Knete, Koks und Currywurst - Die Sache mit den Promipartys

Wenn du dich mitten in der Nacht auf einer Veranstaltung wieder findest, auf der dir an neun Ständen der Alkohol kostenlos in zahlreichen Variationen und ‘ne Currywurst obendrauf ins Gesicht…
Knete, Koks und Currywurst

Die Sache mit den Promipartys

Wenn du dich mitten in der Nacht auf einer Veranstaltung wieder findest, auf der dir an neun Ständen der Alkohol kostenlos in zahlreichen Variationen und ‘ne Currywurst obendrauf ins Gesicht gespritzt werden und dir operierte Z-Promis ihre überdimensionierten Brüste um die Ohren hauen, dann heißt das entweder, dass du es in Berlin wirklich geschafft hast – oder dass du einfach sehr gut im Reinschmuggeln bist.

Nach dem mich nicht so ganz mit Orgasmen befüllenden ersten Tag des Berlin Festivals verschlug es mich zur Geisterstunde an einen geheimen Ort (ewerk, Mauerstraße 78 – 80, 10117 Berlin) zu einer geheimen Party (European Music & Media Night), die von einem bekannten deutschen Automobilkonzern (Volkswagen) veranstaltet wurde und auf der nur die wichtigsten Leute (Indira Weis) der wichtigsten Firmen (Neun Live) der wichtigsten Branchen (Gartenbau) umher tanzten. Und ich mittendrin. Etwas angeheitert.

Ich quatschte mit Wilson Gonzales Ochsenknecht über unsere wirklich grandiose Zeit beim Snowbombing Festival, mit Bonnie Strange über Vorbilder und Freundschaften und mit zahlreichen Musikmanagern über den Tod und das Wiederauferstehen des Business im Allgemeinen. Pro-Tipp: In einem Satz fünfmal das Schlagwort “Business” erwähnen und ihr steigt im Ansehen des Gesprächspartners um 56%. Übertreibt es aber nicht, denn mit erhöhtem Alkoholpegel will euch plötzlich jeder groß rausbringen. Egal welchen Geschlechts oder sexueller Orientierung ihr angehört oder ob der Mensch gegenüber eigentlich nur die Klos bei Universal putzt.

Die Bande an sich ist ein illustrer Haufen von sympathischen Wichtigtuern. Die Promis regen sich über andere Promis auf, Musikleute über andere Musikleute, alle gemeinsam über Karl-Heinz aus Bottrop-Kirchhellen, der es durch ein zwielichtiges Gewinnspiel in der Superillu auf die Feierei geschafft hat und im Sekundentakt Hannelore zu Hause anruft, um sie darüber zu informieren, wen er in der letzten Minute alles an Berühmtheiten gesehen hat. “Hier, die eine aus Dschungelcamp, Hannelore, die mit den großen Titten! Mit der standsch an der Bar!”

Catering-Firmen und Barkeeper wissen aber eines schon längst: Stars sind auch nur Menschen. So prügeln sie sich um 2 Uhr morgens zu H-Blockx in den viel zu kleinen Nebenraum, werfen die Gläser und Flaschen im Sekundentakt durch die Gegend (wahrscheinlich nur, um den draußen in Massen wartenden Fakiren eine Freude zu bereiten) und stellen sich brav in einer siebzig Meter langen Schlange quer durch den Club an, um ein bisschen Brötchen mit roter Sauce zu bekommen. Wie kurz nach’m Krieg war das.

Irgendwann hatte ich dann aber auch mal die Schnauze voll von halbnackten sich schweißig an meinem Astralkörper reibenden Koks-Models und Soap-Darstellerinnen, ließ mich mittels Stage-Diving zu meiner neonblauen Jacke der Unterdrückung tragen und verließ dann ohne Goodie-Bag und ohne Pierre “Ich Musikmanager aus Leidenschaft, du meine Muse” Koslowski das Getümmel. Danke noch mal an die Band, deren Namen ich schon wieder vergessen habe, aber die mich todesmutig in ihrem Gitarrenkoffer hineingeschmuggelt hat, und an Bruno, den überkorrekten Türsteher, dem ich kurz lasziv zugeleckt habe und der den Rest des Abends keine Fragen mehr stellte. Gott schütze dich.

Mister Spex

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