückte Truhe voller funkelnder Geschenke, auf dem Meeresboden, von Meerjungfrauen beschützt, von heldenhaftem Mut errettet.

Florence + The Machine macht jeden Song zu einem Abenteuer. Wenn Popmusik eine Blume ist, dann ist “Ceremonials” ein von Kerzen, Lametta, und Ornamenten geschmückter, riesiger Weihnachtskranz mit zimtigen Geruch, badend im Lichte andächtiger Kerzen. Ich denke an Engel, an orchestrale Höhepunkte, an Musik, die sich nahtlos an ihr Debüt anschließt und es um einen tieferen Charakter ergänzt.

[audio:http://www.mianami.com/mp3/2011_11_02/shakeitout.mp3]



A$AP Rocky – LiveLoveA$AP

Wer dieses Mixtape wertschätzen möchte, muss auch verstehen, was A$AP Rocky und seine Crew erschaffen haben. Die Jungs aus Harlem haben nämlich den festgefahrenen New Yorker Style durchbrochen und den langsameren, zurückgelehnten Trillwave aus dem Süden der USA zur Inspiration herangezogen.

Beim Zuhören bekommt man zuweilen das Gefühl, man wäre high, die Zeit ist stehen geblieben, und doch stecken hinter den Zeilen Muskeln. Die Hypnose bewährt sich. Wer Tracks wie “Pe$o” und “Wassup” nicht als eine der krassesten Innovationen erkennt, hat Pech gehabt, und verpasst vielleicht die entspannteste Mode, die Hip Hop derzeit zu bieten hat. Dicke Props auch an Clams Casino, der als Produzent mindestens genauso Schuld an diesem fetten Mixtape hat wie Rocky selbst.

[audio:http://www.mianami.com/mp3/2011_11_02/wassup.mp3]



Urban Noize Remixes – Brooklyn. Chicago. London.

Ach, Mash Ups. You love ’em, you hate ’em. Weezy & Jigga sind schon lange keine Überraschung mehr, aber Adele reinzumischen könnte man durchaus als gewagt bezeichnen. Nichtsdestotrotz hat Urban Noize hier eine stringente Harmonie erschaffen.

Es ist fast ein bisschen so, als hätten die drei nur aufeinander gewartet. Die Halbwertszeit währt nicht lange, wie bei so vielen Mash-Up-Alben. Aber einzelne Schmuckstücke wie “Hometown Glory” werden wohl noch lange mit dem wunderschönen Herbstwetter diesen Jahres assoziiert werden.

[audio:http://www.mianami.com/mp3/2011_11_02/hometownglory.mp3]



Jhene Aiko – Sailing Souls

Der R&B-Zug ist in voller Fahrt. Wieso also nicht draufspringen? Die Zutaten sind vorgelegt, jetzt wird mit Gewürzen experimentiert und interessantes Zeug aufgekocht. Bei Jhene Aiko verhält es sich zum R&B ähnlich wie mit Feist zum Indiepop. Da wurde nicht gezaubert und eigentlich schlägt nichts in die Ungewöhnlichkeit oder gar in die Exzellenz aus.

Doch “Sailing Souls” ist gut produziert, Jhene beweist Ausdauer und Potenzial. Ein paar Mal durchhören und einzelne Tracks wie “July” oder “Growing Apart Too” differenzierter betrachten reicht. R&B ist an der nächsten Haltestelle angekommen.

[audio:http://www.mianami.com/mp3/2011_11_02/mymine.mp3]



Brenmar – Opening Ceremony Mix

Okay, ein Mix ist also kein Album. Aber ähnlich wie ein Album müssen für einen zusammenhängenden Mix geschmackliche Zusammenstellungstalente agieren, um den Hörer zufrieden zu stellen. Es müssen Songs zusammengesucht werden, die zueinander passen, und trotzdem überraschen.

Sie müssen eine Geschichte erzählen, Storys liefern und im Kontext miteinander funktionieren. Insofern ist es wie bei einem Album oder einer Compilation, nur dass Brenmar mit “Opening Ceremony Mix” auch die Übergänge meistert und zwingt, zuzuhören. Elektronisch fein, basslastig, wie ich es mag, und mit Respekt für freshen Shit.

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