Sasha Grey - Bodies Of Babel

Gestern wurde zum Auftakt des Festivals „Bodies of Babel – Projecting the Body in the Moving Image“ im ältesten Hochhaus Frankfurts, dem Künstlertreff Mousonturm, die Ausstellung zum ersten eigenen Buchs…
Sasha Grey

Bodies Of Babel

Gestern wurde zum Auftakt des Festivals „Bodies of Babel – Projecting the Body in the Moving Image“ im ältesten Hochhaus Frankfurts, dem Künstlertreff Mousonturm, die Ausstellung zum ersten eigenen Buchs des ehemaligen Pornostars Sasha Grey mit dem Titel „Neü Sex“ eröffnet. Das dreitätige Event setzt sich mit der Wahrnehmung der Abbildung des Körpers im Film auseinander.

Verschiedene Menschen aus unterschiedlichen Epochen und Perspektiven der Philosophie, des Theaters bis zur Musik, werden neben Darstellern der pornographischen Filmindustrie zu Wort kommen und sich mit der Bedeutung des Festivaltitels auseinandersetzen. Inwiefern hat sich der Umgang mit dem Körper durch Film über die Jahre hin verändert? Wie stehen wir heute zur Pornographie?

Was ist Kunst? Welcher Umgang spricht gegen welche Moral? Und gibt es eine andere Definition von Ästhetik? Die Kuratoren Thies Mynther, Markus Gardian und Karola Gramann wagen sich in diesem Festival, das sie als Gespräch mit dem Begehren verstehen, diese und viele andere Fragen zu stellen und nach möglichen Antwort zu suchen.

Am ersten Abend des Festivals war Sasha Grey persönlich anwesend und signierte ihr Buch für zahlreiche Fans. Es war, um ehrlich zu sein, schnell klar, dass viele den ehemaligen Pornostar nicht aus ihrer Gastrolle in meiner Lieblingsserie “Entourage” kennen. Viele wollten mit ihr fotografiert werden, manch einer filmte sie zehn Minuten lang mit seinem iPhone. Wahrscheinlich hat der Akku dann nicht mehr mitgemacht.

Ausgestellt waren die Selbstportraits aus dem Buch „Neü Sex“, die während Sasha Greys Arbeiten in der Pornobranche entstanden. Wer die Bilder sieht, dem wird schnell klar, dass dieses junge Mädchen anders ist als die anderen. Denn mit einer sehr stark ausgeprägten Fähigkeit zur Selbstreflexion, lichtet sich die heute 23-Jährige ab und stellt sich dar, wie sie sich wirklich selbst sieht.

Im Anschluss wurde die Dokumentation “9to5 – Days in Porn” des Regisseurs Jens Hoffmann gezeigt, der ebenfalls anwesend war. Wer sind diese Menschen aus der pornographischen Filmindustrie nicht nur vor, sondern auch hinter der Kamera? Wie stehen sie zu ihrem Beruf und wie verhalten sich ihre Mitmenschen ihrer Person gegenüber? Aus welcher Motivation heraus haben sie sich zu diesem Beruf entschieden? Bekommt der Geschlechtsakt für sie eine völlig neue Bedeutung, hat sich ihre Empfindung dem Körper gegenüber verändert?

All diese Fragen und viele mehr werden von zehn verschiedenen Menschen aus dem für viele zwielichtigen Milieus beantwortet. Aus der Sicht jedes Einzelnen. Von einer sächsischen Studentin, die neben dem Studium Geld verdienen wollte, über die junge Sasha Grey, die die Sexindustrie neu erfand, bis zu einem Manager, dessen Geilheit von Anfang an die einzige Motivation war, in dieser Branche zu arbeiten.

Doch wer käme je auf die Idee, dass eine Pornodarstellerin nach der Vergewaltigung durch einen Stalker ihr Leben um 180 Grad dreht? Nachdem Dr. Sharon Mitchell bei einem sexuell motivierten Angriff beinahe ums Leben kam, entschied sie sich Medizin zu studieren und gründete die Organisation „Adult Industry Medical Health Care Foundation“.

Sie hat nicht nur die Umstände, in gesundheitlicher und psychologischer Hinsicht, der Darsteller verändert, sondern versteht sie wie kein anderer. In ihrer Doktorarbeit erklärt sie die drei Typen des Gewerbes: Der eine ist süchtig nach Geld, der nächste nach Sex, und der dritte nach Ruhm. Wobei sie letzteren gleichzeitig auch für den gefährlichsten hält.

Heute Abend schon wird es eine interessante Podiumsdiskussion über das Thema „The Body in the Moving Image“ geben, bei der nicht nur Sasha Grey, sondern auch Peaches anwesend sein wird. Im Anschluss gibt es die Band Love Inks und die Performance „Narcissister USA“ zu sehen. Und wenn Peaches schon einmal da ist, dann tritt sie natürlich auch auf der Party auf.

Am letzten Tag wird der Dozent Marc Siegel, Lehrender an der Goethe Universität des Fachbereichs Theater-, Film- und Medien-Wissenschaften, dessen Vorlesung „Underground Film“ ich letztes Semester schon sehr gern besuchte, einen Vortrag über “A Sex Issue of the Cocktail World“ – Jack Smith's Flaming Creatures halten. Alles sehr interessante Menschen und Themen, auch abseits der bezaubernden und ausdrucksstarken Sasha Grey, die wirklich mehr als gut aussah. Kein Wunder, dass jeder ein Foto gemeinsam mit ihr wollte.

s.Oliver

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