Soundcheck - Die Alben der Woche

Jedes Mal dasselbe Problem. Scheisse, die gute Musik ist mir ausgegangen. Wenn die Lieblingssongs nur noch nerven und man Texte schon auswendig runterrappen kann, dann wird es Zeit für Frischfleich…
Soundcheck

Die Alben der Woche

Jedes Mal dasselbe Problem. Scheisse, die gute Musik ist mir ausgegangen. Wenn die Lieblingssongs nur noch nerven und man Texte schon auswendig runterrappen kann, dann wird es Zeit für Frischfleich im Musikbereich. Ganze Alben durchzuhören kann unglaublich anstrengend und meist leider auch echt monoton sein. Deshalb übernehmen wir wöchentlich diese harte Arbeit für dich. Also Fresse halten, Mukke kaufen und glücklich sein.



M83 – Hurry Up, We’re Dreaming

M83 haben schon mit ihrem letzten Album “Saturdays = Youth” bei den Kids so viel Gänsehaut und verträumte Momente ausgelöst, dass die Erwartungen an das Dreampop-Shoegaze-Synthesizer Duo noch um einiges gestiegen sind. Aber nicht verzagen. Nach dem ersten Einhören in die neue Platte kann man sich beruhigt wieder seinen glitzernden Ausflügen in eine parallele, futuristische Welt widmen. Tracks wie die erste Singleauskopplung “Midnight City” überzeugen mit Leichtigkeit von Qualität und Innovation, langsame Stücke wie “Wait” können nur noch mit Begriffen wie “epischer Ruhe” beschrieben werden.

Die Franzosen machen mit ihrem Electroding einfach alles richtig, und wer immer noch nicht verstanden hat, wie diese Musik funktioniert, stellt sich einfach einen tragischen Autounfall in einer so verlangsamten Aufnahme vor, dass jeder Aufschrei, jeder Funke, jede Sekunde des Schmerzes und auch der Unwissenheit, des Erschreckens und der Dramatik mindestens auf eine Minute gestreckt wird und überlegt dann, welche Musik das wohl am besten unterlegen könnte. Voilá: “Hurry Up, We’re Dreaming”.

[audio:http://www.mianami.com/mp3/2011_11_01/midnightcity.mp3]



Big Sean – Finally Originals

Ach, Big Sean. Der Rapper aus Kalifornien beweist, dass auch Mittelmaß Erfolg haben kann. Sein Flow, sein Style und sein Debütalbum “Finally Famous” waren auf einer Skala von eins bis zehn immer irgendwo bei “Meh, okay” zu bewerten. Hier und da konnte man ab und zu einen einsamen Song von einem Mixtape oder ein Feature entdecken, das interessant und frisch war. Man gab die Hoffnung nie auf.

Das dachte sich auch Adidas und ließ “Finally Famous” noch mal durch den Fleischwolf einiger inspirierter Produzenten jagen. Das Ergebnis lässt sich hören, es ist fresh, ungewöhnlich und doch ein Easy-Listening-Erlebnis. Das macht Big Sean vielleicht nicht zu einem besseren Rapper, aber immerhin “Finally Famous” zu einem “Original”-Album.

[audio:http://www.mianami.com/mp3/2011_11_01/donaldtrump.mp3]



Mayer Hawthorne – How Do You Do

“How Do You Do” macht alles – ich meine wirklich alles – richtig. Es der souligste, wärmste R&B, den man sich wünschen kann, ohne ins Kitschige überzugehen. Es ist motivierender Gesang aus Detroit, von einem begnadeten Musikertalent, gemischt mit krass spannenden und gleichzeitig entspannten Beats. Von Bettgeflüster bis Break-Up-Erzählungen ist alles dabei, immer auf leichtem Fuß, ständig so, als würde man gleich aufstehen und auf Zehenspitzen durch den Raum tanzen müssen. Die Nostalgie, die man beim Hören dieses Albums erfährt, ist durchaus gefährlich. Zu lange, und man ist mit allem Gegenwärtigen unzufrieden. That’s Mayer Hawthorne for you.

[audio:http://www.mianami.com/mp3/2011_11_01/gettoknowyou.mp3]



Jesse Boykins III – Way Of A Wayfarer

Ein bisschen Konfettipop gefälligst? Angenommen, man schmeisst The Weeknd in einen Topf voller Sonnenschein, Glitzer und Achterbahnfahrten mit Rihanna, vielleicht entstehen daraus tatsächlich Jesse Boykins III und Songs wie “I Can’t Stay”. Eigentlich möchte er ja nur singen. Und zugegeben, das macht er ziemlich gut. Aber er will nicht wie die ganzen anderen Ghetto-Dudes sein und die Ollen nacheinander flachlegen. Er bevorzugt es, zu den gebildeten, charmanten Europäern gehören, die auf Raves und elektro-lastige Synth-Beats stehen. Das Mixtape ist kurz, bekommt aber einen Backenkniff für große Bemühungen und ein Schritt in die richtige Richtung mit der Popmusik.

[audio:http://www.mianami.com/mp3/2011_11_01/icantstay.mp3]



Wale – Ambition

Irgendwie will man ja auch nicht mehr an guten Rap glauben. Wale schafft es, die Hälfte seiner Tracks mit nervigen Lines oder sehr, sehr, sehr sentimentalen Hooks zu zerstören, obwohl doch so viel Potenzial hinter dem talentierten Rapper steckt. Aber nichtsdestotrotz ist das Teil hörbar. Der Diplo-Track “Slight Work” wird in den kommenden Wochen die Clubs zerbomben, zu “That Way” wird man sich auf die Couch kuscheln, und dann gibt’s da noch die vielen anderen Songs, die zwar nicht der Rede wert, aber irgendwie trotzdem ganz okay sind.

[audio:http://www.mianami.com/mp3/2011_11_01/ambition.mp3]
Mister Spex

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