AMY&PINK ist scheiße - Lob, Kritik und jede Menge Bullshit

Tatsächlich haben wir mit AMY&PINK einen oft langen und beschwerlichen, aber meist fröhlichen und hingebungsvollen Weg bestritten. Zuvor hieß das ganze Ding Tokyopunk, davor MarcelTV und noch davorerer Aniboy. True…
AMY&PINK ist scheiSSe

Lob, Kritik und jede Menge Bullshit

Tatsächlich haben wir mit AMY&PINK einen oft langen und beschwerlichen, aber meist fröhlichen und hingebungsvollen Weg bestritten. Zuvor hieß das ganze Ding Tokyopunk, davor MarcelTV und noch davorerer Aniboy. True Story. Ohne Scheiß. Aber da hat man auch noch Homepages mit Tabellen gemacht. In Frontpage. Oder Word. Wenn man ein armer, verpickelter Schüler war und nichts anderes hatte.

Wer uns schon länger liest, der kennt all die kleinen und großen Skandale, die hier so abgelaufen sind. Die Identitätskrisen, der Wechsel vom Blog zum Magazin und wieder zurück. Und wieder zurück. Und wieder zurück. Und wieder zurück. Die großartigen Autoren, die mit mir temporär an der stetigen Weltherrschaft werkelten, die Rubriken und Artikel, Ideen, Fotos, Aktionen, Legenden.

Und es ist auch kein Geheimnis, dass ich mir einmal im Jahr den aktuellen Status dieses Meisterwerks mit einem Gläschen Wein und einer gemieteten Sekretärin zu Gemüte führe, um dann zu entscheiden, in welche Richtung es weiter gehen soll. Ob die Entscheidungen der Vergangenheit richtig waren. Oder falsch. Ob die Entwicklungen zu dem Plan passen, den wir uns in unseren Köpfchen so ausgemalt haben. Wird AMY&PINK besser? Wie wir meinen. Oder doch schlechter? Wie es unsere beiden Kritiker Tag für Tag herum brüllen.

Um diese essentielle Frage zu beantworten, habe ich eine bettelnde Mail der Superlative verfasst und sie an ausgewählte Blogger, Leser, Medienpartner und Praktikanten in einer nahegelegenen Nervenheilanstalt geschickt. All das waren Leute, die uns wirklich lesen. Und lieben. Oder uns wirklich einmal gelesen und geliebt haben. Ich wollte wissen, wie sie AMY&PINK momentan sehen, was ihnen gefällt, was nicht. Und was wir gefälligst zu tun haben, um ihre Seelen wieder mit purem Glück zu erfüllen. Da ich darum bat, so ehrlich wie möglich zu sein, weil falsche Höflichkeit niemandem etwas nützt, wurden uns alsbald knallharte Wahrheiten entgegen geworfen.

“AMY&PINK gefällt mir unter anderem wegen der Roughness”, schreibt Timo*. “Sex and Drugs, Rock’n’Roll und dabei irgendwie ein neuer, moderner und deutscher Playboy – und dazu ein paar tolle Frauen im Autorenteam! Manchmal vielleicht immer noch ein bisschen zu nett, mehr Saft und Kraft würde den Inhalten manchmal gut tun.” Julia* meint: “Ich habe AMY&PINK vor einigen Monaten aus meinem Reader geworfen. Mich haben die unendlich langen Bildstrecken von nackten, gepiercten Menschen genervt.”

“Marcel, deine Beiträge hatten so viel Herz. Wirklich. Das fehlt total”, vermisst Paula*. “Das machte deinen Blog aus. Niemand schrieb so offen über seine Beziehungen, was einem durch den Kopf geht – einfach, weil es sich niemand traut. Und das hat mich, und vielleicht auch viele andere, angezogen. Mit den anderen kann ich wenig anfangen. Schön waren die Zeiten mit Hannah und Caro beispielsweise. Klar mochte ich den oder den mal mehr, mal weniger, aber man liest ja auch, wenn Leute polarisieren. Die jetzt wirken auf mich so, als seien sie eben dabei, damit es mehrere sind. Keiner macht mich da so wirklich an, mir fehlt da eine faszinierende Persönlichkeit.”

Karl* merkt an: “Das Layout finde ich super, hat sich ja auch wirklich gezeigt und bewährt, dass dieses Magazintheme für das Format am besten ist. Schon allein bei der Menge an Artikeln.” Er fährt fort: “Was ich eher nich so gerne lese: Aufgesetztes Hauptstadtgedöns. Ja, wir leben alle in Berlin und so crazy ist das jetzt auch nicht. Pornographischer Kram, Bloggergehätschel, ficken ficken ficken. Ja, wir tun es alle, aber ist schon irgendwie unspannend, Giveaways en masse, oberflächliche Reviews, zu viel PR und sponsored Events. Was ich persönlich gerne lese: Texte über das Leben – gut geschrieben und zum Nachdenken anregend, inspirierende Fotostrecken – gerne auch mit ästhetischer Nacktheit, Links zu interessanten Seiten / Texten / Blogs abseits von denen, die eh schon jeder kennt, (neue) Musik, Authentizität und Mut zur Echtheit.”

“Ich halte auch nichts von dieser ganzen “Früher wart ihr besser”-Diskussion, früher war auch das Internet anders, früher waren wir alle jünger, etc. Rumgetrolle gibt es überall und auch wenn ich kein “Die sind alle nur neidisch”-Verfechter bin, Leute lästern und kritisieren gern, vor allem anonym und je mehr Angriffsfläche, desto besser. Aber das gehört dazu, denke ich, und Rechtfertigungen sind der falsche Weg.”

Was ich aus diesen Meinungen und weiteren Mails (die ich euch hiermit vorenthalte, weil wer will das schon alles lesen?) herausfiltere sind folgende Punkte. Im Großen und Ganzen findet ihr alles schnieke. Layout gut, Themen gut, Entwicklung gut. Was ihr nicht so prallo findet: Falsche Objektivität, zu wenig Privates, Persönliches, Leidenschaftliches. Zu wenig Marcel (Ja, das bin ich!), mehr Inspiration, mehr Kreatives.

Und wir hätten euch diese unglaublich erdrückenden Massen an Informationen ja nicht um die Ohren gehauen, wenn wir nicht auch eure Betrachtungsweisen hören wollen würden. Die natürlich weniger wert sind, als die der oben genannten Personen, weil die meisten von euch eh kleine Trolle sind, aber hey: Einen Versuch ist es wert! Also haut alles raus: Was findet ihr an AMY&PINK super, was gehört in den Müll. Welche Autoren haben es euch angetan, welche Rubriken gehören vertieft, vernichtet, vermisst? Lob, Kritik, wir versprechen euch, dass das hier die einzige Chance in diesem Jahr ist, bei der wir wirklich eure Meinung hören wollen. Sprecht jetzt oder schweigt für immer!

*Name von der deutschen Stiftung für alternative Bezeichnungen geändert.

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